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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2018

Nicht nur knallrot, sondern auch knallhart

Post Mortem - Spur der Angst
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„Post Mortem - Spur der Angst“ ist bereits der 4. Band um Profi-Killer Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Post Mortem - Spur der Angst“ ist bereits der 4. Band um Profi-Killer Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Lina Sattler wurde als Kind entführt, kann sich aber nicht mehr daran erinnern. Doch die Schatten der Vergangenheit werden länger. Der Einzige, der ihr helfen kann ist Avram, denn er hatte bereits damals nach ihr gesucht. Unterstützt werden sie von Emilia, die kurz vor ihrer Hochzeit mit Kollege Mikka steht.
Die ersten drei Bände hatten mich begeistert. Deshalb musste ich „Spur der Angst“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Eigentlich ist es immer das Gleiche: Gewalt, insbesondere Folter und finstere Mächte. Ein inoffizielles Forschungsprogramm mit menschlichen Versuchskaninchen, in das selbst die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Mark Roderick hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Erneut gelingt es dem Autor, Spannung aufzubauen. Gut gefallen haben mir auch die häufigen Perspektivwechsel. Denn die sorgen für Dynamik. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Avram und Emilia sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Neu dabei, Lina. Sie ist tough, kennt keine Angst. Fluch und Segen zugleich. Allerdings scheint Avram in die Jahre zu kommen. Denn so oft wurde er noch nie geschnappt und musste sich von den Mädels retten lassen. Frauenpower eben.
Die Geschichte wird irgendwann vorhersehbar. Zudem haben mir die psychologischen Raffinessen gefehlt, die ich aus den ersten Bänden gewohnt war.

Fazit: Abgründig und böse. Für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 06.03.2018

Nichts Neues unter der Sonne

Sturmfeuer
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„Sturmfeuer“ von Tim Erzberg ist nach „Hell-Go-Land“ der zweite Fall für die junge Polizistin Anna Krüger und erneut auf Helgoland verortet. Worum geht es?
Der kleine Nils verschwindet bei der diesjährigen ...


„Sturmfeuer“ von Tim Erzberg ist nach „Hell-Go-Land“ der zweite Fall für die junge Polizistin Anna Krüger und erneut auf Helgoland verortet. Worum geht es?
Der kleine Nils verschwindet bei der diesjährigen Segelregatta kurz vor dem Ziel aus seinem Boot. Nur das Boot und seine Rettungsweste tauchen wieder auf. Kurz darauf ist auch sein Vater tot. Ein Unglück kommt selten allein? Anna glaubt nicht an Zufälle. Ohne ihren Vorgesetzten Paul und ihre neue Kollegin Saskia ermittelt Anna im Alleingang weiter.
Rückblicke in die Vergangenheit schildern dramatische Szenen aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im April 1945. Eine Gruppe Widerstandskämpfer wollte sich den Briten ergeben, um die Insel und ihre Bewohner zu retten. Ein alter Mann, der die schrecklichen Ereignisse als Kind miterlebt hatte, scheint noch immer traumatisiert.
Was haben beide Handlungsstränge miteinander zu tun?
Anna leidet noch immer unter Migräne, die sie Stalin nennt. Und sie hat nichts dazu gelernt. Wie schon im Vorgänger, agiert sie noch immer unvernünftig und unprofessionell. Nix Essen, außer Tabletten. Wieder kostet ein Alleingang sie fast das Leben. Wieder drehen sich die Ermittlungen im Kreis. Und wieder geht es um Folter und Rache. Last but not least zieht auch diesmal ein Sturm auf…
Nichts Neues unter der Sonne. Tim Erzberg ist das Pseudonym des Literaturagenten Thomas Montasser. Er hat seine Sache zweifellos gut gedacht, aber eben nicht gut gemacht. Unsympathische Protagonisten und zu viele Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Mich konnte „Sturmfeuer“ leider nicht fesseln. Gut gefallen haben mir lediglich die historischen Passagen.

Fazit: Gut, aber nicht so gut wie Band 1. Ein Krimi, den man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 10.12.2025

Ich weiß, was du getan hast

The Woman in Suite 11
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„Woman in Cabin 10“ von Ruth Ware hatte ich vor 8 Jahren gelesen. Damals ein Stand-alone. Jetzt folgt die Fortsetzung, „The Woman in Suite 11“. Ob das funktioniert?
Laura „Lo“ Blacklock, inzwischen verheiratet ...


„Woman in Cabin 10“ von Ruth Ware hatte ich vor 8 Jahren gelesen. Damals ein Stand-alone. Jetzt folgt die Fortsetzung, „The Woman in Suite 11“. Ob das funktioniert?
Laura „Lo“ Blacklock, inzwischen verheiratet und Mutter von zwei kleinen Söhnen, erhält eine Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz. DIE Chance, um ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren. Sie hofft, ein Interview mit dem Millionär und Hotelbesitzer Marcus Leidmann ergattern zu können.
Für den Flug wird sie mit einem Upgrade überrascht und auch ihr Zimmer im Hotel ist eine luxuriöse Suite. Alles sehr mysteriös. Wer wohl dahintersteckt? Womöglich Ben Howard? Jedenfalls war der auch schon in Band 1 dabei.
Wir begegnen weiteren alten Bekannten. Auch Carrie ist wieder mit von der Partie. Sie ist Marcus' Geliebte und will mit Los Hilfe dem Kontrollfreak entfliehen. Eine gefährliche Reise quer durch Europa beginnt. Als Marcus tot aufgefunden wird, gerät Lo unter Verdacht.
Erzählt wird die Geschichte, die einige Wendungen bereithält, in der Ich-Perspektive aus Sicht von Lo. Es geht um Macht und Manipulation - und Mord. Mir war Lo Blacklock schon damals nicht sympathisch. Und so war ich nicht wirklich erstaunt über ihre Naivität und ihre fragwürdigen Handlungen.

Fazit: Atmosphärisches Locked-Room-Setting, aber bei weitem nicht so gut wie im ersten Band.

Veröffentlicht am 03.12.2025

Wo ist Dinah?

Down Cemetery Road
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„Down Cemetery Road“ ist mein erstes Buch von Mick Herron. Es handelt sich um ein Frühwerk des Autors, das er bereits 2003 geschrieben hatte. Nun erscheint sein Erstling auch auf Deutsch. Worum geht es?
Wir ...


„Down Cemetery Road“ ist mein erstes Buch von Mick Herron. Es handelt sich um ein Frühwerk des Autors, das er bereits 2003 geschrieben hatte. Nun erscheint sein Erstling auch auf Deutsch. Worum geht es?
Wir lernen Sarah Tucker und ihren Mann Mark kennen, als ein Haus in der Nachbarschaft explodiert. Sarah glaubt, eins der Opfer zu kennen, die kleine Dinah. Sie will sie im Krankenhaus besuchen. Doch das Kind ist spurlos verschwunden.
Sarah, die an BHS (Bored Housewife Syndrome) leidet und ihre Rolle als Hausfrau satthat, forscht nach. Schon bald bringt sie nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Joseph Silvermann, ein von ihr engagierter Privatdetektiv, wird ermordet.
„Down Cemetery Road“ ist eine komplexe, mäßig spannende Geschichte, die im Geheimdienstmilieu spielt. Ein Mix aus Krimi und Gesellschaftsroman, durchzogen von schwarzem Humor.
Sarah kommt etwas übergriffig rüber. Warum will sie unbedingt herausfinden, was es mit dem verschwundenen Kind auf sich hat? Schon bald gerät Sarah in das Zentrum einer riesigen Verschwörung und Leichen säumen ihren Weg.
Erst ganz am Schluss erhält Sarah Unterstützung von Privatermittlerin Zoë Boehm, der Partnerin des ermordeten Detektivs. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, weiß ich noch nicht.

Fazit: Nicht misslungen - doch mit größeren Problemen/Schwächen.

Veröffentlicht am 28.11.2025

Düster und beklemmend

Eisnebel
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Um es gleich zu sagen, „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall hat mich enttäuscht. Ein Thriller ist es nicht, eher ein Familiendrama. Worum geht es?
Connor stammt aus einem reichem Elternhaus. Über die Weihnachtsfeiertage ...


Um es gleich zu sagen, „Eisnebel“ von Kate Alice Marshall hat mich enttäuscht. Ein Thriller ist es nicht, eher ein Familiendrama. Worum geht es?
Connor stammt aus einem reichem Elternhaus. Über die Weihnachtsfeiertage soll seine Familie seine Verlobte Theodora, genannt Theo, kennenlernen. Diese kommt geheimnisvoll rüber. Jedenfalls ist Theo nicht ihr echter Name.
Theo bekommt mysteriöse Nachrichten von einer unbekannten Nummer. Wer steckt dahinter? Aber wie das so ist bei Locked-Room-Mysteries, hat sie auf einmal keinen Empfang mehr.
Ein abgelegenes Anwesen. Meterhoch Schnee. Menschen, vom Rest der Welt abgeschnitten. Kein Handy-Empfang. Kein Entkommen. Hat man so oder so ähnlich schon mal gelesen.
Während Theo sich der Tatsache stellt, dass jemand versucht, sie von Connor fernzuhalten, entdeckt sie, dass ihr Teile des Familienanwesens bekannt vorkommen. Bruchstücke ihrer Erinnerungen tauchen auf und sie erkennt die erschreckende Realität: Sie war schon einmal hier.
„Eisnebel“ ist eine rührselige Geschichte: Waisenkind, in einer Hölle von Elternhaus aufgewachsen, trifft Märchenprinz. Natürlich ist Theo nicht willkommen. Denn die Familie hat Ermittlungen über sie angestellt. Dabei hat fast jeder selbst ein Geheimnis, etwas zu verbergen.
Aber, ist Theo wirklich ein Kind des Teufels? Irgendwann war mir die Auflösung egal, weil ich keine emotionale Bindung zu den Protagonisten aufbauen konnte.

Fazit: Kitschige Schmonzette, die mich nicht zu fesseln vermochte.