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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2025

So berührend!

Sunbirds
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Schon das Cover dieses Romans zieht einen in den Bann: In warmen Rot- und Gelbtönen gestaltet, symbolisiert es Hitze, Licht und Aufbruch. Eine einsame Gestalt schreitet einem fernen Sonnenaufgang über ...

Schon das Cover dieses Romans zieht einen in den Bann: In warmen Rot- und Gelbtönen gestaltet, symbolisiert es Hitze, Licht und Aufbruch. Eine einsame Gestalt schreitet einem fernen Sonnenaufgang über den Bergen entgegen – wohin führt dieser Weg? Diese Frage durchzieht auch die gesamte Geschichte.

1997 verschwindet der junge Torran während einer Reise spurlos in Indien. Seine Eltern, Robert und Anne, sind am Boden zerstört. Während Robert schließlich nach England zurückkehrt, bleibt Anne – getrieben von Hoffnung, Schuld und Liebe – in Indien. Sie verbringt Jahre damit, nach Spuren ihres Sohnes zu suchen, hängt Plakate auf, spricht mit Einheimischen und Touristen, immer in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen.

Sieben Jahre später: Anne sucht noch immer. Inmitten der Realität, dass in Indien zu dieser Zeit viele Menschen verschwinden, bleibt ihre Hoffnung unerschütterlich. Da taucht eine neue Spur auf – und mit ihr Esther, eine britische Journalistin mit einer persönlichen Vergangenheit mit Anne und Robert. Als Esther Hinweise auf Torrans Verbleib erhält, begibt auch sie sich nach Indien, und mit ihr beginnt eine berührende Reise – nicht nur durch das weite Land Indien, sondern auch durch die Vergangenheit.

“Sunbirds” ist eine fein erzählte, sehr emotionale Geschichte über Verlust, Hoffnung und das Ringen mit der Vergangenheit. Der flüssige, poetische Schreibstil von Penelope Slocombe zieht einen förmlich hinein – man denkt viel nach, fühlt mit den Figuren mit und möchte das Buch kaum aus der Hand legen.

Ein zentrales Thema ist Mutterschaft: Kann man sich in der Liebe zu einem Kind selbst verlieren? Wie sehr darf oder muss man Menschen loslassen, die man liebt?

Am Ende ist “Sunbirds” auch eine Geschichte über Selbstfindung – darüber, wie man weiterleben kann, wenn das Leben einem etwas Unvorstellbares nimmt. Nur wer sich mit der eigenen Vergangenheit versöhnt, kann wirklich weitergehen.

Ein Buch, das noch lange nachhallt. Tiefgründig, bewegend, wunderschön geschrieben.

4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Sehr emotionale Geschichte

Bis mein Herz wieder schlägt
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Schon das Cover sticht direkt ins Auge: Die wunderschönen Lila- und Rosatöne wirken atmosphärisch, fast so, als würde man auf einer Wolke schweben. Genauso stelle ich mir die Zwischenwelt vor – zart, verträumt ...

Schon das Cover sticht direkt ins Auge: Die wunderschönen Lila- und Rosatöne wirken atmosphärisch, fast so, als würde man auf einer Wolke schweben. Genauso stelle ich mir die Zwischenwelt vor – zart, verträumt und voller Gefühl.

Die Hauptfigur Emery erlebt mit nur fünf Jahren ihren ersten Herzstillstand. In diesem Moment betritt sie zum ersten Mal die Zwischenwelt – einen Ort zwischen Leben und Tod. Dort begegnet sie Nick, der eigentlich dafür zuständig ist, die Seelen Verstorbener auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Doch Emery ist anders: Durch ihre Krankheit bleibt ihr Herz immer wieder für kurze Zeit stehen – und doch kehrt sie jedes Mal ins Leben zurück.

Wir begleiten Emery und ihre Familie über viele Jahre hinweg. Dabei erleben wir sowohl die Herausforderungen im Umgang mit ihrer Krankheit als auch die typischen familiären Spannungen und Emotionen. Die Geschichte ist tief bewegend und geht oft sehr zu Herzen – Tränen sind beim Lesen nicht ausgeschlossen.

Auch Nick wird im Laufe der Handlung immer greifbarer. Seine eigene Vergangenheit und das Schicksal, das er trägt, sind spannend und mitreißend erzählt.

Der Schreibstil von Becky Hunter ist flüssig, gefühlvoll und fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und war richtig traurig, als es zu Ende war.

Ein kleiner Kritikpunkt: Emerys Charakterentwicklung hätte für meinen Geschmack etwas stärker ausgearbeitet sein können. Trotz ihres Alters wirkt sie stellenweise trotzig und fast kindlich, was nicht immer ganz zur Situation passt.

Besonders gelungen fand ich die zwischenmenschlichen Spannungen – sowohl innerhalb der Familie als auch zwischen Emery, Nick und Colin. Man fiebert mit und fragt sich unweigerlich: In welcher Welt wird Emery letztlich leben wollen – bei Nick oder bei Colin?

Fazit: Eine emotional tiefgehende Geschichte zwischen Leben, Tod und der Liebe dazwischen – berührend, spannend und atmosphärisch

4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Bewegend, klug und verstörend

Dunkle Momente
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Dunkle Momente von Elisa Hoven hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Strafverteidigerin Eva Herbergen beschreibt neun ihrer realen Fälle – sachlich, aber gleichzeitig emotional und sehr bildlich ...

Dunkle Momente von Elisa Hoven hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Strafverteidigerin Eva Herbergen beschreibt neun ihrer realen Fälle – sachlich, aber gleichzeitig emotional und sehr bildlich erzählt.

Was mich besonders beeindruckt hat: Die Geschichten werfen große Fragen auf – Was ist moralisch vertretbar? Wann wird ein Täter zum Opfer? Und wie würde man selbst handeln?

Die Fälle regen zum Nachdenken an, einige hallen immer noch in mir nach. Man lernt nicht nur viel über das Strafrecht, sondern auch über die emotionalen und menschlichen Seiten des Berufs.

Ich konnte das Buch kaum weglegen – flüssiger Schreibstil, starke Inhalte und ein ehrlicher Blick auf das, was oft im Verborgenen bleibt.

Ein Buch, das nicht nur informiert, sondern berührt.
4,5 von 5 Sternen – absolute Empfehlung

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Jede Geschichte hat zwei Seiten

Sunshine Man
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„The Sunshine Man“ von Emma Stonex war für mich ehrlich gesagt viel mehr ein Familiendrama als ein klassischer Thriller – und genau das hat mir so gut gefallen.

Birdie erfährt, dass der Mörder ihrer Schwester ...

„The Sunshine Man“ von Emma Stonex war für mich ehrlich gesagt viel mehr ein Familiendrama als ein klassischer Thriller – und genau das hat mir so gut gefallen.

Birdie erfährt, dass der Mörder ihrer Schwester nach 18 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Für sie ist sofort klar, dass sie endlich Rache nehmen möchte. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr merkt man, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Birdie und Jimmy erzählt. Dadurch lernt man beide Seiten immer besser kennen und nach und nach kommen Familiengeheimnisse, Lügen und verdrängte Erinnerungen ans Licht. Ich fand es total spannend, dass ich meine Meinung über die Figuren immer wieder geändert habe.

Birdie hat mir unglaublich leid getan. Obwohl sie inzwischen ein ruhiges Familienleben führt, merkt man, dass sie den Tod ihrer Schwester Providence nie verarbeitet hat. Ihre Trauer und ihr Wunsch nach Gerechtigkeit waren für mich in jeder ihrer Entscheidungen spürbar.

Jimmy fand ich fast noch interessanter. Am Anfang war für mich klar, wer er ist und welche Rolle er in der Geschichte spielt. Doch je mehr man über seine Vergangenheit, seine Gedanken und seinen Umgang mit Schuld erfährt, desto schwerer fiel es mir, ihn nur als Täter zu sehen. Genau das hat das Buch für mich so besonders gemacht.

Am Ende geht es für mich gar nicht so sehr um die Frage, was damals passiert ist, sondern darum, wie unterschiedlich Menschen mit Schuld, Trauer und Erinnerungen umgehen. Jede Figur erinnert sich anders an die Vergangenheit und genau das macht die Geschichte so spannend.

Wer einen Thriller mit ständig neuen Wendungen erwartet, wird hier vielleicht überrascht sein. Das Buch lebt vielmehr von seiner Atmosphäre, den Figuren und der psychologischen Tiefe. Es ist eher ruhig erzählt, aber genau diese ruhige Art hat mich komplett abgeholt.

Vor allem Birdie und Jimmy haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte. Ich wollte einfach verstehen, was damals wirklich passiert ist und warum jeder die Vergangenheit so anders erlebt. Für mich war The Sunshine Man ein Buch, das weniger von Spannung lebt als von seinen Figuren – und genau deshalb hat es mir richtig gut gefallen.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Die Last der Familie

This Is Going To Hurt
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„This Is Going To Hurt“ von Silvia Maria de Jong ist ein Familienroman mit Cowboy-Vibes, Ranch-Setting und Romance-Elementen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, mal wieder eine Geschichte zu lesen, die ...

„This Is Going To Hurt“ von Silvia Maria de Jong ist ein Familienroman mit Cowboy-Vibes, Ranch-Setting und Romance-Elementen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, mal wieder eine Geschichte zu lesen, die mich emotional mitnimmt und vielleicht auch die ein oder andere Träne kostet – und genau das hat dieses Buch geschafft.

Jordan McAllister ist hochschwanger und auf dem Weg zum Vater ihres Kindes, als mitten unterwegs die Wehen einsetzen. In dieser Ausnahmesituation hilft ihr Miles Wheeler und gemeinsam schaffen sie diesen Moment. Doch mit dieser Begegnung beginnt ein Konflikt aus Familiengeschichte, alten Verletzungen, Schmerz und Entscheidungen, mit denen niemand gerechnet hat.

Denn Jordan trägt ausgerechnet das Kind von Grayson Colton – dem Mann, mit dessen Familie Miles seit Jahren im Konflikt lebt.

Jordan hat mir wirklich gut gefallen. Sie wirkt nicht wie eine perfekte Hauptfigur und genau das mochte ich an ihr. Sie ist verletzlich, körperlich und emotional erschöpft und versucht gleichzeitig ihre Vergangenheit zu verarbeiten und einen Weg für sich und ihr Kind zu finden. Trotzdem trägt sie sich eine gewisse Hoffnung in sich, die ich sehr berührend fand.

Miles wirkt auf den ersten Blick wie der typische Retter – aber eigentlich hatte ich eher das Gefühl, dass er selbst seit Jahren etwas mit sich herumträgt, das er nie wirklich verarbeitet hat. Er wirkt verschlossen, manchmal schwer greifbar und lebt mit einer Last, die eng mit dem Konflikt rund um die Coltons verbunden ist. Einer meiner Lieblingsgedanken beim Lesen war: Er hilft anderen, aber selbst möchte er nicht gerettet werden.

Für mich war das deshalb keine klassische Liebesgeschichte, sondern viel mehr ein Roman über Verantwortung, Familie und die Frage, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt.

Die Cowboy-Vibes haben mir dabei überraschend gut gefallen. Der Ton der Geschichte wirkte oft rau und man hat die Härte des Ranchlebens, aber auch diese besondere Einsamkeit gespürt. Das Setting hat sich nicht wie eine Kulisse angefühlt, sondern als würde es die Figuren mit formen.

Am Ende hat mich nicht die Handlung am meisten berührt, sondern die Figuren – vor allem Miles und Jordan – und alles, was zwischen ihnen unausgesprochen geblieben ist. Dieses Buch lebt für mich weniger von großen Wendungen als von den Emotionen, den Beziehungen und den Dingen, die nie direkt ausgesprochen werden.

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