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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2026

Wer lügt hier eigentlich?

Weil sie lügt
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Alles beginnt mit dem plötzlichen Verschwinden von Juli, was eine ohnehin schon fragile Familie völlig aus den Angeln hebt. Julis jüngere Schwester Anna weihert sich tatenlos zuzusehen. Sie beginnt, auf ...

Alles beginnt mit dem plötzlichen Verschwinden von Juli, was eine ohnehin schon fragile Familie völlig aus den Angeln hebt. Julis jüngere Schwester Anna weihert sich tatenlos zuzusehen. Sie beginnt, auf eigene Faust in ein Nest voller dunkler Geheimnisse zu stechen.

Caroline Seibt hat so einen tollen, metaphorischen Schreibstil, der gleichzeitig so packend und rasant ist, dass man regelrecht durch die Seiten peitscht. Die Dynamik ist der absolute Wahnsinn, weil wir die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Anna und der Ermittlerin Katharina erleben. Besonders toll waren die super kurzen Kapitel, die immer mit so heftigen Cliffhangern enden, dass man einfach immer weiterlesen muss. Ich habe beim Lesen eine regelrechte Paranoia entwickelt und wirklich jeden Charakter im Buch abwechselnd verdächtigt, weil dort einfach niemand eine weiße Weste hat. Und der finale Plottwist? Absolut genial.

Wenn ich ganz pingelig sein müsste, gab es am Ende ein kleines Rätsel um einen Angriff in einem Wohnwagen, das für mich nicht ganz aufgelöst wurde, aber das verblasst komplett neben diesem genialen Finale.

Mein Fazit ist deshalb eine ganz dicke Liebeserklärung an dieses Buch, denn es ist für mich ein absolutes Jahreshighlight. Es geht von der ersten Seite an so rasant und spannend los, dass es der absolute Endgegner für jede Leseflaute ist. Wenn ihr Psychothriller liebt, die euch emotional komplett zerlegen und bis zum Schluss im Dunkeln tappen lassen, dann ist dieses Buch ein absolutes Muss für euer Bücherregal.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Kopenhagen im Sommer, zwei Menschen die sich nicht ausstehen können und eine Geschichte die so viel mehr ist als eine klassische Lovestory.

Copenhagen Cinnamon 2. Gorgeous
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Freja kommt aus einer reichen, angesehenen Familie, trägt eine perfekte Maske nach außen und funktioniert im Job, für die Eltern, für alle. Nicolaj hat sich alles im Leben erkämpft, wirkt auf den ersten ...

Freja kommt aus einer reichen, angesehenen Familie, trägt eine perfekte Maske nach außen und funktioniert im Job, für die Eltern, für alle. Nicolaj hat sich alles im Leben erkämpft, wirkt auf den ersten Blick rau und wird aufgrund seiner Optik schnell in eine Schublade gesteckt. Die beiden können sich vom ersten Moment an nicht ausstehen. Und dann müssen sie wegen ihrer Freunde den ganzen Sommer miteinander verbringen. Was könnte da schon schiefgehen?

Was mich von Anfang an gepackt hat, ist die Dynamik zwischen den beiden. Der Schlagabtausch ist witzig und macht einfach unfassbar viel Spaß zu lesen. Aber irgendwann merkt man als Leserin, dass da unter all den Sticheleien so viel mehr steckt, und genau das hat dieses Buch für mich zu etwas Besonderem gemacht. Es ist kein klassisches Enemies-to-Lovers wo man einfach nur auf den ersten Kuss wartet. Der Fokus liegt lange auf Frejas Selbstfindung, darauf wie sie langsam lernt die Maske fallen zu lassen, und Nicolaj spielt dabei eine Rolle die ich so nicht erwartet hätte. Das ist slow burn auf die schönste Art.
Das Kopenhagen-Setting ist außerdem ein absoluter Traum. Man fühlt sich beim Lesen sofort in den Sommer versetzt, die Atmosphäre ist so lebendig und wohlig beschrieben dass man am liebsten selbst Teil dieser Freundesgruppe wäre.

Wenn ich etwas anmerken müsste, dann dass man Band 1 der Reihe kennen sollte bevor man hier einsteigt. Die Bücher sind zwar in sich abgeschlossen, aber es macht einfach mehr Sinn und Spaß wenn man die Vorgeschichte der Clique bereits kennt.

Für wen ist dieses Buch? Für alle die Enemies-to-Lovers lieben, die auf skandinavisches Flair stehen und die eine Geschichte suchen die nicht nur unterhält sondern auch ein bisschen was mit einem macht.

Für mich ein absolutes Jahreshighlight und eine Reihe die ich von Herzen weiterempfehle 💖

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Tränenreich, bittersüß und absolut herzzereißend

Last Kiss of Summer
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Stellt euch vor, die wichtigste Person in eurem Leben teilt nicht nur eure tiefsten Kindheitserinnerungen, sondern wortwörtlich die Klappen eures alten Herzens. Genau in diesem Gefühlschaos steckt Sera, ...

Stellt euch vor, die wichtigste Person in eurem Leben teilt nicht nur eure tiefsten Kindheitserinnerungen, sondern wortwörtlich die Klappen eures alten Herzens. Genau in diesem Gefühlschaos steckt Sera, die nach zwei verdammt harten, von Krankheit geprägten Jahren endlich zurück nach Cape Cod kehrt, um einfach nur zu leben. Doch der Sommer im idyllischen Küstenstädtchen hält direkt eine emotionale Vollbremsung bereit, denn an jeder Ecke wartet Luke, ihr ehemals bester Freund, die Liebe ihres Lebens und der Junge, den sie nach einem heftigen Korb schweren Herzens geghostet hat. Zwischen salziger Meeresluft, alten Aquarellfarben und dem drückenden Schweigen der Vergangenheit müssen die beiden herausfinden, ob ihre einzigartige Verbindung stark genug ist, um die tiefen Wunden der letzten Jahre zu heilen, während Seras Uhr unbarmherzig tickt.

Ich muss vorab sagen, dass ich mit extrem hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin und mein Herz wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil hat mich von der allerersten Seite an komplett gefesselt, weil er so unglaublich flüssig, leicht und gleichzeitig tiefgründig emotional ist, dass ich das Gefühl hatte, die salzige Luft von Cape Cod selbst einzuatmen. Die Autorin schafft es mit einer unfassbaren Intensität, die Emotionen und die Chemie zwischen Sera und Luke spürbar zu machen, sodass man sich den bittersüßen Momenten einfach nicht entziehen kann und jede Sekunde mitzittert. Besonders gut gefallen haben mir die wunderschönen Kunstmomente und die Perspektivwechsel, die mir geholfen haben, die Zerrissenheit der beiden Protagonisten auf einer ganz tiefen Ebene zu verstehen. Auch dass so wichtige und schwere Themen wie schwere Krankheiten und Organspenden so feinfühlig in die Liebesgeschichte eingewoben wurden, hat mich tief bewegt.

Wenn ich überhaupt ein kleines Tränchen der Kritik vergießen müsste, dann nur darüber, dass manche Missverständnisse zwischen den beiden mich beim Lesen fast wahnsinnig gemacht haben, weil ich sie am liebsten geschüttelt hätte, aber genau das macht ein gutes Buch eben aus, man leidet einfach hautnah mit.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Jahreshighlight und ein definitives MustRead für alle, die Geschichten über die erste große Liebe, Hoffnung und das bewusste Leben im Hier und Jetzt lieben. Es ist der perfekte Begleiter für einen emotionalen Sad Girl Summer, der einen mit einem absolut bittersüßen Gefühl entlässt und zeigt, wie unendlich kostbar jede gemeinsame Minute ist.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Fitzek weiß einfach wie man Leser quält

Die Therapie
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"Die Therapie" war für mich genau diese Art von Thriller, bei der man irgendwann komplett den Bezug zur Realität verliert und wirklich niemandem mehr vertraut. Die Geschichte beginnt damit, dass die Tochter ...

"Die Therapie" war für mich genau diese Art von Thriller, bei der man irgendwann komplett den Bezug zur Realität verliert und wirklich niemandem mehr vertraut. Die Geschichte beginnt damit, dass die Tochter eines bekannten Psychiaters plötzlich spurlos verschwindet. Vier Jahre später lebt er komplett zurückgezogen auf einer Insel, bis plötzlich eine mysteriöse Frau auftaucht, die behauptet, Visionen von einem Mädchen zu haben, das exakt dieselben Symptome zeigt wie seine verschwundene Tochter damals. Und ab diesem Punkt wird einfach alles nur noch krank im besten Sinne. Man denkt die ganze Zeit, man hätte endlich verstanden, was passiert und zwei Seiten später zweifelt man wieder komplett an allem. Dieses Buch spielt so extrem mit Wahrnehmung, Wahrheit und Psyche, dass ich beim Lesen irgendwann wirklich das Gefühl hatte, selbst langsam verrückt zu werden.

Was ich an Fitzek einfach liebe, ist dieses Tempo. Es gibt keine unnötigen Längen, kein ewiges Drumherumgerede. Man fliegt wirklich durch die Kapitel und braucht dauerhaft Antworten. Besonders die Atmosphäre fand ich unfassbar gut gemacht. Diese abgelegene Insel, die Einsamkeit, diese unterschwellige Beklemmung und dann ständig neue Fragen statt Antworten. Ich war komplett gefangen in dieser Story. Auch die Gespräche zwischen Viktor und Anna haben mich teilweise richtig fertig gemacht, weil man nie wusste, ob man ihr glauben kann oder ob gerade alles komplett manipuliert wird. Genau dieses Gefühl macht das Buch so stark. Und dieses Ende...ich saß danach wirklich erstmal sprachlos da, weil Fitzek es mal wieder geschafft hat, alles komplett auseinanderzunehmen.

Was man aber mögen muss, ist dieses extreme Psychospiel. Wenn man Thriller liebt, die realistisch und ruhig aufgebaut sind, könnte "Die Therapie" vielleicht etwas zu überdreht wirken. Manche Wendungen sind schon sehr dramatisch und man muss sich einfach darauf einlassen, ständig verwirrt zu werden. Ich persönlich liebe aber genau das.

Für mich ist "Die Therapie" definitiv eines der Bücher, die man am liebsten blind lesen sollte, ohne sich vorher spoilern zu lassen. Es ist spannend, düster, manipulativ und einfach typisch Fitzek auf die beste Art. Wenn man psychologische Thriller liebt, bei denen man wirklich bis zur letzten Seite rätselt und danach erstmal alles hinterfragt, dann ist das hier ein absolutes Must Read.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wenn das Herz die falsche Abzweigung nimmt

The Night We Met
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Hach Abby, was machst du nur mit meinem Herzen? Ich sitze hier gerade mit einer leeren Packung Taschentücher und versuche zu begreifen, wie ein einzelnes Buch mich gleichzeitig so zum Lachen bringen und ...

Hach Abby, was machst du nur mit meinem Herzen? Ich sitze hier gerade mit einer leeren Packung Taschentücher und versuche zu begreifen, wie ein einzelnes Buch mich gleichzeitig so zum Lachen bringen und dann wieder komplett in tausend Teile zerlegen konnte.

In "The Night We Met" geht es um diesen einen, winzigen Moment, der einfach alles verändert.
Stellt euch vor, ihr steht nach einem Konzert da und müsst euch entscheiden, bei wem ihr ins Auto steigt. Larissa entscheidet sich für Mike, sie werden ein Paar, und eigentlich scheint alles okay zu sein. Aber da ist eben auch Chris, Mikes bester Freund. Und je mehr Zeit vergeht, desto lauter wird dieses quälende "Was wäre wenn" in ihrem Kopf. Es ist die Geschichte einer Liebe, die eigentlich gar nicht sein darf, und von der schmerzhaften Erkenntnis, dass man die falsche Abzweigung genommen hat, während das Leben unaufhaltsam weiterrollt.

Was mich an diesem Buch so unfassbar abgeholt hat, ist diese Ehrlichkeit. Das ist keine glattpolierte Liebesgeschichte, sondern sie ist "messy", kompliziert und tut manchmal richtig weh.
Abby Jimenez schreibt Charaktere, die sich so echt anfühlen, dass man sie am liebsten an den Schultern schütteln oder ganz fest in den Arm nehmen möchte. Besonders Chris hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bekommen. Die Art, wie er Larissa sieht, wie er sie wertschätzt und beschützt, das ist pures Gänsehaut-Material. Ich habe so sehr mitgelitten, als ich gesehen habe, wie diese jahrelange Freundschaft zwischen Mike und Chris Risse bekommt, weil sich das Leben und die Gefühle dazwischenschieben.
Die Autorin schafft es meisterhaft, diese zuckersüßen, fast magischen Momente mit richtig harten Themen wie toxischen Beziehungen, Depressionen und finanziellen Sorgen zu verweben, ohne dass es sich deplatziert anfühlt. Man lacht über die typischen, humorvollen Abby-Anekdoten und im nächsten Moment schnürt es einem die Kehle zu, weil die Panikattacken oder die Alkoholsucht so greifbar und respektvoll thematisiert werden.

Wenn ich überhaupt etwas kritisieren müsste, dann vielleicht nur, dass mein Herz am Ende so strapaziert war, dass ich zwischendurch kurz eine Pause brauchte, um wieder durchzuatmen. Es ist definitiv kein Buch für zwischendurch, man muss bereit sein, sich emotional voll darauf einzulassen.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und ein Must-read. Wer Geschichten liebt, in denen es um echte Menschen mit echten Fehlern geht und wer kein Problem damit hat, dass ein Happy End manchmal einen sehr steinigen Weg hat, wird "The Night We Met" lieben. Es ist ein wunderschönes, trauriges und hoffnungsvolles Buch darüber, dass es nie zu spät ist, die richtige Entscheidung zu treffen, auch wenn man zuerst die falsche genommen hat. Bitte lest es, aber haltet die Taschentücher bereit, ihr werdet sie brauchen.

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