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Veröffentlicht am 11.08.2017

Sandige Zeiten

Der Sandmaler
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Henning Mankel Der Sandmaler
Zolnay 2017 (1974)

Fee erzählt vom Buchinhalt

Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten, treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise ...

Henning Mankel Der Sandmaler
Zolnay 2017 (1974)

Fee erzählt vom Buchinhalt

Stefan und Elisabeth, die irgendwann mal eine kurze Affäre hatten, treffen sich auf dem Weg nach Afrika. Beide haben eine Afrika-Reise gebucht, Stefan bewohnt einen Bungalow und Elisabeth ein Zimmer in einem anderen Hotel. Im Urlaub treffen sie sich häufiger und lernen auch Sven und ein weißgekleidetes Ehepaar kennen.


Fee meint zum Buch

Ich wollte das Buch unbedingt haben, nachdem ich vor kurzem auf "Mord im Herbst" gestoßen bin, das ich auch noch nicht kannte. Ich liebe ja die Wallander Serie total und nie wieder hat mich eine schwedische Krimiserie so in den Bann gezogen, dass ich alle Bücher gelesen hätte. Das erfreuliche von Mord im Herbst und der Sandmaler ist, dass beide Bücher unter 200 Seiten haben.

Das Cover fand ich erst mal faszinierend, nach Auslesen des Buches fand ich es sehr passend und schön. Es passt irgendwie zu Mankell.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, schön zu lesen und sehr bildhaft. Man kann sich alles gut vorstellen. Irgendwie passt dieses Buch wunderschön in unsere jetzige Zeit. Die damalige Kritik des Autors, in Form der Figur Sven, ein Lehrer aus Schweden, trifft voll den Kern der heutigen Zeit. Das Buch ist so gut geschrieben, dass man denkt, man wäre da gewesen. Man wäre in der Gluthitze am Strand gelegen, man hat die Leprakranken gesehen und man hat Ndou und seine Schwester Yene kennen gelernt. Schön wäre ein Folgeband gewesen, wenn Ndou und der Kellner nach Schweden gekommen wären. DAS hätte mir noch gefehlt.

Die Charaktere sind wunderbar beschrieben:

Der oberflächliche Stefan, der zu viel Geld hat und kein Mitgefühl mit den armen Afrikanern.
Die gefühlvolle Elisabeth, die viel zu viel in diesem Urlaub begreift und ein tiefes Mitgefühl mit der Armut der Afrikaner und der Lebensweise hegt.
Ndou, der Junge, der nicht in die Schule geht, weil er als Gesellschafter, der die Stadt zeigt, seiner Familie hilft.
Yene, die mit männlichen Urlaubern flirtet und ins Bett geht, um ihrer Familie zu helfen.
Sven, der Lehrer, der vieles erklärt und der durch seinen epileptischen Anfall erst mal Mitleid erregt.

Das Buch war eigentlich viel zu schnell ausgelesen. Aber noch mehr Kritik hätte ich wohl nicht ertragen. Einige Seiten mochte ich nicht, klar dass Stefan mit einer schwarzen Frau ins Bett geht, aber warum muss sich Elisabeth selbst befriedigen? Oder was geht uns ihr Sextrieb an? Möchte Mankell uns zeigen, wie toll Elisabeths Charakter ist, weil sie weder mit Stefan, noch mit Sven, noch mit einem Schwarzen ins Bett geht?

In welchem Land in Afrika waren die „drei“ eigentlich? Also sicher nicht in Ägypten, wo Wallander ja auch schon war und ich auch. Sie waren eigentlich nur in irgendeiner Stadt, die wohl fast überall in Afrika sein könnte. Aber es war sicher nicht Kairo.

Die Geschichten mit dem Sandmaler und als Elisabeth die Familie von Ndou und Yene kennen lernt, fand ich am schönsten. Sie zeigen so richtig das wahre Afrika und ich finde, es sind die besten Szenen in dem Buch. Ich habe mich nur gefragt, warum hatte sie da ihre Kamera nicht dabei. Schön fand ich dann, als Stefan sich ein Bild heraussuchen durfte, dass er ein Bild von Ndou wählte. Es hat nicht zu Stefan gepasst, und es hat dann auch nichts mehr rausgerissen. Man mag Stefan einfach nicht.


Fees Fazit

Wie dem auch sei, ein sehr informatives Buch, das den Kern der heutigen Zeit voll trifft. Es ist kein banaler Afrikaroman, sondern einfach eine toll geschriebene Geschichte, wie es wirklich ist. Umgesetzt von drei Schweden mit verschiedenen Charakteren. Mankell ist einfach einer der besten Schriftsteller, die ich je gelesen habe.

Veröffentlicht am 01.07.2026

Spannende Fahrt durch Bern mit viel Lokalkolorit

Letzter Halt Weissenbühl
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„Letzter Halt Weissenbühl“ von Marc Du Buisson aus dem Emons Verlag hat mich schon durch seine ungewöhnliche Ausgangsidee neugierig gemacht. Erstaunt war ich allerdings zunächst über den Preis von 22 Euro ...

„Letzter Halt Weissenbühl“ von Marc Du Buisson aus dem Emons Verlag hat mich schon durch seine ungewöhnliche Ausgangsidee neugierig gemacht. Erstaunt war ich allerdings zunächst über den Preis von 22 Euro für ein vergleichsweise kleines Buch mit 239 Seiten – vielleicht spielt hier auch die Herkunft des Schweizer Autors eine Rolle. Das Cover hingegen gefällt mir ausgesprochen gut und macht sofort Lust, das Buch in die Hand zu nehmen.
Die Geschichte spielt fast ausschließlich in der Berner Tramlinie 3, die auf keinen Fall anhalten darf, weil sonst eine Bombe explodieren würde. Der beurlaubte Kommissar Tom Fankhauser muss ausgerechnet den einzigen ungelösten Fall seiner Karriere aufklären. Der Täter hat in der Tram Hinweise versteckt, die Tom finden muss, während sich unter den Fahrgästen auch seine Tochter befindet. Über sein Handy hält er Kontakt zu seiner ehemaligen Kollegin außerhalb der Tram.
Besonders raffiniert fand ich, dass der Entführer jede Stunde anruft und die Geschwindigkeit der Tram dabei jeweils um fünf Stundenkilometer erhöht. Dadurch steigt der Druck kontinuierlich an und die Situation wird immer gefährlicher. Das Szenario erinnerte mich an klassische Geschichten, in denen Menschen an einem Ort eingeschlossen sind und unter Zeitdruck Rätsel lösen müssen – ein Konzept, das mich an Agatha Christie denken ließ.
Der Spannungsbogen bleibt durchgehend erhalten, auch wenn einige Entwicklungen für mich vorhersehbar waren. Mir gefiel außerdem der Lokalkolorit rund um Bern und die authentische Einbindung der Stadt in die Handlung. Gleichzeitig ist das Buch aber keineswegs ein lockerer Wohlfühlkrimi, denn die permanente Gefahr, die Begegnungen mit anderen Trams und Autos sowie mehrere Unfälle sorgen für eine angespannte Atmosphäre.
Lesezeichenfees Fazit:
Insgesamt war es für mich eine unterhaltsame und spannende Lektüre mit einer originellen Grundidee. Auch wenn mich nicht alles überraschen konnte, vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle den Krimi allen, die temporeiche Geschichten mit ungewöhnlichem Schauplatz und viel Lokalkolorit mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2026

Wiederlesen mit Schlaicher – dieses Mal mit Basset Napoleon statt Dr. Watson

Noch ein Mord auf Alemannisch
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Nach vielen Jahren Pause gibt es endlich wieder ein Wiederlesen mit Schlaicher und seinen Freunden. Darauf habe ich mich wirklich gefreut. Er hat mich damals über sieben Bände begleitet, und deshalb fühlt ...


Nach vielen Jahren Pause gibt es endlich wieder ein Wiederlesen mit Schlaicher und seinen Freunden. Darauf habe ich mich wirklich gefreut. Er hat mich damals über sieben Bände begleitet, und deshalb fühlt sich dieser achte Teil wie ein kleines Heimkommen an.

Privatdetektiv und Testdieb Schlaicher besucht seinen Freund, Kommissar a. D. Schlageter. Dabei trifft er natürlich auch auf seinen alten Nachbarn und Freund Trefzer, der den Lokalkolorit mit seinem Alemannisch wunderbar abrundet. Auch seine Ex‑Frau Martina und seine Tochter Billie sind mit von der Partie. Zuerst gibt es vermeintlich harmlose Vorfälle, die sich mit der Entführung drastisch steigern.

Besonders schön ist, dass es auch diesmal wieder einen Basset gibt. Dieses Mal hat Schlageter Napoleon, einen Basset aus dem Tierheim, geholt – denn dieser badische Krimi funktioniert einfach nicht ohne. Das gehört hier zur Reihe und macht einen Teil des besonderen Charmes aus.

Der Einstieg ist sehr nostalgisch, mit vielen Rückblicken auf frühere Fälle. Für neue Leser sicher hilfreich, für uns langjährige Fans vielleicht etwas ausführlich. Sobald die Handlung aber anzieht, kommt die vertraute Atmosphäre zurück: Spannung, Lokalkolorit und die typische Mischung aus Humor und Ernst, die diese Reihe ausmacht.
Das Gendern am Anfang hat mich etwas aus dem Lesefluss gebracht – für viele Fans vermutlich etwas zu modern. Vielleicht kommt das aber daher, dass es einfach nicht mehr lustig ist. Danach liest es sich wieder gewohnt angenehm.

Lesezeichenfees Fazit:

Ein nostalgisches und unterhaltsames Wiederlesen, das nach einem ruhigen Start richtig Fahrt aufnimmt. Ich hoffe, dass die Reihe weitergeht und dass Testdieb Schlaicher beruflich wieder neue Aufträge bekommt.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Spannender Krimi mit echter Wacken‑Atmosphäre

Tod in Wacken
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Der Emons Verlag hat mit Tod in Wacken von Heike Denzau einen spannenden Krimi veröffentlicht, der vor allem durch seine Wacken‑Atmosphäre punktet. Man spürt das Festivalfeeling, die Menschenmassen, die ...


Der Emons Verlag hat mit Tod in Wacken von Heike Denzau einen spannenden Krimi veröffentlicht, der vor allem durch seine Wacken‑Atmosphäre punktet. Man spürt das Festivalfeeling, die Menschenmassen, die Musik, das Chaos – genau das macht den Reiz aus.

Die Charaktere sind stark gezeichnet und tragen viel zur Spannung bei. Die Handlung bleibt durchgehend mitreißend, ohne große Hänger, und der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und angenehm direkt.

Lesezeichenfees Fazit:
Insgesamt ein spannender Krimi, der Festivalstimmung, gute Figuren und solide Spannung verbindet.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Spannender Krimi mit starken Figuren und kleinen Härten

Das Haus am Moor
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Der Emons Verlag hat ein schönes Buch von Heike Denzau veröffentlicht: Das Haus am Moor.
Eine Entführungsgeschichte, die einen mitreißt – vor allem, weil es um einen Jungen geht und zusätzlich ein älteres ...


Der Emons Verlag hat ein schönes Buch von Heike Denzau veröffentlicht: Das Haus am Moor.
Eine Entführungsgeschichte, die einen mitreißt – vor allem, weil es um einen Jungen geht und zusätzlich ein älteres Mädchen aus dem Heim hineingezogen wird: Jana und Theo. Nele, Janas Freundin, wird dagegen Opfer eines brutalen Verbrechens, was die Geschichte düsterer macht, als man es vielleicht erwartet.

Das Haus steht zwar im Moor, aber echte Moor‑Atmosphäre entsteht kaum. Es ist eher die Einsamkeit des abgelegenen Einzelhauses, die die Spannung trägt. Der Titel passt deshalb nur bedingt, auch wenn er neugierig macht.

Die Handlung bleibt durchweg spannend, weil der Leser immer wieder auf falsche Fährten geführt wird. Ich hatte zwar eine Ahnung, aber sicher war ich mir nie – ein gutes Zeichen für einen Krimi. Das Buch hätte allerdings ein paar Seiten weniger vertragen, denn manche Passagen wirken etwas gestreckt.

Die Brutalität einer der Entführerinnen fand ich schade, aber sie erhöht natürlich die Dramatik. Froh war ich, dass meine beiden Lieblingsfiguren Jana und Theo verschont geblieben sind.

Der Schreibstil ist solide, gut lesbar und ohne große Schwächen.

Lesezeichenfees Fazit:

Ein spannender Krimi mit starken Figuren, kleinen Längen und einem Titel, der atmosphärisch mehr verspricht, als er liefert. 4 Sterne.

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