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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2026

Ein fesselndes Aufbäumen im ewigen Eis

Wings of Ash 2. Flammender Verrat
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Mit dem zweiten Band ihrer Dilogie gelingt Jana Schikorra ein fantastischer Abschluss, der mich tief bewegt zurücklässt. Die Geschichte um das Schicksal Nascarnias wird nahtlos fortgeführt. Während der ...

Mit dem zweiten Band ihrer Dilogie gelingt Jana Schikorra ein fantastischer Abschluss, der mich tief bewegt zurücklässt. Die Geschichte um das Schicksal Nascarnias wird nahtlos fortgeführt. Während der Einstieg durch die Fülle an Details anfangs etwas Konzentration verlangt, entfaltet sich schnell eine packende Dynamik. Im Zentrum steht die Zerrissenheit von Gylda, deren Bindung zu Neven nach den jüngsten Offenbarungen von tiefen Rissen gezeichnet ist. Dieses fragile Geflecht aus schwindendem Vertrauen und der permanenten Bedrohung durch den Winterkönig verleiht der Handlung eine enorme psychologische Tiefe. Zwischen politischen Intrigen gewinnen die Figuren spürbar an Reife, auch wenn manche Nebencharaktere im Schatten der Hauptakteure etwas blass bleiben.

Schikorras Schreibstil ist dabei das wahre Highlight. Sie erschafft eine unglaublich lebendige Kulisse: Die majestätischen Drachen werden in ihrer Anatomie und ihrem Wesen so präzise skizziert, dass das Kopfkino sofort anspringt. Die Balance aus rasanten Luftkämpfen und intimen, verletzlichen Momenten sorgt für einen flüssigen Lesefluss, der im letzten Drittel in einen regelrechten Pageturner übergeht. Das Finale bricht einem förmlich das Herz – die bittersüßen Tränen am Ende zeugen von der emotionalen Wucht der Erzählung. Ein dritter Band wäre ein absoluter Traum, um dieses schmerzhafte, aber konsequente Ende irgendwie zu heilen. Ein echtes Must-Read!

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Zwischen Staub und Meeresbrise: Ein verflucht gutes Leseerlebnis

Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
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Man nehme eine royale Pflichtlektüre, injiziere eine kräftige Dosis Seemannsgarn und verorte das Ganze an einem Ort, der nach altem Papier duftet: Amy Coombe serviert mit ihrem Werk eine erfrischend unkonventionelle ...

Man nehme eine royale Pflichtlektüre, injiziere eine kräftige Dosis Seemannsgarn und verorte das Ganze an einem Ort, der nach altem Papier duftet: Amy Coombe serviert mit ihrem Werk eine erfrischend unkonventionelle Mischung, die abseits klassischer Epik funktioniert. Im Fokus steht Tandy, die unfreiwillig zur permanenten Inventarnummer einer Buchhandlung wird. Dieses Szenario bricht wunderbar mit den typischen, glitzernden Palastklischees und verlagert das Abenteuer auf engsten, aber magisch aufgeladenen Raum.

Der sprachliche Tonfall der Autorin trägt maßgeblich dazu bei, dass man mühelos in diese Welt eintaucht. Coombe schreibt angenehm flüssig und beweist ein feines Gespür für feinsinnige Nuancen, ohne sich in endlosen Erklärungen zu verlieren. Ihr Stil balanciert gekonnt auf dem Grat zwischen augenzwinkernder Märchenparodie und echter Emotionalität.

Die Interaktion zwischen der pflichtbewussten Thronfolgerin und dem schlagfertigen Seeräuber Bash bildet das emotionale Triebwerk. Hier fliegen die verbalen Giftpfeile ebenso tief wie die Funken, wobei die Romantik erfreulich subtil bleibt und der Charakterentwicklung den Vortritt lässt. Es geht im Kern um das Abschütteln fremder Erwartungen. Einzig das Erzähltempo verliert im Mittelteil, bedingt durch das recht stationäre Setting, etwas an Fahrt – ein paar zusätzliche dynamische Spitzen hätten dem Spannungsbogen gutgetan. Dennoch bietet dieses charmant-skurrile Abenteuer eine gelungene Zuflucht für alle, die charakterfokussierte Phantastik mit einer Prise Humor schätzen.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wenn der nackte Wahnsinn System hat

Carl's Doomsday Scenario
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Nach dem grandiosen Einstieg in diese völlig abgedrehte Welt beweist Matt Dinniman mit dem Folgeband, dass er das Niveau nicht nur halten, sondern die Schraube des Wahnsinns noch ein gewaltiges Stück weiterdrehen ...

Nach dem grandiosen Einstieg in diese völlig abgedrehte Welt beweist Matt Dinniman mit dem Folgeband, dass er das Niveau nicht nur halten, sondern die Schraube des Wahnsinns noch ein gewaltiges Stück weiterdrehen kann. Die Geschichte wirft uns ohne Atempause zurück in die mörderische Reality-Show der Aliens. Carl und seine exzentrische Katze Princess Donut müssen sich auf der nächsten Ebene beweisen, die mit postapokalyptischen Ruinen und einem albtraumhaften Zirkus aufwartet. Dabei gewinnt das Szenario spürbar an Tiefe: Es geht längst nicht mehr bloß ums nackte Überleben und das Sammeln von Beute, sondern die politischen Verstrickungen im Hintergrund und das perfide System hinter den Kulissen werden immer deutlicher spürbar. Die Handlung bleibt durchgehend unvorhersehbar und packend konstruiert.

Dinnimans Schreibstil ist hierbei der absolute Motor des Ganzen. Er schreibt unglaublich dynamisch, direkt und verzichtet komplett auf unnötigen Ballast. Seine Wortwahl balanciert perfekt auf dem schmalen Grat zwischen bitterbösem, tiefschwarzem Humor, blutiger Action und unerwartet emotionalen Momenten. Die Dialoge – insbesondere die genialen Wortgefechte zwischen dem pragmatischen Carl und der herrlich arroganten Donut – sind pointiert gesetzt und sprühen vor Slapstick. Auch die deutsche Übersetzung transportiert diesen speziellen, rotzigen Tonfall hervorragend. Ein absolut fesselndes Leseerlebnis, das süchtig macht und einen ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Schatten über St. Ives: Wenn Liebe auf gefährliche Geheimnisse trifft

Queens Cartel (Band 2) - With All Your Fears
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Wenn ein Buch es schafft, dass man die Welt um sich herum vergisst, hat die Autorin alles richtig gemacht. Genau das gelingt Anne Lück mit dem zweiten Teil ihrer Reihe. Sie entführt uns zurück in das Küstenstädtchen ...

Wenn ein Buch es schafft, dass man die Welt um sich herum vergisst, hat die Autorin alles richtig gemacht. Genau das gelingt Anne Lück mit dem zweiten Teil ihrer Reihe. Sie entführt uns zurück in das Küstenstädtchen St. Ives, das von finsteren Schatten beherrscht wird. Nach einem schweren Schicksalsschlag kehrt Jenna heim – und läuft direkt in die Arme ihrer einstigen großen Liebe Ira. Doch die Vergangenheit wirft tiefe Schatten, und das berüchtigte Syndikat hält die Fäden fest in der Hand.

Was mich besonders abgeholt hat, ist das sprachliche Talent der Autorin. Ihr Stil greift sofort nach einem; er besitzt eine unheimliche Leichtigkeit, transportiert aber gleichzeitig eine spürbare, fast greifbare Schwere. Die Worte fließen ungezwungen, wodurch ein enormer Sog entsteht. Anne Lück verzichtet auf Längen und setzt stattdessen auf eine dichte, atmosphärische Schilderung der Kulisse. Man spürt das unterschwellige Unbehagen, das über der Stadt liegt.

Die Handlung verwebt die schmerzhafte Annäherung zweier verletzter Seelen geschickt mit einem packenden Kriminalfall um verschwundene Menschen. Das Versteckspiel, die unausgesprochenen Vorwürfe und der ausgeprägte Beschützerinstinkt von Ira verleihen der Story eine permanente emotionale Elektrizität. Die Mischung aus Herzschmerz und kriminellen Machenschaften ist hervorragend ausbalanciert, wobei die Bedrohung spürbar im Hintergrund brodelt. Spätestens die finale Wendung zieht einem dann völlig den Boden unter den Füßen weg. Ein packendes Highlight für alle Suspense-Fans!

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Vom Nachbarschaftskrieg zum Herzklopfen: Ein fesselndes Finale

Untold Love (Unwritten, Bd. 3)
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Wenn das Leben dir Zitronen gibt, macht Charlotte Collins daraus erst mal eine mittelschwere Existenzkrise. Zwischen Job-Sorgen und Liebesflaute zieht zu allem Überfluss auch noch ein unverschämt lauter ...

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, macht Charlotte Collins daraus erst mal eine mittelschwere Existenzkrise. Zwischen Job-Sorgen und Liebesflaute zieht zu allem Überfluss auch noch ein unverschämt lauter Nachbar nebenan ein. Dass sich hinter dem Lärm der gefeierte Rockstar Jae Seo verbirgt, ahnt sie da noch nicht. Ehe sie sich versieht, steckt sie mit ihm in einer vorgetäuschten Verlobung fest, die das mediale Rampenlicht auf ihre eigene, gut behütete Vergangenheit lenkt.

Teresa Sporrer beweist in diesem Band wieder einmal ihr Talent für emotionale Leichtigkeit. Die Geschichte wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, wodurch man sich sofort in die Gefühlswelt der Figuren hineinversetzt fühlt. Sporrers Erzählweise ist lebendig, modern und von einem herrlich erfrischenden Humor geprägt – popkulturelle Anspielungen inklusive. Sie schafft es mühelos, ernste und tiefgründige Themen feinfühlig zu integrieren, ohne dass die Story ihre charakteristische Spritzigkeit verliert.

Die Liebeserklärung an das Buchnerd-Dasein zieht sich durch Charlottes wunderbar nahbare Persönlichkeit. Jae bricht als verantwortungsbewusster Familienmensch jedes klassische Bad-Boy-Klischee auf. Die Chemie zwischen den beiden sprüht von der ersten Seite an vor spürbarer Knisterspannung.

Zusammen mit den geliebten Gesichtern der Vorgängerbände liefert dieses Buch ein absolut rundes, herzerwärmendes Finale. Ein echtes Wohlfühlbuch mit der perfekten Balance aus Lachern und Tränen.

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