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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2026

Sehr schön

Der vergessene Wald
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Saskia kauft einen Wald mit einer alten Schlossruine. Nach einem Schicksalsschlag will sie neu anfangen. Früher hat sie mit ihrem Vater überlegt wie sie das Schloss erhalten können. Jetzt versucht sie ...

Saskia kauft einen Wald mit einer alten Schlossruine. Nach einem Schicksalsschlag will sie neu anfangen. Früher hat sie mit ihrem Vater überlegt wie sie das Schloss erhalten können. Jetzt versucht sie es allein. Die meisten Menschen sind nicht sehr angetan von der Idee. Einzig Bauleiter Owen lässt sich überzeugen, die Arbeiten zu übernehmen. Auch er hatte kein ganz einfaches Leben und seine Beziehung liegt gerade in Trümmern. Durch die gemeinsame Restaurierung bauen die beiden immer weiter Vertrauen zueinander auf und unterstützen sich gegenseitig.

Für mich klang dieses Buch eigentlich wie ein typischer Wohlfühlroman, doch er ist viel mehr. Die besondere Atmosphäre im Wald ist ganz wunderbar eingefangen. Lebendig werden die alten Bäume beschrieben. Da ist der Leser direkt mittendrin. Die Natur kann heilen und das macht sie hier auch. Die Protagonisten sind viel tiefgründiger als ich erwartet habe. Sie sind authentisch, entwickeln sich, haben ihre Stärken und Schwächen. Leicht und flüssig wurde geschrieben. Man ist viel zu schnell durch. Es gab sogar noch einen Handlungsstrang, der für mich ziemlich spannend war. Was hat es mit dem Erdloch um Wald auf sich? Die Dynamik zwischen Owen und Saskia mochte ich auch richtig gern. Die beiden nähern sich ganz langsam an. Das steht auch nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Denn da geht es mehr um Heilung und was für eine Rolle die Natur da spielen kann.

Für mich ein Wohlfühlroman, der mich aufgrund seiner Tiefe überrascht hat. Muss ich euch natürlich weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Toll

Geschwister
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Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste ...

Die erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus müssen sich, nach dem Tod des Vaters, gemeinsam um ihre Mutter kümmern. Es stehen Entscheidungen für die Zukunft der Familie an, zum Beispiel das erste Weihnachten ohne den Vater, wer erbt das Haus usw. Dadurch kommen alte Konflikte in der Familie wieder hoch und verdrängte Erinnerungen kehren zurück.

Was für ein großartiger Roman. Nachdem ich schon begeistert von den beiden vorherigen Büchern war, musste ich dieses natürlich auch lesen. Ich selbst habe keine Geschwister und war mir nicht klar ob ich die Personen im Buch so nachempfinden kann. Und wie ich das konnte. Grundverschieden sind die drei Charaktere. Andrea fühlt sich nicht gesehen, Ulrika hatte viel Pech im Leben, ist ihrer Mutter sehr nah und Rasmus? Ja, gefühlt ist er einfach nur da aber er geht Konflikten aus dem Weg, will nicht auffallen. Diese Verhaltensmuster kennen sie aus ihrer Kindheit und die lernen wir in Rückblenden sehr gut kennen. Wie bei Moa Herngren bekannt, erzählt jeder Protagonist aus seinem jeweiligen Blickwinkel. Dabei erhält der Leser einen vielschichtigen Eindruck der Familiengeschichte. Und hier wird ganz deutlich klar wie unterschiedlich die Menschen sind und wie subjektiv Erinnerungen sein können. Der Schreibstil ist ruhig und ganz präzise. Wir lesen viele alltägliche Geschichten, die sicher dem ein oder anderen Leser bekannt vorkommen dürften. Und gerade in diesen vielen kleinen Momenten, werden die Konflikte sehr deutlich.

Für mich ein besonderes Buch mit herausragender psychologischer Tiefe, dass ich euch natürlich wärmstens empfehle.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

So schön

Kein Sommer ohne August
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„Die Liebe ist wie eine Rolltreppe: Sobald du einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt hast, hast du keine Möglichkeit mehr, umzukehren und deinen Arsch zu retten.“

Diesen Satz hat Charlie von ihrer Mutter ...

„Die Liebe ist wie eine Rolltreppe: Sobald du einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt hast, hast du keine Möglichkeit mehr, umzukehren und deinen Arsch zu retten.“

Diesen Satz hat Charlie von ihrer Mutter gehört und er hat sich fest in sie eingebrannt. Sie will sich auf keinen Fall verlieben. Hat bei ihrer Mutter zu viele Männer erlebt, die nicht gut für sie waren. Ihre Sommer verbringt Charlie zu Hause, am liebsten in der Buchhandlung von Molly. Mollys Enkel August, versteht sich sofort gut mit Charlie. Sie verbringen zwölf Sommer miteinander. Sommer, an denen sie Bücher an Kunden ausliefern, zusammen lesen und lachen. Und Sommer, an denen sich ihre Gefühle füreinander ändern.
Nach vielen Jahren kehrt Charlie in ihre alte Heimat zurück. Molly hat ihr den Buchladen vererbt. Zu viele traurige Erinnerungen hat sie an diesen Ort und will ganz schnell wieder weg. Jetzt muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und auch August, der sie tief verletzt hat.

So ein Wechselbad der Gefühle hab ich selten erlebt. Es gibt so viele schöne Momente, die Charlie erlebt und dann gibt es so viel Traurigkeit in ihr. Ihr Pflichtgefühl geht immer vor, sich selbst stellt sie hinten an. Die Protagonisten sind sehr authentisch und tiefgründig. Der Schreibstil ist ganz leicht und flüssig. Dieser Roman liest sich viel zu schnell weg. Die Atmosphäre in dem kleinen Küstenort mit dem kleinen Buchladen ist großartig. Und dann diese Story, so gefühlvoll, manchmal nostalgisch und so unglaublich warmherzig. Ich hab mit Charlie und August mitgefiebert und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und jetzt bin ich richtig traurig, dass sie schon zu Ende ist..

Ein atmosphärischer Sommerroman über zweite Chancen und Menschen, die ganz tief in unserem Herzen sind. Eine ganz große Empfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Toll

The Artist
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1920 in der Provance. Joseph ist Journalist und darf zu dem berühmten Maler Tartuffe reisen. Der Maler lebt zurückgezogen, verlässt sein abgelegenes Anwesen seit Jahren nicht. Es gibt einige Gerüchte, ...

1920 in der Provance. Joseph ist Journalist und darf zu dem berühmten Maler Tartuffe reisen. Der Maler lebt zurückgezogen, verlässt sein abgelegenes Anwesen seit Jahren nicht. Es gibt einige Gerüchte, denen will Joseph auf den Grund gehen. Doch hat der Maler ihn gar nicht eingeladen. Wenn Joseph ihm Modell sitzt, darf er trotzdem bleiben. Tartuffes Nichte Ettie lebt auch auf dem Anwesen. Sie kümmert sich um den Haushalt und ihren Onkel, erträgt stoisch seine Launen. Zwischen Ettie und Joseph entwickelt sich schon bald eine Anziehung und dann gibt’s auch noch ein großes Geheimnis, dass aufgedeckt wird und alles verändert.

Ein sehr bemerkenswerter Roman über Kunst, Emanzipation, Abhängigkeit. Die bildliche Sprache ist grandios. Die Farben, das Licht, Gerüche, wunderschöne Landschaftsbeschreibungen. Der drückende Sommer ist so deutlich spürbar. Die Beschreibung des Essens hat direkt Appetit gemacht. Die Protagonisten sind tiefgründig und vielschichtig. Tartuffe, der seine Nichte nicht verlieren will und sie ständig klein hält. Joseph, der Journalist, der schon etwas mehr von der Welt gesehen hat als Ettie. Und dann ist da Ettie, mein heimlicher Star der Geschichte. Sie ordnet sich unter, denkt das Leben hält nicht viel bereit für sie. Doch auch sie kann malen, ist gefangen in ihrer Pflichterfüllung gegenüber dem Onkel. Durch Joseph könnten sich neue Möglichkeiten eröffnen. Nach und nach wird in dem Roman Spannung aufgebaut. Als Leser spürt man, dass irgendwas passieren muss. Die Neugier und er Schreibstil ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen.

Ein klug erzählter, atmosphärisch großartiger historischer Roman, den ich euch sehr ans Herz legen möchte.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Toll

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
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Die Schlacht von Fyremas ist vorbei und Rhyas Welt liegt in Trümmern. Pendefyre ist der neue König, doch wird immer unnahbarer für Rhya. Unerwartet gelangt sie an den geheimnisvollen Water Court, Wasserhof. ...

Die Schlacht von Fyremas ist vorbei und Rhyas Welt liegt in Trümmern. Pendefyre ist der neue König, doch wird immer unnahbarer für Rhya. Unerwartet gelangt sie an den geheimnisvollen Water Court, Wasserhof. Der König dort, ist Soren. Er ist ganz anders als Penn. Soren kümmert sich um sie, hilft ihr dabei wieder Kraft zu schöpfen und ihre magischen Fähigkeiten besser zu kontrollieren. Bald schon gerät Rhya in einen inneren Konflikt. Wem kann sie noch trauen? Wie möchte sie zukünftig leben? Doch die Bedrohung nimmt immer weiter zu. Ein neuer Krieg scheint unausweichlich.

Das ist der zweite Teil einer wunderbaren Fantasy Reihe. Teil ein „The Wind Weaver“ hab ich sehr geliebt und musste unbedingt wissen wie es weitergeht. Ich hatte am Anfang so meine Probleme, wieder in das Buch zu finden, da der erste Teil doch schon ein Jahr her ist. Irgendwann war ich wieder drin und durfte neue Gestalten kennenlernen und Rhya auf ihrer Reise begleiten. Die Atmosphäre hier ist großartig. Düster und emotional , dazu diese neue Wasserwelt. Küstenlandschaften, Stürme und Magie. Herrlich. In der Mitte gab es für mich einige Längen, da passierte nicht allzu viel. Dann aber wurde das Buch richtig spannend. Durch die neue Welt kamen ein paar neue Intrigen und noch mehr Magie dazu. Besonders angetan war ich von den neuen Figuren aber da möchte ich nicht zu viel verraten. Ab und zu hatte ich ein paar „Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“ Vibes. Die zweite Hälfte des Romans hab ich dann fast am Stück verschlungen. Es war unglaublich spannend. Das Finale war einfach nur großartig. Ich war völlig überrascht.

Eine atmosphärisch und emotional sehr starke Fortsetzung mit einer tollen neuen Welt und verständlichem Magiesystem. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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