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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2026

It´s a classic

MARCO POLO Reiseführer Bretagne
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Mit den Marco Polo-Reiseführern bin ich schon als Studentin gereist, weil sie so schön handlich und leicht sind, dass man sie auch im Rucksack mittragen kann. Das hat sich auch in der Bretagne bewährt. ...

Mit den Marco Polo-Reiseführern bin ich schon als Studentin gereist, weil sie so schön handlich und leicht sind, dass man sie auch im Rucksack mittragen kann. Das hat sich auch in der Bretagne bewährt. Das schmale Büchlein passt sogar in die Hosentasche.
Ist es trotzdem übersichtlich? Oh ja, und wie!
Mir gefiel die grobe Aufteilung der Bretagne in vier große Regionen, die jeweils auch farblich gekennzeichnet ist. So wusste ich unterwegs auf einen Blick, wo ich suchen muss. Gerade auf einem Roadtrip macht man ja gerne mal einen spontanen Schlenker, und hier konnte ich immer ohne viel Aufwand schauen, was es dort zu sehen gibt.
Super hilfreich fand ich die Übersichtskarten einer jeden Region mit ungefähren Fahrzeiten von Ort zu Ort. Das war für die Streckenplanung ein guter Anhaltspunkt.
Klein, aber oho! Hier ist alles drin, was man für den Roadtrip braucht!

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Veröffentlicht am 22.07.2026

How to hide in plain sight

Unterwassertage – Wie man wieder sichtbar wird
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Achtung: Ich muss es gleich vorweg sagen, dies ist kein Wohlfühl-Sommerroman mit leichter Lovestory und einem schönen Wassercover. Wer Emma Noyes und vielleicht sogar ihren bewegenden Roman Guy´s Girl ...

Achtung: Ich muss es gleich vorweg sagen, dies ist kein Wohlfühl-Sommerroman mit leichter Lovestory und einem schönen Wassercover. Wer Emma Noyes und vielleicht sogar ihren bewegenden Roman Guy´s Girl kennt, erkennt schnell, dass sich hinter dem unbekümmert wirkenden Äußeren eine Geschichte voller Tiefgang verbirgt.
Genauso ist es mit Eliot. Von außen betrachtet ist sie die Jüngste einer Patchwork-Großfamilie, das Küken. Da wird gefrotzelt, gelacht und aktuell gemeinsam gefeiert.
Emma Noyes lässt uns aber in ihr Inneres blicken, und dieser Anblick ist beim Lesen manchmal kaum auszuhalten. Denn Eliot leidet unter einer Zwangsstörung. Nicht in der Art des ständigen Händewaschens. Nein, ihr Gehirn redet rund um die Uhr auf sie ein, redet ihr hässliche Dinge ein, lässt sie das Allerschlimmste von sich selbst glauben. Während Eliot nach außen still wirkt, tobt in ihrem Gehirn ein Shitstorm.
„Ich verband Glück nicht mit einem Gefühl der Fülle, sondern mit Leere. Mit Abwesenheit. Glück war für mich die Abwesenheit von Grübelei.“
Mir hat es beim Lesen mehr als einmal das Herz gebrochen, das Mädchen und später die junge Frau so an sich selbst leiden zu sehen. Ganz besonders, weil die Autorin offen damit umgeht, dass sie Ähnliches selbst erleidet und an einer solchen Zwangsstörung leidet. Ich war überwältigt von der Familienwucht, der Wucht von Eliots Grübelgedanken, und mehr als alles andere von der Hilflosigkeit und Ohnmacht. Es war eine sehr intensive, aufwühlende Lektüre, in der nur die eingeflochtene zarte Lovestory mit Manuel Stütze geboten hat. Manuel nimmt Eliot genau so an, wie sie eben ist, und das fühlte sich warm und tröstend an.
Mich hat dieser Roman gepackt, mir ins Herz gegriffen und mich zutiefst aufgewühlt, aber mir auch die Augen geöffnet. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Meet-cute oder worst date?

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
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Schon der Prolog macht es klar: Hier knistert es nicht wenig zwischen Margot und ihrem Dating-App-Match Oliver. Dennoch läuft irgendwie alles schief, denn was hilft das heißeste Knistern, wenn das Date ...

Schon der Prolog macht es klar: Hier knistert es nicht wenig zwischen Margot und ihrem Dating-App-Match Oliver. Dennoch läuft irgendwie alles schief, denn was hilft das heißeste Knistern, wenn das Date das allerschlimmste Benehmen an den Tag legt?
Dennoch verlieren sich die beiden nie ganz aus den Augen, denn sämtliche Dating-Apps matchen Margot und Oliver hartnäckig. Bis sie sich eines Tages wieder über den Weg laufen.
Die witzige RomCom punktet mit Humor und frechen Sprüchen, versprüht aber auch jede Menge Prickeln zwischen den beiden Protas. Was mir jedoch eindeutig am besten gefiel, war Margots Job. Sie arbeitet nämlich in einer Literaturagentur. Leider für einen affigen Agenten, mit dem sie regelmäßig in die Kiste hüpft, aber der Job an sich und der Umgang mit Manuskripten und Autor:innen ist einfach klasse geschildert. Da war es pures Lesevergnügen, Margot endlich auf ihrem Weg der Befreiung und zur Selbständigkeit zu begleiten. Für Bookies sind die Einblicke in die Buchvermittlung natürlich ganz besonders spannend, aber vor allem sind sie perfekt in die Liebesgeschichte von Margot und Oliver eingewoben.
Humorvoll, prickelnd, spannende Charaktere und eine tolle Story – von mir gibt es eine Leseempfehlung für diese schöne RomCom!

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Veröffentlicht am 30.06.2026

Was würdest du für deinen Traum(job) tun?

(K)ein Date mit dir
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Diese Frage stellt sich für Janne, als sie ihr Wunschpraktikum an Land zieht und bei NordStyle anfangen darf, einem aufstrebenden YouTube Channel. Denn rasch stellt sich heraus, dass ihre Tätigkeit als ...

Diese Frage stellt sich für Janne, als sie ihr Wunschpraktikum an Land zieht und bei NordStyle anfangen darf, einem aufstrebenden YouTube Channel. Denn rasch stellt sich heraus, dass ihre Tätigkeit als Praktikantin eher schlicht gehalten ist. Da bietet sich ihr die riesige Chance, ein von ihr erdachtes Datingkonzept für NordStyle höchstpersönlich umzusetzen. Also wörtlich höchstpersönlich, denn Janne soll selbst Kandidatin spielen. Als einer der potenziellen Verehrer ausfällt und Janne mit ihrer Freundin Nele einen erfundenen Kandidaten aus dem Hut zaubert, der verdächtige Ähnlichkeit mit Jannes brummeligem Nachbarn Ben hat, verstricken sich die beiden immer mehr in ein Netz aus Improvisation und Schummelei. Dass Janne Ben mittlerweile richtig nett findet, macht die Angelegenheit noch komplizierter.
Hach, mich hat diese wunderbare Lovestory vom ersten Satz an abgeholt. Janne ist eine Heldin, mit der man sich identifizieren kann, und mir gefiel auch der realistische und aufschlussreiche Umgang im Roman mit ihrem Diabetes. Mit Ben ist sie ein echtes Match mit tollen Vibes, auch wenn die beiden selbst das nicht von Anfang an erkennen!
Das Setting in Lübeck war einzigartig schön. Nachdem ich erst im März dort war, machte mein Herz beim Lesen einige Hüpfer. Hüpfer machte allerdings auch mein Zwerchfell beim Lachen, denn die Geschichte steckt voller Situationskomik und herrlicher Sprüche, so dass ich mehr als einmal kichern musste.
Richtig gut in die Handlung integriert war auch das Thema Bloggen und Social Media voll kluger und zutreffender Beobachtungen der Autorin und mit Augenzwinkern humorvoll aufbereitet.
Insgesamt verbreitet die RomCom so schönes maritimes und sommerliches Flair, dass ich dieses perfekte Sommerbuch einfach allen ans Herz legen möchte.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Gut beobachtetes Gesellschaftsporträt in Brooklyn Heights

Pineapple Street
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Als „Pineapple Street“ vor zwei Jahren erschien, hatte ich gleich das Gefühl, dass mir dieser Roman gut gefallen würde, aber man kennt es ja: Too many books, too little time.

Die neue Taschenbuchausgabe ...

Als „Pineapple Street“ vor zwei Jahren erschien, hatte ich gleich das Gefühl, dass mir dieser Roman gut gefallen würde, aber man kennt es ja: Too many books, too little time.

Die neue Taschenbuchausgabe war nun für mich das Signal, mich dieses Buches doch endlich anzunehmen, und tatsächlich waren wir ein perfect match.

Die Geschichte ist aus den drei Perspektiven der Stockton-Töchter Darley und Georgiana sowie deren Schwägerin Sasha erzählt und die letztere Sichtweise wurde mir schnell die liebste. Genau genommen ist der Begriff Geschichte auch nur ein Teil der Wahrheit, denn der Roman ist in erster Linie ein Gesellschaftsporträt. Das sogenannte „Old Money“ feiert sich selbst, während die eingeheiratete Sasha als Goldgräberin verspottet wird. Im Mittelpunkt steht das ehemalige Familienhaus der Stocktons in der titelgebenden Pineapple Street, in das Sohn Cord und Sasha gezogen sind, doch für Sasha fühlt es sich an wie Eingesperrtsein in einem Kuriositätenkabinett.

Gutes wird getan, aber vor allem wenn es publikumswirksam und genehm ist, und vor allem zelebriert die Oberklasse ihre Eigeninszenierung. Das war beim Lesen ein geradezu diebisches Vergnügen. Ich mochte die feinen Sticheleien, ironischen und teils bissigen Kommentare.

Dieser Roman wird getragen von starken weiblichen Charakteren - anfangs aus der Distanz als Sittengemälde, doch im Verlauf immer mehr gebunden an die Personen, ihre Selbstreflektion und Weiterentwicklung.

Mich hat der Roman voll und ganz überzeugt, ich habe ihn mit dem allergrößten Vergnügen gelesen.

Eine Sache wäre da aber noch: Das deutsche Cover inszeniert eine Orange als Bild der Orange Street, in welche die Stockton-Eltern gezogen sind. Das finde ich recht irritierend in Verbindung mit dem Titel Pineapple Street. Wesentlich besser gefällt mir das amerikanische Cover, auf dem ein herrlich mit Antiquitäten und Kitsch vollgestelltes Zimmer des Anwesens abgebildet ist.

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