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Veröffentlicht am 13.07.2026

Nichts für schwache Gemüter

Rätsel
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Eine äußerst merkwürdige Geschichte, teilweise in ihrer Brutalität auch widerlich. Es fängt mit einer Serientäterin an. Sie selbst stellt sich quasi vor. Die Tochter einer schwerreichen Familie in Österreich, ...

Eine äußerst merkwürdige Geschichte, teilweise in ihrer Brutalität auch widerlich. Es fängt mit einer Serientäterin an. Sie selbst stellt sich quasi vor. Die Tochter einer schwerreichen Familie in Österreich, die nach Lust und Laune junge Männer erst in ihr Bett lockt und danach meuchelt. Für die spurlose Entsorgung hat sie eine perfekte Lösung gefunden. Aber dann dreht sich alles von links auf verkehrt. Auf dem Weg zum Treffen mit ihrer Nichte wird sie überwältigt. Von da an beginnt ein einziger Albtraum. Für sie, für die Leser. Und man weiß nicht, was man glauben soll. Denn man ist von Psychopathen, die ein widerwärtiges Spiel spielen, umzingelt. Gleichzeitig wird die Geschichte einer niederländischen Reporterin erzählt, die eben jener Millionenerbin näher kommen will. Sie schreibt an einem Artikel über in der Nazizeit geraubte Kunst, von der man auch Exponate bei der österreichischen Familie vermutet. Dabei hat sie ein sehr persönliches Interesse, denn auch Bilder ihres Großvaters gehören zu dieser Raubkunst. Just an dem Tag, an dem sie einen Termin mit der Tochter hat, verschwindet diese spurlos. Seitdem sind fünf Jahre vergangen. Die Tochter wieder aufgetaucht, in fürchterlichem Zustand, bar jeder Erinnerung. Aus Sicht der Protagonisten wechselnd erzählt, wird scheinbar aufgerollt, was in den fünf Jahren geschah, aber auch davor schon. Beim Lesen wird man ganz wuschig, denn alles dreht sich um maximale Täuschung, Irreführung, Manipulation, Verzerrung. Man traut seinen eigenen Sinnen nicht. Alle scheinen jeden hinters Licht zu führen und auch die harmlosesten Charaktere haben mindestens einen dunklen Kern. Aber dieses Verwirrspiel ist von dem Autor wohl auch so gewollt. Daher auch der, allerdings für diese heftige Story zu harmlose, Titel. Es ist nur eine Geschichte, schreibt der Autor am Schluss. Aber für die teils sehr pervertierten Abschnitte muss man erst einmal die Phantasie haben, um sie so zu Papier zu bringen. Nichts für zart besaitete Gemüter.

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Veröffentlicht am 04.07.2026

Mischung aus Krimi und Tragödie

So kalt die Nacht
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Es geht um schreckliches Leid, Überfordertsein, menschliches Versagen, abgrundtiefen Hass. Das Alles wird in Retrospektiven, die auf Ereignissen, die fast 40 Jahre zurückliegen, zurückblicken und auf Geschehnisse, ...

Es geht um schreckliches Leid, Überfordertsein, menschliches Versagen, abgrundtiefen Hass. Das Alles wird in Retrospektiven, die auf Ereignissen, die fast 40 Jahre zurückliegen, zurückblicken und auf Geschehnisse, wenige Monate zuvor, akribisch aufgerollt und damit gleich mehrere Tragödien enthüllt. Das wissen Kriminalhauptkommissarin Anna und ihr neuer Kollege Frieder aber noch nicht, als sie mit dem Fund von Leichen konfrontiert werden, die man offenbar qualvoll verdursten ließ. Fieberhaft versucht man, Verbindungen zwischen den Toten herzustellen, um eine mögliche Motivlage und damit auch Verdächtige identifizieren zu können. Dabei tun sie sich schwer. Anna verheimlicht immer häufiger auftretende Panikattacken. Frieder wurde von den Düsseldorfer Kollegen nur all zu gerne an Annas Team abgegeben, weil er anders ist. Er schaut keinem direkt in die Augen, hat mehrere Kontrollzwänge hinsichtlich Reinheit, Hygiene und Ordnung, tut sich schwer im zwischenmenschlichen Interagieren. Leander Lost lässt grüßen. Die Geschichte ist flüssig, temporeich und spannend erzählt, liefert auch einiges an Charakterstudien, ist eine gelungene Mischung aus Krimi und Tragödie und bietet noch eine überraschende Wendung zum Schluss. Man freut sich auf eine weitere Folge.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Humorvoll

Mord mit Schwips
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Romy, früher Investigativjournalistin in München, nun Keramikkünstlerin im heimischen Bayerischen Wald, erhält einen panischen Anruf von ihrer Großtante, die in einem feudalen Alterswohnsitz lebt. Dort ...

Romy, früher Investigativjournalistin in München, nun Keramikkünstlerin im heimischen Bayerischen Wald, erhält einen panischen Anruf von ihrer Großtante, die in einem feudalen Alterswohnsitz lebt. Dort wurde in der zum Gut gehörenden Destillerie der Brennmeister tot aufgefunden, offenbar im Waldmeisterlikör ertrunken. Eine Kopfwunde lässt vermuten, dass er zunächst bewusstlos geschlagen wurde und dann kopfüber in den Destillationstank mit besagtem Likör fiel. Die Großtante steht nun unter Verdacht, weil sie zuvor mit dem Brennmeister gestritten hatte, wie Zeugen angeben. Romy eilt ihrer Verwandten zu Hilfe, muss aber feststellen, dass auch sie verdächtigt wird, denn ihre Telefonnummer ist im Handy des Toten gespeichert und eine SMS mit einer Einladung an sie. Nicht genug damit, ermittelt ausgerechnet ihr Ex in diesem Fall, offenbar strafversetzt in die bayerische Provinz. Das ruft die Schnüfflerin in ihr wach und so ermittelt sie teils an der Seite ihres Ex, teilweise hinter seinem Rücken für sich hin, nicht ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Flott erzählt, mit Wärme, Humor und Spannung, wie auch der Klappentext suggeriert. Und irgendwie auch eine Hommage an den Bayerischen Wald.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Bedrohlich

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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Sehr bedrohliche Szenarien breiten sich in diesem Thriller aus, die aufzeigen, dass KI nicht die Bedrohung ist, sondern diejenigen, die diese Instrumente für sich, gegen alle anderen, einsetzen und in ...

Sehr bedrohliche Szenarien breiten sich in diesem Thriller aus, die aufzeigen, dass KI nicht die Bedrohung ist, sondern diejenigen, die diese Instrumente für sich, gegen alle anderen, einsetzen und in verbrecherischer Weise nutzen. Hochintelligente, selbstgefällige, ichbezogene, brandgefährliche Individuen, die hochentwickelte Systeme beherrschen, um alle anderen zu beherrschen. So die Situation, der die EU-Kommission und die mit der Lösung beauftragten Mitarbeiter der relativ neu gegründeten CSA5 gegenüberstehen. Ein relativ harmlos wirkender Vorfall beim Berlin Marathon, bei dem ein Autofahrer von seinem Navi mitten auf die Marathon-Strecke geleitet wurde, was zum Glück ohne Folgen für die Läufer blieb, offenbart sich als Cyberangriff auf das Galileo-System. Nur wenige Sekunden haben gereicht, um die Navis in Berlin verrückt spielen zu lassen. Eine Demonstration, Warnung und Erpressung, wie ein Erpresserbrief an die EU-Kommissionsvorsitzende aufzeigt, der auch eine Forderung von 1 Milliarde Euro beinhaltete. Ansonsten würde man demonstrieren, wozu Timeout, so der Name der Terroristen, noch in der Lage sei. Mit gravierenden Folgen für Berlin, Deutschland, Europa, die ganze Welt. Ein Wettlauf um die knapp bemessene Zeit beginnt für Lukas Philips und die hinzugezogene, „freie“ Hackerin Charlie, sowie die von ihr kreierte KI Kim. Flott und eindringlich geschrieben. Wechselnde Perspektiven erhalten die Spannung. Der Strippenzieher ein wenig arg übermächtig. Die KI Kim zu menschelnd. Manche Situationen nicht logisch und die Komplizen des Strippenziehers zu früh entlarvt. Dennoch ein brisanter und rasanter Thriller mit sympathischen Ermittlern, der die Fährte zum nächsten bereits gelegt hat.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Launig

Schnitzel, Mord & Tunke - Kommissar Hubsis erster Fall
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Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt ...

Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt werden (Hubertus vom Basalthügel)? Titel und Cover und erst der Name lassen auf einen Cosy-Crime schließen. Aber da steckt tatsächlich mehr drin. Es beginnt gemütlich. Hubsi und Familie sind im Familienurlaub – Camping – der eher unbequemen Art. Ausgerechnet Ehefrau Melli erblickt im See eine Leiche. Als Krimifan erwacht bei der gleich der Ermittlerinstinkt, sehr zum Verdruss von Hubsi, der selbst Kriminalhauptkommissar ist. Aber nicht hier, hier ist er im Urlaub. KHK ist er im Sauerland. Er übernimmt sozusagen erst einmal die Erstlage: Polizei informieren, Fundort absperren, Fotos machen, so was eben. Dann ist die örtliche Polizei vor Ort, aber überfordert, denn gleichzeitig ist eine Herde von Kühen auf der nahe gelegenen Autobahn unterwegs und Klimaaktivisten haben sich dort festgeklebt. Vollsperrung der Autobahn. Also muss Hubsi erst einmal einspringen – und bleibt an dem Fall festkleben, wie sein Chef anordnet. Die nächsten Geschehnisse regen arg zum Kichern an. Da wird quasi kein Fettnäpfchen ausgelassen. Und dann kommt noch Ex-Kollegin Anna aus Hamburg zur Unterstützung dazu. Gemeinsam können sie die zähen Ermittlungen zum Abschluss führen. Und dabei wird es für Hubsi durchaus gefährlich, drohen doch Dinge aus seiner Vergangenheit ans Licht gerückt zu werden. Das Buch ist voller Anspielungen, die aber von den Betroffenen nicht verstanden werden. Wie der örtliche Polizeikommissar Paul Ehrlich den vielen Anspielungen auf Institute und Bakterien verständnislos gegenübersteht. Auch der Knecht, der ausgerechnet Ruprecht heißt, weiß nichts mit entsprechenden Vergleichen anzufangen. Witzig geschrieben, launig, mit dennoch ernstem Ermittlerhintergrund.

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