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Veröffentlicht am 11.07.2026

Fesselnder Auftakt über die Unberechenbarkeit der Nordsee und der Liebe

Sturmland
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Im Rowohlt Verlag erscheint Miriam Georgs Roman Sturmland, der erste Band der historischen Sturmland-Reihe.

Die Reedertochter Cora flieht aus ihrem fremdbestimmten Leben in Hamburg und nimmt unter falschem ...

Im Rowohlt Verlag erscheint Miriam Georgs Roman Sturmland, der erste Band der historischen Sturmland-Reihe.

Die Reedertochter Cora flieht aus ihrem fremdbestimmten Leben in Hamburg und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Unbedarft bringt sie sich und ihre Schülerin Emmi in Gefahr und wird vom Tagelöhner Onnen gerettet. Beide könnten von ihrer Bildung und Lebensbedingungen kaum unterschiedlicher sein. Onnen hegt ein Gemeinmis, dass ihn immer wieder auf seine Heimatinsel Borkum führt und Cora versucht, ihre Vergangenheit zu verbergen.



Der flüssige und bildhafte Erzählstil Miriam Georgs hat mich durch den Roman fliegen lassen. Sie schafft es, die Figuren mit Leben zu füllen und interessante Wendungen und Schicksalswege einzubauen, die mich gefesselt haben.

Die Geschichte enthält viele Vorkommnisse, die die damalige Zeit und die Lebensumstände verdeutlichen und gleichzeitig auf kurzweilige Weise das widrige Leben auf den Nordseeinseln näher bringen. Die Liebesgeschichte zwischen Cora und Onnen ist früh erahnbar, doch ihr Glück ist nicht von Dauer.

Sturmland hat mich mit den Erlebnissen der gut gezeichneten Figuren und mit der eingebauten Liebesgeschichte gut unterhalten und mir gleichzeitig das Leben um 1860 mit seinen gesellschaftlichen Unterschieden, der Wunsch der Frauen nach Selbstbestimmung und die Heilkunst von Inselhebammen näher gebracht. Die damalige Rolle der Frau war eine untergeordnete, Bildung war kaum erwünscht, die Frauen mussten sich dem Willen ihres Ehemannes oder Vaters beugen. Cora hat genug von diesem Leben.

Als die Nordseeinseln Norderney und Borkum als Seebäder anerkannt wurden, fuhren wohlhabende Reisende vom Festland zur Kur auf die Inseln, um dort die Luft, das Meer und wohltuende Bäder zu genießen. Für die zahlenden Gäste räumten die Inselbewohner ihre Schlaf- und Wohnzimmer, um mit der Beherbergung zusätzlich Geld zu verdienen. Denn ansonsten gab es nur den Fischfang, um Geld zu verdienen. Die Menschen auf den Inseln hatten ständig mit der Unberechenbarkeit der Nordsee zu kämpfen, viele Seeleute kehrten wegen Sturm und rauer See nicht von ihren Touren zurück und hinterließen Witwen und Waisen, die sich abmühen mussten, um finanziell über die Runden zu kommen. Eine organisierte Seenotrettung gab es damals noch nicht und so ließen viele Seeleute ihr Leben auf See. Miriam Georg hat in ihrem Roman nicht nur die damalige Rolle der Frau beleuchtet, sondern mir auch die Gefahren an Nordsee lebendig vor Augen geführt.

Das Buch endet mit einem Paukenschlag, der mich gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.

Miriam Georg verwebt zeitbeschreibende Perspektiven und lebendige Beschreibungen mit dem Wagemut ihrer Protagonistin und anderer Figuren. Damit gelingt es ihr, mich emotional zu fesseln und gleichzeitig mit dem Geschehen und den Widrigkeiten des Lebens am Meer und auf See zu unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2026

Schräge Figuren, Humor und ein raffinierter Fall

Rufmord, Rache und Rosé
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Sophie Hénaffs Krimi "Rufmord, Rache und Rosé" erscheint im Penguin Verlag.

Wenn Prominente in Kriminalfälle verwickelt sind, erfordert das Polizisten mit einem hohen Maß an nervenstarker Gelassenheit, ...

Sophie Hénaffs Krimi "Rufmord, Rache und Rosé" erscheint im Penguin Verlag.

Wenn Prominente in Kriminalfälle verwickelt sind, erfordert das Polizisten mit einem hohen Maß an nervenstarker Gelassenheit, um mit dem Druck von Medien und Fans umgehen zu können. Dafür wird von der Pariser Polizei die Promi-Brigade gegründet, die den Fall der entführten bekannten Schauspielerin Flore Yozabal übernimmt. Die Leitung übernimmt Commandante Cathy Martini, die sich als Witwe eines bekannten Sängers in der Welt der Reichen und Schönen auskennt und der Szene unbeeindruckt gegenüber steht.

Dieser Krimi führt nach Paris in die Welt der Promis und bringt mit der speziellen Truppe der Promi-Brigade jede Menge humorvolle Szenen mit sich, die die schrägen Charaktere bei ihrer Ermittlung erleben.

Cathy Martini spielt leidenschaftlich gern Karten und trinkt dazu ein paar Gläser Rosé. Beruflich wird sie durch den jungen, übermotivierten Titan unterstützt, der unbedingt in die Promiwelt eintauchen möchte und ein echter Fan-Boy ist. Die Vorgesetzte der Brigade hat nur den Wunsch, den Fall möglichst schnell erledigt zu haben, Probleme mit dem Personal kann sie da überhaupt nicht brauchen.

Die Tatsache, dass die entführte Flore Yozabal zufällig auch die Geliebte von Martinis verstorbenen Ehemanns war, macht den Fall besonders heikel.

Sicher wäre es für Martini besser, wenn die Gegenbuhlerin verschwunden bleibt. Doch als gute Polizistin ist sie an der Wahrheitsfindung interessiert und mit dem Fund einer Leiche am Filmset ist ihr Ermittlerdrang geweckt. Ihre Methoden sind durchaus ausgefallen und als sie den Täter entlarvt hat, braucht sie handfeste Beweise. Die erbringt sie trotz Angststörung unter Aufbringung ihrer gesamten Kraft und geht dafür sogar in ein Riesenrad.

Ich tauchte schnell in die Handlung ein und war gespannt, wie Cathy und Titan mit ihrer schrägen Art zusammen arbeiten. Die beiden Typen mochte ich und wurde humorvoll unterhalten. Der Krimi bietet einige Verdächtige, zeigt wie Filme gedreht werden und eine Spur führt ins Drogenmilieu. Das Ganze entwickelt sich zu einem raffinierten Fall, der doch anders gestrickt ist als man zunächst annimmt.

Ein humorvoller Krimi mit einer originellen Ermittler-Truppe, der sich als leichte Sommerlektüre anbietet!

Veröffentlicht am 29.06.2026

Ein kurzweiliger Urlaubskrimi!

Die Lockvögel
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Die Lockvögel ist der zweite Band der Mallorca-Krimireihe von Anna Nicholas aus dem Diogenes Verlag.

Im November ist auf Mallorca der Urlaubsansturm vorüber und Isabel Flores hat endlich Ruhe bei ihrer ...

Die Lockvögel ist der zweite Band der Mallorca-Krimireihe von Anna Nicholas aus dem Diogenes Verlag.

Im November ist auf Mallorca der Urlaubsansturm vorüber und Isabel Flores hat endlich Ruhe bei ihrer Aufgabe als Vermieterin von Ferienwohnungen. Aber dann erfährt sie, dass in ihrer Heimat Sant Martí Haustiere verschwinden. Wer stiehlt Hunde, Katzen und einen Hahn? Sie geht der Sache nach und erzählt ihrem Freund und ehemaligen Polizei-Kollegen Tolo Cabot davon. Der hat ganz andere Sorgen im Entführungsfall der jungen Floristin Paloma Crespí. Tolo bittet Isabel um Mithilfe bei den Ermittlungen und sie stösst auf mehrere Tatverdächtige und gerät auf ihrer Spurensuche selbst in Gefahr.

Isabel ist eine hilfsbereite, selbstbewusste Frau, die sehr gern isst und sich ein Frettchen als Haustier hält. Neben ihrer Ferienhausvermietung arbeitet sie als externe Polizistin und wird wegen ihres kriminalistischen Scharfsinns und angeborenem Bauchgefühl immer wieder um Mithilfe gebeten. Eigentlich hatte ich erwartet, dass sie ihre Freundschaft zu Tolo intensiviert, aber anscheinend ist da noch nicht eine engere Beziehung vorgesehen.

Die gestohlenen Tiere lenken den Verdacht auf ein Versuchslabor und ich habe mich insgeheim gefragt, ob die Entführungsgeschichte damit zusammen hängt. Doch ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Bei den Befragungen lernt man die Bewohner der ländlichen Gegend, das Alltagsleben sowie die leckere Küche Mallorcas näher kennen. Ich habe die bildhaften Beschreibungen von Landschaft, Schauplätzen und Gebäuden genossen, sie hinterlassen einen schönen Eindruck von Mallorca und ich fühlte mich gedanklich dorthin versetzt.

Der Fall um Paloma ist sehr undurchsichtig und Anna Nicholas bringt gleiche mehrere Verdächtige in die Handlung ein. Außerdem hat sie mich mit geschickt gesetzten Wendungen an der Nase herum geführt, sodass ich mich bei der Täterfrage überraschen lassen musste.

Der zweite Band der Reihe hat mich kurzweilig unterhalten und mir das Leben auf Mallorca näher gebracht.

Veröffentlicht am 27.06.2026

Ein guter Mix aus Umweltthemen, liebenswerten Figuren und reichlich Bornholm-Flair!

Sturm über Christiansø
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Im Goldmann Verlag erscheint mit "Sturm über Christiansø" der vierte Band der Bornholm-Krimireihe von Michael Kobr.
Es ist Herbst auf Bornholm, Kommissar Lennart Ipsen hat seine neue Wohnung bezogen und ...

Im Goldmann Verlag erscheint mit "Sturm über Christiansø" der vierte Band der Bornholm-Krimireihe von Michael Kobr.
Es ist Herbst auf Bornholm, Kommissar Lennart Ipsen hat seine neue Wohnung bezogen und genießt das Leben auf der Insel. Er plant ein Essen mit Kollegen und Freunden und einen Segeltörn mit seiner Tochter Ida, zuvor muss er jedoch erst mal seinen Segelschein machen und die Prüfungen stehen bald an. Da kommt ihm ein neuer Fall in die Quere.
Auf Christiansøist die Umweltaktivistin Anna Steen-berg verschwunden und als Lennart auf der Insel ankommt, sitzt er wegen eines Sturms dort fest. Die Umweltaktivisten stellen sich gegen die Errichtung eines Windparks vor der Küste Bornholms.

In diesem Band werden die aktuellen Themen Umweltschutz und erneuerbare Energien aufgegriffen und die verschiedenen Gründe von Unterstützern und Gegnern aufgezeigt.

Im Prolog werden wir Zeuge wie ein Matrose von einem Containerschiff ein geheimnisvolles Päckchen ins Meer wirft. Danach geht es mit Lennarts Leben weiter, er müsste endlich für seine nahende Segelprüfung lernen, kann sich aber gar nicht aufraffen. Doch ein neuer Fall nimmt seine Zeit in Anspruch. Dazu reist er auf die Erbseninseln, die Michael Kobr mit vielen interessanten Aspekten um Landschaft und Leute näher vorstellt.

Die Erläuterungen über Vor- und Nachteile der Windparks sind sehr aufschlussreich und es wird klar, dass die Kontroverse nicht nur mit Worten ausgetragen wird. Große Spannung kommt hier noch nicht auf, dafür sorgen die sympathischen Figuren und einige humorvollen Szenen um Lennarts Vater Karl für gute Unterhaltung. Der Krimi lebt von Lennarts Privatleben und von der malerisch schönen Atmosphäre auf den Erbseninseln und den Witterungsbedingungen bei Sturm.

Wie gewohnt führt Michael Kobrs flüssiger Schreibstil locker und gut durch die Handlung und es kommt keine Langeweile auf. Durch die bildhaften Landschaftsbeschreibungen hat man einen guten Eindruck von den kleinen Inseln und beim Lesen kommen automatisch Urlaubsgefühle auf. Der Fall enthält einige überraschende Wendungen und ängt mit verschiedenen Motiven zusammen, Neid und Hass sorgen auch bei den Bewohnern der Erbseninseln für Gründe, die kriminelle Energie freisetzen. Bei diesem Band gefällt mir der familiäre Aspekt mit den Kochkünsten von Lennard Ipsen, der eingebaute Humor und das aktuelle Thema des Falls war dieses Mal wieder sehr spannend.

"Sturm über Christiansø" ist ein unterhaltsamer und entspannter Krimi mit humorvollen Szenen, der die Entwicklung der Charaktere weiter begleitet.

Veröffentlicht am 29.05.2026

Gut konstruierter Thriller mit isländischer Atmosphäre!

Schlafende Vulkane
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Der Island-Thriller Schlafende Vulkane von Michael Hjorth/ Bjarni Thorsson erscheint bei Rowohlt Wunderlich.

In einem Reitstall am Rande von Reykjavik wird eine nackte Frauenleiche gefunden, die einem ...

Der Island-Thriller Schlafende Vulkane von Michael Hjorth/ Bjarni Thorsson erscheint bei Rowohlt Wunderlich.

In einem Reitstall am Rande von Reykjavik wird eine nackte Frauenleiche gefunden, die einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Wegen Personalmangel übernimmt den Mordfall Helga Jónsdóttir, die gerade erst die Polizeischule beendet hat und nun aufgeregt in die Ermittlungen startet. Als die Identität der Toten feststeht, wird nach ihrem 10-jährigen Sohn gefahndet, von dem jede Spur fehlt. Helga glaubt, dass sich der Junge in den isländischen Vulkanlandschaften versteckt hat. Für die Suche bittet Helga Bjarki um Hilfe, er kennt sich in der Wildnis gut aus. Kurze Zeit später wird eine weitere Frauenleiche gefunden, Der Mörder scheint unberechenbar zu sein und im Darknet unterwegs zu sein.

In diesem Thriller treibt ein frauenverachtender Täter sein Unwesen, er filmt die Morde und stellt sie gegen Bezahlung ins Darknet. Die Opfer sind alleinstehende Frauen mit Kind, für den Täter ist diese Erfahrung leider mit einem schweren Trauma belastet und das macht ihn so gefährlich.

Auf fesselnde Weise begleiten wir Helga und Bjarki bei ihrer Spurensuche und den zahlreichen Befragungen. Das Ganze läuft vor der eindrücklich gezeigten isländische Landschaft ab und als besonderer Nervenkitzel dienen die Einblicke in das kriminelle Milieu des Darknets, die die Grausamkeit menschlicher Seelen aufzeigen.

In einer gesonderten Perspektive gibt der Täter sein krankes Gedankengut, seine Beweggründe und seine Handlungen preis. Diese Eindrücke sind brutal und erklären gleichzeitig seine kranke Sichtweise. Wer miträtseln möchte, ist hier fehl am Platz, hier steht der Täter schnell fest, doch er muss dingfest gemacht werden und bis es soweit ist, mordet er in seiner perfiden Art weiter. Helga und Bjarki wachsen als Team zusammen, doch sie haben es schwer, den Täter zu fasssen, denn er ist ihnen oft voraus.

Die Zeichnung der Charaktere finde ich gelungen, sie haben alle interessante Facetten und man kommt ihnen durch die häufigen Perspektivwechsel sehr nahe. Helga muss sich als Neuling in ihrer Gruppe erst behaupten und muss einige Hindernisse der Kollegen überstehen.

Der flüssige Schreibstil lässt sich durch die bildhaften Beschreibungen gut lesen und entwickelt durch die neuen Taten ein fesselndes Tempo, das ein wenig durch die zahlreichen Befragungen in die Länge gezogen wird. Doch durch die beklemmende Stimmung bleibt man als Leserin dran am Fall und hofft nur, dass der Täter endlich gefasst wird.

Dieser gut konstruierte Thriller punktet mit isländischer Atmosphäre und macht mit seinem Ermittler-Team neugierig auf den nächsten Fall!

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