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Veröffentlicht am 05.03.2018

Der Auftrag

Korrupt
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Eigentlich soll die Agentin Vicki Kahn in ihrem ersten Außeneinsatz nur eine junge Frau nach Südafrika zurückbringen. Der Auftrag gestaltet sich allerdings anders als erwartet. Zum einen erweist sich Linda ...

Eigentlich soll die Agentin Vicki Kahn in ihrem ersten Außeneinsatz nur eine junge Frau nach Südafrika zurückbringen. Der Auftrag gestaltet sich allerdings anders als erwartet. Zum einen erweist sich Linda als weniger kooperativ als angekündigt und zum anderen scheint sie entführt zu werden, bevor Vicki die Vereinbarungen zur Heimreise treffen kann. Ein Abstecher nach Berlin bringt Vicki einige wenige Informationen und so viel Gefahr, dass sie schnellstens nach Süd Afrika zurückkehren soll. Ihr Freund, der Privatdetektiv Fish Pescado, wird inzwischen von einem Anschlagopfer engagiert, um die Hintergründe der Gewalttat herauszufinden.

In diesem Roman hat Vicki Kahn ihren zweiten Auftritt. Aus einigen Andeutungen kann man dies auch herauslesen, für das Verständnis des vorliegenden Bandes ist die Kenntnis des ersten nicht zwingend höchstens vielleicht wünschenswert. Während ihres ersten Auslandseinsatzes, der sie ins kalte Europa führt, hat Vicki einige unerwartet schwierige Situationen zu überstehen. Doch auch daheim in Südafrika geschieht so einiges, auf Oberst Kolingba aus einem anderen afrikanischen Land wird ein Attentat verübt. Er überlebt knapp, aber seine vierjährige Tochter stirbt. Die Mutter ist untröstlich und sie beauftragt Fish mit weiteren Ermittlungen.

In diesem spannenden Roman, der seinen Titel tatsächlich zurecht trägt, ist nichts so wie es scheint. Geschehnisse, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, verbinden sich im Verlauf der Handlung zu einem Ganzen, das einen mal wieder den Glauben an den ehrbaren Politiker verlieren lässt. Präsident auf Lebenszeit, eine Position, die nicht so leicht zu erreichen und schon garnicht leicht zu erhalten ist. Ob das mit dem heutigen Südafrika etwas zu tun hat, kann nicht gesagt werden, zumindest hat es dort vor kurzem einen Wechsel in der Position gegeben, ohne dass das Leben des Vorgängers beendet war. Der in diesem Roman gewählte literarische Kniff führt dazu, dass Seilschaften aufgebaut und genutzt werden. Doch selbst untereinander scheinen die Seilschaften nicht immer zu wissen, wer in welches Lager gehört. Dem Leser wird folgerichtig einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, um einigermaßen den Überblick zu behalten, wobei die im Klappentext erwähnten Kindesentführungen unter den verschiedenen politischen Graben- und Machtkämpfen, welche lediglich zum Wohl der Politiker geführt werden, fast zur Nebensache geraten.

Ein verwickelter, aber nicht verworrener Politthriller, der einem jedwede Illusion über ein politisches System nimmt, das hoffentlich hauptsächlich fiktiv ist, auch wenn es möglicherweise Parallelen zur Realität gibt.

Veröffentlicht am 02.03.2018

Der Gipfel

Strandgut
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Leider ist der Einsatz schief gegangen und das vor laufenden Fernsehkameras. Personenschützer Nicolas Guerlain ist in Ungnade gefallen, seit er seinem Schutzbefohlenen Minister Faure zu einem äußerst peinlichen ...

Leider ist der Einsatz schief gegangen und das vor laufenden Fernsehkameras. Personenschützer Nicolas Guerlain ist in Ungnade gefallen, seit er seinem Schutzbefohlenen Minister Faure zu einem äußerst peinlichen Auftritt verholfen hat. Er wird in seine alte Heimat Dauville strafversetzt. Dort soll er die Polizei wegen des kommenden Gipfels beraten, er selbst soll allerdings während des Gipfels unsichtbar bleiben. Als am Strand eine abgetrennte Hand angespült wird, führen die Ermittlungen Nicolas Guerlain in eine ganz andere Richtung. Damit nicht genug, auch sein Nachbar ein älterer Fotograf ist verschwunden.

Mit einiger Situationskomik macht sich Nicolas Guerlain bei den Lesern bekannt. Wie er diesen ausfaltbaren Kevlarkoffer seinem Minister entgegen wirft und diesen dabei trifft. Mit solchen Personenschützern bedarf es fast schon keiner Attentäter mehr. Kein Wunder, dass Nicolas in der Normandie landet, dorthin wo man bekanntlich zweimal weint, einmal, wenn man dorthin muss und einmal, wenn man wieder weg muss. Doch wenn es Nicolas kalt überläuft, kommt er schon zu ernsthaften Ermittlungen. Die Gemeinde und auch seine Mutter ist in heller Aufregung über den aufgefundenen Arm und auch der verschwundene Fotograf beschäftigt die Gemüter. Und Nicolas lässt sich nicht so schnell aufs Abstellgleis schieben, ebenso wenig wie seine junge Kollegin Claire.

Wenn man sich erstmal etwas an der Küste Nordfrankreichs orientiert hat, werden einem die etwas urigen handelnden Personen schnell sympathisch. Nicolas Guerlain hängt zwar seiner Vergangenheit nach, was ihn manchmal bei der Ausübung seiner Arbeit behindert, aber wenn er sich im hier und jetzt befindet, ist er ein sehr gewitzter Ermittler, der manchmal gerade die Lücke sieht. Diese Fähigkeit kann er bei diesem verwickelten Fall gut gebrauchen. Lange fragt man sich, wie das alles zusammenpasst, um dann überrascht festzustellen, dass sich doch alles irgendwie fügt. Als erster Band einer Reihe ist dieser Roman für Liebhaber von Frankreichkrimis sehr zu empfehlen und auch jeder, der etwas skurrile Krimis mag, wird seine Freude an dem Buch haben.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Ein neues Team

Der Todesmeister
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Viktor Puppe (eigentlich von Puppe) bemüht sich um eine Abordnung an die Mordkommission. Sein neuer Chef ist misstrauisch, was will der Jurist bei den normalen Ermittlern. Allerdings herrscht Personalmangel ...

Viktor Puppe (eigentlich von Puppe) bemüht sich um eine Abordnung an die Mordkommission. Sein neuer Chef ist misstrauisch, was will der Jurist bei den normalen Ermittlern. Allerdings herrscht Personalmangel und so weist er seinen neuen Mitarbeiter dem Team bestehend aus Kenji Tokugawa und Begüm Duran zu. Schon bald wird den dreien der Fall einer am Spreeufer angespülten Mädchenleiche übertragen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die Nichte des Justizsenators handelt, was dem Fall einen besonderen Stellenwert gibt. Erstaunlich, dass die Verwandten die Ermittlungen eher behindern.

Ein neues Team findet sich zusammen. Kenji, der Sohn einer Einheimischen und eines japanischen Vaters; Begüm, die alleinerziehende Mutter, und Viktor, mit Wurzeln, von denen er nichts mehr wissen will. Nach einigen Wortgefechten verständigt man sich doch auf eine recht gute Zusammenarbeit, auch wenn es mit Andeutungen und Blicken manchmal hoch hergeht. Schnell ergeben sich Spuren, die auf einen bestimmten Täter hindeuten. Der Fall wird offiziell abgeschlossen, doch die Ermittler gehen heimlich einem unglaublichen Verdacht nach und bekommen Steine in den Weg gelegt. Wie dem begegnen? Aufhören oder Weitermachen? Weitermachen natürlich und so entwickelt sich quasi eine zweite Untersuchung hinter dem Rücken des Chefs.

Berlin, eine pulsierende Stadt, in der es eigentlich nichts gibt, das es nicht gibt. Doch auch in dieser lebendigen Metropole ist es nicht an der Tagesordnung, dass ein junges Mädchen grausam ermordet wird. Man nimmt dem Team den Feuereifer ab, mit dem es die Arbeit aufnimmt. Sie müssen sich erst zusammenraufen und das tun auf eine für den Leser unterhaltsame schlagfertige Weise, die alle gleichermaßen sympathisch werden lässt. Manchmal ermitteln sie einzeln, doch gemeinsam sind sie stark. Sie ergänzen sich in ihren Erfahrungen und Fähigkeiten. Und sie sind authentisch in ihre Umgebung hineingeschrieben. Man fühlt sich versucht, die Plätze und sei es auch nur im Internet aufzusuchen.

Ein lesenswerter erster Band um Viktor Puppe, dem mindestens noch ein zweiter folgen soll. Ein neues Team, das Serienpotential hat.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Jugend - Liebe - Tod

Die Herzen der Männer
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Schon als Jungendlicher ist Nelson ein Außenseiter. Er ist hochintelligent und er will sich auch nicht vor anderen zum Affen machen. Die alljährlichen Fahrten mit seinem Vater ins Pfadfinderlager genießt ...

Schon als Jungendlicher ist Nelson ein Außenseiter. Er ist hochintelligent und er will sich auch nicht vor anderen zum Affen machen. Die alljährlichen Fahrten mit seinem Vater ins Pfadfinderlager genießt er nur mittelmäßig. Nur Wilbur, der Leiter des Camps, wird zu seinem Vorbild und Freund. Dennoch prägen die Pfadfinder Nelsons Leben. Jahre später wird Nelson selbst zum Leiter der Pfadfinder, gezeichnet zwar vom Krieg, und dennoch ein Freund der Menschen. Bei den Pfadfindern trifft er seinen einzigen Freund Jonathan und dessen Sohn Trevor wieder. Um die Reise durch die Generationen zu erfüllen, erscheint schließlich Thomas, der Sohn des allzu früh verstorbenen Trevor zu seinem Aufenthalt.

Die Erzählung um Nelsons tragische Jugend, mit dem gewalttätigen Vater und die liebevolle, aber schwache Mutter, nimmt einen sofort für den Jungen ein. Man bestaunt seine Intelligenz, seine Gleichmut, das Fehlen einer Anbiederung. Er scheint nicht in die moderne Welt der 1960er zu passen. Kein Wunder also, dass der zu diesem Zeitpunkt schon betagte Wilbur zu einem Leitbild und Vaterersatz wird. Und so erstaunt es nicht, dass Nelson durch Krieg und Verlust gezeichnet den Posten Wilburs übernimmt. Jetzt ist er an der Reihe, jungen Menschen ein Vorbild zu sein. Mit seiner Ruhe, Freundlichkeit und Toleranz versucht er, dem etwas steifen Trevor Verständnis für den Vater zu vermitteln. Weitere Jahre später soll es Nelsons letzter Sommer werden. In diesem Sommer kommt auch Trevors Sohn noch einmal mit. Seine Mutter Rachel begleitet ihn. Die einzige Frau im Pfadfinderlager bewirkt leider kein fröhlicheres Beisammensein, eher im Gegenteil nimmt sie eine Außenseiterposition ein.

Nie ganz gut und selten richtig schlecht, so scheinen sie zu sein, die Männer. Manchmal grausam untereinander, aber doch mit einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Ein trunkener Absturz schweißt eher zusammen als das er trennt. Und dennoch werden durch die Erkenntnis, dass Väter auch nur Menschen sind und keine Idole, manchmal Gräben aufgerissen, die kein späteres Verständnis völlig zu schließen vermag. Und so zweigen sie sich von ihrer guten gefühlvollen Seite, aber auch mit einer perfiden Schlechtigkeit, die nach Strafe ruft. Wie geht das zusammen? Wieso sind sie so? Das wird wohl nicht so wirklich geklärt werden können, man hofft, dass bei den meisten die positiven Momente überwiegen.

Ein warmherziges Buch, das zwar auch nicht die unbequemen Wahrheiten ausspart, das eine wenn auch melancholische aber doch positive Stimmung auslöst.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Marius

Insel 77
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Ihr Bruder Marius soll im gleichen Helikopter von der Bohrinsel transportiert werden wie sie, zwei Wochen Arbeit, vier Wochen frei. Doch Marius steigt nicht ein und der Pilot wartet nicht. Und dann bleibt ...

Ihr Bruder Marius soll im gleichen Helikopter von der Bohrinsel transportiert werden wie sie, zwei Wochen Arbeit, vier Wochen frei. Doch Marius steigt nicht ein und der Pilot wartet nicht. Und dann bleibt Marius verschwunden. Als die junge Ärztin Kristin wegen eines Notfalls zurück auf die Bohrplattform gerufen wird, macht sie sich sofort auf den Weg. Vielleicht findet sie auf diesem Weg eine Möglichkeit, ihren geliebten Bruder wiederzufinden. Wie so oft kommt es allerdings anders, der Patient ist bereits verstorben und verschwunden und auch auf ihren Bruder deutet nichts hin. Wäre da nicht eine geheime Nachricht, Kristin wäre nahe dran aufzugeben.

Wer würde es nicht verstehen, mit aller Macht versucht Kristin, das Schicksal ihres Bruders zu klären. Kannte sie ihn überhaupt wirklich? Bei ihrer Suche erfährt Kristin einiges über Marius, das sie gar nicht glauben mag. Und doch, nie würde Marius den gemeinsamen Vater im Stich lassen, dem das Leben schon arg genug mitgespielt hat. Es muss etwas passiert sein, etwas, das nicht in Marius’ Hand lag. Auf dieser Bohrinsel scheinen doch eigenartige Dinge zu geschehen, schließlich ist bei Kristins Ankunft schon wieder ein Mensch gestorben. Natürlich ist das Leben auf einer solchen künstlichen Insel hart, aber gerade deshalb wird die Sicherheit doch groß geschrieben.

Eine toughe Frau ist diese Ärztin Kristin, ihr Bruder muss einfach gefunden werden. In was ist er herein geraten? Hartnäckig bohrt Kristin nach, ohne Rücksicht auf die Gefahr, in die sie sich bringen könnte. Gespannt verfolgt man ihre Nachforschungen, die viel mehr zutage fördern als je geahnt. Packend und rasant wird ihre intensive Suche geschildert, bei der sie auf Hinweise stößt, wobei ihr Bruder durch die Geschichte irrlichtert und ihr immer knapp zu entwischen scheint. Nach und nach wirkt die Handlung immer bedrohlicher und mit jeder Seite sorgt man sich mehr, die Katastrophe scheint unausweichlich.

Ein rasanter Thriller, das Ende vielleicht etwas weit hergeholt, aber ausgesprochen spannend, so dass man ihn in einem Rutsch weglesen kann.