Nordic Noir vom Feinsten
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Im Jahr 1967 pflegt die vierzehnjährige Marsibil eine heimliche Brieffreundschaft mit einem Isländer. Um sich interessanter zu machen, gibt sie sich als ihre ältere Schwester Stina aus und nach einigen Briefwechseln schlägt er ein Treffen vor und Marsibil sagt zu. Am Tag selbst kommt es jedoch nicht dazu, dass Marsibil das Haus verlässt und zum Treffen erscheint. Stattdessen verschwindet in dieser Nacht ihre Schwester Stina, die sich mit Freundinnen treffen wollte. Das einzige, was von ihr gefunden wird, ist ihr blutiger Anorak. Und der liegt ausgerechnet an der Stelle, an der sich Marsibil und ihr Brieffreund treffen wollten.
Auch zehn Jahre später bleibt von Stina noch jede Spur verschwunden und der Fall ist nicht gelöst. Zum Todestag kehrt Marsibil in ihr Dorf zurück. In ihrem Gepäck steckt ein Brief, den sie einige Tage zuvor erhalten hat - von ihrem damaligen Brieffreund. Nun muss sie sich erinnern und herausfinden, was damals tatsächlich passiert ist.
Wer schon Thriller von dem Autorinnenduo gelesen hat, weiß um den langsamen, ruhigen Schreibstil, der nicht auf schnelle Spannungsmomente, sondern auf aufbauende Spannung setzt. So haben die Figuren Zeit, sich zu entfalten, die Leser*innen erfahren aus Stinas Perspektive die Erlebnisse von damals und verfolgen Marsibils Erinnerungen und Nachforschungen in der Gegenwartsperspektive.
Recht schnell wird klar, dass die Dorfgemeinschaft ein komplexes Gefüge bildet, in dem nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Zwischendurch gab es einige Längen, die ich nicht gebraucht hätte, aber insgesamt gefiel mir der Thriller sehr gut. Ich mochte den Spannungsaufbau, das Miträtseln und die düstere Atmosphäre.
Ein guter Nordic Noir Psychothriller.