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Veröffentlicht am 22.06.2026

Das perfekte Sommerbuch

Little Hollywood
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Ihr sucht den perfekten Coming-of-Age-Roman für diesen Sommer? Bitte sehr: "Little Hollywood" hat mich überzeugt und mir meine Lesefreude zurückgebracht. Ich wurde mitten in die 90er katapultiert. Die ...

Ihr sucht den perfekten Coming-of-Age-Roman für diesen Sommer? Bitte sehr: "Little Hollywood" hat mich überzeugt und mir meine Lesefreude zurückgebracht. Ich wurde mitten in die 90er katapultiert. Die guten, alten Zeiten, in denen es noch kein Social Media gab, sondern Post-it-Zettel. Telefonzellen und Videotheken. Die Zeiten von Abi. Erster Liebe. Erstem Herzschmerz. Familienkonflikten. Der kalte Sprung ins Erwachsensein. Zukunftsentscheidungen, die getroffen werden müssen. Das echte Leben eben. Es ist Inga Hankas Debütroman, die laut Verlagsinfo ursprünglich aus dem Medienbereich kommt, später Workshops zu kreativen Schreibtechniken anbot und nun selbst schreibt und gemeinsam mit ihrem Mann eine Gärtnerei betreibt. Sehr sympathisch.
 
"Little Hollywood" ist eine Videothek in einer kleinen Stadt, die Dreh- und Angelpunkt für unsere Protagonistn Leonie, kurz Leo, geworden ist. Eine kleiner Zufluchtsort inmitten des Chaos, das sich Leben nennt. Neben all den Dramen, die Leos Leben bestimmen, ist da Jo. Zwischen den beiden entwickelt sich etwas Besonderes. Was genau das ist, dürfen wir herausfinden. Leo sucht das Gefühl von Freiheit. Die Abgrenzung von ihrem gewalttätigen Vater "Ahlo" und ihrer kaputten Mutter. Ihren Platz im Leben. Die Liebe. Wir begleiten Leo einen Sommer lang. Wird sie all das finden?
 
Ich mag den Schreibstil, der Roman las sich so leicht. Auch wenn es emotional oft schwer war für Leonie. Ihr Gefühlsleben können wohl viele von uns vermutlich sehr gut nachvollziehen Das offene Ende war genau richtig. Irgendwie wird doch immer alles gut. Oder? 

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein ganz wunderbarer Roman

Altes Land
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Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen ...

Dieser Roman stand schon lange ungelesen in meinem Bücherregal. Als ich die Buchauswahl für unseren Buchclub in Bergen auf Rügen getroffen habe, kam es spontan mit auf die Leseliste. Bereits 2015 erschienen wurde es endlich Zeit dafür. Fazit: "Altes Land" las sich so gut und war perfekt geeignet für unsere April-Runde. Die 1,5 Stunden Austausch vergingen wie im Flug.

Dörte Hansen erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte der Frauen Vera Eckhoff und ihrer Nichte Anne. Beide verlieren ihren Halt, ihr Zuhause - aus ganz unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Lebzeiten. Beide finden nach großen Startschwierigkeiten ihre neue Heimat in einem Bauernhaus im Alten Land. Vera kommt zu Kriegszeiten als Flüchtling mit ihrer Mutter aus Ostpreußen und erbt später als adoptiertes Kind das Bauernhaus. Richtiger Teil der Dorfgemeinschaft wird sie nie. Jahrzehnte später flieht Anne aus Hamburg, genau dorthin - vor dem Betrug ihres Partners und Vater ihrer Kinder, vor der Großstadt, vor ihrem eingestürzten Leben. Beide sind grundverschieden und doch entsteht Stück für Stück ein zartes Band. Eine Familie. Ein Neuanfang.

Ich mochte vieles an diesem Buch. Die Beschreibungen des Alten Landes, die sehr authentisch erscheinen - Dörte Hansen lebt dort seit vielen Jahren und das habe ich in jeder Zeile gespürt. Ich fand Themen wie Flucht, Heimatlosigkeit oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft in all ihren Facetten ganz wunderbar erzählt. Feinfühlig und gleichzeitig trocken, aber dennoch mit einer großen Prise Humor. Die Hauptcharaktere sind ehrlich, glaubwürdig. Die Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls berichtet wird, machen die Geschichte rund. Anschaulich. Mehrdimensional. Und am Ende hat mich sehr berührt, wie sich Vera und Anne annähern. Wie sich Stück für Stück ihr Leben wandelt. Wie sagt man so schön? Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Liest sich leicht, obwohl es eigentlich schwere Kost ist

Salto
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Mit dem neuen Buch von Kurt Prödel habe ich genau ins Schwarze getroffen, den Roman mochte ich sehr gern. Ich LIEBE seinen Schreibstil.

"Salto" ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman rund ums Erwachsenwerden ...

Mit dem neuen Buch von Kurt Prödel habe ich genau ins Schwarze getroffen, den Roman mochte ich sehr gern. Ich LIEBE seinen Schreibstil.

"Salto" ist ein klassischer Coming-of-Age-Roman rund ums Erwachsenwerden und die erste große Liebe. Auch Marko muss nach dem Abitur seinen Weg finden. Leider überschneidet er sich nicht mit dem seiner Jugendfreundin Claire. Um Medizin studieren zu können, muss er nach Ungarn gehen. Raus aus der grauen Platte. Arzt werden. Darauf hat er hingearbeitet. War Jahrgangsbester. Sein größter Wunsch. Oder doch nicht? Wer ist er eigentlich und wer will er werden? Claire dagegen möchte nach München. Nach dem Schulabschluss entfernen sich beide voneinander. Verlieren die Kontrolle über ihre Leben. Jeder auf seine Weise. Welche Stolpersteine die beiden überwinden müssen und wie ihr Leben weitergeht, erfahrt ihr im Roman.

Es geht um Abschied, Krankheiten, Scheitern... ein sehr melancholischer Roman. Und trotzdem hat er mich ins Herz getroffen. Mitten aus dem Leben. Liest sich leicht, obwohl es eigentlich schwere Kost ist.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Definitiv ein Geheimtipp

Aura
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Phia Quantius kennen einige vielleicht eher als Social Media-Persönlichkeit, Model oder Freundin von Malte Zierden. Ich war ehrlich gesagt zunächst skeptisch, als ich bei meiner Recherche für den Bibliotheksbestand ...

Phia Quantius kennen einige vielleicht eher als Social Media-Persönlichkeit, Model oder Freundin von Malte Zierden. Ich war ehrlich gesagt zunächst skeptisch, als ich bei meiner Recherche für den Bibliotheksbestand auf ihren Roman "Aura" gestoßen bin. Erst dachte ich, es sei ein Sachbuch, da ich um ihre Migräne und ihre (wichtige!) Aufklärungsarbeit zu dieser Krankheit wusste. Eins vorweg: Die Thematik spielt auch eine Rolle in ihrem Roman. Es handelt sich jedoch um eine fiktive Geschichte, die eine hochgradig toxische und manipulative Beziehung in den Mittelpunkt rückt. Inhalt und Thematik haben mich letztlich überzeugt und es wurde bestellt.

Es wird die Geschichte von Esme erzählt, die versucht Studium, Arbeit und ihren Alltag mit Hund und Migräne zu wuppen. Als sie Jasper kennenlernt, ändert sich ihr Leben schleichend, aber nachhaltig. Sie bemerkt die kleinen, feinen Manipulationen und Ungerechtigkeiten, wischt sie jedoch beiseite und wird immer abhängiger. Und erlebt zudem häusliche Gewalt.

Die Geschichte und Abhängigkeit baut sich langsam auf und wird sehr gut erzählt. Wer keine Berührungspunkte mit Narzissmus oder toxischen Beziehungen hatte, wird es spätestens beim Lesen zu 100 Prozent checken, wie das psychische Spielchen läuft. Und wer es kennt, wird oft vergleichen und sich zwischen Kopfnicken und Kopfschütteln kaum entscheiden können. Kurz vor Ende gibt es eine unvorhersehbare Wendung. Sie ist außergewöhnlich, aber gleichzeitig spannend und irgendwie neu und erfrischend.

Der Roman "Aura" ist definitiv ein Geheimtipp und wird leider kaum besprochen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Toller sozialkritischer Roman

Achtzehnter Stock
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Oh ja, diesen Roman mochte ich sehr. Ein schmales Buch mit kurzen Kapiteln und einem großartigen Schreibstil, der perfekt zur Story und zum Setting passt. Dicke Empfehlung schon einmal vorweg.

Wanda ist ...

Oh ja, diesen Roman mochte ich sehr. Ein schmales Buch mit kurzen Kapiteln und einem großartigen Schreibstil, der perfekt zur Story und zum Setting passt. Dicke Empfehlung schon einmal vorweg.

Wanda ist Schauspielerin. Leider nicht besonders erfolgreich. Das Geld ist mehr als knapp. Sie ist alleinerziehend. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Karlie lebt sie im achtzehnten Stock eines schäbigen Plattenbaus. Sie schlägt sich irgendwie durch. Doch die Luft wird immer knapper. Die Existenzangst wird allgegenwärtig.

Gleichzeitig hat Wanda einen Traum: als Schauspielerin erfolgreich arbeiten und so ihrem alten Leben entfliehen zu können. Plötzlich erhält sie ein verlockendes Angebot und DIE große Chance in der glamourösen Filmbranche. Sie beginnt einen Drahtseilakt zwischen Traum und Wirklichkeit. Zwischen Luftschlössern und Mutterrolle. Zwischen Sehnsucht und Herkunft. Wie viel setzt sie auf's Spiel? Wie weit geht sie?

Ohne zu viel zu spoilern: Das Ende der Geschichte ist ein wenig Hollywood-reif. Aber hej, irgendwie auch Balsam für die Leser-Seele. Und absolut wünschenswert für all die Frauen da draußen, die tagtäglich um ihr Überleben und für Gerechtigkeit kämpfen.

Ich finde die Protagonisten und auch die Handlungsorte sehr authentisch beschrieben. Wanda macht definitiv nicht alles richtig und doch kämpft sie sich durch. Die lockere, freche, direkte Art machen die ganze Geschichte rund. Wisst ihr, der Schreibstil macht bei mir einfach so so so viel aus. Sara Gmuer hat mich gekriegt. Ein sozialkritischer Roman, den ihr unbedingt lesen solltet (wenn ihr es ohnehin nicht schon längst getan habt). Ein Roman, der auch zeigt, dass Zuhause eben da ist, wo die Menschen das Herz am richtigen Fleck haben und nicht dort, wo das Geld regiert.

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