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Veröffentlicht am 30.07.2026

Unterhaltsam und herrlich böse - aber ohne funktionierenden Plottwist

Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
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Tricia und Ethan sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus und möchten ein abgelegenes Herrenhaus besichtigen. Als sie dort ankommen, ist die Maklerin nicht vor Ort, aber wegen eines Schneesturms verschaffen ...

Tricia und Ethan sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus und möchten ein abgelegenes Herrenhaus besichtigen. Als sie dort ankommen, ist die Maklerin nicht vor Ort, aber wegen eines Schneesturms verschaffen sich die beiden eigenmächtig Zugang in das Haus. Sie finden heraus, dass die letzte Eigentümerin des Hauses Dr. Adrienne Hale war, eine renommierte Psychiaterin, die vor drei Jahren spurlos verschwand.
Tricia hat ein beklemmendes Gefühl, aber aufgrund der Wetterverhältnisse müssen sie erst einmal in dem Haus bleiben. Auf der Suche nach Ablenkung stößt sie auf ein Geheimzimmer mit Tonaufnahmen von Dr. Hales Therapiesitzungen. Während sie anhand der Aufzeichnungen mehr über die Psychiaterin und ihre bedrohlichen Patienten erfährt, kommt sie immer mehr zu der Überzeugung, dass noch jemand in dem Haus ist. Aber Ethan glaubt ihr nicht...

"Die Psychiaterin" ist ein kurzweiliger und leicht zu lesender Thriller. Die Spannung baut sich durch den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gemächlich, aber stetig auf. Tricia schildert aus der Ich-Perspektive ihr Unbehagen im Haus der Psychiaterin, während man über Rückblenden erfährt, was sich im Leben von Dr. Hale wenige Wochen vor ihrem Verschwinden ereignet hat. Für erzählerische Abwechslung sorgen die Tonbandaufzeichnungen einzelner Therapiesitzungen, wobei die Identität der Patienten nicht immer ganz klar ist und Spielraum für Spekulationen in der Gegenwart lässt.

Die "Meisterin der Plottwists" überrascht auch in diesem Roman mit einer Wendung, die zwar überrascht, aber wenig raffiniert ist und einzig auf der Unzuverlässigkeit der Erzählerin beruht. Nahezu alle Details, die in der Gegenwart für Ungereimtheiten sorgen und Ängste ob der Sicherheit Tricias schüren, stellen sich im Nachhinein als fragwürdig, mitunter komplett unlogisch, heraus.
Selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Geschichte im Umfeld einer Psychiaterin handelt, wimmelt es hier nur so von Psychopathen, die die ach so erfolgreiche Dr. Hale mehr schlecht als recht therapiert hat.

"Die Psychiaterin" ist unterhaltsam und herrlich böse, führt die/ den LeserIn aber einfach nur an der Nase statt mit eine überraschenden Wende zu verblüffen.

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Veröffentlicht am 29.07.2026

Sehr zähe Geschichte um die Freundschaft zweier Frauen am Rande der Proteste gegen das KKW Wyhl

Sonnenberg
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Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich ...

Luzie und Johanna sind beste Freundinnen, bis sich ihre Wege während des Studiums in Freiburg trennen. Abgemacht war, gemeinsam zu reisen, aber Johannas ungeplante Schwangerschaft machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Zudem musste sie den Tod ihres kürzlich verstorbenen Vaters verarbeiten. Als einziges Kind ist es nun Johanna, das die Leitung des Weinguts am Kaiserstuhl übernimmt.
Währenddessen reiste Luzie alleine nach Marokko und kehrt mit belastenden Erinnerungen zurück.
Die Freundschaft hat unter der Trennung und den unterschiedlichen Lebenswegen gelitten. Annäherung schafft das gemeinsame Engagement bei den Protesten gegen den geplanten Bau des Kernkraftwerks in Wyhl. Doch es gibt Dinge, die Luzie verschweigt und Johannas Vertrauen zu erschüttern drohen.

"Sonnenberg" handelt während der ersten vier Monate des Jahres 1975, die im Badischen, aber auch darüber hinaus, vom Widerstand der Bevölkerung gegen die Pläne der Politik zur Nutzung der Kernenergie geprägt war.
Der Roman wird dabei abwechselnd aus der Sicht von Johanna und Luzie geschildert, wobei die Perspektiven innerhalb der Kapitel ungekennzeichnet wechseln. Der Fokus liegt auf den gegenwärtigen Ereignissen, wobei sich die beiden Hauptfiguren wiederholt in Erinnerungen verlieren, insbesondere Luzie, die in Marokko während der Erforschung des zweiten Rifkabylen-Aufstandes nicht nur positive Erfahrungen sammeln konnte. Das Durcheinander der Erzählweise unterbricht den Lesefluss.

Durch den Einfluss von Dialekten und den bildhaften Alltagsbeschreibungen erhält man eine klare Vorstellung von der damaligen Zeit und den örtlichen Gegebenheiten.
Im Gegensatz dazu bleiben die Figuren auf Distanz und blutleer. Johanna und Luzie sind nur schwer greifbar, was mitunter an den Geheimnissen liegt, die sie bergen. Der/ dem Leserin wird zu viel vorenthalten, was die Charaktere aber nicht interessanter gestaltet, sondern zu Unverständnis führt. Zudem dreht sich die Geschichte in Bezug auf Luzies unausgesprochene Wahrheiten anstrengend im Kreis. Die Nebencharaktere sind austauschbar, keiner sticht mit einer besonderen Rolle hervor.

Im Vordergrund stehen die Proteste gegen das KKW Wyhl, in die Luzie und Johanna eingebunden sind, wobei ihr Engagement eher der räumlichen Nähe als echtem Protestwillen geschuldet erscheint. So ist es auch schade, dass die problematische Entwicklung ihrer Freundschaft, Johannas Übernahme des väterlichen Betriebs und ihre persönlichen Probleme als alleinerziehende Mutter und Luzies traumatische Erlebnisse als Randaspekten verbleiben.

Trotz der interessanten Themen um die Rolle der Frau in den 1970ern, zivilen Ungehorsams, Erpressung und das Auseinanderdriften einer Freundschaft, kommt beim Lesen keine Spannung auf. Die Geschichte wirkt überladen und kann sich jedweder Schwierigkeit nur oberflächlich widmen.

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Locked-Room-Szenario nach bekanntem Schema mit wenig Spannung und nicht ganz runder Auflösung

Bachelorette Party
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Vier Freundinnen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen sich seit elf Jahren im Mai auf der "Isle Blind" vor der schwedischen Küste um ihre Freundschaft zu feiern und die Last des Alltags hinter ...

Vier Freundinnen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen sich seit elf Jahren im Mai auf der "Isle Blind" vor der schwedischen Küste um ihre Freundschaft zu feiern und die Last des Alltags hinter sich zu lassen. 2012 kommen sie von ihrem Ausflug nicht zurück. Die Polizei geht von einem Unfall auf dem Meer aus, aber ihre Leichen werden nicht gefunden.
Der Cold Case lässt die True-Crime-Podcasterin Tessa nicht los. Zehn Jahre nach dem Unglück ist sie zu einem Junggesellinnenabschied in ein Yoga-Retreat auf einer abgelegenen Insel eingeladen, wobei es sich bei der Inhaberin um die ältere Schwester eines der vermissten Mädchen handelt. Tessa möchte die Chance nutzen, den Fall endlich zu lösen, obwohl sie mit ihrem Podcast gescheitert ist und den Shitstorm noch lange nicht verarbeitet hat.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen, wobei der Prolog vorwegnimmt, was sich im Mai 2012 auf Isle Blind ereignet hat und damit Ängste schürt, was dort zehn Jahre später passieren könnte. Der Fokus liegt jedoch auf der Gegenwart und die kurzen Kapitel tragen zur entsprechenden Dynamik bei.

Die einzelnen Charaktere bleiben blass und übernehmen lediglich Rollen als Freundin, Trauzeugin, Schwester, Gastgeberin. Nur Tessa, aus deren Ich-Perspektive die Geschehnisse in der Gegenwart erzählt werden, scheint nahbarer. Weshalb ihr Podcast negativ viral gegangen ist, bleibt hingegen lange im Dunkeln, belastet jedoch sie und die Beziehungen zu ihren Freundinnen. Von einem entspannten Junggesellinnenabschied kann keine Rede sein, auch da sich Tessa vorgenommen hat, den Fall um die verschwundenen Frauen zu lösen und Morde dahinter vermutet - eine Erklärung dafür gibt es jedoch nicht.

Als eine Freundin der Braut in der Gegenwart verschwindet und ihr Rettungsboot auf dem offenen Meer treibt, scheint das ungute Gefühl, das Tessa seit der Ankunft in dem Retreat verspürt, nicht unbegründet. Die anschließende Handlung ist mehr von Dramatik und Hysterie als echter Spannung geprägt.

Die Ausgangslage der "Bachelorette Party" ist wenig originell: Ein Locked-Room-Szenario, eine abgelegene Insel, eine übersichtliche Anzahl von Personen, keine Möglichkeit, Hilfe zu holen und unter ihnen ein Mörder... Dennoch fiebert man einer Erklärung für die Ereignisse in der Vergangenheit und eine mögliche Wiederholung in der Gegenwart entgegen.
Die Auflösung kann allerdings auf beiden Zeitebenen aufgrund des unnötigen Gewaltexzesses nicht überzeugen. Die Motive und Verdächtigungen kommen im Vergleich zur Beschreibung von verletzten Körperteilen zu kurz. Zudem wirkt der Plot nicht ganz rund, wenn am Ende grundsätzliche Fragen übrig bleiben, wie warum die Polizei 2012 so stümperhaft ermittelt hat und was sich Tessa zehn Jahre später erhofft hat für Beweise zu finden.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Erneut wunderschönes Setting auf Firefly Island, aber eintönige, triviale Liebesgeschichte um die zweite Schwester

Firefly Island: Zurück zu dir
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Ivy ist seit fünf Wochen auf Firefly Island und überlegt, dauerhaft an den Ort zurückzukehren, wo sie zusammen mit ihren beiden Schwestern die Sommer bei ihrer Großmutter verbracht hat. Sie möchte sich ...

Ivy ist seit fünf Wochen auf Firefly Island und überlegt, dauerhaft an den Ort zurückzukehren, wo sie zusammen mit ihren beiden Schwestern die Sommer bei ihrer Großmutter verbracht hat. Sie möchte sich endgültig von ihrem Ehemann Lance trennen, der ihr seit Jahren untreu ist, hatte bisher allerdings Skrupel wegen ihrer Tochter Olivia, die nichts von den Affären ihres Vaters weiß.
Ivys Jugendliebe Noah wohnt noch immer in Mahone Bay und führt derzeit die notwendigen Reparaturarbeiten an der Firefly Lodge aus, die zukünftig als Hochzeitslocation dienen soll. Die beiden fühlen sich noch immer voneinander angezogen und können kaum die Finger voneinander lassen. Doch Noah wurde schon mehrfach von Ivy enttäuscht, die immer wieder zu Lance zurückgekehrt ist und Ivy hat Angst, ihre Tochter zu verlieren, wenn sie sich für ein Leben in Kanada entscheidet.

"Zurück zu dir" ist nach "Gegen die Vernunft" der zweite Band der Firefly Island-Reihe. Nach dem charmanten Start der Reihe konnte mich Band 2, in dem nach Holly ihre ältere Schwester Ivy in den Vordergrund rückt, weniger überzeugen.
Auch wenn das Setting in der kanadischen Provinz Nova Scotia wieder bildhaft schön beschrieben ist und sich wie ein Zuhause für die drei Schwestern anfühlt, ist der Kern der Geschichte, die Romanze von Ivy und ihrer Jugendliebe Noah leider einfallslos und trivial.
Über weite Teile der Handlung steht rein der körperliche Aspekt ihrer Beziehung im Vordergrund. Ermüdend schmachtet Ivy Noahs Muskeln an, während Noah damit beschäftigt ist, sich zu fragen, ob Ivy einen BH trägt... Es folgen spicy Szenen mit den üblichen Floskeln aus wimmern stöhnen, fluchen.

Obgleich nachvollziehbar ist, dass Ivy und Noah aufgrund ihrer Erfahrungen in der Vergangenheit ein Geheimnis aus ihrer Liebe machen, um ihre Kinder zu schützen, wirkt die Affäre, die sich an dem überschaubaren Ort schlicht nicht verbergen lässt, alberner je länger sie dauert. Ein stärkerer Fokus auf eine Problemlösung wäre erwachsener und glaubwürdiger gewesen, denn Scheidungen sind selbst in den Augen der Kinder nicht verwerflich.

Trotz der eintönigen Liebesgeschichte hat der Roman schöne Szenen mit den Schwestern, die sich nicht unbedingt ähnlich sind, aber fest zusammenhalten. Alle drei hoffen, in Mahone Bay neu anfangen zu können und was bei Holly beruflich und privat geklappt hat, zeichnet sich auch bei Ivy ab, die nicht nur bereit für eine Trennung von ihrem Ehemann ist, sondern auch nicht mehr nur Mutter und Diplomatengattin sein möchte. Das Ende stimmt nach den ganzen Bedenken, Hadern und Zögern versöhnlich und mutet realistisch an.

Band 3 erscheint im Oktober 2026 und widmet sich der ältesten Schwester Rosalie und dem "grumpy" Hubschrauberpiloten, was wiederum explizite Szenen erwarten lässt.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

Gewalttätiger Roadtrip durch Kanada - zäher und repetitiver Handlungsverlauf

Halt niemals an
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Im Sommer 1976 sind Alice und Tom in ihrem Wohnmobil durch Kanada unterwegs, um die Olympischen Spiele zu besuchen. Nach einem Schicksalsschlag möchten sie die gemeinsame Zeit nutzen, um wieder zu einander ...


Im Sommer 1976 sind Alice und Tom in ihrem Wohnmobil durch Kanada unterwegs, um die Olympischen Spiele zu besuchen. Nach einem Schicksalsschlag möchten sie die gemeinsame Zeit nutzen, um wieder zu einander zu finden.
Unterwegs lernen sie ein Pärchen kennen und bieten ihnen eine Mitfahrgelegenheit bis zur nächsten Stadt an. Doch Jenny und Simon, die sich zunächst als Hippies Blue und Ocean vorgestellt hatten, werden wegen Doppelmordes gesucht. Sie entführen Alice und Tom auf ihrer Flucht und gehen dabei weder zimperlich mit ihnen, noch mit denen, denen sie begegnen, um.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen Alice und Jenny geschildert. Nachdem Tom von Simon schwer verletzt wurde, ist es Alice, die den Camper steuert und von Simon massiv unter Druck gesetzt wird.
Jenny hat eine schwere Kindheit und Jugend hinter sich und ist froh in Simon einen Mann gefunden zu haben, der zu ihr hält und sie beschützt, weshalb sie Hemmungen hat, Simons skrupelloses Handeln zu unterbinden.
Dieser befindet sich in einem unkontrollierten Gewaltrausch ohne Rücksicht auf Verluste, weshalb ihm auf der weiteren Wegstrecke alles zuzutrauen ist. Toms Rolle ist rein passiver Natur.
Sowohl Alices Ängste als auch Jennys Zweifel und innere Zerrissenheit sind spürbar, wobei sie ergänzend zur nervenaufreibenden Flucht von ihren Erinnerungen an ihr Zuhause heimgesucht wird. Details dazu werden erst am Ende enthüllt, was zwar die Dramatik hervorhebt, aber als lose Rückblende unbeholfen an die alptraumhafte Odyssee final platziert wird.

"Halt niemals an" ist ein lebensgefährlicher Roadtrip mit einer Spur aus Tränen, Blut und Zerstörung. Nach einem spannenden Einstieg mit der Entführung eines traumatisierten, unschuldigen Paares der Roman jedoch bald auf der Stelle, da sich Szenen mit (leeren) Drohungen, Raubüberfällen und sinnloser Gewalt an Unschuldigen ähnlich gelagert wiederholen.
Darüber hinaus fehlt es dem Roman an Atmosphäre. Dass sich die Handlung Mitte der 1970er in Kanada ereignet, bietet Potenzial für einen nostalgischen und spannenden Plot, das jedoch weitgehend ungenutzt bleibt.

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