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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2026

Humorvoller Roman über ernste Themen

Pause
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Ich kenne Lena Kupke als Comedienne und mag ihren Humor sehr, weshalb ich gespannt auf ihren Roman "Pause" war.
Nach einem Zusammenbruch wird Hanna nur durch Begleitung aus dem Krankenhaus entlassen. Also ...

Ich kenne Lena Kupke als Comedienne und mag ihren Humor sehr, weshalb ich gespannt auf ihren Roman "Pause" war.
Nach einem Zusammenbruch wird Hanna nur durch Begleitung aus dem Krankenhaus entlassen. Also lässt sie sich von ihren Eltern abholen und bleibt vorerst bei ihnen in Lüneburg. Ihren Freund, ihre Freund*innen und ihren Job lässt sie in Berlin zurück. Die Nächte im Arbeitszimmer ihres Vaters, alltägliche Dialoge mit ihren Eltern, die so oder so ähnlich bereits in ihrer Jugend geführt wurden, und die Auseinandersetzung mit den Menschen, die Hanna noch von früher kennt, gehören nun zu ihrem Alltag. Konflikte gibt es reichlich, ausgesprochen wird wenig. Doch wie lange können Dinge unter den Teppich gekehrt werden, ohne dass darüber gestolpert wird?

Ich mag den Humor von Lena Kupke sehr und konnte daher auch sehr viel mit ihren Figuren anfangen. Hanna ist mir auf Anhieb sympathisch, ihre Gedanken und ihre Handlungen kann ich als Frau in den 30ern gut nachvollziehen, Auch ihre Eltern, die Familiendynamik und Szenen wie im Ernstings Family fand ich sehr unterhaltsam.
Das Buch ist locker, humorvoll geschrieben, sodass ich es an einem Stück gelesen habe. Doch dabei wirken ernste Themen, die teilweise explizit benannt, teilweise angedeutet werden.

Ich mochte es, Hanna bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu verfolgen und die Pause bei ihren Eltern und in der Lüneburger Gemeinschaft mitzuerleben.

Veröffentlicht am 13.08.2026

Spannender Horror-Thriller

Komm spielen
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Annie ist Kinderbuchautorin und muss verkraften, dass ein Kind eine Szene aus einem ihrer Bücher nachgestellt hat und dabei tödlich verunglückt ist. Kurz darauf stirbt ihr Mann John, was für sie einen ...

Annie ist Kinderbuchautorin und muss verkraften, dass ein Kind eine Szene aus einem ihrer Bücher nachgestellt hat und dabei tödlich verunglückt ist. Kurz darauf stirbt ihr Mann John, was für sie einen schweren Verlust darstellt. Also folgt sie der Idee ihres Verlegers und geht mit ihrem Sohn Charlie von New York in das ruhig gelegene Castle Creek, um das schwere Jahr hinter sich lassen und zu neuen Kräften kommen zu können. Doch es dauert nicht lange, bis in Castle Creek merkwürdige Dinge passieren und Annie sich fragen muss, in welcher Gefahr Charlie steckt.

"Komm spielen" von Linwood Barclay ist ein spannender Horror-Thriller, ganz im Stil Stephen Kings, wie ich finde. Die Figuren werden in Ruhe vorgestellt, Linwood Barclay nimmt sich Zeit für die Beschreibung der Szenerie und erzählt auf zwei zeitlichen Erzählebenen. So erfahren die Leserinnen wechselnd, was damals und heute geschehen ist, können Verbindungen knüpfen und Vermutungen anstellen. Währenddessen baut sich die Spannung auf, alles steuert auf eine Eskalation zu, sodass es zu einem packenden Finale kommt, das ein gutes Ende bildet und alle Fäden gut zusammenfügt.
Mir gefielen die mystischen Horror-Elemente. Allerdings denke ich, dass nicht jede
r Leserin damit glücklich ist, wenn die Genrebezeichnung Thriller ist.
Wer Stephen Kings Geschichten mag, wird hier auf seine
ihre Kosten kommen.

Veröffentlicht am 07.08.2026

Nordic Noir vom Feinsten

Home Before Dark
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Im Jahr 1967 pflegt die vierzehnjährige Marsibil eine heimliche Brieffreundschaft mit einem Isländer. Um sich interessanter zu machen, gibt sie sich als ihre ältere Schwester Stina aus und nach einigen ...

Im Jahr 1967 pflegt die vierzehnjährige Marsibil eine heimliche Brieffreundschaft mit einem Isländer. Um sich interessanter zu machen, gibt sie sich als ihre ältere Schwester Stina aus und nach einigen Briefwechseln schlägt er ein Treffen vor und Marsibil sagt zu. Am Tag selbst kommt es jedoch nicht dazu, dass Marsibil das Haus verlässt und zum Treffen erscheint. Stattdessen verschwindet in dieser Nacht ihre Schwester Stina, die sich mit Freundinnen treffen wollte. Das einzige, was von ihr gefunden wird, ist ihr blutiger Anorak. Und der liegt ausgerechnet an der Stelle, an der sich Marsibil und ihr Brieffreund treffen wollten.
Auch zehn Jahre später bleibt von Stina noch jede Spur verschwunden und der Fall ist nicht gelöst. Zum Todestag kehrt Marsibil in ihr Dorf zurück. In ihrem Gepäck steckt ein Brief, den sie einige Tage zuvor erhalten hat - von ihrem damaligen Brieffreund. Nun muss sie sich erinnern und herausfinden, was damals tatsächlich passiert ist.

Wer schon Thriller von dem Autor
innenduo gelesen hat, weiß um den langsamen, ruhigen Schreibstil, der nicht auf schnelle Spannungsmomente, sondern auf aufbauende Spannung setzt. So haben die Figuren Zeit, sich zu entfalten, die Leser*innen erfahren aus Stinas Perspektive die Erlebnisse von damals und verfolgen Marsibils Erinnerungen und Nachforschungen in der Gegenwartsperspektive.

Recht schnell wird klar, dass die Dorfgemeinschaft ein komplexes Gefüge bildet, in dem nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Zwischendurch gab es einige Längen, die ich nicht gebraucht hätte, aber insgesamt gefiel mir der Thriller sehr gut. Ich mochte den Spannungsaufbau, das Miträtseln und die düstere Atmosphäre.

Ein guter Nordic Noir Psychothriller.

Veröffentlicht am 26.06.2026

Drei Vögel für Leo

Pina fällt aus
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Pina lebt mit ihrem 20-jährigen Sohn Leo zusammen in einer Wohnung und verfolgt einen klar strukturierten Tagesablauf. Denn Leo lebt in seiner eigenen Welt, die nach eigenen Regeln und schlecht mit Störung ...

Pina lebt mit ihrem 20-jährigen Sohn Leo zusammen in einer Wohnung und verfolgt einen klar strukturierten Tagesablauf. Denn Leo lebt in seiner eigenen Welt, die nach eigenen Regeln und schlecht mit Störung im Außen funktioniert. Doch eines Tages bricht Pina mitten auf einer Straßenkreuzung zusammen und kommt für mehrere Wochen ins Krankenhaus. Ihre einzige und größte Sorge: Wer kümmert sich nun um Leo, für den alles so sein muss, wie es immer ist?
Darauf findet sich recht bald eine Antwort: Zola, die 16-jährige Schulabbrecherin, der Eigenbrötler Wojtek und die Rentnerin Inge, die eigentlich nie ihre Wohung verlässt. Sie sind die selbsternannten drei schrägen Vögel für Leo, die sich immer mehr mit seiner Welt vertraut machen und sich seinem Rhythmus anpassen.

Vera Zischke schafft nicht nur Einblicke in Leos Abläufe, Pinas Sorgen und die konstante Belastung, die nach außen hin gar nicht unbedingt sichtbar ist, sondern durch die verschiedenen Figuren eine ganze Bandbreite an eigenen Welten mit eigenen Regeln, Schwierigkeiten und Belastungen im Leben. Die Kombination aus Zola, Wojtek, Inge, Pina und Leo zeigen, wie sehr andere bereichernd und unterstützend sind und dass Hilfebedarf sichtbar gemacht werden muss, damit unterstützt werden kann.
Ein sehr berührender Roman, der ehrlich und trotz der schweren Thematik dennoch grundsätzlich humorvoll und leichtfüßig daherkommt, und bei mir ein verstärkteres Bewusstsein geschaffen hat.
Ich habe Leo und die drei schrägen Vögel sehr ins Herz geschlossen und die Lesezeit mit ihnen sehr genossen.

Veröffentlicht am 20.06.2026

Erkenntnisse aus der Emotionspsychologie

Wenn es besser ist zu gehen
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Dr. Carlotta Welding ist Emotionscoachin und setzt in ihrem Buch "Wenn es besser ist zu gehen" auch auf Emotionen. Basierend auf dem grundlegenden Wissen zu Emotionen erklärt sie, warum und auf welche ...

Dr. Carlotta Welding ist Emotionscoachin und setzt in ihrem Buch "Wenn es besser ist zu gehen" auch auf Emotionen. Basierend auf dem grundlegenden Wissen zu Emotionen erklärt sie, warum und auf welche Arten wir Beziehungen führen, warum es schwer sein kann, Beziehungen zu beenden und welche Faktoren uns davon abhalten und statt einer Trennung teilweise noch jahrelang in unerfüllten und lieblosen Beziehungen zu verharren. Dr. Carlotta Welding erklärt, wie Emotionen und Gefühle entstehen, wie sie wirken und welchen Einfluss emotionale Muster aus bisherigen Beziehungen haben.

Das Wissen, das hier vermittelt und durch Praxis- und Fallbeispiele veranschaulicht wird, stammt aus der Emotionspsychologie. Es wird durch Übungen erklärt, wie wir die Wahrnehmung unserer wahren Gefühle schulen können und welche veränderten Perspektiven so auf unsere Beziehungen entstehen können.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, einfach und leicht verständlich. Durch die Beispiele und veranschaulichte Verhaltens- und Denkmuster innerhalb verschiedener Beziehungen und Beziehungsmechanismen können sich Leser*innen selbst erkennen, fühlen sich verbunden und bekommen effektives Wissen und Übungen an die Hand, um an sich, ihrer Gefühlswahrnehmung, ihrer Selbstliebe und schließlich ihrem Beziehungsstatus zu arbeiten.