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Veröffentlicht am 27.07.2026

Mitreißende Mischung

Hof der Dornen, Band 1: The Rose Bargain
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London 1848 in einer von Feen regierten Welt, Ivy Benton muss eine gute Partie machen, um das Ansehen und den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten. Nach dem Verschwinden ihrer Schwester liegen alle Hoffnungen ...

London 1848 in einer von Feen regierten Welt, Ivy Benton muss eine gute Partie machen, um das Ansehen und den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten. Nach dem Verschwinden ihrer Schwester liegen alle Hoffnungen auf ihr. Als die Königin verkündet, dass ihr Sohn in dieser Saison heiraten wird, geht Ivy einen Handel ein, um an dem Wettstreit um Brams Herz teilzunehmen. Um den Sieg nicht zu gefährden muss sich Ivy allerdings ganz dringend von dessen Bruder Emmet fernhalten.

Dieses Buch wurde als Bridgerton mit Feen beworben und das hat mich schon neugierig gemacht. Ich mag beides und die Kombination klang vielversprechend.

Wir lernen Ivy in einer verzweifelten Position kennen. Nach dem Verschwinden ihrer Schwester geriet der Ruf der Familie in Schieflage. Die Gesellschaft schneidet sie und so sind Ivys Heiratsaussichten denkbar schlecht. Gleichzeitig versucht Ivy dringend herauszufinden, was mit ihrer Schwester geschah. Ich mochte Ivy, weil sie ehrgeizig, pragmatisch, aufopfernd und liebend ist. Sie würde für ihre Familie alles tun und versucht sich stets mit den schwersten Situationen zu arrangieren.

Sie trifft zuerst zufällig auf Prinz Emmet, der einen fürchterlichen Ruf hat und hat Angst von ihm kompromittiert zu werden. Beide haben eine gute Chemie und es entsteht eine Verbindung. Doch auch Prinz Bram kann Ivy einiges abgewinnen. Doch am Hof der Fae-Königin von England wird Ivy mit einigen Komplotts, Intrigen und Grausamkeiten konfrontiert. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Ivys Perspektive erzählt, allerdings gibt es auch jeweils ein Kapitel aus der Sicht ihrer Mitstreiterinnen und Prinz Emmets. Das fand ich sehr spannend und hat mir geholfen die Motive der Figuren besser zu verstehen.

Das Worldbuilding ist cool. Wir haben den Vibe Englands des 19.Jahrhunderts mit seinen Palästen, Anwesen und Bällen. Bekommen aber einen Faetwist dazu. Das war gut gemacht und ich war von der Handlung gecatcht.

Was mich nicht ganz überzeugen konnte, war wie schnell sich Ivy und ihr Loveinterest sicher waren, dass es die ganz große Liebe ist, zuvor aber nicht genug Momente zwischen ihnen gab. Das hat mich die Lovestory nicht so fühlen lassen. Außerdem fand ich die Enthüllung des wahren Bösewichten zu vorhersehbar. Ich bin dennoch gespannt, wie es im finalen zweiten Band weitergehen wird.

Das Hörbuch umfasst 11,5h und wurde von Corinna Dornencamp eingelesen, die einen sehr guten Job machte. Ich lausche ihrer Stimme wirklich gerne.

„The Rose Bargain“ von Sasha Peyton Smith war ein sehr kurzweiliges Hörbuch mit interessantem Worldbuilding. Ich bin gespannt wie es weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Grandiose Nebencharaktere

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Nach dem überraschenden Tod von Olives Mutter macht diese sich auf nach Nashville, um auf den Spuren ihrer Mum, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Die Suche nach einem WG-Zimmer gestaltet sich verdammt ...

Nach dem überraschenden Tod von Olives Mutter macht diese sich auf nach Nashville, um auf den Spuren ihrer Mum, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Die Suche nach einem WG-Zimmer gestaltet sich verdammt schwierig. Nach mehreren katastrophalen Anläufen landet Olive einen Glückstreffer und bezieht eine wunderschöne Wohnung mit tollen Mitbewohnerinnen. Der Haken: die benachbarte Jungs-WG, mit denen die Mädels eine verbitterte Feindschaft pflegen. Oberste Regel: Lasse dich auf niemanden von ihnen ein! Blöd nur, dass Olive mit Drew eine aufregende Nacht verbrachte und seine Hilfe im Songwriting braucht…
Mich sprach die Musikthematik total an und das Setting in Nashville war erfrischend neu. Der Einstieg in die Geschichte ist von einer leichten Melancholie geprägt. Olive wagt nach ihrem tragischen Verlust einen Neuanfang und denkt sehr oft an ihre Mum. Der Start gestaltet sich allerdings äußerst schwierig. Ich habe Olive als sehr angenehme und liebevolle Protagonistin wahrgenommen, die ihren Traum leben will und das Andenken ihrer Mutter ehren möchte.

Sie lernt Drew vor dem Einzug in die WG in einer Bar kennen. Sie verbringen einen Abend miteinander und Olive denkt oft an ihn. Bis sie ihn schließlich als Nachbar ihrer neuen WG wiedertrifft, der somit zum großen Tabu wurde. Drew ist Musikproduzent, der gerade seinen Job loswurde, da sein Boss mit Drews Freundin schlief und Drew daraufhin seine Beherrschung verlor. Ansonsten ist Drew eine absolute Green Flag, die auf Olives Bedürfnisse eingeht und einfühlsam für sie da ist. Das war echt schön zu verfolgen. Was mir bei beiden ein wenig fehlte, war die Chemie. Wann sie sich ineinander verliebten, habe ich da irgendwie verpasst, bzw. einfach nicht gespürt.

Für mich lebte die Geschichte von den tollen Figuren. Olives Mitbewohnerinnen sind super und immer für sie da. Auch die Jungs aus der Nachbar-WG waren witzig. Die Autorin hatte es richtig gut raus, wie man vielschichtige Charaktere zum Leben erweckt. Sodass ich schon gespannt bin, wie ihre Geschichten sein werden und das obwohl mich dieser Band nicht zu 100% überzeugen konnte.

Das Hörbuch umfasst über 11h und wurde von Tim Gössler und Josephine Hochbruck eingelesen. Ich denke, es war mein erstes Hörbuch mit dieser Sprecherin. Sie hat eine sehr angenehme und schöne Stimme. Was mich leider sehr störte, war, wie sie englische Worte aussprach. Das war mit so einem Übereifer diese super perfekt und authentisch zu betonen, dass mich dies beim Hören wirklich irritierte und aufregte. Es gab einige englische Songtextpassagen und auch Drew wurde ganz oft überbetont, dass es mich echt nervte.

„Blue Sparrow Girls. A Song for you and me“ von Laura Willud lebt von seinen tollen Charakteren, das Setting ist toll und die Songwritingthematik mal etwas anderes. Leider konnte ich keine Chemie zwischen Drew und Olive spüren.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Was habe ich da nur gehört?

Half His Age
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Waldo ist anders. Kaufsüchtig. Unsicher. Ungeliebt. Waldo ist 17. Schülerin. Clever. Sexpositiv. Waldo ist an ihrem Lehrer dran. Mr. Korgy unterrichtet kreatives Schreiben und Waldo ist seine begabteste ...

Waldo ist anders. Kaufsüchtig. Unsicher. Ungeliebt. Waldo ist 17. Schülerin. Clever. Sexpositiv. Waldo ist an ihrem Lehrer dran. Mr. Korgy unterrichtet kreatives Schreiben und Waldo ist seine begabteste Schülerin. Mr. Korgy ist verheiratet. Vater. 40. Nicht mehr so ein Hecht, wie er es früher einmal war. Bis er sich auf Waldo einlässt…

Was habe ich da nur gehört?! Tatsächlich war es eine Mischung aus Genie und Wahnsinn. Der Schreibstil des Romans ist sehr literarisch und steckt voller Metaphern und tiefschürfender Vergleiche, dass ich wirklich beeindruckt war und mich an die Literatur aus Oberstufe und Studium erinnert fühlte. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig und doch voller Klischees. Man merkte der Autorin sehr ihr literarisches Können an.

Dann gibt es Szenen, die mich an Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ erinnerten, die Idee dahinter scheint nun nach fast 20 Jahren in die USA übergeschwappt zu sein. Denn Jennette McCurdy möchte schocken und Tabus brechen. Hat keine Angst vor Ekel und Dingen, die besser unausgesprochen blieben. Immer wieder fragte ich mich beim Hören „Was zur Hölle war das gerade?“ Das war wirklich wild.

Die Geschichte erzählt ein kritisches Bild von der Gesellschaft. Waldo wuchs ohne Vater auf, mit einer Mutter, die immer nur für Männer funktionieren wollte, deren all ihre Bemühungen sich darum drehten, Männer zu halten. Ihre Tochter spielt in ihrem Leben nur eine Nebenrolle. Waldo adaptierte dieses Verhalten und scheint ihren eigenen Wert nur über die Anzahl ihrer Geschlechtspartner zu definieren. Das sind tatsächlich auch einige, bis sie eine perfide Faszination für ihren Lehrer entwickelt, die ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte. Ich denke, Waldo wollte ihn nicht um seinetwegen, sondern weil er absolut tabu war und sie ihn trotzdem knacken konnte. So nimmt ihre Beziehung dann schließlich ihren sehr realistischen Laufen und dabei gab es für mich inhaltlich ein paar Schwachstellen, die nicht beleuchtet wurden. Auch das Ende fühlte ich an wie das Ende eines Kapitels und nicht des ganzen Romans. Das war ein wenig unrund und ein Ausblick in Waldos Zukunft hätte ihre Geschichte besser auserzählt. Vielleicht ist Waldo aber auch wie ihre Mutter und begeht die selben Fehler immer und immer wieder.

Das Hörbuch umfasst 7,5h und wurde von Paula Hans eingelesen, die eine sehr reif klingende Stimme für eine 17-Jährige hatte. Da Waldo die Erzählerin ist, war das für mich nicht optimal gewählt.

„Half his age“ von Jennette McCurdy erzählt auf schockierende und virtuose Art die tabubehaftete Beziehung von einem Lehrer mit seiner Schülerin. Ich wurde entsetzt und bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Jungs fanden es super

Käpt’n Wumpe und der geheime Piratenschatz
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Wumpe ist ein Strandwildschwein und lebt mit seiner Familie auf der tropischen Insel Terralinga. Den ganzen Tag nur faul im Sand herumliegen wird dem kleinen Schwein schnell ziemlich langweilig. Er will ...

Wumpe ist ein Strandwildschwein und lebt mit seiner Familie auf der tropischen Insel Terralinga. Den ganzen Tag nur faul im Sand herumliegen wird dem kleinen Schwein schnell ziemlich langweilig. Er will ein Pirat sein, auf Abenteuer gehen und Schätze finde. Nur doof, dass allein seine beste Freundin Paula zu seiner Crew dazugehören will. Doch auch zu zweit lassen sich Schätze finden!
Als das Buch bei uns ankam, war ich überrascht über seine Dicke. Immerhin 130 Seiten gibt es hier zum Vorlesen. Somit war das Ganze nicht an einem Abend erledigt. Die Altersempfehlung ist ab 5 und da würde ich absolut mitgehen. Der 5-Jährige lauschte gebannt den Kapiteln, während der 3-Jährige sein Ding machte und kaum Interesse zeigte.

Das Buch ist zwar farbig illustriert, doch nicht so reich wie gedacht. Es gibt auch immer wieder Seiten, die keine Illustrationen zeigen und das war für den kleinen nicht so spannend. Die vereinzelten Illustrationen zeigen hauptsächlich die Figuren und ab und an mal eine Situation. Diese waren von Illustratorin Anja Grote ansprechend inszeniert und untermalten die Handlung.

Wumpe ist ein freches, abenteuerlustiges Schwein, der eine tiefe Freundschaft zu Paula pflegt und mit ihr eine Einheit bildet. Paula ist die Forscherin der Insel und hat sich einen Roboterarm gebaut. Gemeinsam finden sie einen mysteriösen, blauen Stein mit ungeahnter Wirkung und besuchen während ihrer Schnitzeljagd rund um die Insel einige der Bewohner. Das war definitiv ganz niedlich gemacht und gefiel dem Großen echt gut. Das ist für mich die Hauptsache.

Ich bin während des Vorlesens nur öfters über sperrige Redewendungen gestolpert, die meinen Lesefluss störten. Auch fragte ich mich, wie häufig man das Wort „Vorderfuß“ in ein Kinderbuch einbauen kann. Die Antwortet lautet: oft!

„Käpt’n Wumpe und der geheime Piratenschatz“ von Hannes Blume ist ein abenteuerliches Kinderbuch gegen Langeweile und für Zusammenhalt. Mein 5-Jähriger fand es ganz toll, was für mich die Hauptsache ist. Auch wenn es nicht zu meinen liebsten Vorlesebüchern zählen wird.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

So eine wichtige Message

Das Zauberwort heißt Nein!
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Fiete ist ein süßer, kleiner, roter Kater, der alles für seine Freunde tun würde. Doch diese nutzen Fiete aus und fordern Gefallen von ihm, die den kleinen Kater in ziemliche Schwierigkeiten bringen. ...



Fiete ist ein süßer, kleiner, roter Kater, der alles für seine Freunde tun würde. Doch diese nutzen Fiete aus und fordern Gefallen von ihm, die den kleinen Kater in ziemliche Schwierigkeiten bringen. Da muss erst eine kleine Heldin auftauchen, die Fiete zeigt, was Freundschaft bedeutet und das es da ein ganz wichtiges Zauberwort gibt: NEIN!



Das Cover des Kinderbuchs ist sehr aussagekräftig, zum einen sieht man den niedlichen Kater und ist direkt bezaubert, doch dann entdeckt man, was da eigentlich los ist, in welcher Bredouille er steckt. Das haben auch die Jungs direkt erkannt und waren bestürzt, was da gerade mit Fiete passiert. Ich war echt erstaunt, welche Gefühle das Cover bei den Kids ausgelöst hat und das auf subtilere Art und Weise.
Etwas unglücklich finde ich, dass auf dem Cover mit einem prominent platzierten Störer gearbeitet wurde, um ja darauf aufmerksam zu machen, dass dies das erste Kinderbuch von Rebecca Mir ist. Ich finde sie super, keine Frage, doch wirkt ihr schönes Portraitfoto wie ein Fremdkörper auf dem Cover und würde mich eher vom Kauf abschrecken als diesen anzureizen.

Tatsächlich hat sie das Buch auch nicht allein geschrieben, sondern zusammen mit Ruth Rahlff. Rebecca Mir setzt sich für den Schutz von Kindern vor Missbrauch ein und dahingehend sensibilisiert die Thematik des Buches. Nein ist ein wichtiges Wort und sollte in jedem Kontext akzeptiert werden. Das müssen die Kids früh genug lernen.
Hier begleiten wir also Kater Fiete dabei, wie er gefährliche Aufgaben für andere Katzen erledigen soll, die sich als seine Freunde ausgeben. Er traut sich nicht nein zu sagen. Erst eine kleine Maus hilft ihm den Mut dazu zu finden. Unterlegt wird die Geschichte mit großflächigen, farbigen Illustrationen, die wunderschön anzusehen und sehr niedlich sind. Gleichzeitig transportierten die Figuren über ihre Mimik ganz viel Gefühlsregungen, die meine Jungs sehr wohl zu interpretieren wussten und somit richtig mitfieberten.



Das Ende der Geschichte war recht abrupt und die Jungs und ich auch waren ein wenig verwirrt, dass die Story schon auserzählt war. Das hätte gerne runder auserzählt werden können. Dennoch kann ich sagen, dass uns „Das Zauberwort heißt Nein!“ richtig gut gefiel. Die Botschaft des Kinderbuchs ist super wichtig , der Held ist liebenswert und die Illustrationen sind schön und emotional. Daher würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.

4/5

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