Spannend, aber gewöhnungsbedürftig
So kalt die NachtIn So kalt die Nacht von Kathrin Neitz ermitteln die Kölner Kommissare Anna Melcher und Frieder Tann in einem wirklich grausamen Fall: Sie suchen einen Mörder, der ältere Menschen auf qualvolle Weise verdursten ...
In So kalt die Nacht von Kathrin Neitz ermitteln die Kölner Kommissare Anna Melcher und Frieder Tann in einem wirklich grausamen Fall: Sie suchen einen Mörder, der ältere Menschen auf qualvolle Weise verdursten lässt. Die ersten Hinweise führen die Ermittler weit in die Vergangenheit zu einem Jahrzehnte alten Fall beim Jugendamt. Damals verwahrlosten zwei Zwillinge bei einer drogensüchtigen, überforderten Teenager-Mutter. Für eines der Kinder kam jede Hilfe zu spät. Die Auflösung des Ganzen gipfelt schließlich in einem actionreichen Showdown und kommt absolut überraschend.
Die Kriminalhandlung ist wirklich stark und packend konstruiert. Womit ich allerdings persönlich so meine Probleme hatte, war das Ermittlerduo. Die Charaktere wirken extrem auf gewollt „schräg“ getrimmt: Melcher ist chaotisch, leidet unter einer Angststörung und schlägt sich zu Hause mit einer kiffenden Mutter und einem motzigen Teenagersohn herum. Tann hingegen hat mit Zwangsstörungen zu kämpfen, ist dafür aber extrem analytisch und superschlau. Er ähnelt Monk aus dem Fernsehen. Solche konstruiert wirkenden Typen sind einfach nicht mein Fall.
Auch beim Hörbuch gibt es Licht und Schatten: Die Sprecherin hat eigentlich eine sehr schöne und angenehme Stimme, allerdings ist ihre Satzmelodie stellenweise sehr abgehackt, was den Hörfluss etwas stört.
Fazit: Wegen des extrem spannenden Falls und der gelungenen Wendungen gebe ich gerne 4 Sterne, auch wenn mich die Ermittlerfiguren und die Vortragsweise der Sprecherin nicht vollkommen überzeugen konnten.