Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2018

Für immer ist die längste Zeit

Für immer ist die längste Zeit
0

Für immer ist die längste Zeit, von Abby Fabiaschi

Cover:
Ist mir fast zu bunt, die Pflanzen zu abstrakt. Der glänzende Schmetterling ist schön. Ich hätte hier etwas warmes, herzerwärmendes gewählt.

Inhalt:
Maddy, ...

Für immer ist die längste Zeit, von Abby Fabiaschi

Cover:
Ist mir fast zu bunt, die Pflanzen zu abstrakt. Der glänzende Schmetterling ist schön. Ich hätte hier etwas warmes, herzerwärmendes gewählt.

Inhalt:
Maddy, der Fels ihrer Familie, ist tot, vom Dach der Bibliothek gestürzt.
Ihre Tochter, die 16 jährige Eve und Brady, der Ehemann (Workaholic und emotional kaum auf eine pubertierende Tochter eingestellt), sind überfordert.
Jeder trauert auf seine Art und droht an der Frage nach dem „Warum“ und der Suche nach der eigenen Schuld zu zerbrechen.
Maddy versucht aus dem Jenseits Einfluss zu nehmen, doch ihre Möglichkeiten sind begrenzt.

Meine Meinung:

WOW! WOW! WOW!
Schon lange kein so tolles Buch mehr gelesen.
Tiefgründig, spannend, emotional, berührend, realistisch, traurig, zugleich Mut machend und zuversichtlich, warmherzig und bittersüß!
Ich weiß gar nicht was ich mehr betonen soll.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Maddy, Brady und Eve.
Eve und Brady sind am Boden zerstört.
Es wird so wunderbar herausgearbeitet wie unterschiedlich jeder trauert, auch die Freunde und das Umfeld. Und am Anfang kann keiner dem andern so richtig helfen.
Und im Hintergrund und zwischen den Zeilen steht immer die Frage: warum ist Maddy gesprungen? Ist sie überhaupt gesprungen.
Und dann ganz intensiv: jeder sucht bei sich die Schuld, dadurch hinterfragt sich jeder: warum habe ich nichts gemerkt?
Dieser Prozess setzt so viel in Gang.

Bei der ganzen Traurigkeit um den Tod von Maddy ist das Buch aber nie düster oder beklemmend, sondern es berührt und macht Mut und gibt Hoffnung, regt zum Nachdenken an.
Maddy schafft es, auch vom „Jenseits“ aus noch, Charisma auszustrahlen.
Sie gibt und verbreitet immer noch Liebe.
Ihr Leitspruch: Übe Liebe, Mitgefühl und Vergebung ist so deutlich und bekommt am Ende bei der überraschenden Aufklärung so eine außergewöhnlich schlagkräftige Wichtigkeit.

Das Nachwort ist ganz besonders erwähnenswert und gibt nochmals interessante Einblicke in die Denkweise der Autorin.

Autorin:
Abby Fabiaschi wurde von eigenen frühen Erfahrungen mit Verlust und Trauer zu diesem Roman inspiriert.
Wenn sie nicht schreibt oder sich über ihre Kinder amüsiert, liest sie gerne und viel. Sie engagiert sich außerdem im Vorstand einer Non-Profit-Organisation und spendet zwanzig Prozent ihrer Nettoerlöse an Verbände, die sich für das wohl von Frauen und Kindern weltweit einsetzen.

Mein Fazit:
Ein absolutes Lesehighlight.
Dieser Roman zeigt wie wichtig das „Jetzt und Hier“ ist.
Ein flammender Appell an Liebe, Zivilcourage, Menschlichkeit und an eine Gesellschaft, die aufeinander achteten und sich respektieren soll.
Dieses Buch hat mehr als 5 Sterne verdient.

Veröffentlicht am 05.03.2018

Die geliehene Schuld

Die geliehene Schuld
0

Die geliehene Schuld, von Claire Winter

Cover:
Sehr schön, ich fühle mich sofort in die Zeit der Handlung versetzt.

Inhalt:
Sommer 1949.
Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Kriegs ihre ganze ...

Die geliehene Schuld, von Claire Winter

Cover:
Sehr schön, ich fühle mich sofort in die Zeit der Handlung versetzt.

Inhalt:
Sommer 1949.
Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Kriegs ihre ganze Familie verloren. Sie will vor allem eins- die traumatischen Erlebnisse hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Er hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben und bittet sie in einem letzen Brief diese weiter zu verfolgen.
Und Vera setzt einen Dominoeffekt in Gang.

Auch Liebe und Freundschaft im Nachkriegsdeutschland wird geschildert.
Doch die Freundschaft zwischen einer jungen deutschen Frau (Marie) und einer zurückgekehrten Jüdin (Lina) wird bald in ein falsches Licht gerückt.

Meine Meinung:
Dies ist nach „Die Schwestern von Sherwood“ und „Die verbotene Zeit“ der dritte Roman der Autorin und ich habe sie alle gelesen und finde sie brillant.

SUCHTGEFAHR: Die Erzählweise ist einfach unglaublich fesselnd, die Geschichte entwickelt von Anfang an eine Sogwirkung und ab der Mitte konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen, ich musste wirklich alles stehen und liegen lassen, (zum Glück war es Samstag) und das Buch zu Ende lesen.

Die Handlung (Nachkriegszeit, Kriegsverbrecher und ihre Machenschaften) und die facettenreichen Charaktere sind so eindringlich und sehr detailliert beschrieben. Ich lebe und leide mit allen.
Vor allem die junge Marie, mit ihrer inneren Zerrissenheit, mit ihrem Wissensdurst nach der Wahrheit und ihrer Fassungslosigkeit als sie nach und nach der Wahrheit auf die Spur kommt, ist mir ans Herz gewachsen und lässt mir Gänsehautwellen über den Körper laufen, wenn ich mich in sie hineinversetzte. Nicht nur einmal bricht für sie eine Welt zusammen.

Auch Lina ist eine unglaubliche Persönlichkeit, an ihr sollten sich viele (auch heute noch) ein Beispiel nehmen.

Eine ganz besondere Sache ist die unrühmliche Rolle der Kirche, des Roten Kreuzes und sogar der Amerikaner, die diese in dieser Nachkriegszeit gespielt haben, wenn es um die Unterstützung zur Flucht und zum Untertauchen bzw. wieder Integrieren von Kriegsverbrechern in den neuen Alltag geht. Atemlos lese ich immer wieder diese Passagen und kann nur ungläubig den Kopf schütteln.
Beim Lesen bin ich oft sprachlos, entsetzt, wütend, betroffen, fassungslos und traurig.
Einiges weiß man ja schon, aber in diesem genialen Buch wird es so richtig greifbar – gelebte Geschichte!

Autorin:
Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben.

Mein Fazit:
Wieder ein Lesehighlight.
Ein Buch das noch lange nachwirken wird.
Ein epochaler Roman, ein Pageturner den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Sehr emotional, berührend und fesselnd, mit perfekt gezeichneten Charakteren die einfach „leben“.
5 Sterne ***

Veröffentlicht am 26.02.2018

Blut schreit nach Blut

Blut schreit nach Blut
0

Blut schreit nach Blut, von Aikaterini Maria Schlösser

Cover:
Wunderschön. Dieser eindringliche Blick, voll verhaltener Wut und Schmerz.
Dazu der bizarre Hintergrund mit dem Vollmond – einfach super.

Inhalt:
Ein ...

Blut schreit nach Blut, von Aikaterini Maria Schlösser

Cover:
Wunderschön. Dieser eindringliche Blick, voll verhaltener Wut und Schmerz.
Dazu der bizarre Hintergrund mit dem Vollmond – einfach super.

Inhalt:
Ein historischer Fantasy-Roman.
Schwarzwald, 1272. Die Schwarzburg wird angegriffen, Luna, die 16jährige Tochter des Burgherrn gelingt die Flucht, ihre Eltern werden getötet.
Im Wald bricht sie zusammen.
Ein Augenpaar, das sie schon seit ihrer Kindheit beobachtet ist auch jetzt zur Stelle.
Unerklärliche Gefühle überfluten Luna – sie kann es nicht begreifen was da passiert…………….

Meine Meinung:
Eine unglaublich tolle Geschichte, die mich gepackt und nicht mehr losgelassen hat.
Eine Werwolfgeschichte wie ich sie noch nicht gelesen habe.

Der Schreibstil ist genial. Historische Fakten werden mit Fantasyelementen gekonnt verknüpft. Die Wortwahl ist unglaublich: poetisch und atmosphärisch im einen Moment, grob, hart und brutal im nächsten. Gerade so bildlich und packend wie es die jeweilige Szene erfordert. Dadurch sind wir Leser ganz nah am Geschehen. Wir fühlen mit den Protagonisten (fast körperlich), ich habe das Gefühl zu riechen, zu schmecken und zu tasten.
Es wird ein kontinuierlicher Spannungsbogen aufgebaut, der sich mit jeder Seite ins unglaubliche steigert.
Alle Charaktere sind facettenreich und wandelbar, keine stereotypen Personen, sondern Menschen mit Fehlern und Gefühlen, mit Ecken und Kanten, manchmal leicht zu verstehen und zu durchschauen, dann wieder unverständlich wie ein Buch mit sieben Siegeln (wie im Leben auch).

Autorin:
Die Autorin wurde 1989 in Athen geboren und wuchs viersprachig auf. Seit acht Jahren lebt sie nun in Traunstein, wo sie als Dolmetscherin für die Polizei tätig ist.

Mein Fazit:
Ein fantastisches Kopfkino vom Feinsten, das mich voll überzeugt hat.
Ein historischer Fantasy-Roman der mich einfach mitgerissen hat.
Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.02.2018

Grace und die Suche nach dem Glück

Grace und die Suche nach dem Glück
0

Grace und die Suche nach dem Glück, von Christine Friel McGrory

Cover:
HC, wunderschöner blauer Leineneinband mit einem edlen Pfau und weißer Schrift.

Inhalt:
Für mich, eine Mischung aus: Die Chroniken ...

Grace und die Suche nach dem Glück, von Christine Friel McGrory

Cover:
HC, wunderschöner blauer Leineneinband mit einem edlen Pfau und weißer Schrift.

Inhalt:
Für mich, eine Mischung aus: Die Chroniken von Narnia, Der kleine Prinz und Alice im Wunderland.
Die Botschaft: An sich glauben, sich lieben, positiv Denken, alles Negative und alle Ängste loslassen, dann wird es uns besser gehen.

Grace ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden, sie fühlt sich wertlos und alles ist für sie sinnlos.
Da trifft sie eine ältere Frau, und es geschehen magische und unglaubliche Dinge, die Grace einen neuen Blick auf ihr „Da sein“ geben und einen Umdenkungsprozess in Gang setzten.

Meine Meinung:
Sehr schwer dieses Buch zu erklären und zu beschreiben.
Wie gesagt, es ist wie ein Märchen, eine unglaublich phantastische Welt.
Wir (bzw. Grace) wird durch magische Bücher in utopische Welten gezogen, trifft Leonardo da Vinci, Einstein, Gaudi und Gevatter Tod, sie kann auf diesen Reisen durch Wände sehen, oder sie „reist“ mit der alten Dame ins Weltall und ferne Galaxien, genauso schrumpft sie auf die Größe eines Atoms und „reist“ ins Körperinnerne eines Menschen.
Alles sehr unwirklich, doch irgendwie magisch.
Grace soll dabei lernen hinter die Fassade zu schauen, das „Große Ganze“ zu sehen, positiv zu denken. Wünsche sind Sehnsüchte unserer Seelen und durch den Glauben an das was wir uns wünschen wird es auch wahr. Mit unseren Gedanken können wir einen Schöpfungsprozess starten.
Wenn wir alles Negative, unsere Gedanken wie auch unsere Ängste loslassen, kommen wir zu einem Neustart und es geht uns besser.
Eine wichtige Erkenntnis ist auch: Verzeihen können.

Ja alles was im Buch steht, habe ich auch nicht verstanden, aber es macht Mut und gibt Hoffnung. Das Buch wird man wohl öfters lesen müssen und sich vielleicht immer wieder einen kleinen Tipp heraussuchen und versuchen umzusetzen.
Natürlich wäre es am besten auch so eine liebe ältere Dame an die Hand zu bekommen und wie Grace diese ganzen „Abenteuer“ direkt durchmachen zu können, dann wäre das verstehen und nachmachen wohl viel einfacher.

PS: Im Januar habe ich eine DVD geschenkt bekommen die in die gleiche Richtung geht. The Cure ( Der Schlüssel zur Heilung), deshalb kenne ich diese „Bewegung“ schon etwas und konnte mich eher drauf einlassen.

Autorin:
Die Autorin ist erfolgreiche Unternehmerin, Referentin und Anbieterin von Fortbildungsveranstaltungen. Sie praktiziert und lehrt verschiedene lebensverändernde spirituelle Methoden.
Im Jahr 2010 entwickelte sie „The Key“ (Der Schlüssel), ein bahnbrechendes Persönlichkeitsentwicklungsprogramm.
Grace und die Suche nach dem Glück nimmt die Philosophie von „The Key“ auf und verwebt diese zu einer bahnbrechenden, magischen und kraftvollen Geschichte.

Mein Fazit:
Ein Buch auf das man sich einlassen muss. Ich kann auch gut verstehen wenn es manche als „Hirngespinst“ abtun werden.
Jeder wird es anders empfinden.
Ob man für sich selber positive Tipps und Hilfen herausziehen kann (ich habe es) muss jeder für sich selber entscheiden.
Hier Sterne zu vergeben ist schwer. Ich sehe es als magische Geschichte die mir Impulse gibt, damit es mir besser geht.
Ich vergebe 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.02.2018

Herz schlägt Krieg

Herz schlägt Krieg
0

Herz schlägt Krieg, von Jörg Krämer (bzw. Hilde Niggetiet)

Cover:
Das Cover finde ich etwas irreführend. Suggerierte es mir (mit dem Titel) doch dass es hauptsächlich um den Krieg geht.
Ich kenne mich ...

Herz schlägt Krieg, von Jörg Krämer (bzw. Hilde Niggetiet)

Cover:
Das Cover finde ich etwas irreführend. Suggerierte es mir (mit dem Titel) doch dass es hauptsächlich um den Krieg geht.
Ich kenne mich ja mit Flugzeugen nicht aus, aber das Flugzeug sieht mir eher nach einem Flugzeugmodell aus.
Aber es ist eher die Lebensgeschichte von Hilde, die erzählt wird.
Erst auf den 2. Blick, habe ich das Gesicht auf dem Cover entdeckt.

Inhalt:
Hilde Niggetiet, geboren 1910, erzählt vom Leben ihrer Eltern und ihrem eigenen Leben. Von dem Versuch, in den Wirren des Krieges ein normales Familienleben zu führen.
Bombenangriffe, Kinderlandverschickungen, Krankheit, Tod, aber auch Hochzeiten und was alles zum Leben und Sterben dazugehört.
Trotz persönlicher Schicksalsschläge lässt sie sich nie entmutigen.
Auch später, als es „bergaufgeht“ packt sie resolut und voller Humor mit an, weiß aber auch das Leben und die „Neuerungen“ zu genießen.

Meine Meinung:
Das Buch wir aus der Ich-Perspektive von Hilde erzählt.
An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, recht einfache, kurze Sätze, oft wie Tagebucheinträge.
Vermutlich aber gerade in seiner Schlichtheit so authentisch und berührend.
Ein Stück Zeitgeschichte, vielleicht etwas zu sehr durch die rosarote Brille der Erinnerung geschrieben, aber wer weiß, ich kenne „Hilde“ ja nicht persönlich, vielleicht war sie wirklich so eine optimistische und zuversichtliche Person, die immer das Positive sah und wir sollten uns von ihr einiges abschauen und von ihr lernen.
Ja Hilde ist irgendwie um ihr einfaches, frohes, ausgeglichenes und zuversichtliches Gemüt zu beneiden.
Wie zufrieden und mit wenig glücklich die Personen doch rüberkommen (fast zu viel „heile Welt“, ganz nebenbei wird nur erwähnt dass ein Mann zu viel trinkt oder dass die Schwägerin gehasst wird.

Zwei Zitate aus dem Buch:

-Hilde, bist du ein armes Luder! Aber ich war kein bisschen neidisch, war ja gesund, zufrieden und lustig. Das Wichtigste im Leben.

-Aber es waren auch viel zu viele schmerzliche Jahre dazwischen. Ich versuche sie zu vergessen. Macht es auch so: Denkt nur immer an das Schöne, dann ist das Leben lebenswert.

Mein Fazit:
Wenn man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, ein sehr warmherziges und berührendes Buch.
Von mir 5 Sterne.