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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2026

Ich bin begeistert und hatte viel Spaß beim Lesen

Mystery Eye
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Die 14-jährige Tammy wird in ein Ferienlager geschickt, zu dem sie sich eigentlich schon zu groß fühlt. Doch es kommt keine Langweile auf, weil Tammy eine seltsame Begegnung mit dem gleichaltrigen Isaac ...

Die 14-jährige Tammy wird in ein Ferienlager geschickt, zu dem sie sich eigentlich schon zu groß fühlt. Doch es kommt keine Langweile auf, weil Tammy eine seltsame Begegnung mit dem gleichaltrigen Isaac macht. Als sie sich in die Augen blicken, fühlen sie eine mysteriöse Energie und sehen ein blaues Flammenauge. Tammy ist neugierig und möchte dem unbedingt auf den Grund gehen, Isaac dagegen ist genervt, weil er nicht noch mehr Stimmen in seinem Kopf hören möchte. Denn die beiden gehören zu einer Gruppe, die sich über Telepathie austauschen können, und finden diese Mitglieder auch nach und nach.

Die Geschichte beginnt langsam und lässt uns erst Tammy und Isaac kennenlernen. Auch ihre Fähigkeit der Telepathie und wie das funktioniert, erfahren wir schrittweise. Die gedanklichen Gespräche sind auch vom restlichen Text gut abgegrenzt und man erkennt leicht, wer gerade „spricht“. Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo Tammy und Isaac Deutschland verlassen und nach London reisen, wird die Geschichte so richtig spannend. Es treten mehrere neue Charaktere auf und es passiert einiges, weshalb auch Action aufkommt. Mit Bendix, Lucas und Svea wird die Gruppe erst so richtig interessant. Jede/r von ihnen kommt aus einer unterschiedlichen Lebenssituation, hat einen individuellen Umgang damit (Bendix bewundere ich hier sehr) und deshalb auch unterschiedliche Charakterschwächen und –stärken. Ich finde, dass die Jugendlichen dadurch mindestens zwei Jahre älter als ihre jungen 14 Jahre erscheinen. Die Figuren sind von der Autorin sehr anschaulich und gut gezeichnet und werden sicherlich noch eine sehr interessante Gruppendynamik zeigen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und man kommt schnell durch die spannende und kurze Geschichte. Ab und zu kommen auch jugendliche Wörter oder Phrasen vor, was gut zu den jungen Charakteren passt, die das Geschehen dominieren. Einige Momente sind etwas unrund, aber das Debut hat mich positiv überrascht und ich bin nun sehr gespannt, wie es mit der Gruppe im nächsten Teil weitergehen wird.


Fazit:
„Mystery Eye – Telepathie“ hat eine interessante Thematik, ist spannend, berührend und auch actionreich. Ich bin positiv überrascht, wie gut mir die Geschichte gefallen hat, und hatte sehr viel Spaß beim Lesen.

Veröffentlicht am 05.07.2026

Grandioser Fantasyroman mit dem besten sarkastischen Sidekick

Seamere College 1. Strange Familiars
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Gwendolynne studiert magische Tiermedizin am Seamere College. Genauso wie ihr reicher und arroganter Rivale Harrisford steht sie kurz vor dem Abschluss. In der Rangliste der Jahrgangsbesten führt jeder ...

Gwendolynne studiert magische Tiermedizin am Seamere College. Genauso wie ihr reicher und arroganter Rivale Harrisford steht sie kurz vor dem Abschluss. In der Rangliste der Jahrgangsbesten führt jeder der beiden Mal mit einem Punkt vorne. Doch dann erschüttern Magieexplosionen London und die beiden wollen herausfinden, was es damit auf sich hat, damit die praktische Abschlussprüfung reibungslos vonstattengehen kann.

Die Idee der Geschichte ist besonders und gefällt mir wirklich gut: Akademiesetting mit magischen Tieren. Die Arbeit mit kleinen Seelentieren oder z. B. auch großen Drachen wurde von der Autorin sehr gekonnt beschrieben, da sie selbst (normale) Tiermedizin studiert hat. Auch dass es Seelentiere, sogenannte Familiars gibt, mit denen man telepathisch kommuniziert und sie bei Zaubern helfen können, hat mir sehr gut gefallen. Der beste Charakter in diesem Buch ist der Kater Percy, ein sarkastischer und liebenswerter Familiar – best sidekick ever!

Die Protagonisten Gwendolynne, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und alles fürs Studium gibt, und der reiche und deshalb natürlich arrogante Harrisford, klingen ziemlich klischeehaft, aber das sind sie überhaupt nicht. Durch die wechselnde Perspektive der Kapitel blickt man hinter die Fassade der beiden und kann sie sehr gut verstehen und ins Herz schließen. Die Rivalität der beiden besteht wirklich nur aus der akademischen Konkurrenz und nicht aus Ablehnung. Zwischen Genervtsein voneinander, weil der/die andere im Studium punktet, Wortgefechten und das Zusammenarbeiten der zwei Intelligentesten des Jahrgangs ist eine richtig schöne Mischung. Auch die aufkeimenden Gefühle sind anschaulich, entwickeln sich langsam und sind erst am Ende etwas spicy. Neben der Rivalität und der Liebesgeschichte bringen die Nachforschungen zu den gefährlichen Magieentladungen eine besondere Spannung ins Geschehen. Es ist fesselnd, wie nach und nach Geheimnisse und die Funktionsweise des Magiesystems ans Licht kommen. Das Ende wird richtig mitreißend und bietet auch einige Plottwists, von denen ich zwar schon einen mit der Zeit erahnt hatte, mich aber trotzdem immer in Atem halten konnten.

Fazit:
„Strange Familiars“ ist ein toller Reihenauftakt und ich möchte behaupten ein perfektes Fantasybuch, denn es hat die gelungene Mischung aus rivalisierenden Protagonisten, Akademiesetting, viele unterschiedliche magische Tiere, spannende Nachforschungen bezüglich der Magieexplosionen und eine gemächliche und berührende Liebesgeschichte. Ich freu mich riesig auf Band 2!

Veröffentlicht am 12.03.2026

Herrlich amüsant

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Alle Frauen in Melodys Familie können Geister sehen. Doch sie will nicht ins familieneigene Geschäft einsteigen, weshalb sie mit ihrer besten Freundin Marina eine Ghostbusting Agency gründet. Neben der ...

Alle Frauen in Melodys Familie können Geister sehen. Doch sie will nicht ins familieneigene Geschäft einsteigen, weshalb sie mit ihrer besten Freundin Marina eine Ghostbusting Agency gründet. Neben der lebhaften Italienerin Marina, die Melody stets mit gebackenen Köstlichkeiten ihrer Oma versorgt, vervollständigt das Team der von einem Geist empfohlene Azubi Art (der eben KEINE Angst vor Geistern hat, wie es im Online-Klappentext und der vorderen Innenseite des Prints steht). Ihr erster Auftrag führt sie zu einem Herrenhaus mit drei Geister-Brüdern. Doch den Fall bearbeitet auch Leo Dark, der Melody vor einiger Zeit für seine Karriere im Fernsehen verlassen hat, und der unverschämte Reporter Fletcher.

Die Geschichte ist wirklich unterhaltsam. Es gibt durch Melodys Familie, ihrer aufbrausenden Freundin, den spukenden Geistern und dem Azubi Art einige lustige Momente. Durch Melodys Mutter und Großmutter gibt es ein paar seltsame Situationen, wo ich schmunzeln musste. Art hat, entgegen der Behauptung vom Marketing, keine Angst vor Geistern, er muss sich nur erst daran gewöhnen, dass Melody quasi mit Luft redet. Es ist lustig, wie Marina und Art mit den Geistern reden bzw. eigentlich nicht kommunizieren können. Die beiden haben beispielsweise eine Sportübertragung mit dem jüngsten Geister-Bruder geschaut, was echt amüsant ist. Der Aspekt der Agentur und die verschiedenen Charaktere hat die Autorin wirklich sehr gut entwickelt.

Die Geschichte der drei Brüder, die als Geister an ihr Elternhaus gebunden sind, ist wirklich tragisch. Ich hab mich immer sehr gefreut, wenn Melody mit ihrem Team zurück ins Herrenhaus ging. Die drei Brüder haben so unterschiedliche Charaktere, was den Spuk aufgepeppt hat. Die Recherchen über die Familie sind äußerst spannend und die Auflösung herzzerreißend.

So sehr mich das Geheimnis der drei Brüder und der Moment der Enthüllung berührt haben, so wenig gefühlvoll empfand ich die Liebesgeschichte. Leo ist ein harter Konkurrent, der Melody übertrumpfen will, und Fletcher glaubt nicht an Geister, weshalb er Melodys Familie immer wieder aufs Korn nimmt. Manchmal hat es mich schon genervt, wenn Melody schmachtend dastand, weil ihr Gegenüber ja so heiß aussieht aber gerade total frech zu ihr ist. Aber insgesamt bin ich doch recht zufrieden mit ihrer Beziehung, weil die beiden nicht zu viele Gefühle in die Sache interpretieren.


Fazit:
„The Girls Ghostbusting Agency“ ist eine total lustige, spannende und gefühlvolle Geschichte, die mir hauptsächlich wegen dem besonderen Team und den Geistern gefallen hat. Seit der Serie „Ghost Whisperer“ liebe ich solche Geisterscheinungen und habe die Lektüre total genossen. Die Liebesgeschichte hat mich nicht berührt, ist aber recht gut aufgebaut. Ich freu mich schon sehr auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 05.01.2026

Ein Meisterwerk!

Frankenstein
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Viktor Frankenstein studiert in Ingolstadt und kommt auf die Idee, ein Wesen zu erschaffen bzw. Leben einzuhauchen. Diese Grundinfo kennen wir vermutlich alle über die Geschichte. Frankenstein ist dann ...

Viktor Frankenstein studiert in Ingolstadt und kommt auf die Idee, ein Wesen zu erschaffen bzw. Leben einzuhauchen. Diese Grundinfo kennen wir vermutlich alle über die Geschichte. Frankenstein ist dann so geschockt und verzweifelt darüber, welches Wesen er erschaffen hat, dass er es alleine lässt und in tiefe Verzweiflung stürzt. Und so entspinnen sich das Leben des alleingelassenen „Monsters“ (ich mag es so nicht nennen, deswegen die Anführungsstriche) und Frankenstein, ihre eigenen Erlebnisse und Zusammenstöße miteinander.

Ich bin echt begeistert von Mary Shelleys Geschichte. Der Aufbau ist geschickt gemacht, dass man auch, obwohl die Geschichte hauptsächlich aus Frankensteins Sichtweise erzählt wird, die der anderen Charaktere, wie z. B. dem „Monster“ selbst, lesen kann. Den Schreibstil der Autorin mag ich auch sehr! Zum einen ist er lebendig und sehr anschaulich, aber andererseits bringt Mary Shelley wirklich nur die wichtigen Aspekte auf den Punkt. Ich mag auch die Naturbeschreibungen sehr. Außerdem finde ich es schön, wie sie uns die Gefühle der Protagonisten näher bringt. Ich war richtig gefangen in der Geschichte und dem, was die Protagonisten bewegt. Ich weiß nicht, ob das so beabsichtigt war, aber das Geschehen hat mich sehr, sehr berührt und auch manches Mal mit Grauen erfüllt. Dass Shelley und wie sie überhaupt so eine psychologisch tiefgründige Geschichte erschaffen hat, beeindruckt mich wirklich sehr!

Der Zeichenstil von MinaLima ist recht einfach und klar. Die Illustrationen sind in unterschiedlichen Blautönen gehalten und passen mit dem dunklen Stil gut zur düsteren Geschichte, die durch die gelben Elemente aber nicht zu kalt aussehen. Das Bild auf S 201 ist aber falsch, da dort eine Person zu sehen ist, die erst später in der Geschichte auftaucht. An jedem Kapitelanfang befinden sich eine Zeichnung und ein charakteristisches Zitat daraus auf einer Doppelseite, innerhalb der Kapitel auch immer mal wieder kleine Bilder. Die interaktiven Elemente finde ich schön, wo man z. B. Dinge aufklappen oder verschieben kann. Die beiden letzten gefallen mir besonders gut, weil sie hochwertig und aufwendig erscheinen und teilweise sehr filigran sind.


Fazit:
„Frankenstein“ ist ein wahres Meisterwerk! Zum einen hat Mary Shelley eine wunderbare Geschichte geschaffen, die düster, traurig und raffiniert ist. Ich muss unbedingt mehr von der Autorin lesen! Zum anderen hat das Team MinaLima tolle Illustrationen dazu entworfen, die die Stimmung der Geschichte gut einfangen.

Veröffentlicht am 31.12.2025

Rundum gelungen

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Felix und seine Freunde sind als Kinder wohlhabender Eltern aufgewachsen und treffen sich in dem Antiquariat am alten Friedhof, das einem von ihnen gehört. Felix, Vadim, Julius und Eddie suchen Nervenkitzel ...

Felix und seine Freunde sind als Kinder wohlhabender Eltern aufgewachsen und treffen sich in dem Antiquariat am alten Friedhof, das einem von ihnen gehört. Felix, Vadim, Julius und Eddie suchen Nervenkitzel bei ihren Bücher-Diebstählen und verkaufen die Sammlerstücke über Vadims Antiquariat. Eva bringt die Gruppe in Aufruhr und bald müssen sie sich auch entscheiden, wie weit sie mit ihrem diebischen Zeitvertreib gehen wollen… Der Protagonist Felix ist während des Krieges nach Amerika ausgewandert und kommt nun, 1945, als Bibliothekar zurück um die von den Nazis geraubten Bücher zu katalogisieren. In Leipzig trifft er auf einige seiner alten Freunde und geht der Frage nach, was mit Eva in den letzten Jahren geschehen ist.

Ich finde es überaus spannend, wie Kai Meyer die 15 vergangenen Jahre und Geheimnisse immer weiter entfaltet und Hinweise gibt. Der Protagonist Felix möchte unbedingt herausfinden, was mit Eva geschehen ist und auch wie es seinen ehemaligen Freunden geht. Parallel erzählt der Autor sehr spannend und ereignisreich die Erlebnisse der letzten Jahre bis in Felix‘ Gegenwart. Hier werden auch bald Verbrechen entdeckt, die das zerbombte Leipzig in Atem halten. Die Geheimnisse und Geschehnisse werden nach und nach aufgedeckt und entfaltet. Die Geschichte hat sich wirklich flüssig wie ein historischer Krimi lesen lassen (was es teilweise auch ist).

Was mir am besten an der Geschichte gefallen hat, ist der Vibe. In der älteren Zeitebene sehe ich immer noch die vier Freunde auf der Empore des Antiquariats sitzen, wo sie fachsimpeln, trinken und sich gegenseitig necken. Die Gruppe hat durch die verschiedenen Charaktere eine ganz einzigartige Dynamik. Währenddessen überblicken sie den Verkaufsraum des Antiquariats, den Friedhof außerhalb des Fensters und die immerwährenden Rauchschwaden des Graphischen Viertels - mystisch. Auch in der Zeit nach dem Krieg herrscht eine geheimnisvolle und düstere Atmosphäre, während Felix nach seinen Freund/innen sucht, überall zerstörte Häuser in Schutt und Asche liegen und bald auch ein Verbrechen eine große Rolle spielt.

Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der direkt nach dem Krieg spielt und fand es hier überaus interessant und anschaulich dargestellt, wie die Menschen nach einem entbehrungsreichen Krieg gelebt haben. Das trostlose Stadtbild mit Schutthaufen hat dies auch gut verbildlicht.


Fazit:
„Das Antiquariat am alten Friedhof“ ist eine sehr spannende historische Geschichte, die mit einem fesselnden Kriminalfall, verschiedenartigen Charakteren und düsteren sowie gefährlichen Momenten punkten kann. Am meisten hat mir die mystische und geheimnisvolle Atmosphäre gefallen.