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Veröffentlicht am 10.07.2026

Zwischen Schlagabtausch und Schmetterlingen

Deal with the Devil
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Worum geht’s?
Ein Fauxpas an Silvester hat Rias Schwester ihren Job gekostet. Ein Fauxpas, den Ria begangen hat. Ein Fauxpas, wegen dem sie einen Deal mit deren Chef Adrian eingeht, milliardenschwer und ...

Worum geht’s?
Ein Fauxpas an Silvester hat Rias Schwester ihren Job gekostet. Ein Fauxpas, den Ria begangen hat. Ein Fauxpas, wegen dem sie einen Deal mit deren Chef Adrian eingeht, milliardenschwer und äußerst nachtragend. Ein Deal, der wirklich ein Deal mit dem Teufel ist.

Meine Meinung:
Mit „Deal with the Devil“ startet Kyra Parsi ihre Bad-Billionaire-Reihe und was soll ich sagen? Ich war verloren. Komplett. Der lockere Schreibstil, die Dynamik zwischen den Protagonisten und der bissige, schlagfertige Humor haben mich von der ersten Seite an abgeholt.

Wir erleben die Geschichte aus Rias Sicht und sie ist einfach großartig. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ihre trockenen Kommentare haben mich mehr als einmal laut lachen lassen. Besonders herrlich fand ich ihre innere Stimme, die ihr ständig zuflüstert, was sie eigentlich hätte sagen oder fühlen sollen. Das sorgt für unheimlich viele witzige Momente. Und Adrian? Manche Buchmänner sind einfach viel zu gut gelungen. Charmant, kontrolliert, unverschämt attraktiv und mit genau der richtigen Portion Arroganz.

Überrascht hat mich aber vor allem Adrians Familie. Ich habe sie vom ersten Moment an ins Herz geschlossen und hätte mich am liebsten direkt mit an den Esstisch gesetzt. Julia und Anthony, seine Eltern, sind seit Jahrzehnten verheiratet und trotzdem verliebt wie am ersten Tag. Dazu die herrlich freche Alice, Opa Gumpy und sein rappender Papagei Max. Trotz ihres Milliardenvermögens wirkt diese Familie unglaublich nahbar. Sie necken sich, halten zusammen und lachen miteinander. Genau so muss Familie!

Die Geschichte erinnert an eine klassische Hollywood-RomCom. Ein bisschen Bridget Jones, ein bisschen Der Teufel trägt Prada, dazu jede Menge Wortgefechte, Chemie und romantisches Knistern. Die Tropes Enemies to Lovers, Fake Dating und Forced Proximity greifen perfekt ineinander und lassen zwischen Ria und Adrian in jeder gemeinsamen Szene die Funken fliegen. Und der Glitter am Anfang? Irgendwie hatte ich dabei ein riesiges Déjà-vu. Bis heute weiß ich nicht, warum mir diese Szene so bekannt vorkam. Ging es euch auch so?

Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft die Kapitel kurz vor dem Ende. Dort wird der Spice plötzlich deutlich ausführlicher. Für meinen Geschmack waren das ein paar Details zu viel und sie passten nicht ganz zu der Leichtigkeit, die den Rest des Buches ausmacht. Spice ist für mich völlig in Ordnung, aber lieber angedeutet als bis ins Detail beschrieben. Aber ich werde dennoch keinen Abzug geben. Denn das Ende hat mich mehr als versöhnt. Denn echt jetzt: Eine Diskussion über einen über 80jährigen mit vielleicht bald Arschgeweih? Das toppt alles! Besser hätte Kyra Parsi dieses Buch kaum abschließen können.

Fazit:
Mit „Deal with the Devil“ gelingt Kyra Parsi ein ebenso witziger wie romantischer Auftakt ihrer Bad-Billionaire-Reihe. Schlagfertige Dialoge, jede Menge Chemie, liebenswerte Nebenfiguren und eine Geschichte, die einfach Spaß macht, sorgen für echtes Suchtpotenzial. Lediglich der etwas ausführlichere Spice zum Ende hin war nicht ganz mein Fall. Das ändert aber nichts daran, dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte und mich jetzt umso mehr auf die Fortsetzung freue.

5 romantische Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 10.07.2026

Die Wahrheit hat viele Seiten

Beth is dead
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Worum geht’s?
Nach der Silvesterparty kommt Beth nicht nach Hause. Als ihre Schwestern sich auf die Suche nach ihr machen, finden sie nur noch ihre Leiche. Ermordet. Ausgerechnet Beth, die keiner Fliege ...

Worum geht’s?
Nach der Silvesterparty kommt Beth nicht nach Hause. Als ihre Schwestern sich auf die Suche nach ihr machen, finden sie nur noch ihre Leiche. Ermordet. Ausgerechnet Beth, die keiner Fliege etwas zuleide tun konnte und immer das Gute in den Menschen sah. Wer sollte ihren Tod gewollt haben?

Meine Meinung:
„Beth is Dead“ von Katie Bernet ist ein YA-Thriller, empfohlen ab 14 Jahren. Genau für diese Zielgruppe ist das Buch auch geschrieben: spannend, aber nie überfordernd, mit genau der richtigen Portion Nervenkitzel. Doch nicht nur junge Leserinnen und Leser dürften hier auf ihre Kosten kommen. Auch mich als langjährigen Thriller-Fan hat die Geschichte durch ihren atmosphärischen Schreibstil sowie die geschickten Perspektiv- und Zeitsprünge von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Kapitel für Kapitel lernen wir die March-Schwestern kennen: Meg, die Studentin, Jo, die wohl beliebteste der vier, Amy, die kreative kleine Chaotin, und Beth, die wie ein Engel, wie der gute Geist der Familie erscheint. Durch die Kapitel der Schwestern lernen wir außerdem Laurie, John, Henry sowie einige weitere Nebenfiguren kennen, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen.

Besonders gefallen hat mir der Slow Burn des Buchs. Die Spannung baut sich ganz bewusst Schritt für Schritt auf. Für einen klassischen Erwachsenen-Thriller wäre mir dieses Tempo vermutlich zu gemächlich gewesen. Dort hätte ich deutlich früher mit dramatischen Wendungen gerechnet. Für meine innere Jugendliche passte es jedoch perfekt. Mit jeder Erinnerung setzt sich die Silvesternacht ein Stück weiter zusammen. Gleichzeitig lernen wir die Schwestern immer besser kennen, ihre Hoffnungen, Sehnsüchte, Wahrheiten, Lügen und den unterschwelligen Neid, der zwischen ihnen existiert. Dadurch entsteht weit mehr als nur ein Kriminalfall. Es ist gleichzeitig eine Geschichte über Familie, Zusammenhalt und all die kleinen Risse, die niemand bemerkt.

Neben dem eigentlichen Mordfall sorgen weitere Handlungsstränge immer wieder für Spannung. Besonders die Szenen rund um den Künstler Vaughn haben mich neugierig gemacht, ohne dass ich hier zu viel verraten möchte. Ebenso faszinierend fand ich die Geschichte um das Buch des Vaters. Zeitweise war ich fest davon überzeugt, dass daraus noch eine Art Geschichte in der Geschichte entstehen würde und uns am Ende eine große Überraschung erwartet. Überraschend wurde es tatsächlich, nur eben ganz anders als erwartet. Durch die wechselnden Perspektiven änderte sich mein Verdacht ständig. Etwa ab der Hälfte hatte ich zwar den richtigen Riecher, allerdings aus völlig anderen Gründen als letztlich aufgelöst wurde. Gerade das hat mir richtig gut gefallen.

Zum Ende hin zieht die Spannung noch einmal deutlich an. Mich konnte die Geschichte komplett fesseln. Die Ausgangssituation ist außergewöhnlich, die Spannung entwickelt sich kontinuierlich weiter und auch die Nebenschauplätze fügen sich wunderbar ins Gesamtbild ein. Das Buch über die Schwestern, die Plumfield School, der kleine Ort und die abgelegene Hütte im Wald ergeben zusammen eine stimmige Atmosphäre, in der alles seinen Platz hat. Sogar der Gerichtsprozess wird am Ende noch kurz aufgegriffen und rundet die Geschichte gelungen ab. Und die letzten Seiten? Die haben mich tatsächlich unerwartet getroffen. Das Ende schließt den Kreis auf eine so berührende Weise, dass ich am Schluss wirklich ein, zwei Taschentücher gebraucht habe.

Fazit:
Mit „Beth is Dead“ ist Katie Bernet ein atmosphärischer YA-Thriller gelungen, der nicht von permanentem Tempo, sondern von starken Perspektivwechseln, interessanten Figuren, einer dichten Stimmung und einem kontinuierlich wachsenden Spannungsbogen lebt. Wer Geschichten mit Tiefgang, emotionalen Zwischentönen und einem gelungenen Mix aus Familiengeschichte und Thriller mag, sollte diesem Buch unbedingt lesen. Mich hat die Geschichte von Anfang bis Ende gefesselt und mit ihrem stimmigen Abschluss vollkommen überzeugt.

5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Wenn die Vergangenheit brennt

Blutroter Sommer
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Worum geht’s?
Es ist heiß und die Feuerwehr hat mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. Als die seltsam aufgebahrte Leiche eines Kindes zwischen den Flammen gefunden wird, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. ...

Worum geht’s?
Es ist heiß und die Feuerwehr hat mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. Als die seltsam aufgebahrte Leiche eines Kindes zwischen den Flammen gefunden wird, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind und Carla ist schnell klar, dass sie hier gegen die Zeit kämpft.

Meine Meinung:
Die Kriminalromane von Sia Piontek sind inzwischen fast schon Thrillermaterial. Auch im dritten Fall für Carla Seidel beweist sie das erneut. In „Blutroter Sommer“ geht es noch heißer her als in den beiden Vorgängern. Man fliegt regelrecht durch die Seiten, fiebert mit Carla mit und versucht, der Zeit immer einen Schritt voraus zu sein. Dazwischen sorgen die eindrucksvollen Landschaftsbeschreibungen des Wendlands für kurze Momente zum Durchatmen, bevor die Spannung wieder anzieht.

Im Mittelpunkt stehen erneut Carla und ihre Tochter Lana, die sich beide spürbar weiterentwickeln. Carla beginnt langsam, Nähe zuzulassen, während Lana ihren eigenen Weg sucht. Auch Lars, Carlas Partner, rückt diesmal stärker in den Vordergrund. Seine Geschichte zeigt, wie schwer sich die Arbeit bei der Mordkommission mit einem Privatleben vereinbaren lässt. Neu dabei ist Kim, eine besondere Figur, von der ich mir gut vorstellen kann, dass wir ihr in den kommenden Bänden wieder begegnen werden.

Und der Fall selbst? Der hat es diesmal wirklich in sich. Während der Ermittlungen konnte ich das Knistern des Feuers beinahe hören und die Hitze der Flammen förmlich spüren. Dazu kommen die Verstrickungen rund um zwei Bauernhöfe und ihre Geschichten. Rivalitäten, Emotionen, verpasste Chancen, Erbstreitigkeiten und Spekulationen greifen gekonnt ineinander. Und dann ist da noch ein verschwundenes Bild, das offenbar von enormer Bedeutung ist. Warum? Das müsst ihr selbst herausfinden. Für mich war der Fall von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Immer wieder war ich überzeugt, den Täter entlarvt zu haben, nur um kurz darauf alles wieder infrage zu stellen. Die Kapitel aus Tätersicht liefern genau die richtige Menge an Hinweisen, ohne zu viel zu verraten. So liegt man ständig knapp daneben und verdächtigt immer wieder Menschen, die letztlich völlig unschuldig sind, genau wie Carla und ihr Team. Besonders gefallen haben mir außerdem Lanas eigene Überlegungen und Ermittlungen. Ich bin sehr gespannt, ob sie tatsächlich den Weg in den Polizeidienst einschlägt und wir irgendwann ein Ermittlerduo aus Mutter und Tochter erleben dürfen.

Fazit:
Mit „Blutroter Sommer“ beweist Sia Piontek einmal mehr, dass auch Kriminalromane echten Thrill haben können. Ein fesselnder Fall, starke Figuren und eine Atmosphäre, bei der man die Hitze und das Knistern der Flammen beinahe selbst spürt. Dazu kommen zahlreichen raffinierte Wendungen und falschen Fährten, die mich bis zum Schluss miträtseln ließen. Genau diese Mischung aus Spannung, Atmosphäre und authentischen Figuren macht die Reihe für mich so besonders. Ich freue mich schon jetzt darauf, Carla, Lana und ihr Team im nächsten Band wiederzusehen.

5 brandheiße Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Zwischen den Stühlen

Die geheime Mission
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Worum geht’s?
Nela lebt bei ihrer Mutter, einer überzeugten Kommunistin, die am Aufbau der Sowjetischen Besatzungszone beteiligt ist. Ihren Vater hat sie seit über zehn Jahren nicht gesehen. Doch dann ...

Worum geht’s?
Nela lebt bei ihrer Mutter, einer überzeugten Kommunistin, die am Aufbau der Sowjetischen Besatzungszone beteiligt ist. Ihren Vater hat sie seit über zehn Jahren nicht gesehen. Doch dann steht er plötzlich wieder vor ihr – inzwischen Mitglied der CIA. Kann Nela ihrem Vater trauen? Und stimmt wirklich alles, was ihre Mutter ihr über ihr Leben im geteilten Berlin erzählt hat?

Meine Meinung:
Der historische Roman „Die geheime Mission“ von Titus Müller hat es wirklich in sich. Er spielt in einer Epoche, über die ich weder in der Schule noch durch andere Bücher bislang viel erfahren habe. Gerade deshalb hat mich die Geschichte umso mehr fasziniert und neugierig gemacht. Der Schreibstil ist lebendig, stellenweise aber auch anspruchsvoll. Vor allem die Kapitel aus Gerhards Sicht verlangen Konzentration, da hier zahlreiche geschichtliche Fakten geschickt in die Handlung eingewoben werden.

Die Kapitel aus Nelas Perspektive lesen sich dagegen leichter. Sie ist eine spannende Figur, die buchstäblich zwischen den Stühlen steht: Ihre Mutter ist überzeugte Kommunistin, ihr Vater arbeitet für die CIA und Nela selbst muss erst herausfinden, wem sie glauben und welchen Weg sie gehen will. Und dass bei Richtig und Falsch die Grenzen manchmal gar nicht so eindeutig verlaufen.

Der Krieg ist erst wenige Jahre vorbei, Deutschland befindet sich im Umbruch und Berlin ist in verschiedene Besatzungszonen geteilt. Im Verborgenen entstehen Geheimorganisationen, Spionagenetze werden aufgebaut, Agenten eingeschleust und Menschen manipuliert. Wem kann man vertrauen? Wer spielt ein doppeltes Spiel? Ebenso eindrucksvoll schildert Titus Müller den Aufbau der Berliner Luftbrücke, mit der die Bevölkerung trotz der Blockade mit Lebensmitteln, Kohle und Medikamenten versorgt wird, und zeigt, wie beide Seiten versuchen, die Menschen für ihre Ideologie zu gewinnen.

Für mich war vieles davon völliges Neuland, gleichzeitig aber unglaublich fesselnd. Zwischen den politischen Entwicklungen stehen Nela, ihre Mutter mit ihrer Parteiarbeit und ihr Vater mit seinen Einsätzen für die CIA. Doppelagenten müssen außer Landes gebracht werden, Nelas Kollege verschwindet plötzlich spurlos und ständig schwebt die Frage im Raum, wem man überhaupt noch glauben kann. Titus Müller lässt diese Zeit authentisch und spannend wieder lebendig werden. Er verbindet historische Fakten mit einer packenden Handlung und hat in mir den Wunsch geweckt, noch viel mehr über diese Epoche zu erfahren. Ein Roman, der Aufmerksamkeit fordert, diese aber mit einer dichten Atmosphäre und jeder Menge Spannung belohnt. Und ganz ehrlich: Diese Geschichte schreit doch förmlich nach einem zweiten Band!

Fazit:
„Die geheime Mission“ ist ein historischer Roman, der Wissen und Spannung gekonnt miteinander verbindet. Anspruchsvoll, authentisch und unglaublich atmosphärisch erzählt Titus Müller von einer Zeit, in der Misstrauen zum Alltag gehörte und jede Entscheidung weitreichende Folgen haben konnte. Wer Geschichte nicht nur lesen, sondern erleben möchte, sollte dieses Buch unbedingt entdecken.

5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Wenn Algorithmen töten können

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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Worum geht’s?
Charlie hat KIM entwickelt, eine KI mit menschlichen Zügen. Schneller und intelligenter als alle bislang bekannten Systeme. Doch dann kommt es zu einem Fehler, bei dem Menschen sterben. Charlie ...

Worum geht’s?
Charlie hat KIM entwickelt, eine KI mit menschlichen Zügen. Schneller und intelligenter als alle bislang bekannten Systeme. Doch dann kommt es zu einem Fehler, bei dem Menschen sterben. Charlie bricht ihr Studium ab und versucht seither vergeblich, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Als Cyberterroristen das System bedrohen, scheinen ausgerechnet sie und KIM die einzige Chance zu sein.

Meine Meinung:
Bislang kannte ich Florian Schwiecker nur durch die Thriller, die er gemeinsam mit Michael Tsokos geschrieben hat. Aber ganz ehrlich? „Code Null – Dieses Spiel kennt keine Regeln“ hat mich noch mehr begeistert. Aktuell, erschreckend realistisch, rasant und unglaublich fesselnd.

Besonders überzeugt hat mich das Ermittlerteam. Im Mittelpunkt stehen Charlie, eine brillante IT-Spezialistin und Hackerin, sowie KIM, die von ihr entwickelte KI. Unterstützt werden sie von Lukas und Nicola von der CSG5. Die übrigen Teammitglieder arbeiten eher im Hintergrund, weshalb ich hoffe, sie in den nächsten Bänden noch besser kennenzulernen. Schon jetzt funktioniert die Dynamik der vier hervorragend. Hochintelligent, sympathisch und dennoch mit genügend Ecken und Kanten, um authentisch zu wirken. Und dann ist da noch Hora. Ein Gegner, der ebenso intelligent wie beängstigend agiert.

Der eigentliche Star des Buches ist jedoch der Fall selbst. Cybercrime ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Florian Schwiecker zeigt eindrucksvoll, wie bereits winzige Zeitverschiebungen von wenigen Millisekunden ausreichen können, um Menschenleben zu gefährden. Genau diese Nähe zur Wirklichkeit macht den Thriller so beklemmend. Deepfakes, künstliche Intelligenz, Hackerangriffe auf hochgesicherte Systeme und organisierte Wirtschaftskriminalität – hier haben wir die volle Bandbreite. Man liest nicht über eine ferne Zukunft, sondern über Gefahren, die längst begonnen haben.

Gemeinsam mit Charlie, KIM und der CSG5 tauchen wir tief in die digitale Welt ein, bewegen uns zwischen Nullen und Einsen, erhalten Einblicke ins Darknet und verfolgen Täter, die kaum sichtbare Spuren hinterlassen. Trotz der vielen technischen Themen wirkt nichts überladen. Im Gegenteil: Die Fakten verleihen der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit und machen die Bedrohung nur noch realer. Dazu kommen temporeiche Verfolgungsjagden, Fluchten, permanente Anspannung und der ständige Kampf darum, keine (digitalen) Spuren zu hinterlassen. Das Tempo zieht von der ersten bis zur letzten Seite an, ohne jemals nachzulassen. Für mich war das ein echter Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Und dann dieses Ende. Es beantwortet vieles, öffnet aber gleichzeitig neue Türen. Denn ist eine gelöschte KI wirklich gelöscht? Für mich ist das Buch ein packender Serienauftakt der zeigt, wie schmal der Grat zwischen technologischem Fortschritt und Kontrollverlust geworden ist. Menschen haben schließlich beschlossen, künstliche Intelligenz zu erschaffen und sie ans Internet anzuschließen. Was könnte da schon schiefgehen?

Fazit:
Mit „Code Null – Dieses Spiel kennt keine Regeln“ gelingt Florian Schwiecker ein packender und erschreckend realistischer Serienauftakt, der aktuelle Themen wie KI, Cybercrime und digitale Abhängigkeit zu einem hochspannenden Thriller verbindet. Die Mischung aus authentischen Figuren, rasantem Tempo und einer Handlung, die jederzeit auch in der Realität stattfinden könnte, sorgt für Nervenkitzel bis zur letzten Seite. Gleichzeitig macht das offene Ende große Lust auf die Fortsetzung und lässt einen mit der beunruhigenden Frage zurück, wie sicher unsere digitale Welt tatsächlich ist. Für mich ein absolut gelungener Auftakt einer Reihe, von der ich unbedingt mehr lesen möchte.

5 Sterne von mir.

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