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Veröffentlicht am 14.07.2025

Sommerroman mit ernsten Themen

Zypressensommer
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Worum geht es in dem Buch?
Julia Matthiesen reist im Juni 1998 nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Sie will mehr über die Vergangenheit ihres italienischen Großvaters Gianni, ihres „Nonno“, herausfinden. ...

Worum geht es in dem Buch?
Julia Matthiesen reist im Juni 1998 nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Sie will mehr über die Vergangenheit ihres italienischen Großvaters Gianni, ihres „Nonno“, herausfinden. In Hamburg, wo sie aufwuchs, erzählte er nicht viel darüber.
Julia hat nur ein dünnes Blatt mit einigen Notizen des Großvaters. Damit macht sie sich auf die Suche nach mehr Informationen. Sie trifft auf eine Familie Conti – Conti, so lautete der Nachname ihres Großvaters. Ist sie vielleicht mit dieser Familie verwandt? Hilfsbereit ist diese Familie, sie bietet Julia eine Bleibe für die Dauer ihres Aufenthalts in Italien an. Sehr sympathisch ist Matteo, der im Laufe der Handlung mehr als ein Freund wird.
Parallel dazu liest man die Geschichte des Großvaters Gianni, der als Kriegsgefangener 1943 von Italien nach Hamburg kam. Er wird in einer Fisch-Räucherei in Hamburg zur Zwangsarbeit verdonnert. Nur die Aussicht, seine Geliebte Gufetta in Italien wiederzusehen, gibt ihm Kraft, alle Strapazen durchzuhalten.

Meine Meinung zu dem Buch:
Dieser Roman fängt interessant an und bleibt es auch. Er ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt.
Julia, die Hauptfigur, ist sympathisch. Was sie über die Geschichte ihres Großvaters, seiner Verwandten und einiger Freunde herausfindet, ist interessant und immer wieder erschütternd. Ich habe durch dieses Buch einige geschichtliche Ereignisse erfahren, die ich noch nicht wusste. Beispielsweise, wie es vielen Widerstandskämpfern gegen die Nazis in Italien erging.
Die Recherchen und Erlebnisse von Julia wechseln sich ab mit den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg in der Toskana und in Hamburg. Immer wieder gibt es unbeschwerte Szenen in der Toskana, die Urlaubsfeeling beim Lesen schaffen. Die Vorkommnisse im Zweiten Weltkrieg erschüttern oft, sind aber wichtig.
Es gibt einige Szenen, die mir zu seicht waren – aber vielleicht machen gerade diese Szenen das Buch zu einer guten Urlaubslektüre. Das Nachwort der Autorin zu ihren Recherchen sowie einige Rezepte am Schluss sind eine gute Zugabe.
Ich habe das Buch gerne gelesen, vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Eine alte Liebe, die neu entflammt

Long Island
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Worum geht es in dem Buch?

Eilis ist Irin, lebt aber schon lange in den USA, genauer gesagt in Long Island. Ihr Mann Tony ist italienischer Abstammung. Seine Familie lebt ebenfalls in Long Island, deswegen ...

Worum geht es in dem Buch?

Eilis ist Irin, lebt aber schon lange in den USA, genauer gesagt in Long Island. Ihr Mann Tony ist italienischer Abstammung. Seine Familie lebt ebenfalls in Long Island, deswegen trifft man sich oft, isst zusammen und kennt sich.
Eilis ist zufrieden – sie hat zwei Kinder, die erwachsen sind. Eines Tages bricht ihre heile Welt zusammen. Ein Mann, bei dem Tony als Klempner tätig war, erzählt Eilis, dass seine Frau ein Kind von Tony bekommt. Der Mann will dieses Kind nicht im Haus haben und wird es Eilis vorbeibringen.
Für Tonys Mutter ist es eine absolute Selbstverständlichkeit, dass das Kind von Eilis und Tonys Familie aufgezogen wird. Doch Eilis ist anderer Meinung. Sie will am liebsten mit diesem Kind nichts zu tun haben. Um klare Gedanken fassen zu können, reist sie nach Enniscorthy in Irland zu ihrer Mutter.
Dort trifft sie Jim, den Besitzer eines Pubs, wieder. Er war ihre große Liebe vor mehr als 20 Jahren. Eine Liebe, die sich nicht realisieren ließ. Aber jetzt flammen alte Gefühle auf – Eilis und Jim merken, dass sie immer noch viel füreinander empfinden. Sie treffen sich heimlich.
Nancy, die Inhaberin eines Fish-And-Chips-Shops, macht sich ebenfalls Hoffnung auf Jim. Sie ist Witwe, aber nun bereit für eine neue Beziehung. Akribisch bereitet sie ihre Hochzeit vor.

Meine Meinung zu dem Buch:

Ich habe das Buch „Brooklyn“ nicht gelesen, in dem bereits von Eilis und Jim geschrieben wurde. Aber auch, ohne „Brooklyn“ zu kennen, habe ich gut in die Geschichte von „Long Island“ hineingefunden.
Der Roman „Long Island“ liest sich flüssig, mir gefällt der Schreibstil. Eilis und Jim sind sympathisch – und der Autor kann sehr gut den Zwiespalt schildern, in dem sie sich befinden. Sie merken, dass sie sich immer noch lieben – aber lässt sich das realisieren? Eilis ist verheiratet, hat eine Familie in den USA. Jim war fest entschlossen, Nancy zu heiraten – bis er Eilis wiedersah.
Sie treffen sich geheim, denn in Enniscorthy wird viel geredet. Leider wird mehr übereinander geredet als miteinander – und so ergeben sich immer wieder Gerüchte.
Spannend bleibt das Buch deswegen, weil man bis zum Schluss nicht weiß, ob Eilis und Jim sich endgültig für eine gemeinsame Zukunft entscheiden.
Der Schluss hat mich sehr überrascht – und nicht ganz zufriedengestellt.

Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.06.2026

Eine Familiengeschichte, die bleibt

Ein Ort, der bleibt
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Worum geht es in dem Buch?

Dr. Alfred Heilbronn und seine Frau Magda sind Naturwissenschaftler. Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen, verliert Alfred wegen seiner jüdischen ...

Worum geht es in dem Buch?

Dr. Alfred Heilbronn und seine Frau Magda sind Naturwissenschaftler. Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen, verliert Alfred wegen seiner jüdischen Herkunft seine Anstellung als Professor. In dieser Notlage erhält er das Angebot, in Istanbul eine Professur zu übernehmen – eine Chance, die er sofort ergreift. Alfred reist zuerst, seine Frau Magda und die beiden Kinder folgen später.

In Istanbul entfaltet sich die Faszination eines botanischen Gartens, um den sich Alfred gemeinsam mit seiner türkischen Assistentin Mehpare kümmert. Gleichzeitig etabliert er sich als Professor an der Universität von Istanbul. Magda, ebenfalls promovierte Naturwissenschaftlerin, kann in diesem Berufsfeld nicht arbeiten, sucht sich aber andere Aufgaben, genießt die Spaziergänge durch die Stadt und lernt neue Sprachen.

In einem zweiten Erzählstrang begegnet dem Leser Imke, eine Städteplanerin, die von einem deutschen Unternehmen nach Istanbul geschickt wird. Zusammen mit ihrem Kollegen Kai bewertet sie Gebäude und den botanischen Garten, den Alfred einst geschaffen hat. Die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Einrichtungen zu erhalten, zieht sich durch die Gegenwart.

Meine Einschätzung zu diesem Buch:

„Ein Ort, der bleibt“ ist für mich ein überwiegend historischer Roman, der mir so noch nicht begegnet ist. Ich wusste nicht, dass deutsche jüdische Mitbürger zur Zeit der Nazi-Herrschaft eine neue Heimat in der Türkei fanden. Die Autorin beschreibt das Leben der Familie Heilbronn in Istanbul von 1933 bis 1947 sehr plastisch und detailliert. Immer wieder begegnet man auch Alfreds Assistentin Mehpare – Figuren, die tatsächlich gelebt haben.

Der Roman greift mehrere Themen auf: Wie die Türkei deutschen Juden ab 1933 eine Zuflucht bot, welche Hindernisse Frauen hatten, eine dem Ausbildungsgang entsprechende Beschäftigung zu finden, und dass Mehpare schließlich einen Doktortitel erlangt. Dabei wird deutlich, dass sie als Botanikerin von ihren männlichen Kollegen nicht dieselbe Anerkennung erfährt wie diese.

Erzählt wird das Geschehen in Präsens aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler); Imkes Erlebnisse dagegen schildert der Text in Ich-Perspektive im Präsens. Der Stil ist gut, die Ereignisse wirken meist spannend und interessant. Zwischendurch empfand ich die Handlung als etwas eintönig, doch gegen Ende nimmt sie Fahrt auf und wird erneut packend und mitreißend.

Insgesamt vier Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Ein Pageturner für den Sommer

Bachelorette Party
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Worum geht es in dem Buch?

2012 treffen sich vier Freundinnen auf einer Schären-Insel in Schweden. Diese Treffen sind Tradition, die Freundinnen halten diese Treffen schon seit Jahren ab. Man spricht ...

Worum geht es in dem Buch?

2012 treffen sich vier Freundinnen auf einer Schären-Insel in Schweden. Diese Treffen sind Tradition, die Freundinnen halten diese Treffen schon seit Jahren ab. Man spricht sich aus, man hat Spaß, man festigt die Freundschaft. Nur diesmal ist alles anders. Die vier Freundinnen verschwinden spurlos. Polizei, Angehörige, Freunde suchen nach ihnen – jedoch ohne Erfolg.

Zehn Jahre später kommt Anneliese auf die Idee, auf genau dieser Schären-Insel ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Sie hat Freundinnen eingeladen. Zusammen halten sie sich in dem Hotel auf, das unterdessen dort gebaut wurde.

Tessa kommt nur widerwillig mit. Einst betrieb sie einen erfolgreichen Podcast, der sich mit wahren Verbrechen befasste. Doch sie hat einen Fehler begangen, der sie immer noch beschäftigt, auch in finanzieller Hinsicht. Ihre Schwester Lena überredet Tessa, an diesem Wochenende teilzunehmen. Auch Lena wird dabei sein. Tessa kommt also mit – sie will auch recherchieren, was 2012 mit den vier verschwundenen Freundinnen passiert ist.
Das Wochenende beginnt mit Yoga, gutem Essen, aber auch einigen rätselhaften Ereignissen.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Das Buch fängt spannend an. Man lernt Frauen Anneliese, Natalie, Caroline, Tessa, Lena , Mikaela und Irene kennen. Irene gehört das Hotel. Sie ist außerdem die Schwester von Mathilde, die eine der Frauen war, die vor zehn Jahren verschwand.

Die Handlung im Jahre 2022 wird im Präsens aus der Sicht der Ich-Erzählerin Tessa erzählt. Immer wieder gibt es Kapitel, die Vorgänge aus dem Jahre 2012 berichten. Sie werden in der Vergangenheit erzählt und erscheinen mir zuerst rätselhaft.

Nach dem spannenden Anfang flacht die Handlung etwas ab. Die Frauen sind mir auch nicht sonderlich sympathisch. Dass sie Freundinnen sein sollen, wundert mich. Die Stimmung unter ihnen ist selten herzlich, eher misstrauisch. Manche Tatsachen und Vorgänge wirken auch etwas konstruiert. Beispielsweise: Warum baut man ein Hotel auf eine Schäreninsel, auf der Leute verschwanden? Warum wurden die Frauen 2012 nie gefunden?

Gegen Ende wird die Handlung sehr spannend. Es wird brutal. Diesen Schluss hat man nicht kommen sehen. Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Höhepunkte eines Lebens in einer schönen Sprache

Tage des Lichts
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Worum geht es in dem Buch?

Ivys Bruder Joseph ertrinkt an einem Ostersonntag im Jahr 1938. Dieses traurige Ereignis prägt von da an Ivys Leben. Sie heiratet, obwohl sie das ursprünglich nicht geplant ...

Worum geht es in dem Buch?

Ivys Bruder Joseph ertrinkt an einem Ostersonntag im Jahr 1938. Dieses traurige Ereignis prägt von da an Ivys Leben. Sie heiratet, obwohl sie das ursprünglich nicht geplant hatte, und bekommt zwei Töchter. Ihr Mann Bear, der 25 Jahre älter ist als sie, ist gut zu ihr.
Mit Frances, Josephs Freundin, verbindet Ivy eine Freundschaft. Aber es ist mehr als das, eine Innigkeit, ein Verlangen der beiden zueinander. Sie versuchen lange, diese Begierde nicht weiter voranzutreiben, nehmen Abstand voneinander und schreiben sich nur noch Briefe. Aber jedes Mal, wenn sie sich wieder begegnen, flammt die Sehnsucht zueinander wieder auf.
Als Bear gestorben ist und ihre Töchter erwachsen sind, geht Ivy in ein Kloster. Die Umgebung, der Umgang mit den Klosterschwestern, die Erlebnisse im Kloster tun Ivy gut. Da begegnet sie nach Jahren Frances wieder.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Das Buch ist aus der Sichtweise des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Die Handlung beleuchtet sechs Zeiträume in Ivys Leben, die als Höhepunkte gelten und als „Tage“ bezeichnet werden. Zwischen den Zeiträumen liegen einige Jahre. Man erfährt, wie sich Ivy bis zu diesen Zeiträumen entwickelt hat, was sie beispielsweise im Zweiten Weltkrieg erlebt hat und was sie erlebt. Dies alles ist in einem melodischen, lyrischen Schreibstil verfasst. Immer wieder gibt es intensive Beschreibungen bestimmter Situationen oder auch einer Umgebung. Das ist schön zu lesen, auch wenn manche Ereignisse traurig sind.
Ivy ist sympathisch, auch Frances. Die Autorin erzählt nachvollziehbar, warum Ivy so handelt, wie sie handelt, was ihre Beweggründe sind.
„Tage des Lichts“ ist keine spannende, aber eine intensive Lektüre über eine Frau, die eine Leidenschaft für eine andere Frau hat. Diese Leidenschaft wird auch erwidert. Das Buch bleibt interessant bis zum Schluss, der für mich unerwartet ist, aber nachvollziehbar.
Ich vergebe vier Sterne.

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