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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2019

wo ist Autumn?

Ich weiß, wo sie ist
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Mhhh, das Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück und bekommt deswegen 3,5 Sterne von mir.


Schon auf der ersten Seite ist man mitten in der Handlung, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Tochter von ...

Mhhh, das Buch lässt mich ein wenig ratlos zurück und bekommt deswegen 3,5 Sterne von mir.


Schon auf der ersten Seite ist man mitten in der Handlung, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Tochter von Francine wurde vor 10 Jahren entführt, aber sie hat nie die Hoffnung aufgegeben und plötzlich ist da dieser Zettel „Ich weiß wo sie ist“. Doch wer weiß was? Und wo ist sie? Oder will sich nur jemand einen Scherz erlauben? Das zumindest denkt ihr Exmann Will.

Als Zettelschreiberin outet sich ein Mädchen namens Lena. Sie wurde ebenfalls entführt, konnte nun aber fliehen. Doch sie scheint ein wenig verwirrt. Sagt sie überhaupt die Wahrheit?

Als Leser ist man hin und her gerissen und weiß selber nicht einzuordnen, was real ist. Welchem Hinweis kann man trauen, oder ist das alles ein Hirngespinst? Übertreibt es Francine indem sie sofort auf diesen Hinweis anspringt, oder sollte sie lieber ein bisschen Vernunft walten lassen?

Aber nach diesem tollen Start, wird es für mich leider unrealistisch und ein wenig absurd. Francine begibt sich auf die Suche des berühmten Glenn Schilling, weil er in die ganze Sache verstrickt sein soll. Und so steht sie mehrere Tage vor seiner Villa und wartet darauf das Sa wird. Denn dann ist er außer Haus und sie kann einbrechen. Gänzlich ohne Hilfsmittel und Plan gelangt sie schließlich ins Haus, findet sein privates Zimmer und entführt seine Frau.

Danach lockt sie Glenn Schilling zu sich, der sie wiederrum quasi direkt zu ihrer Tochter führt. Und man mag es kaum glauben, aber natürlich kann sie ihre Tochter Autumn befreien und den beiden gelingt die Flucht.

Auch wenn das Ganze nur eine Geschichte ist, schadet es nicht, wenn sie auch realistisch scheint und das fehlt leider in der zweiten Hälfte. Ebenso bleiben mir leider zu viele wichtige Fragen offen. Schade!

Veröffentlicht am 14.07.2026

so flüchtig wie ein Sommertag

Mirabellentage
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Mirabellentage bietet kurzweilige und leichte Unterhaltung, ohne aber länger nachzuwirken. Der Roman erzählt von der Haushälterin Anna, die viele Jahre an der Seite des Dorfpfarrers Josef im beschaulichen ...

Mirabellentage bietet kurzweilige und leichte Unterhaltung, ohne aber länger nachzuwirken. Der Roman erzählt von der Haushälterin Anna, die viele Jahre an der Seite des Dorfpfarrers Josef im beschaulichen Blumfeld verbracht hat. Sie scheint wenige Ansprüche zu haben und ist mit ihrem Leben zufrieden. Als gute Seele des Dorfes hat sie unter anderem die Seniorengruppe und die Stuhlgymnastik ins Leben gerufen und sorgt mit ihren Aktivitäten für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Trotzdem hält sie sich im Hintergrund und ist eine eher bescheidene Frau.

In Rückblenden werden ihr Leben und Wirken anschaulich und lebendig beschrieben. Die ein oder andere kuriose Geschichte zum Schmunzeln darf dabei nicht fehlen. Ob dieser Humor den persönlichen Geschmack trifft, bleibt jedoch Ansichtssache.

So reizvoll das Landleben auch sein mag, so idealisiert wirkt es hier. Nicht nur, dass jeder jeden kennt, auch wirken Infrastruktur und Vereinsleben nahezu vollständig vorhanden, von der Fahrschule über den Blumenladen bis zum Schützenverein. Ein großer Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn prägen das Dorfleben, wodurch das Bild eines beinahe perfekten ländlichen Idylls entsteht.

Nach Josefs Tod sieht sich Anna plötzlich mit einer unsicheren Zukunft konfrontiert. Sie beginnt sich zu fragen, welchen Platz sie im Pfarrhaus und im Dorfleben zukünftig haben wird und ob sie weiterhin gebraucht wird. Hier klingt zwar das Thema Neuanfang an und verleiht der Geschichte etwas Tiefe, bleibt für meinen Geschmack jedoch zu diffus und kurz angerissen.

Fazit: Insgesamt ein netter Wohlfühlroman mit liebenswerten Figuren und ländlicher Atmosphäre. Eine kleine Auszeit vom Alltag, die zwar keine großen Überraschungen bietet, aber mit ihrem warmherzigen Ton überzeugt. So leicht sich der Roman lesen lässt, so leicht ist er aber auch wieder vergessen.

Veröffentlicht am 10.07.2026

Festhalten oder loslassen?

Weißer Sommer
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In diesem Sommer entscheidet sich, ob Alma und Theo eine gemeinsame Zukunft haben. Dafür treffen sie sich in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich, wo ihre gemeinsame Liebe begann. Aber bevor diese Frage ...

In diesem Sommer entscheidet sich, ob Alma und Theo eine gemeinsame Zukunft haben. Dafür treffen sie sich in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich, wo ihre gemeinsame Liebe begann. Aber bevor diese Frage geklärt werden kann, blickt der Roman auf ihr Kennenlernen und ihren gemeinsamen Weg zurück.

Alma steht kurz vor dem Abschluss ihres Journalismusstudiums, ihre Leidenschaft aber gilt der Malerei. Zunehmend hinterfragt sie, welchen Weg sie einschlagen möchte, welche Chancen und Möglichkeiten sie noch hat. Sie möchte sich ausprobieren und nichts verpassen.
Theo hingegen hat scheinbar seinen Platz bereits gefunden, denn er arbeitet im Betrieb seines Vaters. Durch Alma beginnt auch in ihm etwas zu arbeiten. Doch Schritt für Schritt gerät er dabei auf die schiefe Bahn.

Obwohl deutlich wird, wie sehr sie einander lieben, eine große Vertrautheit und Nähe herrscht, entwickeln sie sich doch ganz unterschiedlich. So begleitet der Roman ihre Liebe durch Höhen und Tiefen, wobei diese zunehmend unter Druck gerät. Dies ist schmerzhaft zu beobachten, vor allem, da es so schleichend passiert und kein nachvollziehbarer Grund vorzuliegen scheint. Hinzu kommt, dass ihre unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründe die Beziehung zusätzlich belasten. Dennoch spürt man den Wunsch von Alma und Theo, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben.

Die Geschichte lebt vor allem von ihren sehr bildhaften und feinfühligen Beschreibungen. Die Autorin zeichnet die Beziehung zwischen Alma und Theo mit großer Sensibilität nach. Die Vertrautheit und Nähe zwischen den beiden sind jederzeit spürbar. Gleichzeitig liegt über der Geschichte ein melancholischer, nachdenklicher Unterton. Allerdings ist die Erzählweise sehr introspektiv. So hatte ich spätestens nach der Hälfte das Gefühl, dass nun alle Gedanken gedacht sind, die Gefühle und gemeinsamen Erlebnisse erzählt und sich die Autorin verstärkt dem Fortschritt der Handlung zuwenden könnte. Dies war nicht der Fall, wodurch für mich das Buch über weite Strecken sehr schwermütig wirkte.

Fazit: Inhaltlich hätte ich dem Buch durchaus 4 Sterne gegeben, da die behandelten Themen relevant, sensibel und überzeugend umgesetzt sind. Vom eigentlichen Leseerlebnis her reicht es für mich jedoch eher für 3 Sterne, da mir etwas mehr aktive Handlung und Leichtigkeit gefehlt haben. Letztlich liegt das aber auch daran, dass die angesprochenen Themen mich momentan nicht so stark abholen. Dennoch ist es ein feinfühliger Roman über Liebe, Zukunftsängste und das Erwachsenwerden.

Veröffentlicht am 08.07.2026

Ein Thriller über Verlust

Deine Zeit wird kommen
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Die zentralen Figuren des Buches sind die beiden Ermittler Björling und Johanna. Björling ist leitender Kommissar in Falkenberg, und er betrauert den Tod seiner Frau, die vor einem Jahr an Krebs gestorben ...

Die zentralen Figuren des Buches sind die beiden Ermittler Björling und Johanna. Björling ist leitender Kommissar in Falkenberg, und er betrauert den Tod seiner Frau, die vor einem Jahr an Krebs gestorben ist. Johanna kommt nach Falkenberg, um die Ermittlungen vor Ort zu unterstützen. Auch sie hat Belastendes in ihrer Vergangenheit erlebt, dessen Hintergründe zunächst nur angedeutet werden und sich erst im Verlauf der Handlung allmählich offenbaren. Lediglich Björlings Kollege Hakansson wirkt unbelastet, wobei man über sein Privatleben kaum etwas erfährt.

Zu Beginn empfand ich die starke Fokussierung auf den persönlichen Ballast beider Hauptfiguren als überladen. Dadurch rückte die eigentliche Ermittlung zum Tod eines jungen Mädchens, das in einem Bach gefunden wurde und dessen Identität lange nicht aufgeklärt werden konnte, zu sehr in den Hintergrund. Statt dass der Fall und seine Aufklärung im Zentrum stehen, wirkte er eher wie ein Rahmen, an dem sich die persönliche Entwicklung der Figuren entlangbewegt.

Erzählt wird in mehreren Strängen: Björlings Trauer und sein persönlicher Absturz, Johannas belastete Vergangenheit und natürlich die Ermittlungen selbst. Und obwohl auch aus Perspektive des Opfers erzählt wird und dessen Leiden dadurch erlebbar erscheint, wollte bei mir keine echte Emotion aufkommen. Weder empfand ich den Fall als düster noch als beklemmend oder atmosphärisch. Wobei ich keine Ahnung habe, ob es an der Übersetzung, dem Schreibstil oder mir selber liegt.

Und leider, leider empfand ich die Aufklärung als absolut unzureichend, da insbesondere die Motivation des Täters unklar bleibt. Eine Erklärung, die ich später nachgelesen habe, konnte ich dem Buch selbst nicht entnehmen.

Mir bleibt vor allem das Thema Verlust im Kopf hängen und die vielschichtigen Wege, wie Menschen versuchen, ihn zu bewältigen. In dem Thriller begegnet er uns in unterschiedlichsten Formen, und mehrere Figuren werden damit konfrontiert. So verschieden die Erfahrungen des Verlusts sind, so unterschiedlich zeigen sich auch die Wege, den Schmerz zu bewältigen. Besonders deutlich wird dies bei Björling und Johanna, aber ebenso bei den Angehörigen der Mordopfer, die ebenfalls mit den Folgen kämpfen.

Fazit: Das Buch hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits wagt es sich an große Themen wie Verlust, Trauer und Schuld, andererseits bleibt es als Thriller deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.

Veröffentlicht am 03.06.2026

Vertraut und Verraten

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Der Roman spielt geschickt mit der Idee eines Buches im Buch. Ein Konzept, das sich bereits durch den fehlenden Autorennamen auf dem Cover andeutet und die Frage aufkommen lässt, warum dieses letzte Buch ...

Der Roman spielt geschickt mit der Idee eines Buches im Buch. Ein Konzept, das sich bereits durch den fehlenden Autorennamen auf dem Cover andeutet und die Frage aufkommen lässt, warum dieses letzte Buch überhaupt geschrieben wurde. Hatte Marceau Miller auf diese Weise Vorkehrungen getroffen? Aber worauf begründen sich seine Ahnungen?

Marceau Miller ist tot. Am Boden einer Felswand liegend, wird er gefunden. Bereits im Prolog erfahren wir, dass er nicht abgestürzt ist, sondern getötet wurde. Und auch seine Frau glaubt nicht an einen Unfall.

Im Zentrum der nun folgenden Handlung steht Sarah, die Ehefrau des toten Autors. Gemeinsam mit ihr begibt man sich auf Spurensuche, während ihr Leben durch den Tod von Marceau komplett aus den Fugen gerät. Und so verhält sie sich manchmal auch. Zwar voller Schmerz und Trauer, aber auch völlig unberechenbar, sprunghaft und starrköpfig. Ich würde fast sagen, sie wütet sich durch die Handlung, was andere Ereignisse überlagert und manche ihrer Reaktionen extrem und schwer nachvollziehbar wirken lässt. Die angedeuteten Sonderbarkeiten der Geschichte gingen für mich dadurch fast unter. Sie wurden schlicht von Sarahs Dominanz überdeckt, und ich konnte nicht einschätzen, ob sie überreagiert oder ihr Verhalten und ihre Zweifel begründet sind. Trotz ihres intensiven Charakters blieb sie mir persönlich seltsam fremd. Auch die Ich-Perspektive schaffte es nicht, sie mir näherzubringen und ihren Schmerz nachfühlen zu können.

Die übrigen Charaktere empfand ich gleichermaßen als schwer greifbar. Hier lag es jedoch daran, dass sie zumeist im Hintergrund blieben und dadurch so schemenhaft waren, dass man sich keinen Eindruck von der Person machen konnte.

Der Lesefluss war für mich wechselhaft. Während ich mich durch große Teile der ersten zwei Drittel eher durchringen musste, fand ich das letzte Drittel schließlich am packendsten. Hier zog die Geschichte an, wurde klarer und schlüssiger.
Beworben als Spannungsroman versucht das Buch, sich vom klassischen Roman zu lösen und Elemente eines Krimis einzubinden. Für mich gelingt jedoch beides nur bedingt. Für einen Roman fehlte mir die Emotionalität, und für einen Krimi entwickelte es nicht genug Spannung.

Fazit: Trotz des über weite Teile dramatischen Untertons konnte ich diesen nicht nachempfinden, da ich die Hauptperson zumeist als anstrengend empfunden habe.