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Veröffentlicht am 02.07.2025

Klingt wie ein Gag, liest sich wie ein Stich ins Herz

Shark Heart
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Buch: Typ wird zum Hai. Ich: Okay, ciao.

20 Seiten später: Okay, warte. Vielleicht bleib ich doch.

Ich war wirklich kurz davor, das abzubrechen. Dachte, das wird eins von diesen überkonstruierten, absurden ...

Buch: Typ wird zum Hai. Ich: Okay, ciao.

20 Seiten später: Okay, warte. Vielleicht bleib ich doch.

Ich war wirklich kurz davor, das abzubrechen. Dachte, das wird eins von diesen überkonstruierten, absurden Debüts, die „anders“ sein wollen, aber halt nix erzählen. Und dann hat’s mich einfach komplett reingezogen. Nicht, weil plötzlich viel passiert, sondern weil diese ganze absurde Ausgangslage sich plötzlich total logisch anfühlt. Emotional logisch.

Worum’s geht?

Lewis mutiert langsam zu einem weißen Hai, medizinisch bestätigt, nicht symbolisch. Wren, seine Partnerin, bleibt zurück und versucht, nicht durchzudrehen. Klingt absurd, ist aber richtig gut gemacht. Und das Beste: Die Geschichte nimmt das komplett ernst. Da wird nix ironisch gebrochen oder groß erklärt. Es ist einfach so.

Wren ist keine klassische Protagonistin. Sie hat keinen Masterplan, sie fällt nicht in ein neues Leben rein, sie ist einfach... lost und sie driftet. Nicht auf diese selbstfindungs-esoterische Art, sondern einfach, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll. Sie geht zur Arbeit, sie redet mit Menschen, sie ist irgendwie da, aber innerlich ist sie komplett raus. Ich fand das super realistisch. Keine große Heldinnenreise. Nur Leere. Und das Gefühl, dass nichts mehr stimmt, obwohl alles gleich aussieht.

Ich hab’s an einem Tag durchgelesen, saß dann da und war so: Was zur Hölle war das jetzt? Und warum hat’s mich so berührt?

Ich mochte, dass es keine Auflösung gibt. Keine Message, kein „und dann hat sie gelernt, loszulassen“. Es ist einfach eine traurige, absurde, sehr direkte Geschichte über Veränderung. Körperlich, emotional, alles gleichzeitig. Ich hab’s geliebt. Auch wenn ich immer noch nicht ganz weiß, warum.

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Veröffentlicht am 18.07.2026

Interessantes Thema

Paradise Beach
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In „Paradise Beach“ von Dara Brexendorf begleitet man Ada, die nach einer Endometriose-Operation mit Schlaflosigkeit und den Erinnerungen an einen prägenden Sommer ihrer Jugend kämpft.

Ich finde es extrem ...

In „Paradise Beach“ von Dara Brexendorf begleitet man Ada, die nach einer Endometriose-Operation mit Schlaflosigkeit und den Erinnerungen an einen prägenden Sommer ihrer Jugend kämpft.

Ich finde es extrem gut und wichtig, dass das Thema Endometriose hier so viel Aufmerksamkeit bekommt. Es ist super, dass das Ganze endlich mal in Romanen thematisiert wird und nicht nur in einer nischigen Social-Media-Bubble stattfindet oder in einem Nebensatz abgehakt wird. Das hat mich echt abgeholt.

Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Durch den ständigen Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit bin ich einfach nicht in einen richtigen Flow gekommen. Vielleicht lag es am Ende auch generell am Schreibstil, aber das ist natürlich totale Geschmackssache. Mir hat einfach ein bisschen das Tempo gefehlt, und ich hätte mir einfach mehr Dynamik und ein paar mehr Wendungen gewünscht.

Auch wenn mich der Roman nicht vollständig überzeugen konnte, schätze ich sehr, wie viel Raum er einem Thema gibt, das noch immer viel zu wenig Beachtung findet.

Veröffentlicht am 18.07.2026

Essenz von Trauer

Unter Wasser
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In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, ...

In „Unter Wasser“ geht es um Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort freundet sie sich mit Arielle an und verbringt mit ihr eine unbeschwerte Kindheit am Meer, bis der Tsunami 2004 alles verändert. Jahre später lebt Marissa in New York und wird während Hurricane Sandy erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Mir haben vor allem die Kapitel in Thailand gefallen. Die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle, das Leben am Meer und die Atmosphäre rund um die Forschungshütten und Tauchgänge waren sehr greifbar. Auch Marissas Trauer wurde ruhig und nachvollziehbar erzählt. Nur die vielen Natur- und Tierbeschreibungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich.

Insgesamt fängt Tara Menon die Essenz von Trauer sehr gut ein. Der Ton und der Rhythmus des Buches transportieren diesen Schmerz sehr authentisch und zeigen, wie Verlust über Jahre nachwirkt.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Ein starkes Thema, das für mich nicht aufgegangen ist

Hazel sagt Nein
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Ich habe mich auf „Hazel sagt nein“ gefreut, aber beim Lesen gemerkt, dass es mich nicht so erreicht hat, wie ich gehofft hatte.

Kurz zum Inhalt: Hazel zieht mit ihrer Familie von Brooklyn in eine kleine ...

Ich habe mich auf „Hazel sagt nein“ gefreut, aber beim Lesen gemerkt, dass es mich nicht so erreicht hat, wie ich gehofft hatte.

Kurz zum Inhalt: Hazel zieht mit ihrer Familie von Brooklyn in eine kleine Universitätsstadt. Am ersten Schultag wird sie vom Direktor bedrängt. Sie sagt nein, und dieses Nein setzt eine Kettenreaktion in Gang, die nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihre Familie und das Umfeld durcheinanderbringt.

To be fair: Am Anfang hat das richtig gut funktioniert. Starkes Topic (Machtmissbrauch, ein klares Nein und die Folgen davon), gutes Tempo durch die kurzen Kapitel und sprachlich angenehm zu lesen. Jetzt kommt aber mein Aber: Die Geschichte fühlte sich erstaunlich oberflächlich an. Zu Beginn zeigt das Buch noch ganz gut, wie unfair und zäh Machtmissbrauch nachwirken kann, und dann kippt alles. Plötzlich gibt es absurde Wendungen, die für mich extrem unrealistisch waren und dem eigentlich schweren Thema nicht gerecht werden.

Nichts ging wirklich in die Tiefe, vieles wirkte sehr konstruiert. So wurden viele weitere Themen gestartet, zum Beispiel Antisemitismus, aber nicht weitergeführt. Als Leserin fand ich das sehr unbefriedigend, weil einige Stränge einfach im Nichts verliefen und andere so schnell und irgendwie lustlos beendet wurden, dass es sich anfühlte, als müsse jetzt ganz zackig ein Ende her.

Das hätte ein richtig guter, unbequemer #MeToo-Roman sein können. So richtig aufgegangen ist das für mich am Ende nicht.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Schönes Setting, wenig Spannung“

Beste Zeiten
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Sickan ist 21, stammt aus einer Kleinstadt in Schweden und zieht nach Stockholm, um zu studieren. Zum ersten Mal in ihrem Leben findet sie eine richtige Freundin: die extrovertierte, warmherzige Hanna. ...

Sickan ist 21, stammt aus einer Kleinstadt in Schweden und zieht nach Stockholm, um zu studieren. Zum ersten Mal in ihrem Leben findet sie eine richtige Freundin: die extrovertierte, warmherzige Hanna. Dann lernt sie Abbe kennen und verliebt sich zum ersten Mal. „Beste Zeiten“ begleitet sie durch diese ersten echten Erfahrungen von Liebe, Freundschaft und Selbstfindung.

Ich fand es echt schwierig, eine Rezension zu schreiben. Sprachlich fand ich das Buch richtig toll. Der Stil ist ruhig, klar und gut lesbar, und die Atmosphäre (besonders das Stockholm-Setting) hat mir total gefallen. Aber inhaltlich hat mir einfach der Spannungsbogen gefehlt. Vieles plätschert so vor sich hin und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass nichts wirklich passiert.

Anfangs wirkt alles wie ein klassischer Coming-of-Age-Roman: neue Stadt, erste Liebe. Aber nach und nach brechen Erinnerungen aus Sickans Vergangenheit durch. Mobbing, Übergriffe, emotionale Vernachlässigung. Es gab einige Szenen, in denen ich sie am liebsten einfach in den Arm genommen hätte.

Am Ende entwickelt sich Sickan dann ziemlich rasant. Ich will nicht zu viel verraten, aber der Sprung in ihrer Persönlichkeit kam mir etwas zu abrupt. Nach all dem Zögern und Grübeln war die plötzliche Reife für mich schwer nachzuvollziehen - fast so, als hätte das Buch kurz vor Schluss noch schnell eine Wendung gebraucht.

Trotzdem mochte ich, wie viele Themen Jenny Mustard anspricht: Ausgrenzung, Gewalt, Klassismus, Freundschaft unter Frauen. Und obwohl mich der Spannungsbogen nicht ganz überzeugt hat, bleibt es im Kopf.

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