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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2024

Gut gemacht

Die Erlöser
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Die Geschichte beginnt sofort spannend und bleibt das auch konstant durchgehend. Ich bin sofort mit Siram ins Habitat gezogen, fühlte mich in Welt und Setting dadurch schnell angekommen und konnte den ...

Die Geschichte beginnt sofort spannend und bleibt das auch konstant durchgehend. Ich bin sofort mit Siram ins Habitat gezogen, fühlte mich in Welt und Setting dadurch schnell angekommen und konnte den Erkundungsdrang von Siram sehr nachvollziehen. Dadurch lernt man auch relativ schnell die Welt und ihre Regeln kennen. Sowie die Erlöser, die bereits ab der ersten Begegnung einen seltsamen Beigeschmack haben. Es zog mich immer weiter durch die Story, der flüssige Schreibstil hat das gut unterstützt. Es gab keine Längen oder Abschweifungen, was mir gut gefallen hat. Neben dem gut durchdachten Setting sind auch die Charaktere gut gelungen und dargestellt. Manch eine Nebenrolle ist vielleicht etwas unscharf skizziert, dies tut der Geschichte aber keinen Abbruch. Die Wendungen sind manchmal vorhersehbar, trotzdem auch hier gut druchdacht und unterhaltsam. Der Schluss ist actionreich und trotz eher offenem Ende, befriedigend.
Kann ich wirklich empfehlen und wie geil ist bitte das Cover?!

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Veröffentlicht am 08.07.2026

🐱📚 Das wahre Drama spielte sich nicht im Newsfeed ab.

Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale verlor
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Sarah sieht in Facebook das Potenzial, die Welt zum Besseren zu verändern, und möchte deshalb unbedingt dort arbeiten. Als ihr dieser Traum gelingt, muss sie jedoch schnell feststellen, dass die Realität ...

Sarah sieht in Facebook das Potenzial, die Welt zum Besseren zu verändern, und möchte deshalb unbedingt dort arbeiten. Als ihr dieser Traum gelingt, muss sie jedoch schnell feststellen, dass die Realität ganz anders aussieht.

Facebook hat sich mir nie wirklich erschlossen, neugierig auf einen Blick hinter die Kulissen war ich aber trotzdem. Und der Hinweis „Zuckerberg will dieses Buch verbieten“ hat meine Neugier natürlich zusätzlich geweckt.

Der Einstieg liest sich angenehm. Sarah erzählt zunächst von sich und ihrem Werdegang, bevor sie ihren Arbeitsalltag bei Facebook beschreibt. So wird schnell deutlich, wie rasant und oft unüberlegt das Unternehmen gewachsen ist.

Richtig spannend wurde es für mich, als ihre Arbeit im politischen Bereich in den Mittelpunkt rückte. Dort wird eindrücklich gezeigt, welche Auswirkungen die Entscheidungen eines Unternehmens wie Facebook haben können – von der Beeinflussung politischer Entwicklungen und Wahlerfolge bis hin zur Verbreitung extremistischer Inhalte. Mehr als einmal saß ich fassungslos da und fragte mich, wie leichtfertig mit dieser Verantwortung umgegangen wurde. Gleichzeitig zeigt sich diese Haltung auch im Umgang mit den Mitarbeitenden. Wer von einer Angestellten in den Wehen verlangt, noch schnell ein Skript fertigzustellen, hat für mich jedes Maß verloren.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich die Autorin selbst. Ihre persönlichen Grenzen werden immer wieder überschritten, ohne dass sie sich lange dagegen wehrt. Außerdem wiederholen sich die Kommentare über das Auftreten von Mark Zuckerberg für meinen Geschmack etwas zu häufig. Ein oder zwei Beispiele hätten hier völlig ausgereicht.

Ein informatives Buch, das viele moralische Fragen aufwirft und mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat. Gerade deshalb kann ich es empfehlen.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Die Quest geht weiter

Drachenmacht
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Die Heldenreise geht weiter – und fühlt sich dieses Mal noch mehr wie eine klassische RPG-Quest an. In diesem Band verfolgt die Gruppe Baron Stoke weiter und reist dabei durch so manches unwirtliche Gebiet, ...

Die Heldenreise geht weiter – und fühlt sich dieses Mal noch mehr wie eine klassische RPG-Quest an. In diesem Band verfolgt die Gruppe Baron Stoke weiter und reist dabei durch so manches unwirtliche Gebiet, ohne ihr Ziel aus den Augen zu verlieren.

Baron Stoke erhält dieses Mal etwas mehr Raum, wodurch man Einblicke in seine Persönlichkeit bekommt. Er ist allerdings ein klassischer Bösewicht, der kaum Graustufen zulässt. Das muss man mögen, denn allzu viel Tiefe bringt seine Figur nicht mit.

Dafür bekommt die Heldentruppe umso mehr Aufmerksamkeit. Die verdienten Erfahrungspunkte wurden offensichtlich gut investiert, denn die Charaktere entwickeln sich spürbar weiter. Besonders die Wurrlinge können mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten überzeugen. Mir hat dabei gefallen, dass die Elfen nicht als allwissend oder allmächtig dargestellt werden, sondern andere Völker ebenfalls ihre Stärken haben.

Die Geschichte fühlte sich für mich wie eine klassische Quest aus einem RPG an: Hierhin reisen, mit einer Figur sprechen, eine Aufgabe erledigen und anschließend das nächste Ziel ansteuern. Genau solche Abenteuer mag ich sehr, weil sie mich an viele ältere Rollenspiele erinnern. Mir ist aber auch bewusst, dass dieser eher klassische Erzählstil heute nicht mehr jeden anspricht.

Besonders gut gefallen hat mir außerdem das neue Setting mit Wüste und Gebirge. Dadurch wirkt die Welt noch einmal deutlich größer und abwechslungsreicher. Die zusätzlichen Stationen auf der Reise lockern die Handlung auf, ohne sie durch unnötige Nebenquests auszubremsen.

Auch wenn manche Entwicklungen vorhersehbar sind, hat mich die Geschichte dennoch gut mitfiebern lassen. Das Ende kam für mich überraschend, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass diese Etappe der Reise bereits dort ihren Abschluss findet. Umso gespannter bin ich, was der dritte Band bereithält.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Schöne Sammlung

Japanische Weisheit
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Ich liebe ja das kleine Reclam-Format. Und mit japanischen Weisheiten bekommt man mich ohnehin sofort.

Nach einer kurzen Einleitung, die einen verständlich in die verschiedenen Glaubensrichtungen Japans ...

Ich liebe ja das kleine Reclam-Format. Und mit japanischen Weisheiten bekommt man mich ohnehin sofort.

Nach einer kurzen Einleitung, die einen verständlich in die verschiedenen Glaubensrichtungen Japans einführt, folgen die Weisheiten thematisch sortiert – unter anderem zu Mensch und Natur, Ruhm und Reichtum oder dem Regieren.

Dadurch deckt das Büchlein viele unterschiedliche Lebensbereiche ab. Manche Weisheiten bestehen aus nur ein oder zwei Sätzen, andere erzählen auf einer halben Seite eine kleine Geschichte. Der jeweilige Verfasser wird ebenfalls genannt, sodass man bei Interesse direkt weiterstöbern kann.

Am liebsten habe ich das Buch nicht von vorne bis hinten gelesen, sondern immer wieder spontan darin geblättert und geschaut, bei welcher Weisheit ich hängen bleibe. Gerade dadurch konnten die einzelnen Texte ihre Wirkung besser entfalten. Viele der Weisheiten wirken erstaunlich zeitlos und beschäftigen einen oft noch eine Weile nach dem Lesen. Liest man alles am Stück, gehen manche Gedanken für mich etwas in der Masse unter.

Ein schönes kleines Büchlein mit einem gelungenen Cover und einer abwechslungsreichen Auswahl an Weisheiten. Perfekt, um immer mal wieder darin zu blättern und sich den einen oder anderen Gedanken mit in den Tag zu nehmen.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Unerwarteter Plottwist

2084
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Kajus lebt im Jahr 2084 – einer futuristischen Welt, in der nahezu jede Form von Kommunikation und Interaktion online stattfindet. Hinter Avataren und Nicknames entstehen Beziehungen, Nähe und Gefühle. ...

Kajus lebt im Jahr 2084 – einer futuristischen Welt, in der nahezu jede Form von Kommunikation und Interaktion online stattfindet. Hinter Avataren und Nicknames entstehen Beziehungen, Nähe und Gefühle. Doch all das fühlt sich anders an als in der analogen Welt.

Auch Kajus hebt sich von den meisten Menschen ab. Er hat mit einem anderen Menschen zusammengelebt und versucht nun, den Verlust und die Trauer nach der Trennung zu verarbeiten. Dabei nimmt Kajus einen mit in eine digitale Welt, die wie ein Deckmantel über der gebeutelten Offline-Welt liegt. Erst nach und nach werden kleine Risse in dieser Fassade sichtbar.

Etwas gewöhnungsbedürftig waren für mich die häufigen Sprünge zwischen den einzelnen Szenen und Handlungssträngen. Gerade zu Beginn haben mich die abrupten Wechsel gelegentlich aus dem Lesefluss gerissen. Mit der Zeit fügt sich das jedoch gut zusammen und verliert seinen störenden Charakter.

Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Themen das Buch aufgreift, ohne dabei überladen zu wirken. Liebe, Verlust, Identität, Digitalisierung, Verantwortung – all das wird ganz selbstverständlich miteinander verwoben. Das Buch streift viele dieser Themen zunächst nur, entfaltet aber nach und nach eine erstaunliche Tiefe. Vieles davon hat mich sogar erst nach dem Lesen richtig beschäftigt.

Nicht jede Frage wird beantwortet. Wie genau es um die Erde steht, bleibt beispielsweise bewusst offen, während andere Aspekte der Welt spannend weitergedacht werden. Einige Wendungen haben mich wirklich überrascht – allen voran das Ende. Der Plot ist hervorragend durchdacht und lädt dazu ein, das gesamte Buch im Nachhinein noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Eine kluge Dystopie, die zum Nachdenken anregt, gleichzeitig spannend unterhält und ihre Anlehnung an 1984 sinnvoll und stimmig nutzt. Für mich eine absolute Empfehlung.

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