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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2026

Geh deinen Weg und lass die Leute reden...

Siebeck – Ein sattes Leben
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Zunächst möchte ich die wertige Aufmachung des Buches loben: schweres Papier, hochwertiger Einband und ein stabiler Schutzumschlag – passend zu Siebeck.

Der Text über Siebecks Leben hat mich insgesamt ...

Zunächst möchte ich die wertige Aufmachung des Buches loben: schweres Papier, hochwertiger Einband und ein stabiler Schutzumschlag – passend zu Siebeck.

Der Text über Siebecks Leben hat mich insgesamt beeindruckt. Zwar liest sich das Buch nicht nebenbei, ist aber flüssig geschrieben und durch Fotos angenehm aufgelockert. Besonders spannend fand ich Siebecks ungewöhnlichen Lebensweg und seine Offenheit für Umwege. Hängen geblieben ist bei mir vor allem sein brillanter Sprachstil, aber auch seine Arroganz, die wohl untrennbar zu seiner Persönlichkeit gehörte. Seine kompromisslose Haltung zur französischen Küche und die Bedeutung guter Zutaten fand ich ebenso unterhaltsam wie die Beschreibung seiner Restaurant-Gespräche mit seiner Frau Barbara als „Mitverkosterin“. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, und ich finde es lesenswert.

Etwas mehr Chronologie hätte ich mir allerdings gewünscht, da mich die häufigen Zeitsprünge in alle Richtungen stellenweise verwirrt haben.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Sommerliche Philosophien für jede Jahreszeit

Espresso unter Sternen
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Schon das Cover hat mich begeistert: Die roten Stühle am Strand, das Meer, die Küstenstadt und der Sternenhimmel schaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre zwischen Geborgenheit, Ruhe und Abenteuer. Es macht ...

Schon das Cover hat mich begeistert: Die roten Stühle am Strand, das Meer, die Küstenstadt und der Sternenhimmel schaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre zwischen Geborgenheit, Ruhe und Abenteuer. Es macht sofort Lust aufs Lesen. Auch die hochwertige Gestaltung des Buches generell gefällt mir sehr.

Stefan Maiwald schreibt mit viel Charme und einer feinen Selbstironie, die seine Beobachtungen besonders sympathisch macht. Die kurzen Kapitel, die abwechslungsreichen Themen und die gelungenen Illustrationen sorgen für ein angenehmes Leseerlebnis. Besonders die Geschichte der tanzenden Signora hat mich berührt.

Fasziniert hat mich auch die Beschreibung des Boreto, das ich nun unbedingt einmal probieren möchte. Nachdenklich stimmte mich der Text über die Eckkneipe als Ort der Gemeinschaft – etwas, das vielen Menschen heute fehlt. Die Gedanken über das Leben als Tanz und die mediterrane Gelassenheit haben mich ebenfalls angesprochen und liefern schöne Anregungen für den Alltag.

Mein Fazit: Ein angenehm zu lesendes, liebevoll gestaltetes Buch voller kleiner sommerlicher
Philosophien, das Fernweh weckt und zum Innehalten einlädt.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Zeitgeschichtlich sehr interessant, emotional eher blass

Die Frauen von Skagen
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Ich habe dieses Buch quasi als Sekundärliteratur während eines Urlaubsaufenthaltes in Skagen gelesen. Der Roman hat meine Erwartungen insofern erfüllt oder sogar übertroffen, als er viel über das Leben ...

Ich habe dieses Buch quasi als Sekundärliteratur während eines Urlaubsaufenthaltes in Skagen gelesen. Der Roman hat meine Erwartungen insofern erfüllt oder sogar übertroffen, als er viel über das Leben und die Beziehungen von Marie und Peder S. Kroeyer und Anna und Michael Archer erzählt. Ich habe insbesondere bei den Museumsbesuchen durch das Buch noch einen anderen, sehr viel persönlicheren Zugang zu den Bildern bekommen. Das war informativ, hilfreich und spannend.

Was ich vermisst habe, ist das Emotionale in dem Roman. Obwohl es auf zwei Zeitebenen um mehrere dramatische und teils tragische Liebesbeziehungen geht haben diese mich nicht wirklich ergriffen und mitgerissen.

Die Figuren sind auf dieser Ebene für mich relativ blass geblieben. Selbst die Leidenschaft fürs Malen wird zwar immer wieder verbal erwähnt, aber spüren konnte ich sie nicht, am ehesten noch bei der jungen Vibeke in der Jetztzeit.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Faszinierend, verblüffend und lehrreich

Organisch
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Ich habe bereits "Darm mit Charme" mit großer Faszination gelesen und war sehr gespannt auf das neue und bereits kurz nach Erscheinen hoch gelobte Buch von Giulia Enders.

Meine Erwartungen wurden auch ...

Ich habe bereits "Darm mit Charme" mit großer Faszination gelesen und war sehr gespannt auf das neue und bereits kurz nach Erscheinen hoch gelobte Buch von Giulia Enders.

Meine Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht. Wirkt auch das Cover sehr "medizinisch" und auf mich, ehrlich gesagt, zunächst eher etwas abschreckend, so ist doch der Inhalt für interessierte Nicht-Mediziner sehr schön gestaltet und gut gegliedert. Mein Highlight waren die wunderbaren naiven Bilder von Giulia Enders' Schwester.

Die Kapitelaufteilung ist prägnant und sinnvoll,die Erläuterungen und Erklärungen für mich als absoluter biologisch-medizinischer Laienfrau zu ca. 70-80 % verständlich.

Um vielleicht doch näher an die 100 % zu kommen, habe ich das Buch gerade ein zweites Mal angefangen zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Düster, beeindruckend, tolle Sprache

Das Familientreffen
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Dies war mein erstes Buch von Anne Enright - der Klappentext klang sehr interessant.

Das Buch IST es auch, von der Thematik her. Und vom Schreibstil. In einer außergewöhnlich formulierenden, in gewaltigen ...

Dies war mein erstes Buch von Anne Enright - der Klappentext klang sehr interessant.

Das Buch IST es auch, von der Thematik her. Und vom Schreibstil. In einer außergewöhnlich formulierenden, in gewaltigen Bildern schwelgenden Sprache erzählt die Autorin von der Beerdigung ihres Bruders und versucht, die Hintergründe seines Todes zu ergründen und zu begreifen.

Viele Begegnungen und Gespräche mit Freunden und anderen Angehörigen der Familie finden hier Platz.

Das ist nicht leicht zu lesen, weder von der Namensvielfalt her noch von den Zeitsprüngen vor und zurück und immer wieder Sequenzen, bei denen es sich um Fantasie, Träume, Vorstellungen handelt und die das Ganze teilweise ins Surreale abdriften lassen.

Bei aller Bewunderung - eine leichte Wohlfühl-Lektüre ist das definitiv NICHT, dennoch sehr lesenswert.

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