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Veröffentlicht am 25.10.2020

Eine bewegende Liebesgeschichte über Worte, die bewegen

Eine Handvoll Worte
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„Eine Handvoll Worte“- was für ein schöner Titel, oder? Er klingt so romantisch, poetisch, hoffnungsvoll… und genau so ist auch die Geschichte.
Das Buch war mein zweites von Jojo Moyes. Schon nach wenigen ...

„Eine Handvoll Worte“- was für ein schöner Titel, oder? Er klingt so romantisch, poetisch, hoffnungsvoll… und genau so ist auch die Geschichte.
Das Buch war mein zweites von Jojo Moyes. Schon nach wenigen Sätzen habe ich den unverkennbaren Stil der Autorin wiedererkannt. Angefangen mit dem lyrischen, fast schon formellen Schreibstil. Dieser distanzierte Erzählstil, der so viele verschiedene Perspektiven beleuchtet, dass man vollkommen in die Story eintaucht.Über die charakterstarken, teils beinahe skurrilen Figuren, so viele verschiedene. Bis hin zu dem komplexen Aufbau der Story. Wobei „Eine Handvoll Worte“ mit seinen vielen Zeitsprüngen und komplizierten Verstrickungen in dieser Hinsicht wohl alle Bücher toppt, die ich bisher gelesen habe.
Mir hat der Klappentext sehr gefallen. Und auch im Nachhinein würde ich sagen, dass der Klappentext super ist, denn mehr gibt es zum Inhalt eigentlich gar nicht zu sagen.
Es geht um zwei Frauen, sie sind so verschieden und auch ihre Beziehungen sind fast schon gegensätzlich. Dennoch träumen beide von ihrer großen Liebe.
Jennifer Stirlings Geschichte beginnt bereits 1960. Nach einem Unfall wacht sie ohne jegliche Erinnerung auf. Von ihrem Ehemann Laurence und ihren Freundinnen erfährt sie: Jennifer ist jung, schön und reich. Sie ist die perfekte Ehefrau. Und hier kommt natürlich noch der historische Kontext ins Spiel, der dieses Buch für mich besonders macht. Jojo Moyes stellt die Gesellschaft in den 60er Jahren sehr anschaulich, interessant dar. Ich fand es unglaublich spannend, zu sehen, was sich in den letzten Jahrzehnten alles verändert hat.
Und doch merkt Jennifer, dass sie nicht glücklich ist in ihrem Leben, es schon lange nicht mehr war. Und dann findet sie Liebesbriefe. Vor ihrem Unfall gab es da einen Mann, Boot, der sie leidenschaftlich, unwiderruflich liebte. Gehört er nur zu ihrer Vergangenheit, oder ist er auch ihre Zukunft ?
Genau diese Frage stellt sich Elli über vierzig Jahre später, als sie jene Briefe im Archiv ihrer Zeitung findet. Sie begibt sich auf der Suche nach dem Liebespaar. Und stößt auf eine tragische Liebesgeschichte. Gleichzeitig findet sie auch langsam wieder zu sich selbst.
Denn Ellies Leben ist lange nicht so perfekt, wie sie es sich versucht einzureden. Ihr Leben als Geliebte ist nicht das, was sie glücklich macht.
Und auch hier war ich wieder von der Idee hinter dem Buch begeistert. Sind die heimlichen Geliebten, Affären nicht immer ein Tabuthema?! Doch anstatt dass Ellie der Sündenbock der Geschichte ist, weil sie einer anderen Frau ihren Mann abspenstig macht, oder Jennifer die Verurteilte, da sie ihrem Mann fremdgeht, setzt sich die Geschichte intensiv mit ihren Gefühlen, Gedanken, Sorgen und Problemen auseinander. Beim Leser führt das dazu, dass man nicht anders kann, als nachzudenken. Einerseits ist man schockiert, wie egoistisch und naiv Ellie in ihrer Rolle als Geliebte ist. Andererseits wünscht man ihr von ganzem Herzen, glücklich zu werden. Von jemandem so geliebt zu werden, wie sie es verdient hat.
Außerdem hat es mich beim Lesen total fertig gemacht, wie tragisch Jennifer und Boots Liebesgeschichte verläuft. Wie könne die Augen da trocken bleiben, wenn manchmal wenige Minuten genügen, um die beiden wieder auseinander zu bringen? Wenn die beiden unter ihrer Vernunft leiden ? Eins ist auf jeden Fall sicher: „Eine Handvoll Worte“ ist eine unfassbar emotionale Liebesgeschichte, die unter die Haut geht, den Leser aufwühlt und zum Nachdenken anregt.
Ich würde das Buch allen Fans der Autorin (und denen, die es noch werden möchten;)) empfehlen. Wenn man den Stil der Autorin schon kennt und bisher nicht mochte, dann gehe ich jedoch davon aus, dass auch diese Geschichte daran nichts ändern kann.
Ich bin mir allerdings absolut unsicher, wie viele Sterne ich dem Buch geben soll, 4 oder 5 ? Eigentlich, die Buchidee, die gefühlvolle Umsetzung, die durchdachte Handlung, das alles spricht für 5 Sterne. Doch muss man eben den, nun ja, teilweise etwas speziellen, gewöhnungsbedürftigen, Stil der Autorin mögen. Und hier und da habe ich daran etwas auszusetzen. Zum Beispiel habe ich fast hundert Seiten gebraucht, um endlich in die Geschichte reinzukommen. Und mit der Naivität mancher Figuren komme ich auch nicht immer so klar. Deshalb habe ich mich schließlich für 4,5 Sterne entschieden.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Wie viele Geheimnisse kann es an einer einzigen Schule geben ?

Tote Mädchen lügen nicht
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Spätestens seit der Netflix-Verfilmung kennt jeder diesen Titel: „Tote Mädchen lügen nicht“. Sicherlich wisst ihr auch wovon Buch und Serie handeln, wenn nicht, dann folgt hier eine kurze Beschreibung:
Als ...

Spätestens seit der Netflix-Verfilmung kennt jeder diesen Titel: „Tote Mädchen lügen nicht“. Sicherlich wisst ihr auch wovon Buch und Serie handeln, wenn nicht, dann folgt hier eine kurze Beschreibung:
Als Clay von der Schule nach Hause kommt steht vor seiner Haustüre ein kleines Packet. Eine Schuhkarton, ohne Absender. Doch so unscheinbar das Päckchen von außen wirkt, so bedeutsam ist sein Inhalt. Denn es beinhaltet 7 Kassetten, bis auf eine sind alle beidseitig bespielt und durchnummeriert. Und jede einzelne Seite, oder besser gesagt Clays Mitschülerin Hannah Baker, die darauf zu hören ist, erzählt eine Geschichte. Und alle zusammen berichten vom Leben einer jungen Frau, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Denn das Besondere, das Unfassbare : Hannah lebt nicht mehr, sie hat sich vor ein paar Wochen das Leben genommen ! Und Clay erfährt nun die Gründe. Doch dass er dies überhaupt kann, liegt einzig und allein daran, dass auch er einer von ihnen ist. Eine Seite der Kassetten ist ganz allein ihm gewidmet. Aber was hat Clay getan, wie hat er Hannahs Leben zerstört ? Clay beginnt die Kassetten zu hören und je mehr er erfährt, desto klarer wird ihm, dass sein Leben danach, nach diesem Abend, nicht mehr dasselbe sein wird. Was Hannah zu berichten hat ist nämlich nur eines: Schrecklich !!!
Bevor ich das Buch gelesen habe, kannte ich schon die erste Staffel der Serie, die Staffel, die auf diesem Buch basiert. Allerdings hat diese mich nicht begeistert, weshalb das Buch erst einmal lange Zeit auf meinem SUB landete. Nun habe ich mich also endlich, wenn auch nicht ganz unvoreingenommen, dazu aufgerafft es zu lesen. Zum Glück…
Das Buch ist wirklich sehr anders, als alles, was ich bisher gelesen haben. Denn es erzählt quasi zwei Geschichten parallel. Die Geschichte von Hannah, die ein traumatisches Ereignis nach dem anderen erlebt hat, welche sie nun ziemlich unterhaltsam preisgibt. Und die Geschichte von Clay, der in der Gegenwart zuhört und langsam durchdreht. Weil er ihr nicht helfen konnte. Wir bekommen für einen einzigen Tag Einblick in seine Gedanken, und diese Stunden sind das Einzige, was zählt. Am besten würde der Roman sicher wirken, wenn man ihn, wie Clay, an einem Stück durchließt/-lebt. Aber auch ansonsten nimmt die Story den Leser total mit. Anfangs hatte ich noch etwas Probleme mit den Charakteren. Da sie psychisch das reine Chaos sind, ist es wohl auch kaum ein Wunder, dass man sich mit ihnen etwas schwertut, ihre Gedanken kann man jedenfalls trotzdem voll und ganz verstehen.
Inhaltlich ist das Buch sehr ernst, der leichte Schreibstil macht aber ein angenehmes Lesen möglich. Die Thematik ist realistisch, aktuell, wichtig und vielseitig. Das Buch unterscheidet sich auch in einigen Punkten von der Serie, was mir sehr gefallen hat. Es verläuft etwas…sanfter. Was jetzt nicht heißen soll, dass es fad oder lahm ist, sonder vielmehr nachvollziehbarer. Mir gefällt das Buch deutlich besser als die Serie.
Als Fazit bekommt es von mir daher 4,5 Sterne. Es ist ein sehr tiefgründiger Roman, der seine Erfolg voll und ganz verdient hat. Ein Lieblingsbuch wird es für mich allerdings nicht unbedingt und zusammen mit den unnahbaren Charakteren ergibt das diese, nicht ganz volle, Punktzahl.
Weiterempfehlen kann ich euch das Buch auf jeden Fall. Egal ob man die Serie kennt oder nicht, ob man die Verfilmung mag oder nicht, das Buch ist interessant, spannend und auch etwas anders.

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Lieblingsbuchpotenzial

Verloren sind wir nur allein
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Mit ihren 17 Jahren hat Sky schon einiges durchgemacht, denn die Zeit nach dem Tod ihres Vaters war alles andere als einfach. Immer mehr verschließt sie sich der Welt und ihren Mitmenschen und versinkt ...

Mit ihren 17 Jahren hat Sky schon einiges durchgemacht, denn die Zeit nach dem Tod ihres Vaters war alles andere als einfach. Immer mehr verschließt sie sich der Welt und ihren Mitmenschen und versinkt beinahe in ihrer Trauer. Bis ihre Mutter ihr den Umzug von Boston in das Städtchen Lewisville „aufzwingt“. Ausgerechnet zu deren neuen Freund Roger !!! Sky ist alles andere als begeistert und stemmt sich mit allen Mitteln dagegen. Keine Freundschaften, Abstand zu jedem, das ist der Plan.
Auf Rogers Farm stößt sie dann jedoch auf Jeff, mit dem sie sich ebenfalls das Haus teilen muss, den sie von Anfang an nicht leiden kann und der sie mit seiner perfekten Art einfach nur nervt. Allerdings hängt er auch wie eine Klette an ihr und sieht noch dazu verboten heiß aus…
Auch an der neuen Highschool stößt Sky schnell auf sympathische Leute. Eigentlich wollte sie das doch gar nicht.
Da Sky aber noch eine schwere Zeit bevorsteht, muss sie sich bald die Frage stellen, ob sie es wirklich allein schaffen kann. Doch selbst wenn sie wollte, kann Sky sich ihren Mitmenschen überhaupt öffnen ?!
Kaum hat man das Buch in die Hände genommen, kann man es fast nicht mehr weglegen. Als Leser wird man so schnell von der Geschichte in den Bann gezogen und würde sie am liebsten an einem Stück durchlesen. Das hat sehr viele Gründe:
Erstens: Die Charaktere
Sky als Protagonistin wird sehr schön und realistisch beschrieben. Ihre Gefühlslage wird sehr verständlich dargestellt. Trotzdem ist sie eine Figur, die sicher nicht jeder ganz nachvollziehen kann. Sky besteht nämlich aus sehr viel Trauer und da jeder auf seine eigene Art trauert, hat wohl jeder seine eigene Meinung zu ihrem Verhalten.
Jeff ist sowas wie der zweite Hauptprotagonist, denn das ein oder andere Kapitel wird aus seiner Perspektive beschrieben. Er war mir auf Anhieb sympathisch und wohl mein Lieblingscharakter. Er ist ein sehr tiefgründiger Mensch und hat eine starke Persönlichkeit.
Außerdem gibt es noch einige Nebenfiguren, die sehr charakterstark sind und der Story den letzten Schliff verpassen. Leider kommen sie aber etwas zu kurz.
Zweitens: Die Thematik
Mir gefällt total, wie facettenreich und vielfältig das Buch ist. Es ist ein Roman, der so viele Themen behandelt: Liebe, Freundschaft, Familie, Gefühle jeglicher Art und so viel mehr. Trotz dieser Vielfalt passen aber alle Themen zusammen und der Inhalt wirkt kein bisschen überladen. Perfekt!
Drittens: Der Schreibstil
Der Schreibstil hat mir von Anfang an sehr gefallen. Er ließt sich locker, leicht und flüssig. Die Seiten und Kapitel fliegen nur so dahin. Man wird von der Handlung in ihren Bann gezogen und vergisst alles um sich herum. Außerdem hat die Autorin es geschafft, selbst die traurigsten Passagen etwas aufzuheitern und somit Ernst und Humor auf eine Art verbunden, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Und dann sind da noch diese Sätze, die so kunstvoll formuliert sind, dass man einfach breit grinsen muss. Egal wo man gerade mit dem Buch sitzt und wie komisch die Leute um eine herum einen gerade anstarren ;)
Viertens: Der Titel
Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem der Titel so perfekt passt und in so vielerlei Hinsicht zutrifft. Was ich genau damit meine verrate ich natürlich nicht. Das merkt aber jeder Leser recht schnell selbst ;)
Fünftens: Das Design
Schon das Cover ist wunderschön und auch im Inneren ist am Anfang jedes Kapitels eine kleine Blume. So schlicht und hübsch gleichzeitig.
Ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen, doch dann wäre nur unnötig Zeit verschwendet, die man eigentlich nutzen sollte, um das Buch zu lesen. Denn für „Verloren sind wir nur allein" gibt es von mir ganz klar eine Leseempfehlung. Viele Leser werden in diesem Roman ihr neues Lieblingsbuch finden. Also, an alle, die Lust auf eine tiefgründige Lovestory oder aber auch auf einen tiefgründigen Roman für junge Erwachsen, in dem es nicht nur um Liebe geht, haben: Lest diese Buch !!!:)

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Veröffentlicht am 02.08.2026

Keine Ahnung, wann mich ein Buch zuletzt derart fesseln konnte ...

Deviant Hearts (Deutsche Ausgabe)
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DEVIANT HEARTS ist der erste Band von Jagger Coles „Dark Hearts“-Reihe, die nun also auch auf Deutsch erscheint. Ich war zunächst einfach mega neugierig, weil es doch etwas Besonderes ist, in diesem Genre ...

DEVIANT HEARTS ist der erste Band von Jagger Coles „Dark Hearts“-Reihe, die nun also auch auf Deutsch erscheint. Ich war zunächst einfach mega neugierig, weil es doch etwas Besonderes ist, in diesem Genre auf einen männlichen Autor zu treffen. Aber wisst ihr was? Inzwischen bin ich ein totaler Jagger Cole-Fan. Dieser erste Band handelt von Neve und Ares. Man könnte auch sagen: Neve gegen Ares. Irische Mafia gegen griechische Mafia. Schließlich kann Neve den Kerl, den sie laut ihrem Onkel und Familienoberhaupt heiraten muss, überhaupt nicht ausstehen. Und Ares lässt keine Gelegenheit aus, Neves Blut zum Kochen zu bringen. Doch Ares weiß auch, wie wichtig die Ehe mit Neve fürs Geschäft ist. Natürlich NUR fürs Geschäft ... ;)

Die Storyline konnte mich von Anfang an überzeugen. Jagger Cole hat einen flotten Erzählstil, was die Geschichte durchweg spannend hält. Es ist auch so, dass DEVIANT HEARTS exakt den Mittelweg zwischen vorhersehbar und nicht nachvollziehbar findet und ihm geschickt folgt. Der ganz grobe Verlauf der Story kann man immer erahnen, aber man zweifelt zwischendurch doch daran, weil ein paar Irrwege eingebaut werden und – zack – passiert etwas, das man nicht erwartet hat. Zumindest nicht so, in diesem Moment.
Besonders überzeugt hat mich hierbei die Mischung der verschiedenen „Anteile“ vom Buch, sprich Romantik, Spice, Thrill, Humor. Und durch die Figuren und deren Dynamik sogar ein bisschen Wohlfühlen. Sämtliche Nebenfiguren aus den Familien Drakos und Kildare haben sich im Laufe der Geschichte in mein Herz geschlichen und mit Neve und Ares konnte ich sowieso total mitfiebern. Kennt ihr das bei Enemies-to-Lovers-Büchern, wenn man selbst hin- und hergerissen ist, welche Seite man nun eher befürwortet und beide gleichzeitig anfeuert, sich gegenseitig auf die Palme zu bringen? Hach, es hat einfach einen Heidenspaß gemacht, dieses Couple zu begleiten!

Die Geschichte wirkt total ausbalanciert, was mir einerseits sehr gefallen hat, weil ich es einfach nicht zu dark und Suspense-lastig mag. Andererseits hält diese Mischung die Spannung erst recht aufrecht, weil man es sich nie zu lange gemütlich in der einen Emotion machen sollte ;)

In meiner Bewertung werde ich dennoch einen kleinen Abzug geben, weil ich da noch etwas Platz nach oben sehe. Das ist jetzt aber nicht dieses „ich muss ja noch Platz lassen, falls die anderen Teile besser werden“-Ding, sondern ich sehe ein paar Punkte, die nicht ganz perfekt gelöst wurden. Erstens, die vielen Namen. Als erster Band einer Reihe ist das natürlich so eine Sache, vor allem wenn es um große Familien und deren Organisationen geht. Aber die ersten vier Kapitel hinkte ich einfach hinterher, wenn es um all die Namen ging: Gerade am Anfang eines Buches kann das leider auch mal dazu führen, dass man es genervt wieder weglegt. Aber macht das bitte nicht ;)
Zweitens, mir fehlte die Vielschichtigkeit der Lovestory am Ende des Buches, weil hier ziemlich kurzer Prozess mit allem gemacht wurde. Gerade auch, weil ich eh durchs Buch geflogen bin, hätten vierzig Seiten mehr da nicht geschadet.

Mein Fazit:

DEVIANT HEARTS ist zwar nicht komplett vollkommen, aber es hat mich komplett mitgerissen und von sich überzeugt. Es ist herrlich unterhaltsam und spannend und macht so richtig Lust auf die ganze Reihe. Ich jedenfalls zähle schon die Tage, bis der nächste Teil im Oktober erscheint. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung, für alle, die eine light Version von Dark Romance suchen: Ein bisschen gewagter zwar, aber nicht zu düster. Und bei alledem noch ziemlich romantisch! Was aber nicht heißen soll, dass man die Triggerwarnung außer Acht lassen sollte. Es gibt zum Ende hin einige Szenen, bei denen es mich immer noch fröstelt.

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Veröffentlicht am 20.07.2026

Ein magisch angehauchter, liebevoll verstaubter Zufluchtsort in Buchform

Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
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Seit Monaten schon reist Prinzessin Tanadelle durchs Königreich und erfüllt Erwartungen, Pflichten und alles dazwischen. Entgegen der allgemeinen Erwartungen liebt Tandy ihr Leben als Prinzessin nicht ...

Seit Monaten schon reist Prinzessin Tanadelle durchs Königreich und erfüllt Erwartungen, Pflichten und alles dazwischen. Entgegen der allgemeinen Erwartungen liebt Tandy ihr Leben als Prinzessin nicht und flüchtet sich, wann immer es ihr möglich ist, in einen ihrer heißgeliebten Liebesromane. Doch dann passiert es: Sie beendet ihr letztes Buch aus dem Vorrat. Und wie wir alle wissen, gibt es nichts Schlimmeres als einen aufgebrauchten Büchervorrat auf Reisen. Eigentlich passt ein kurzer Besuch im kleinen Buchladen von Little Pepperidge überhaupt nicht in den straffen königlichen Zeitplan – und dann wird Tandy auch noch von der alten Ladenbesitzerin verflucht.

Tandy kann die Buchhandlung, die ihr mit dem Fluch kurzerhand vermacht wurde, nicht mehr verlassen. Zumindest nicht, bis der Fluch gebrochen und ihr das Tor zu ihrem Herzenswunsch geöffnet wurde.

Anstatt ihr Leben als frischgebackene Buchhändlerin genießen zu können, scheint sich das gesamte Königreich einzumischen, um den Fluch zu brechen. Aber ist es denn wirklich so schlimm, in einer Buchhandlung festzusitzen?

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, was für mich an zwei Dingen lag. Einerseits ist der Schreibstil sehr angenehm, einnehmend und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird durchgehend aus Tandys Sicht erzählt, in der Ich-Perspektive. Man fühlt sich nah am Geschehen. Es gibt extrem viele innere Monologe und ausladende Beschreibungen, was einen gekonnt ins Buch „hineinzieht“. Und mit einer Erzählerin wie Tandy kann man sich nur wohlfühlen. Das ist auch direkt mein zweites überzeugendes Argument: Tandy.

Tandy ist die Art Hauptfigur, die im Verlauf des Lesens zu einer wahren Freundin für einen wird. Tandy ist eine sehr umgängliche Person, die einem beim Lesen nie zu viel wird oder deren Verhalten einen gar nerven würde. Im Gegenteil. Sie setzt sich für einen herzlichen Umgang miteinander ein und bringt mit ihrer Art ganz viel Sonnenschein vorbei. Dabei stellt sie sich selbst meistens hinten an, weshalb man sie aber nicht schütteln will, sondern einfach ganz fest in den Arm nehmen möchte.

Der Roman an sich lässt sich tatsächlich mit nichts vergleichen, was ich bisher gelesen habe. Er ist nicht so recht Fantasy, weil die Magie gar keine so entscheidende Rolle einnimmt und nicht das eigentlich Spannende am Roman ist. Es ist vielmehr so, dass die Autorin die Fantasy-Schiene genutzt hat, um sich eine Welt zu erschaffen, die alle Mädchenträume möglich macht: Prinzen, Prinzessinnen, magische Katzen, Hexen, Piraten, Drachen, Einhörner!!! Und viel mehr ... Dabei wirkt es aber nicht überladen, denn die Autorin hat sich eines praktischen Tricks bedient. Vielleicht sogar ganz unbewusst: Dadurch, dass der Roman fast nur innerhalb des kleinen Buchladens spielt, fällt das Worldbuilding nicht auseinander und jede neue Information ist eine Freude.

Kommen wir aber nun dazu zurück, was der Roman ist – und nicht ist. Auch Romantasy ist für mich nicht der richtige Begriff, denn die Liebesgeschichte ist sehr zart, zurückhaltend und auch nicht der Hauptfokus. Vielmehr geht es um Tandys Entwicklung, Tandys Wünsche, Tandys Entscheidungen. Einfach um Tandy. Eine junge Frau, die zum ersten Mal in ihrem Leben Freiheit erlebt – und mit dieser Situation kann man sich sehr gut identifizieren, egal aus welcher Welt man kommen mag.

Noch ein paar Worte zu den anderen Figuren. Man könnte enttäuscht davon sein, wie undurchsichtig Bash als Tandys Love Interest bleibt. Doch für mich hat das ganz gut zum Stil der Geschichte gepasst. Man kennt Bash nicht gut genug, um das Kribbeln zwischen Tandy und ihm nachzuspüren. Und doch habe ich ihn sehr ins Herz geschlossen. Auch der kleine, bunte Haufen an Nebenfiguren ist einfach herzlich. Dann gibt es noch ein paar Prinzen, die dem Buch skurrilen Humor einhauchen.

Insgesamt verläuft das Buch aber sehr gemächlich. Die Handlung ist recht vorhersehbar, aber bei diesem Buch geht es auch weniger um Spannung als einfach ums Gefühl. Die Autorin berichtet in ihrer Danksagung davon, wie das Schreiben des Buches zu einem richtigen Rückzugsort in einer schweren Zeit für sie wurde. Und das merkt man auch als Leserin. Denn die Autorin hat damit nicht nur für sich, sondern auch für uns einen Wohlfühlort geschaffen.

Am Ende, wenn man eine Weile über alles nachdenkt, hat die Handlung die ein oder andere Schwachstelle, und gerade die letzten fünfzig Seiten waren sehr viel, sehr voll und chaotisch. Das hat nicht so recht zum Rest der Geschichte gepasst. Und das sind so kleine Sachen, die bei meiner Bewertung ein bisschen Abzug geben.

Mein Fazit:
Obwohl Tandys Geschichte nicht im herkömmlichen Sinne spannend ist, bin ich ab einem gewissen Punkt total im Bann des Buches gewesen. Dieses Buch ist eine leichte Lektüre zum Durchatmen, Herunterfahren und Wohlfühlen. Und weil jede*r mal genau so ein Buch braucht, kann ich CURSED FOR GOOD ohne Vorbehalte weiterempfehlen. Es wird der Moment kommen, da ist man froh, genau dieses Buch im Regal zu haben. ;)

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