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Veröffentlicht am 22.06.2026

Female Rage trifft auf dunkle Magie

Ein unheimlich guter Mensch
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Im Buch „Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King, erschienen im Ecco Verlag, steht eine Situationship im Mittelpunkt, die vielen Frauen, die Männer daten (oder in der Vergangenheit gedatet haben), ...

Im Buch „Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King, erschienen im Ecco Verlag, steht eine Situationship im Mittelpunkt, die vielen Frauen, die Männer daten (oder in der Vergangenheit gedatet haben), vermutlich vertraut vorkommen wird. Henry ist dieser Typ, der sich nur dann meldet wenn er was braucht (meistens Sex), der am liebsten sich selbst sprechen hört & dem der Egoismus (dank des Patriarchats) bereits in die Wiege gelegt wurde. Lilian, die all dies auszublenden scheint, möchte mehr. Sie will mit Henry zusammenkommen, zusammenziehen, am besten sofort heiraten.
Umso schockierter ist Lilian, als Henry die „Beziehung“ beendet. Das kann und will sie nicht auf sich sitzen lassen und belegt ihn aus einer Laune heraus und nach vielen Drinks mit einem Rachezauber. Als Henry schließlich tot aufgefunden wird, beginnt Alles aus dem Ruder zu laufen.

Mir hat die Geschichte rund um Lilian richtig gut gefallen. Als Protagonistin verkörpert sie eine Wut, die sehr viele Frauen kennen. Bewusst überspitzt und bösartig gezeichnet, bricht Lilian mit dem was die Gesellschaft von Frauen erwartet. Sie passt sich nicht an, geht über moralische Grenzen und verkörpert eine „Female Rage“-Prota, die wir in der Literatur dringend brauchen.
Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung des sexuellen Übergriffs. Solche Übergriffe werden in Medien und öffentlichen Diskussionen noch immer viel zu selten thematisiert, obwohl sie sehr häufig vorkommen. Oft ist es eben nicht der unbekannte Täter, sondern jemand aus dem eigenen Umfeld oder eine Person, zu der gerade Vertrauen aufgebaut wird. Gerade diese Situationen sind oft schwer einzuordnen, sodass Betroffene wie Lilian nicht immer sofort erkennen, dass ein Übergriff stattgefunden hat.
Gerne hätte ich noch mehr zu dem Rachezauber oder Flüchen generell erfahren. Die „Wellness-Hexe“ hätte gerne noch mehr Raum bekommen können.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch, welches ich definitiv empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Ein cozy, Romatasy Buch

Seamere College 1. Strange Familiars
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„Strange Familiars“ von Keshe Chow, erschienen im Oetinger Verlag, vereint ein cozy Dark Academia-Setting mit einer magischen, teils spicy Liebesgeschichte. In dem Romantasy-Buch begleiten wir Gwendolynne ...

„Strange Familiars“ von Keshe Chow, erschienen im Oetinger Verlag, vereint ein cozy Dark Academia-Setting mit einer magischen, teils spicy Liebesgeschichte. In dem Romantasy-Buch begleiten wir Gwendolynne Chan und Harrisford Briggs, zwei Rivalen am Seamere College für magische Tiermedizin, während ihres Abschlussjahres. Beide wollen nur eins: Jahrgangsbeste:r werden. Doch plötzlich bricht Chaos aus und magische Explosionen sorgen dafür, dass die beiden Erzfeinde zusammenarbeiten müssen um die Stadt zu retten.
Immer mal wieder bekomme ich richtig Lust auf ein Buch aus dem Genre Fantasy/Romantasy. So hat mich hier bereits der Klappentext & das Cover total angesprochen. Die Idee & Umsetzung der Seelentiere, die eine Bindung mit einer/einem Magier:in eingehen, hat mir richtig gut gefallen. Percy als mürrischer, aber liebenswerter Begleiter war einer meiner absoluten Lieblinge und hat sich Seite für Seite mehr in mein Herz geschlichen. Auch der Enemies-To-Lovers- Teil des Buches hat mir gut gefallen. Die Liebesgeschichte baut sich sehr langsam auf und ist von Auf und Abs geprägt, was die ganze Dynamik aber in diesem Fall sehr greifbar gemacht hat. Die spicy Momente im Buch fand ich angenehm zu lesen, da sie an passenden Stellen platziert waren. Lediglich ein paar der Dialoge zwischen Gwen und Chan fand ich etwas kitschig, was aber nur mein persönliches Empfinden ist.
Besonders positiv fand ich außerdem wie divers die Charakterbesetzung war.

Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit dem Magiesysten bzw. den Entladungen, die für das Chaos verantwortlich waren.
Ich habe bis zum Ende nicht ganz verstanden wie genau die Komponenten „Anker“, „Magie“ & „Große Leere“ zusammenhängen. Mir war dieser Teil etwas zu abstrakt dargestellt, so dass ich mir darunter eher wenig vorstellen konnte.
Insgesamt hat mir „Strange Familiars“ trotz kleiner Kritikpunkte echt gut gefallen und ich bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Interessantes Gedankenexperiment

Für immer
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„Für immer“ von Maja Lunde fand ich durchweg spannend geschrieben und gleichzeitig hat es mir viele neue Gedankenimpulse gegeben. So fand ich viele Szenen beklemmend zu lesen (zb die Stellen in denen Menschen ...

„Für immer“ von Maja Lunde fand ich durchweg spannend geschrieben und gleichzeitig hat es mir viele neue Gedankenimpulse gegeben. So fand ich viele Szenen beklemmend zu lesen (zb die Stellen in denen Menschen vergeblich ihr Leben beenden wollten). Die Idee ewig leben zu können, wird im Buch in alle Einzelteile zerlegt und begutachtet. Dabei wird immer wieder klar, dass es der Wunsch nach Unsterblichkeit nicht erstrebenswert ist.

Gelungen fand ich ebenfalls die verschiedenen Einblicke in das Leben mehrere Figuren. Durch die unterschiedlichen Lebensumstände entsteht ein allumfassendes dystopisches Gesamtbild.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen!

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Übers Verloren sein

Spinner
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„Spinner“ ist ein Coming-of-Age Roman, der die Zerissenheit eines jungen Mannes thematisiert. So beschäftigt sich das Buch inhaltlich mit dem Werdegang des Protagonisten, seinen Sehnsüchten (zb sein Ziel ...

„Spinner“ ist ein Coming-of-Age Roman, der die Zerissenheit eines jungen Mannes thematisiert. So beschäftigt sich das Buch inhaltlich mit dem Werdegang des Protagonisten, seinen Sehnsüchten (zb sein Ziel Schriftsteller zu werden), aber ebenso seinen unzähligen Niederschlägen. Als Leser:in bekommt man einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Hauptfigur und kann die Verzweiflung durchaus nachempfinden. Auch die Nebenfiguren sind dabei so gezeichnet, dass sie in die Geschichte passen und ein vollständiges Bild ergeben.
Gefallen hat mir hier der Schreibstil und wie der Autor es schafft das Gefühl einer ganzen Generation einzufangen. Viele junge Menschen, die gerade die Schule beendet haben oder auch danach, fühlen sich „verloren“ und wissen nicht so richtig was sie aus ihrem Leben machen sollen. Der Druck etwas sein zu müssen, etwas erreichen zu müssen um sozial angesehen zu sein, spielt dabei eine große Rolle. So schafft es der Autor eben genau diesen inneren Konflikt einzufangen und daraus eine Geschichte zu konstruieren.

An manchen Stellen war mir die Handlung etwas zu „plätschernd“ und ich hätte mir einen roten Faden gewünscht. Insgesamt fand ich die Geschichte jedoch durchaus interessant und kann sie weiterempfehlen. Auch das Cover gefällt mir hier richtig gut und passt zur Gesamtstimmung des Buches.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Wunderschön!

Muscheln in meiner Hand
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Wow. Niemals hätte ich mit so einem prägenden Inhalt gerechnet, hätte ich erahnen müssen was sich hinter dem Cover versteckt. Es ist ein stilles, feministisches Buch, welches aus heutiger Sicht mit Sicherheit ...

Wow. Niemals hätte ich mit so einem prägenden Inhalt gerechnet, hätte ich erahnen müssen was sich hinter dem Cover versteckt. Es ist ein stilles, feministisches Buch, welches aus heutiger Sicht mit Sicherheit überholt ist und trotzdem Eindruck bei mir hinterlassen hat. Wie die Ich-Erzählerin die Lebensrealität einer Frau wiedergibt, die sich nach Ruhe sehnt und diese am Meer findet, hat mir gut gefallen. Die philosophischen Überlegungen, die aus dem Beobachten verschiedener Muscheln entstehen, wirken überhaupt nicht an den Haaren herbeigezogen sondern nachvollziehbar. Mir hat es wirklich gut gefallen und viele der Abschnitte habe ich mir markiert.

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