Profilbild von SimoneF

SimoneF

Lesejury Star
offline

SimoneF ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SimoneF über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2026

Eine rundum gelungene Box!

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine große Tiere-Box
0

Wir sind schon seit vielen Jahren Fans der Wieso? Weshalb? Warum? -Reihe von Ravensburger, und die große Tiere-Box ist wieder ein richtig tolles, durchdachtes Paket für wissbegierige Kids zwischen 4 und ...

Wir sind schon seit vielen Jahren Fans der Wieso? Weshalb? Warum? -Reihe von Ravensburger, und die große Tiere-Box ist wieder ein richtig tolles, durchdachtes Paket für wissbegierige Kids zwischen 4 und 7 Jahren. Neben dem Buch „Wir entdecken Tiere“ sind auch ein Buch zur Bestimmung von Insekten und ein aktiv-Heft enthalten. Komplettiert wird das Paket durch ein großes Dschungel-Ausmalposter, ein Tierspuren-Memory und ein Meerestiere-Puzzle.

Schon auf den Blick begeistert die Vielfalt des Inhalts: Die Bücher mit den bewährten Entdeckerklappen vermitteln Wissen auf eine altersgerechte Art und warten mit spannenden Fakten sowie liebevollen und detailgetreuen Illustrationen auf. Die Seiten sind übersichtlich gestaltet, Texte und Bilder ergänzen sich optimal. Besonders das Bestimmungsbuch zu Insekten finde ich richtig toll: Hiermit kann man mit den Kids im heimischen Garten auf Entdeckungstour gehen und anhand der großen Zeichnungen beispielsweise die Unterschiede zwischen Wespe, Biene und Hummel erkunden, das Tagpfauenauge erkennen oder den Goldglänzenden Rosenkäfer bestaunen. Sowohl dieses Buch als auch „Wir entdecken Tiere“ sind exklusive Sonderausgaben und nicht einzeln erhältlich.

Beim aktiv-Heft ist viel Abwechslung geboten: Hier kann nach Herzenslust geklebt, gemalt, gerätselt und gebastelt werden. Kombinationsgabe, Kreativität und Feinmotorik beim exakten Aufkleben der Sticker bzw. beim Ausmalen werden gefördert. Die aktiv-Hefte von Ravensburger haben uns schon häufig verregnete Nachmittage gerettet!

Innovativ ist das Tierspur-Memory: Hier muss einem Tier die entsprechende Fußspur zugeordnet werden. So lernt man spielerisch auch als Erwachsener noch hinzu! Das große Ausmalposter mit Dschungelthematik verschönert später die Kinderzimmerwand, und das Meerestiere-Puzzle mit 35 Teilen (ca. DIN A4-Größe) trainiert Konzentration und Motorik.

Einziger kleiner Kritikpunkt sind die Aufbewahrungsmöglichkeiten: Für das Memory ist immerhin ein Zipper-Beutel dabei, das Puzzle liegt lose im Karton. Hier wäre es schön gewesen, wenn für beides kleine Boxen enthalten gewesen wären, so dass keine Teile verloren gehen.

Die große Tiere-Box ist auf jeden Fall ein Volltreffer für alle kleinen Tierfans und auch ein sehr schönes Geschenk für Geburtstag, Weihnachten oder den Kindergartenbeginn.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2026

Grandiose Fortsetzung einer wundervollen Reihe

Die magische Bibliothek der Buks 3: Der Phantánasische Schlüssel
0

Die Freude war bei meinem Sohn (12) und mir riesengroß, als die ursprünglich als Dilogie geplante Reihe rund um die Buchschutzgeister, die Buks, aufgrund des großen Erfolges durch einen dritten Band fortgesetzt ...

Die Freude war bei meinem Sohn (12) und mir riesengroß, als die ursprünglich als Dilogie geplante Reihe rund um die Buchschutzgeister, die Buks, aufgrund des großen Erfolges durch einen dritten Band fortgesetzt wurde. Wie bei den ersten Bänden auch, sind wir nur so durch die Seiten geflogen.

Finn und Geraldine reisen verbotenerweise auf eigene Faust in die Buchwelt und stecken auf einer Insel fest. Der gesamten Buchwelt und ihren Schutzgeistern droht Gefahr durch einen alten Feind, der sich mit dem geheimen Orden der Athanæer zusammenschließt, um mit Hilfe des mächtigen Phantánasischen Schlüssels Phantásien endgültig zu zerstören. In der Bibliothek der Buks wird derweil ein neuer Buksling geboren, und die Weissagung des Oraclineums zu seiner Geburt klingt beunruhigend…

Wie schon bei den Bänden 1 und 2 zeichnet sich auch Band 3 durch rasche Wechsel zwischen verschiedenen Handlungsschauplätzen und Erzählperspektiven aus, die für viel Spannung, Tempo und Abwechslung sorgen. Nina George und Jens J. Kramer zünden wieder ein wahres Feuerwerk an Kreativität und verbinden die Zauberin Circe aus Homers Odyssee mit Phantásien, einem mystischen Geheimorden, den Buks, französischen Literaturklassikern und Bikern à la Easy Rider. Finn, Nola, Mira, Thommy und Geraldine wachsen an den Aufgaben, die sie, teils auf sich alleine gestellt, bewältigen müssen. Sie gewinnen an Selbstvertrauen, lernen aus ihren Fehlern und finden den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen. Das Autorenduo zeigt eindrucksvoll, dass die mühsam errungene geistige Freiheit ein wertvolles Gut ist, das jederzeit wieder bedroht sein kann und verteidigt werden muss. Angesichts aktueller Entwicklungen wie den Book Bans in Schulen und öffentlichen Bibliotheken der USA leider ein realistisches Szenario.

Aber auch der Humor kommt in Band 3 nicht zu kurz, und viele Szenen rund um die Buks sind einfach urkomisch und haben uns zum Lachen gebracht. Meine Lieblingsfigur ist nach wie vor Lagerfeldi Buk mit seinen an das reale Vorbild angelehnten Sprüchen, aber auch die Dialoge der anderen Buks sind herrlich. Überhaupt lieben mein Sohn und ich den Erzähl- und Sprachstil, der nicht nur lebendig und abwechslungsreich ist, sondern vor Wortwitz sprüht.

Wir hoffen sehr, dass es noch einen vierten Band geben wird – ein paar Fragen sind ja noch offen, so dass ein Hintertürchen für eine Fortführung der Geschichte bleibt.

Nina George und Jens J. Kramer reihen sich für uns mit der „Magischen Bibliothek der Buks“ ein den Olymp der ganz großen Kinderbuchautor:innen. Diese Reihe hat definitiv das Potential, zu einem Kinderbuch-Klassiker zu werden! Wir können alle drei Bände nur wärmstens weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2026

Ich habe mit Amedeo mitgeatmet!

Wir gehen mal los
0

Angesichts des unscheinbaren Titels „Wir gehen mal los“ wäre dieses Buch beinahe an mir vorbeigegangen – und damit auch eine sehr eindrückliche und berührende Geschichte. „Respira con me“ ist der Originaltitel, ...

Angesichts des unscheinbaren Titels „Wir gehen mal los“ wäre dieses Buch beinahe an mir vorbeigegangen – und damit auch eine sehr eindrückliche und berührende Geschichte. „Respira con me“ ist der Originaltitel, und „Atme mit mir“ hätte auch im Deutschen sehr gut gepasst. Amedeo hat sich nach dem plötzlichen Tod der Mutter völlig zurückgezogen, die Augen hinter einem Vorhang aus Haaren verborgen, auf den Ohren Kopfhörer, aus denen der Heavy-Metal-Song „Just breathe“ tönt. Er hält sich vom Leben, von seinen Mitmenschen fern, kämpft mit Angstzuständen und reduziert sein Dasein auf das Minimum: Atmen, weiteratmen. Als sein Vater ihn zu einer Bergtour nötigt, sträubt er sich innerlich dagegen, ignoriert das angestrengte Geplauder des Vaters bei Aufstieg und bemüht sich, seine Höhenangst unter Kontrolle zu halten. Doch dann passiert etwas, das Amedeo zwingt, sich mit der Realität zu konfrontieren, eine Entscheidung zu treffen und seine Ängste zu überwinden.

Raffaella Romagnolo gelingt es, mit präzisen, leisen Worten Amedeos Gefühlswelt spürbar zu machen. Auch die Hilflosigkeit des Vaters und die Unfähigkeit der beiden, miteinander zu kommunizieren und ihren Schmerz zu teilen, wird deutlich. Wie sie in Amedeos Gedanken Gegenwart und Erinnerungen miteinander verwebt, ist grandios. Ich habe in jedem Satz mit Amedeo mitgefühlt, mit ihm mitgeatmet und bin mit ihm Schritt für Schritt mitgegangen. Besonders beeindruckt hat mich, wie in Rückblicken auf den Schulalltag deutlich wird, dass Amedeo, hinter seiner Haarlocke verborgen, seine Umwelt durchaus sehr sensibel wahrnimmt und, durch die Beobachtung seiner Mitschülerin Lucilla Colombo, einen differenzierten Blick auf seine Klassenkameraden entwickelt.

Ich möchte dieser Roman nicht nur Erwachsenen, sondern auch Jugendlichen ab ca. 16 Jahren wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2026

spannend und wendungsreich

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente: Das Tal der Lügen
0

„Das Tal der Lügen“ ist der dritte Teil der Reihe um die fiktive Jugend- und Internatszeit des jungen Arthur Conan Doyle. Mein Sohn ist ein großer Fan seiner Abenteuer, und wir waren sehr gespannt auf ...

„Das Tal der Lügen“ ist der dritte Teil der Reihe um die fiktive Jugend- und Internatszeit des jungen Arthur Conan Doyle. Mein Sohn ist ein großer Fan seiner Abenteuer, und wir waren sehr gespannt auf die Fortsetzung. Auch wenn es von Vorteil ist, die beiden ersten Bände zu kennen, weil immer wieder darauf Bezug genommen wird, dürfte die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse verständlich sein, da alle wesentlichen Vorkenntnisse geschickt in die Handlung eingeflochten werden.

Wie immer haben mein 12-jähriger Sohn und ich das Buch gemeinsam gelesen. Für Arthur und seine Freunde Jimmie, Irene, Pocket und Grover geht es auf Klassenfahrt auf ein altes Gut im Lake District. Während sich seine Mitschüler auf spannende und lustige Unternehmungen freuen, ist Arthur in großer Sorge: Er wird von Dinah Grey (bekannt aus Band 1) erpresst: Entweder, er besorgt ihr einen verschollenen, sagenumwobenen Gegenstand, der durch übersinnliche Kräfte enorme Macht verleiht, oder seiner kleine Schwester Mary, die in Dinahs Hand ist, wird Schlimmes passieren. Arthur kann sich seinen Freunden nicht anvertrauen, da er fürchtet, dass sie ihm nicht dabei helfen würden, Dinah Grey einen derart mächtigen Gegenstand zu verschaffen. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Schwester und der Loyalität gegenüber seinen Freunden.

Arthur, Irene, Jimmie, Pocket und Grover sind uns im Laufe der Zeit schon sehr ans Herz gewachsen, und jede Figur ist auf ihre Weise besonders und einzigartig. Arthur ist sehr verantwortungsbewusst, Irene behält immer einen kühlen Kopf, Pocket ist abenteuerlustig und schleppt in ihren vielen aufgenähten Taschen allerlei hilfreiche Tools mit sich herum und Grover hat ein Faible für alles Morbide und Übersinnliche. Der kluge Jimmie ist hin- und hergerissen zwischen seiner aufrichtigen Freundschaft zu Arthur und seiner Zuneigung gegenüber seinem Vater Mr. Moriarty, der in dunkle Machenschaften verstrickt ist.

Charakteristisch für die Baskerville-Hall-Reihe ist, dass immer wieder übersinnliche Ereignisse, Fähigkeiten oder Artefakte eine Rolle spielen. Eigentlich kann ich mit paranormalen Phänomen so gar nichts anfangen, aber erstaunlicherweise stört mich das hier gar nicht so sehr. In Band 3 spielen diese auch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, im Vordergrund stehen vielmehr die aufregenden Abenteuer, die die fünf Freunde durchleben. Die Geschichte entwickelt sich rasant und ist voller spannender Momente und Wendungen. Der moralische Zwiespalt Arthurs ist einfühlsam und glaubwürdig ausgearbeitet, und seiner Beziehung zu Jimmie wird auf eine harte Probe gestellt. Wie immer ist der Schreibstil abwechslungsreich und lebendig. Fans der Sherlock-Holmes-Bücher werden auch immer wieder kleine Sidekicks und Hinweise auf spätere Fälle entdecken.

Wie gewohnt hat auch Band 3 wieder einen umfangreichen Anhang, der tolle Infos und Bilder über den echten Arthur Conan Doyle, seine Reisen und sein Leben beinhaltet.

Für mein Empfinden wird diese Reihe mit jedem Band besser, und Band 3 ist mein bisheriger Favorit. Auch mein Sohn war ganz begeistert, und wir freuen uns jetzt schon auf eine Fortsetzung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2026

durchdacht, inofrmativ und empathisch

Mein Kind ist autistisch
0

Ein äußerst hilfreicher Ratgeber, der durchdacht aufgebaut ist und eine wichtige erste Orientierung für Eltern autistischer Kinder bietet. Das Buch startet mit der Definition einer Autismus-Spektrums-Störung ...

Ein äußerst hilfreicher Ratgeber, der durchdacht aufgebaut ist und eine wichtige erste Orientierung für Eltern autistischer Kinder bietet. Das Buch startet mit der Definition einer Autismus-Spektrums-Störung und geht hierbei auch auf die früher verwendeten Begrifflichkeiten ein. Die Autorin klärt zudem mit fünf Mythen auf, mit denen Eltern autistischer Kinder auch heute noch immer wieder konfrontiert werden.
Im nächsten Kapitel erläutert Britta Zytariuk die staatlichen Hilfemaßnahmen, die ggf. infrage kommen, darunter Pflegegrade, Schwerbehindertenausweis, Therapien, Fördermaßnahmen und Nachteilsausgleiche. Ergänzt wird das durch Checklisten, die im Bürokratiedschungel sehr hilfreich sein können. Auch das Kapitel rund um Selbstfürsorge, Auszeiten und Entspannungsmethoden für Eltern fand ich sehr gelungen und extrem wichtig, da der Alltag mit einem autistischen Kind sehr aufreibend sein kann und die Gefahr besteht, sich selbst und als Paar aus den Augen zu verlieren. Der folgende Abschnitt stellt die spezifischen Bedürfnisse des Kindes in den Fokus und bietet neben wichtigen Informationen wieder diverse Checklisten. Gerade aus diesem Kapitel habe ich für unsere Situation die meisten Impulse mitgenommen, die mir helfen, mein Kind besser zu verstehen und schwierige Situationen zu Hause oder in der Schule besser lösen zu können.
Besonders gut gefällt mir der empathische, verständnisvolle Grundton im Buch. Man spürt sofort, dass hier eine selbst betroffene Mutter schreibt, der es ein echtes Anliegen ist, Familien mit autistischen Kindern Unterstützung zu bieten und an ihren eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Die sehr angenehme Du-Form macht den Ratgeber zu einer Lektüre, die man gerne zur Hand nimmt.
Auch wenn sich das Buch in erster Linie an Eltern richtet, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auch Lehrer:innen und Erzieher:innen in ihrem Berufsalltag davon profitieren können. Als Eltern werden wir den Ratgeber noch häufiger zur Hand nehmen, und ihn auch an die Großeltern weitergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere