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Veröffentlicht am 22.06.2026

Es ist kompliziert…

Konfetti im Kopf
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So ungefähr haben meine Eltern mich auf das Thema ADHS vorbereitet, oder besser auch einfach nicht vorbereitet. Das etwas anders ist und ich bei Themen viel springe, Dinge anfange, aber nicht gerne zu ...

So ungefähr haben meine Eltern mich auf das Thema ADHS vorbereitet, oder besser auch einfach nicht vorbereitet. Das etwas anders ist und ich bei Themen viel springe, Dinge anfange, aber nicht gerne zu Ende führe und generell oft so viel los ist in meinem Kopf, dafür war einfach kein Raum und keine Zeit. Meine beste Freundin hat Ritalin bekommen und danach war sie nicht mehr so lustig.

Das sind meine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Thema in meiner Kindheit und umso mehr freue ich mich über Aufklärungswerke wie „Konfetti im Kopf“, denn im Grunde ist vieles nur kompliziert, wenn wir es nicht richtig begleiten und erklären, aber ADHS kann so viel mehr bewirken.

Das Sachbuch hat eine herrliche Art aufzuklären und startet erstmal sehr bildlich, wie der Titel schon erklärt. Konfetti im Kopf als Bild deckt vieles ab und bleibt dabei super positiv, bunt, inklusiv - fast wie ein Wunsch, den man haben kann, denn welches Kind mag kein buntes Konfetti? Stück für Stück werden Kinder und Erwachsene durch das Thema geleitet, gestützt von Expertenwissen, von der Erklärung und dem Greifbar machen der Situation über Gefühle hin zur Verständigung. Wunderschön illustriert und so kindlich wie möglich heruntergebrochen, mit extra Informationen für Erwachsene. Es ist kein Sachbuch, dass in die Tiefe einsteigt, sondern gezielt ein Begleitwerk, um das zu erklären, wofür meinen Eltern beispielsweise die Worte fehlten. Unterm Strich ist ADHS wertvoll und ich selber schöpfe auch meine kreative Kraft heraus, für unsere Tochter wünsche ich mir eben dieses Verständnis schon früh, dass nicht die Frage im Raum steht, dass es kompliziert ist, sondern etwas Besonderes, eine eigene Superkraft diese Konfettimaschine im Kopf.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Endlich die weibliche Seite beleuchtet?“!

Frauen und Schlaf
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Glücklicherweise gehöre ich zu der Fraktion, die auf Knopfdruck einschlafen kann, aber das habe ich tatsächlich auch trainiert. Viele andere hadern mit dem Thema, kommen nicht zur Ruhe, drehen sich grübelnd ...

Glücklicherweise gehöre ich zu der Fraktion, die auf Knopfdruck einschlafen kann, aber das habe ich tatsächlich auch trainiert. Viele andere hadern mit dem Thema, kommen nicht zur Ruhe, drehen sich grübelnd von links nach rechts und das kenne ich auch, die Endlosschleife, in die wir schnell rutschen können und wie schnell wir relativieren, wenn die Nächte nicht gut laufen. Und für Frauen ist es generell nochmal anders: wir rutschen durch verschiedene Etappen, sind Singles, dann vielleicht nicht mehr, sind schwanger, haben Kinder und auch irgendwann die Menopause vor der Brust. Das alles ändert hormonell so viel, dass es natürlich auch Einfluss auf unseren Schlaf hat und darüber entscheidet, welches Leben wir führen, wie jung und fit wir uns fühlen und wie gesund wir bleiben.

Genau diesem Thema widmet sich Dr. Med. Suzann Kirschner- Brouns in diesem Sachbuch. Als Fachärztin beleuchtet sie das Thema mit großem Bezug auf Frauen in 4 aufbauenden Teilen und integriert weitere Experten, sodass der Leser sich auf fundiertes Wissen freuen kann, dass jedoch nicht zu komplex dargestellt wird und mit rund 200 Seiten sehr kompakt bleibt. Im Grunde schlafen wir 100 Tage jedes Jahr und in Relation ist das Thema viel zu wichtig, als dass wir uns auf alte Studien verlassen können, die wiederum nur Männer im Fokus haben. Ihr gelingt es sowohl aufzuklären, was generell guten Schlaf ausmacht, Mythen aus dem Weg zu räumen und zum Ende hin mit praktischen Tipps eine Anleitung zu geben, was wir alles bedenken müssen, was helfen, unterstützen kann und wovon wir lieber die Finger lassen. Dabei ist es kein Fingerzeig, sondern eher eine Auflistung von Optionen, denn das Thema bleibt subjektiv, es gibt nicht den einen stringenten Leitfaden.


Für mich ein toller Rundumschlag zum Thema Schlaf mit viel neuem Wissen und für mich einem gestärktem Bewusstsein, dass guter Schlaf weiterhin auf meiner Prioritätenliste ganz weit oben rangiert. Jetzt sogar noch mehr wissenschaftlich untermauert, weil wir Frauen durch die Mehrfachbelastung erst Recht darauf achten müssen.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Lichtspiel

The Artist
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Das ist es doch, was jeder Künstler einfangen will, die Quintessenz des Lebens, des Seins, der Gefühle- ein Moment für die Ewigkeit und den Betrachter alleine lassen, alles ist offen, es geht nicht um ...

Das ist es doch, was jeder Künstler einfangen will, die Quintessenz des Lebens, des Seins, der Gefühle- ein Moment für die Ewigkeit und den Betrachter alleine lassen, alles ist offen, es geht nicht um Interpretation, sondern das Gefühl, das dich begleitet, wenn Farben aufeinandertreffen, sich an sich schmiegen, harmonieren oder explodieren, ein Gemälde förmlich zerreißen. Das ist Kunst und noch so viel mehr darüber hinaus, alles wirkt jedoch anders im Spiel des Lichts, manches ist nicht wie es scheint und oft sehen wir nur das, was wir sehen wollen und nicht das, was sich gerade vor unseren Augen abspielt.


Édouard Tartuffe, genannt Tata, ist einer jener Meister der Kunst, die das 19-20 Jhd dominieren, prägen und Formen, steht er doch in einer Reihe mit seinem Mentor Cézanne. Er bleibt aber unerreichbar, hat sich vor Jahren zurückgezogen und lebt mit seiner Nichte Ettie in der französischen Provinz in einem alten Bauernhaus. Joseph Adelaide, Journalist eines Kunstmagazins würde ihn zu gerne interviewen und wagt einen mutigen Vorstoß, der tatsächlich belohnt wird. Doch als er auf Tata und seine Nichte trifft und das Leben der beiden und das Wirken von Tata begleitet, verändert sich mehr, als nur seine Sicht auf die Kunst.


Der Roman liest sich sehr flüssig, leicht, ist voller Farbe und Nuancen, voller Gefühl und Emotionen. Kunst und die Werke von Tata sind nur ein Teil der Handlung aber darüber hinaus schafft es die Autorin, den Protagonisten eine wunderschöne, bildliche Tiefe zu geben, die das Ganze komplexer gestaltet, die Bindung zum Leser fördert und so real wird. Man hat das Gefühl, zeitweise Teil der Dreierkonstellation zu sein, neben Tata im Atelier zu stehen und zu sehen, wie er das Licht einfängt und in Farbe und Form verwandelt, seine Pinsel über die Leinwand kratzen, wie Joseph sich mit sich selbst auseinandersetzt, aber auch mit der Kunst und der Persönlichkeit Tatas und auch Etti ist ein besonderer Charakter, der sich immer weiter entwickelt und dadurch so besonders ist. Die Autorin schafft es, in ihrem Debüt eine wunderbare Symbiose aus Kunst, dem Leben und der Liebe zu schaffen, die ihresgleichen sucht. Die Handlung plätschert nie nur dahin, sondern verfolgt ein klares Ziel, wandelt sich und ist zu teilen auch überraschend. Eine Empfehlung für alle, die selbst eine Verbindung zur Kunst spüren, die gerne Charaktere in ihrer Entwicklung begleiten und sich verzaubern lassen wollen von der Schönheit der Provence der Zwanzigerjahre. Für mich ein klares Lesehighlight des Sommers 2026.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Tief, Tiefer, Flynn

Verlorene Schäfchen
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Habe ich diese Geschichte erwartet? Um ehrlich zu sein: Nein. Alles, was diesen Roman so besonders und speziell macht, hätten sich meine Gedanken nicht erträumen lassen. Die Abgründe so tief, der Humor ...

Habe ich diese Geschichte erwartet? Um ehrlich zu sein: Nein. Alles, was diesen Roman so besonders und speziell macht, hätten sich meine Gedanken nicht erträumen lassen. Die Abgründe so tief, der Humor so schwarz, die Figuren dermaßen skurril und die Geschichte somit eine einzige Regenbogen-Farbexplosion von ineinander greifenden Handlungen- das habe ich selten erlebt. Überspitzt dargestellt trifft es dabei dennoch den Nerv der Zeit, eine Welt, die von einer absurden Nachricht zur nächsten trudelt in noch nie dagewesenem Umfang.

Die Familie Flynn könnte eigentlich aus der Schublade der klassischen Familienkonstellationen gezogen werden: Vater, Mutter, 3 Mädchen leben zusammen in einem Haus im amerikanischen Nirgendwo und eigentlich nicht weiter spannend. Wäre da nicht Mutter Catherine, die sich einseitig entscheidet eine offene Ehe zu führen, Vater Bud, der von diesem Moment an mehr Zeit in seinem Auto verbringt, also irgendwo sonst. Und natürlich die drei Mädchen- Abigail verliebt sich in Kriegsverbrecher-Wes, Louise kämpft gegen ihre Unsichtbarkeit im Leben und gerät Online in dubiose Kreise und dann ist da noch Harper. Sie merkt schnell, dass in dieser Kleinstadt nicht alles nach Plan läuft und der hiesige Milliardär daran einen großen Anteil hat, aber wer glaubt schon einem kleinen, cleveren Mädchen?

Ein Roman, der seinesgleichen sucht, speziell, dabei trotzdem ansprechend leicht geschrieben, überraschend, und zwar komplett unerwartet. Mich hat der Roman überzeugt, gerade die Mischung aus Melancholie und Komik, sowie die wirklich spannend gezeichneten Figuren mit ihren sehr individuellen Geschichten bleiben mir besonders im Gedächtnis. Eine Empfehlung für alle, die sich gerne auf besondere Lektüren einlassen, die es mit einem Zwinkern im Auge zu lesen gilt.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Die eine Liebe

Fast ein Leben
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Es gibt sie noch, diese eine Begegnung, die alles verändert, der Kuss, der sich anfühlt, als wäre er nicht von dieser Welt, eine Berührung, die alles vorherige in den Schatten stellt. Und mit alledem der ...

Es gibt sie noch, diese eine Begegnung, die alles verändert, der Kuss, der sich anfühlt, als wäre er nicht von dieser Welt, eine Berührung, die alles vorherige in den Schatten stellt. Und mit alledem der Mensch, der dein Leben in eine neue Richtung katapultiert. Neue Wege, neue Türen und neue Möglichkeiten und dafür reicht ein Moment, um alles bisherige zu hinterfragen.

So fühlt es sich auch für Laure und Erica an, die sich in einem schicksalhaften Sommer in Paris kennenlernen, sich Hals über Kopf in diese Affäre stürzen, von der sie die Tragweite, das Ausmaß über die kommenden Jahre und Jahrzehnte gar nicht absehen können. Zwischen Liebe, Eifersucht, Spannung, Wut und Zuneigung begegnen sie sich immer wieder und alles verändert sich, aber gleichzeitig auch nichts.

Diese Geschichte ist wirklich berührend schön geschrieben, hat mich über die 500 Seiten gefesselt und mitfiebern lassen. Sie hat mich emotional mitgenommen und gleichzeitig abgestoßen, mich hoffen und bangen lassen und zum Schluss bleibt die große Frage des Lebens zurück, ob die Variante, für die wir uns entschieden haben, die beste ist, die wir hätten leben können. Unerwartet haben mich diverse Passagen erwischt und es hallt definitiv nach, lässt mich mit den eigenen Gedanken zurück. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten über die Liebe mögen, die so tiefsinnig sind, dass sie uns über ein Leben hinweg begleiten.

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