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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2017

Tolle Mischung aus Rezepten, Brauchtum und persönlichen Kurzportraits

Kuchen & Torten von den Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen
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Bernhard Wieser und Michael Rathmayer haben zehn Burgenländer Hochzeitsbäckerinnen besucht, die ein wenig über ihre Tätigkeit, die in ihrer Gegend noch üblichen sowie die fast vergessenen Bräuche und sich ...

Bernhard Wieser und Michael Rathmayer haben zehn Burgenländer Hochzeitsbäckerinnen besucht, die ein wenig über ihre Tätigkeit, die in ihrer Gegend noch üblichen sowie die fast vergessenen Bräuche und sich selber erzählen.
Zudem steuert jede der Hochzeitsbäckerinnen jeweils vier ihrer persönlichen und regionalen Rezepte von Hochzeitgebäck bei, z.B. Scherberschnitten, Malakofftorte, Glücksstern Charlotte, Kastanienreistorte, Dobostorte, Szalagari oder Fürst-Pückler-Torte.
Sehr gut gefällt mir hierbei die breit gefächerte Auswahl an feinen Torten, bodenständigen Kuchen und auch Kleingebäck, die als festlicher Augenschmaus auf der Hochzeitstafel stehen, beim Vorab-Tortenschauen verspeist oder den Nachbarn und Hochzeitsgästen als Vesper mitgegeben werden.
Spannend war es für mich auch, über die unterschiedlichen Bräuche zu lesen, die sich auch im Burgenland regional unterscheiden und größtenteils in Vergessenheit zu geraten scheinen.

Insgesamt hat mir dieses Buch äußerst gut gefallen; die Mischung an beschriebenem Brauchtum, persönlichen Portraits und Darstellung der freischaffenden Tätigkeit als Hochzeitsbäckerin sowie die insgesamt 40 ansprechenden Rezepte, finde ich ausgesprochen gelungen. Die einzelnen Rezepte wurden gut beschrieben, reichlich bebildert und häufig mit Tipps versehen, so dass ein Nacharbeiten der auch alltagstauglichen Leckereien, probemlos erfolgen kann.

Veröffentlicht am 26.07.2026

interessante Märchen aus alten Zeiten Koreas

Märchen aus Korea
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Die vorhandenen 90 Mächen bieten eine große Bandbreite, stammen auch aus unterschiedlichen Präfekturen und Zeiten, so dass man beim Lesen bereits unterschiedliche Richtungen und vielleicht auch Epochen ...

Die vorhandenen 90 Mächen bieten eine große Bandbreite, stammen auch aus unterschiedlichen Präfekturen und Zeiten, so dass man beim Lesen bereits unterschiedliche Richtungen und vielleicht auch Epochen der Märchen verorten kann. Unter anderem finden sich Geschichten, in denen ein Rache-, Pocken- oder Berggeist, ein Drachenkönig im Meer, Gestaltenwandler wie ("Nacht")tiger, Bären oder Kraniche zum Tragen kommen; thematisiert werden unter anderem Moralvorstellungen, Lebensbedingungen, der Rolle als Frau, Verteilung von Reichtum und mehr aus früheren Zeiten, wobei auch nicht mit Gewalt, brutalen Tötungen, Zerstückelungen, Missbrauch und Hinterhältigkeiten sowie derben Schwänken mit Fäkalhumor, manchesmal auch der Verzicht auf geschönte Wörter oder Höflichkeitsformen. Sehr spannend waren für mich durchblitzende Feinheiten, beispielsweise Einblicke in religiöse Aspekte wie Buddhismus, Volksreligion oder Neo-Konfuzianismus, Einflüsse untereinander. Sehr hilfreich waren für mich auch die Erläuterungen im Nachwort sowie Anhang, so dass man die einzelnen Märchen besser einordnen und verstehen konnte. Bei ungefähr 6 Märchen fühlte ich mich erinnert an Grimms Märchen oder Figuren daraus und ein Quatschgedicht, das lange Zeit Christian Morgenstern zugeschrieben wurde (Dunkel wars, der Mond schien helle), die in meiner Kindheit erzählt wurden: Gevatter Tod, Goldmarie, Froschkönig, Aschenputtel sowie Hans im Glück. Bei einer Auswahl von 90 Märchen scheint mir das aber unvermeidbar, dass man auch in veeinzenten Fällen eine gewisse Ähnlichkeit empfinden kann. Insgesamt fällt die Band breite der erzählten Märchen jedoch sehr weitgestreut und ausgesprochen interessant aus; man erfährt sehr viel über Sichtweisen und Lebensumstände aus alten Tagen und alten Zeiten Koreas, auch wenn sich auch schon einmal etwas zu wiederhole scheint.

Veröffentlicht am 07.05.2026

schöner Restaurantführer mit Rezepten der gehobenen Küche

Zu Gast in der Bretagne
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Die Bücher der Callwey Reihe „Zu Gast“ sind stets sehr hochwertig erstellt, wunderschön illustriert und beeindrucken mit einer bezaubernden Covergestaltung. Mit weitem Abstand war bislang mein absolutes ...

Die Bücher der Callwey Reihe „Zu Gast“ sind stets sehr hochwertig erstellt, wunderschön illustriert und beeindrucken mit einer bezaubernden Covergestaltung. Mit weitem Abstand war bislang mein absolutes Lieblingscover jenes des Sylt-Bandes, bei dem man sogar die Fugen zwischen den Kacheln und auf den Vorsatzseiten den mit Lack aufgebrachten Sand fühlen kann. Nun habe ich ein weiteres, absolut faszinierendes Cover in Händen, allerdings ohne eine vergleichbare Gestaltung der Vorsatzseiten. Den auf dem vorderen Cover abgebildeten Austernschalen wurde durch die Verwendung einer schillernden, mehrfarbigen Folie eine beeindruckende „Perlmuttschicht“ verliehen, das beim Betrachten und Bewegen in den Bann zieht.

Verena Mayer nimmt den Leser mit diesem üppig illustrierten Buch mit auf eine kulinarische Reise durch verschiedene Regionen der Bretagne, ergänzt durch viele schöne Fotos von Landschaften, manchmal auch von Sehenswürdigkeiten, die auch textlich vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden die Vorstellungen und Geschichten der Restaurantbesitzer die es mit ihren Restaurants und ihren beigesteuerten Rezepten in diesen prachtvollen Band geschafft haben. Mich erfreuen dabei besonders die verschiedenen Austern- und Muschelrezepte, die für mich ungewöhnlich gewürzt wurden. Die enthaltenen Rezepte entsprechen überwiegend der gehobenen Gastronomie; ich schätze an der Bretagne besonders die autentischen Orte, die noch nicht von Touristenwellen überrollt werden. So hätte ich gerne verschiedene, klassische Varianten traditioneller Gallettes, Kouign-amann oder Kig ha Farz als alltagstaugliche Rezepte gefunden und nach gearbeitet. Eine solche Mitauswahl hätte in breiteres Spektrum, und vor allem auch einen ursprünglicheren Ansatz mit eingebracht. Gerne hätte ich auch mehr über die einzelnen Regionen gelesen; die vier Doppelseiten mit einzelnen Hinweisen zu Ille-Et-Vilaine, Côtes D’Armor, Finistère sowie Morbihan finde ich etwas wenig, hätte davon gerne mehr gehabt und dafür auf einige Restaurantvorstellungen verzichtet und hätte dann diese Reise durch die Bretagne etwas ausgewogener empfunden.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch mit dem bezaubernden Cover gut, einzelne Rezepte werde ich ausprobieren.

Veröffentlicht am 07.05.2026

sehr persönliches Kochbuch

Nani
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In diesem Buch erzählt Lea Hürlimann von ihrer Grossmutter, genannt Nani, die Rezepte entwickelt und gesammelt hat; auf einem Foto werden vergilbte Blätter gezeigt, die schon fast auseinanderfallen. Nanis ...

In diesem Buch erzählt Lea Hürlimann von ihrer Grossmutter, genannt Nani, die Rezepte entwickelt und gesammelt hat; auf einem Foto werden vergilbte Blätter gezeigt, die schon fast auseinanderfallen. Nanis größter Wunsch soll gewesen sein, dass sie ein eigenes Kochbuch herausbringt, wodurch ihre Enkelin auf die Idee kam, dieses Buch zu schreiben. So entstand ein einjähriges Projekt der Beiden: Nani kochte, backte und erzählte aus ihrem Leben, beispielsweise, dass sie stets Frisches aus ihrem Garten zubereitete, manchmal auch, wie die einzelnen Rezepte entstanden, von wem sie ein Rezept erhalten hat oder, um wessen Lieblingsrezept es sich handelt. Lea suchte Fotos von Nani und auch sich selber aus, fotografierte jede Menge einzelner Zutaten oder Töpfe (für mich ein bisschen viel an buchfüllenden Seiten) und setzte auch die fertigen Speisen ansprechend in Szene.

Unterteilt sind die Rezepte nach Jahreszeiten, eben so, wie der Garten die Zutaten hergibt. Enthalten sind bekannte Klassiker sowie bündener Rezepte, beispielsweise Contenser Bock, Rhabarberkuchen, Spargel mit hartgekochten Eiern und Kochschinkenscheiben, Holunderküchli, Rhabarberschnittli, Rösti, Rumtopf, Wurst-Käse-Salat, Tomatensalat, Eierstich, Suurbrate, Zimtpittli, Brabanzerl, Birnenhonig und Käseschnitten. Die Rezepte sind allesamt leicht verständlich erklärt und lassen sich gut nacharbeiten; ergänzt werden sie durch ein ganzseitiges Foto der fertigen Speise und manchmal auch durch einen Tipp von Nani.




Die ausgewählten Rezepte finde ich abwechslungsreich und sehr bodenständig, würde sie insgesamt als ansprechende Hausmannskost bezeichnen. So ganz konnte mich das Buch nicht packen; gerne hätte ich statt der mir nichtssagenden Fotoseiten von Blättern, Beeren, der Autorin und anderem ein paar Rezepte mehr in diesem Buch gefunden.

Veröffentlicht am 16.04.2026

französische Pâtisserie- Gebäcke und -Kunstwerke mit einzelnen japanischen Zutaten

Japanisch Backen
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Die bekannte Takumi Pâtisserie hat in Paris zwei Filialen: in der Rue de Pyramides und in der Rue Dauphine. Wer an deren Schaufenster vorbei geschlendert oder aber hineinspaziert ist, wird sich beim Anblick ...

Die bekannte Takumi Pâtisserie hat in Paris zwei Filialen: in der Rue de Pyramides und in der Rue Dauphine. Wer an deren Schaufenster vorbei geschlendert oder aber hineinspaziert ist, wird sich beim Anblick der in diesem Buch vorgestellten Gebäcke, genau wie ich, zweifelsohne daran erinnern. Mir war der Name der Pâtisserie nicht im Gedächnis geblieben, wohl aber die Macarons samt Prägung.

In diesem Buch vermittelt also TAKUMI, dass moderne Coffeeshops in Japan sehr gefragt sind, dass es sich um eine Fusion handelt aus japanischem Gebäck und Kaffee. In der Takumi Pâtisserie werden also Gebäcke hergestellt, die in Japan, und sonst auch, zum Kaffee passen, japanisch inspiriert und kreiert wurden; es handelt sich eher nicht um japanische O-Rezepte, vielmehr wurden japanische Zutaten, Gewürze und Geschmacksrichtungen genutzt um diese Fusion zu erleben und genießen zu können. Nach einer Einführung in eben diese Geschmacksvielfalt werden die Rezepte vorgestellt, eingeteilt in die Kapitel:

Brot, Brioche & Kleingebäck
Grundrezepte der Konditorkunst
Kuchen & Torten
Feingebäck
Plätzchen, Konfekt, Kleine Kuchen & andere Köstlichkeiten
Getränke

Das Buch ist schön gestaltet; für meinen Geschmack könnten jedoch mehr Fotos enthalten sein – ich schätze das eigentlich als Ergänzung zu jedem Rezept sehr. Auch war mir, bevor ich das Buch in den Händen hielt, nicht bewusst, dass es sich überhaupt nicht um japanische Rezepte handelt, für mich, nach dem Betrachten und Lesen des Buches genaugenommen auch nicht um japanisches Backen. Ich hatte eher Originalrezpte erwartet, wenngleich ich aber sehrwohl ansprechende Rezepte gefunden habe. Dennoch spricht es mich überhaupt nicht an, dass im ersten Drittel des Buches Grundrezepte wie Sandwich, auch belegt, die Herstellung von Crriossants, Brandteig, süßer sowie salziger Mürbeteig, Biskuit, Crêpes, Pancakes, Baise, Konditorcreme… ausführlich beschrieben wird. Für mich macht es kein japanisches Backen aus, wenn unter den vielen verschiedenen Maccarons, Bisquitrollen oder Galette/Crêpe-Kuchen-Tortenvarianten auch eines mit Matcha als Zutat enthalten ist. Genaugenommen zieht sich dieses durch das ganze Buch, mal etwas mit Yuzu, mal mit schwarzem Sesam, Marzipan-, Himbeer- oder Schokocreme abgewandelt – oder ein klassisches Rezept, in dem Matcha oder Yuzu eingesetzt wird, wie beispielsweise der Marmorkuchen mit Matcha.

Die Rezepte an sich finde ich schon ansprechend, besonders die der vielen kleinen Törtchen, beispielsweise Cheese Tarts mit Yuzuglasur, oder Cheeset Tarts mit Saint-Honoré oder die verschiedenen eingefärbten und gefüllten Windbeutel (echt was fürs Auge!). Die gefüllten Doroyaki sehen fast aus wie Maccarons, nur, dass sie kleine Pancakes als Deckel haben, wieder mit den immer wiederkehrenden und dadurch langsam etwas monoton wirkenden Füllungen. Zum Ende des Buches erfreuen mich dann wieder einzelne und nicht in bunter Serie gearbeitete Leckereien wie Matcha-Tiramisu, Schokoladenstäbchen mit Farbverlauf (mit Matcha), Matcha Latte heiß oder kalt, Yuzu-Limonade. Bei fast allen Rezepten handelt es sich um Kunstwerke eines Pattissiers, die echtes Können voraussetzen und diese Schönheit durchaus benötigen um vom ersten Augenblick an zu beeindrucken. Auf dem Cover sieht man auf dem unteren Foto den Creme-Windbeutel Saint-Honoré, der nach der Kühlung mit Craquelins ummantelt nochmals gebacken, mit Konditorencreme gefüllt, mit einem karamellisierten, mit einer besonderen Vanillecreme gefüllten, Mini-Windbeutel als Topping dekoriert wurde. Das sieht umwerfend aus und schmeckt sicherlich auch phantastisch; den Feiertag, für den ich mir derart viel Arbeit machen würde, muss ich erst noch ausmachen. Es sind aber auch alltagstauglichere Rezepte enthalten, die sicherlich auch begeistern.