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Veröffentlicht am 25.08.2026

Ein spannender Krimi mit Nachhall

Wer mit den Wölfen heult
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In dem zweiten Krimi dieser Canterbury-Reihe beweist die ermittelnde Therapeutin Lily Brown, wie hartnäckig, clever, mutig, engagiert und kompetent sie zwei Fälle im beruflichen Umfeld bewältigt, aber ...

In dem zweiten Krimi dieser Canterbury-Reihe beweist die ermittelnde Therapeutin Lily Brown, wie hartnäckig, clever, mutig, engagiert und kompetent sie zwei Fälle im beruflichen Umfeld bewältigt, aber wie unsicher und emotional sie im Privatleben auftritt, was sie sehr menschlich macht.
Der erste Erzählstrang widmet sich dem Mobbingfall Martin Gordon nebst seiner in Frage gestellten Diensttauglichkeit. Der Korpsgeist und kriminelles, sexuelles Fehlverhalten innerhalb vieler Polizeibehörden stehen im Mittelpunkt.
Im zweiten Strang wird das Phänomen des plötzlichen Kindstodes thematisiert mit der jungen Jerry Hoover als Therapiefall in ihrer Praxis in Canterbury.
In zwei Teilen über sieben Monate im Jahr 2019 geht es auch um das Privatleben der Hauptperson Lily Brown meist im Zusammenhang mit dem Profiler Dan Baker.
Hauptsächlich aus Lilys Perspektive werden schlüssige Fakten aus tatsächlichen Cold Cases verarbeitet, was teilweise schockierend wirken kann, vor allem in diesem unglaublichen Komplott innerhalb der Polizei. Die Atmosphäre in den jeweiligen Szenen, ob nun im Pub Three Lions, in den diversen Polizeidienststellen, in Lilys Praxis oder Wohnung, auf dem Ausflugsschiff King George etc. wird realistisch und bildlich klar eingefangen
Gewidmet ist dieser Krimi allen mutigen Frauen und Männern, die trotz Gruppendruck, Bedrohung, Mobbing und Ausgrenzung ihre Meinung gegen bedrohliche Mächte vertreten, wenn sie dies für gerechtfertigt halten, damit Gerechtigkeit und Fairness eine Chance haben in unserer Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 05.08.2026

Ein eindringliches, atmosphärisches Drama an der Westküste Neuseelands

Kerbholz
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Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten ...

Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten Umfeld durch einen Autounfall des Vaters. Als verwundete Waisen auf einer verwahrlosten Farm ohne Strom- und Wasseranschluss an einem weit abgelegenen, hinterwäldlerischen Geisterort des ehemaligen Goldrauschs an der Westküste Neuseelands landen sie schließlich, über Jahre eingesetzt als Arbeitssklaven von 2 obskuren Gestalten. Ohne mögliche Trauerarbeit um tote Eltern und 4. Geschwister, ohne Aussicht auf baldige polizeiliche Suchtrupps oder medizinische Versorgung erdulden die Kinder harte Arbeitseinsätze, Lügen, Einsamkeit in wilder Natur. Ihre unterschiedliche Entwicklung der Charaktere in Gefangenschaft über den langen Zeitraum wird in feinen, beklemmenden Nuancen dargestellt, zwischen mehrmaligen Fluchtversuchen und Akzeptanz der Unfreiheit driftend. Ihre Retter entpuppen sich schon bald als gewalttätige Ausbeuter, denen es einzig um ihren eigenen Vorteil geht. Manche Szenen sind so intensiv beschrieben mit den jeweiligen Stärken und Schwächen aller Beteiligten. Die Szene um die nun erwachsene, betrunkene Kate und dem Geist am See, als Mensch getarnt, wirkt etwas sonderbar.
Auf einer weiteren Erzählebene der Gegenwart ab 2010 geht es um Familienangehörige in London, die bisher die Hoffnung, die Vermissten in Neuseeland zu finden, noch nicht aufgegeben haben trotz mehrmaliger, eigener Suchermittlungen ab 1978 entlang der zerklüfteten Westküste und dichtem Buschland. Erst 32 Jahre nach erster Vermisstenmeldung werden zufällig gefundene, sterbliche Überreste als die ihres Neffen identifiziert, zusammen mit der Armbanduhr des Vaters und einem Kerbholz. Erst 4 Jahre, nachdem die Familie spurlos verschwunden war, soll er lt. Polizeibericht verstorben sein. Die immer noch schwelende Hoffnung auf ein positives Finale - nicht nur von Seiten der Londoner Familie - wird nicht genährt. Thematisch vertieft werden Familienbande, ihre Verbundenheit – auch zu Wahlfamilien. Der Preis für Rettung, für das Überleben, für Kost und Logis, geritzt auf einem mittelalterlichen Schuldschein, dem Kerbholz, scheint in der Wildnis der neuseeländischen Westküste sehr hoch zu sein.
Insgesamt ein atmosphärischer, düsterer Roman – den Lebensstil mancher Personen und die isolierte, undurchdringliche Natur betreffend. 5/5+

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Veröffentlicht am 31.07.2026

Ein Familienroman mit liebenswerten, sanften Außenseitern

Leonard und Paul
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Das Cover zeigt einen gezeichneten Mondfisch, der ohne Schwanzflosse wie ein riesiger, schwimmender Kopf aussieht. Im Text findet sich unscheinbar eine aufklärende Stelle, an der Peter seinen Sohn Paul ...

Das Cover zeigt einen gezeichneten Mondfisch, der ohne Schwanzflosse wie ein riesiger, schwimmender Kopf aussieht. Im Text findet sich unscheinbar eine aufklärende Stelle, an der Peter seinen Sohn Paul als Helens Mondfisch bezeichnet. Wie dieser seltene Fisch tritt der erwachsene Sohn als sanfter, introvertierter Außenseiter auf, immer um Korrektheit im Umgang mit anderen bemüht, freundlich, geduldig, stets sehr überlegt reagierend. Mit sehr ähnlichem Naturell ausgestattet ist sein einziger Freund Leonard, lange in einer partnerschaftlichen Mutter-Sohn-Beziehung lebend. Keine lauten, dramatischen Komplikationen im rational und pragmatisch ausgerichteten Leben der Beiden überfrachten hier den ruhigen, geordneten Alltag voller warmherziger zwischenmenschlicher Abläufe. Eine Reihe von originellen Veränderungen wie z.B. Damenbekanntschaft oder Wettbewerbsgewinn, die das Leben der zwei Hauptfiguren um die 30 nach und nach bereichern, sorgen für weniger Zurückgezogenheit, Unsicherheit und mehr Mut zur privaten und beruflichen Öffnung. Ebenso lebendig und liebenswürdig werden auch die Nebenfiguren vorgestellt, alles ummantelt mit feinem Humor in einfühlsamem Schreibstil. 5*

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Gewinnen ist das Ziel.

Die Partie seines Lebens
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Das Billardspielen dient der jungen Hauptfigur Fast Eddie Felson als Broterwerb, gepaart mit in bar vorab abgeschlossenen, stattlichen Preisgeldern für den Gewinner. Atmosphärisch wird die Abzockerei in ...

Das Billardspielen dient der jungen Hauptfigur Fast Eddie Felson als Broterwerb, gepaart mit in bar vorab abgeschlossenen, stattlichen Preisgeldern für den Gewinner. Atmosphärisch wird die Abzockerei in Billardsalons der 50-er Jahre in Amerika beschrieben, zwischen viel Whisky und Raucherei, bei konzentrierter Beleuchtung über dem Billardtisch. Neben Talent zeigt der charmante Fast Eddi sehr viel Ehrgeiz, in Chicago die Billardlegende Minnesota Fats zu übertrumpfen. Sein harter, zäher Weg dorthin mit Höhen und Tiefen wird begleitet von Charly, seinem zuverlässigen, ehrlichen Tingel-Freund und von dem Geschäftsfreund Bert mit seinem Netzwerk an Kontakten. Neben Männerfreundschaft und harter, krimineller Rivalität wird mit der Nebenfigur Sarah auch die Problematik mit Alkohol, Einsamkeit und dem Verliererstatus angesprochen. Der Schreibstil wirkt überzeugend in der Beschreibung der jeweiligen Spielsituation mit Spiel-Varianten in den Billard-Spielsalons, auch anschaulich nachvollziehbar für Laien. Letztendlich geht es hier am Billardtisch nicht nur um Geld, sondern auch um Stolz, Taktik, Durchhaltevermögen, Feingefühl, um Enthusiasmus für dieses Spiel, ohne irgendwelche Entschuldigungen oder Selbsttäuschung.
Man kann nicht immer gewinnen, klar!

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Ein äußerst spannender Plot.

Weil sie lügt
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In vier Teilen geht es zunächst um das mysteriöse Verschwinden der jungen Juli Brunner vor etlichen Monaten, mit dem Vater seither in Untersuchungshaft und den weiteren Familienmitgliedern nicht nur psychisch ...

In vier Teilen geht es zunächst um das mysteriöse Verschwinden der jungen Juli Brunner vor etlichen Monaten, mit dem Vater seither in Untersuchungshaft und den weiteren Familienmitgliedern nicht nur psychisch stark angeschlagen. Ihre jüngere Schwester Anna Brunner, Anfang Zwanzig, entpuppt sich als starke Persönlichkeit. Sowohl in ihrer wichtigen Rolle als rührige, einfühlsame Ersatzmutter für ihren achtjährigen Bruder Leon glänzt sie, auch für ihre psychisch derangierte Mutter fühlt sie sich verantwortlich. Schließlich unternimmt sie teils gefährliche Aufklärungsversuche hinsichtlich ihrer vermissten Schwester Juli. Daraus entwickelt sich eine berührende, sowie beklemmende Atmosphäre, die weitere Fragezeichen und manchen Cliffhanger offeriert. Mit der Aufklärung dieses Familiendramas scheint nicht nur die Hauptfigur Anna überfordert zu sein, sondern auch die Kriminalpolizei mit Katharina Engels und ihrem Team. Neben der Verschleierung eigener Geheimnisse, Schuldgefühlen und erfolgloser Suche nach Motiven und Beweisen geraten sie in weitere Fälle zum Miträtseln. Annas und Katharinas Perspektiven auf unerwartete Wendungen wechseln sich unregelmäßig ab bis zur schlüssigen, überraschenden Auflösung.
Eine gelungene Mischung aus zwischenmenschlichen Konflikten über den familiären Rahmen hinaus und wenig Blut versprühenden Kriminalfällen.

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