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Veröffentlicht am 07.02.2021

tolles Krimidebüt aus Schweden

Der andere Sohn
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Schweden, 2009. Eine junge Frau verschwindet nach einem Streit mit ihren Eltern spurlos. Emelie ist die zukünftige Erbin eines erfolgreichen und global agierenden Modekonzerns. Eine großangelegte Suche ...

Schweden, 2009. Eine junge Frau verschwindet nach einem Streit mit ihren Eltern spurlos. Emelie ist die zukünftige Erbin eines erfolgreichen und global agierenden Modekonzerns. Eine großangelegte Suche führt zu keinem Ergebnis. Lediglich etwas Blut und andere Körperflüssigkeiten findet die Polizei. Der neunzehnjährige Billy gerät daraufhin unter Verdacht, bestreitet aber vehement, die junge Frau überhaupt gekannt zu haben. Ohne Leiche kommt die Polizei nicht weiter. Amerika, 2019. John wird bei einer verdeckten Ermittlung angeschossen, kann aber gerettet werden. Nach seiner Aussage gegen das Drogenkartell soll er in den Zeugenschutz aufgenommen werden. Da bekommt er einen Brief seiner Mutter, in dem diese berichtet, dass sein Halbbruder Billy zum wiederholten Male ins Visier der Ermittler geraten ist. Der Fall der jungen Erbin soll neu aufgerollt werden und der einzige Verdächtige war, ist und bleibt Billy. John fordert vom FBI, im Zeugenschutzprogramm nach Schweden geschickt und ins Cold Case Team eingeschleust zu werden. Dort will er, mit einer neuen Identität ausgestattet, dazu beitragen, dass die Ermittlungen fair und unvoreingenommen durchgeführt werden.

Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. In erstem Teil erfahren wir abwechselnd, was sich ereignet hat, als Emelie verschwand und John aufgeflogen ist. Die restlichen Teile spielen in der Gegenwart in Schweden. John geht mit einem frischen Blickwinkel an den Fall heran, muss zusätzlich aber einerseits dafür sorgen, dass seine Verbindung zum Verdächtigen nicht auffällt, andererseits dass seine Tarnung nicht auffällt und damit seine neue Identität enthüllt wird. Dazu ist es ihm sehr wichtig, objektiv zu bleiben. Das ist anstrengend, das ist knifflig, das führt dazu, dass es spannend bleibt. Die Ermittlung ist, als ob man eine Schicht nach der anderen abziehen würde und das, was darunter ist, entpuppt sich als etwas ganz anders, als das, was man erwartet hat. Es hat mir Freude gemacht, den Gedankensprüngen und Johns Spuren zu folgen, zu lesen, wie er an den Fall rangeht. Ein tolles Debüt, ein wahnsinnig guter Kriminalroman und ein wirklich guter Start der Karlstad-Reihe. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autoren. Von mir gibt es verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.02.2021

brisant und aktuell

Der Solist
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Neuhaus, ein Frankfurter Ermittler, wird zur neu gegründeten Sondereinheit Terrorabwehr (SETA) in Berlin geschickt. Als erst ein jüdischer Aktivist, dann eine muslimische Anwältin ermordet werden, macht ...

Neuhaus, ein Frankfurter Ermittler, wird zur neu gegründeten Sondereinheit Terrorabwehr (SETA) in Berlin geschickt. Als erst ein jüdischer Aktivist, dann eine muslimische Anwältin ermordet werden, macht Neuhaus sich auf die Suche nach dem oder den Tätern. Unterstützt wird er von der jungen Deutschtürkin Suna-Marie, genannt Grabowski, die ihm anscheinend als einzige der Berliner Kolleginnen und Kollegen freundlich gesonnen ist. Als es erste Hinweise auf Anis Amri gibt, wird klar, dass es politisch brisant werden könnte und schon bald stellt sich die Frage, wem Neuhaus und Grabowski noch trauen können.

Schon früh erfahren wir privates über Neuhaus, schon früh merken wir, dass er nicht nur Ecken und Kanten hat, nein; der ganze Mann ist uneben wie eine Straße voller Schlaglöcher. Wortkarg, zurückhaltend und ein Einzelgänger, der am liebsten allein ermittelt.

„Grabowski, ich bin kein Teamplayer. Ich bin maulfaul und unfreundlich. Und ich arbeite am liebsten alleine.“ (Seite 52)

Die kurzen Kapitel sind aufs wesentliche reduziert. Die Gespräche kurz und knapp. Dennoch hat das Buch eine unglaubliche Tiefe, schafft der Autor eine Atmosphäre, die mich begeistert und teilweise dazu geführt hat, dass ich vollkommen in der Geschichte eingetaucht bin. Und mal wieder hat der Autor es geschafft, mich für ein Thema zu begeistern, das normalerweise so gar nicht meines ist. Politische Krimis und Thriller meide ich, finde die Themen oft trocken und langweilig. Hier stimmt aber alles. Spannend, brisant und aktueller denn je erscheint die Geschichte und ist es auch. Ich bin nun ein großer Fan von Neuhaus und fiebere bereits einer Fortsetzung entgegen. Von mir gibt es 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.01.2021

spannend und brutal

Raum der Angst
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Sieben Teilnehmer eines psychologischen Experiments, bei dem es um das menschliche Verhalten in Escape Rooms geht, wurden ausgewählt, um sieben Räume zu erforschen. Nachdem es den sieben, die unterschiedlicher ...

Sieben Teilnehmer eines psychologischen Experiments, bei dem es um das menschliche Verhalten in Escape Rooms geht, wurden ausgewählt, um sieben Räume zu erforschen. Nachdem es den sieben, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gelungen ist, den ersten Raum zu verlassen, treffen sie auf Hannah, die nicht nur behauptet, kein Teil des Experiments zu sein, sondern bestreitet, dass ein solches überhaupt stattfindet, da sie entführt worden sei. Die Teilnehmer müssen nun nicht nur versuchen, aus dem zweiten Raum zu (ent-) kommen, sondern auch entscheiden, ob Hannah die Wahrheit sagt oder lügt. Als es dann brenzlig wird, merken alle acht, dass es kein Spaß ist, sondern es im Gegenteil um Leben und Tod geht. Ein Psychopath spielt ein Spiel und wir sind mittendrin.

Gefallen hat mir, dass der Autor mich nicht sofort mit allen Personen und Namen überfallen hat, sondern diese gruppenweise hintereinander vorgestellt hat. Dies hat es etwas leichter gemacht, sich die Teilnehmer zu merken. Abwechselnd werden wir einerseits Zeuge, wie die Teilnehmer versuchen, die Rätsel zu lösen und zu überleben, andererseits läuft parallel hierzu die Ermittlung, die uns eine Pause gönnt von den sehr blutigen, fast schon barbarischen Ereignissen. Die ein oder andere Tötungsart ist nichts für schwache Nerven; wer es eher unblutig mag, sollte einzelne Szenen überblättern oder Abstand nehmen. Die Rätsel haben mir gut gefallen, die Hintergründe waren schlüssig und auch die Auflösung machte Sinn. Es ist ein Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung, die das Ende vermuten lässt. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.08.2026

Großer Lesespaß

Weiße Westen, schwarze Nächte
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Es sind die 1960er Jahre, Hedy Voss, Meisterin der Verkleidung, ist ziemlich verzweifelt, weil die Versorgung ihrer Schwester sehr kostspielig ist. Gut, dass sie auch eine Meisterin im Einbrechen ist, ...

Es sind die 1960er Jahre, Hedy Voss, Meisterin der Verkleidung, ist ziemlich verzweifelt, weil die Versorgung ihrer Schwester sehr kostspielig ist. Gut, dass sie auch eine Meisterin im Einbrechen ist, einem zuverlässigen Hehler inklusive. Als sie eines Tages ein Notizbuch findet, in dem brisante Dinge stehen, ahnt sie nicht, dass sie dieses in Lebensgefahr bringen wird, als ihre Schwester Elsa auf die dumme Idee kommt, den Eigentümer zu erpressen.

Der erste Fall für die Meisterdiebin Hedy Voss konnte mich wunderbar unterhalten, das Ruhrgebiet der 1960er Jahre kenne ich zwar nicht persönlich, aber die im Buch erwähnten Stadtteile, Straßen und Bauwerke, die seinerzeit noch gar nicht fertiggestellt waren, natürlich schon. Die Welt der Spionage ist mir ebenfalls bekannt, sodass es eine Freude war, zu lesen, wie gut die Autorin echte Menschen und Begebenheiten in die Geschichte eingebunden hat. Die Überschneidung mit der Hauptfigur aus der parallelen Buchreihe hat mich zusätzlich begeistert und ich bin sehr gespannt darauf, wie es mit der ein bisschen zwielichtigen, aber auch taffen und sympathischen jungen Frau weitergeht. Ich freue mich drauf!

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Veröffentlicht am 20.07.2026

Toller Reihenstart!

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Der erfolgreiche Touristikunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus erschossen, die Kommissarin Anta Thorsen und ihr Kollege Hans Vigeland von der Polizei in Tromsø haben die Ermittlungen gerade aufgenommen, ...

Der erfolgreiche Touristikunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus erschossen, die Kommissarin Anta Thorsen und ihr Kollege Hans Vigeland von der Polizei in Tromsø haben die Ermittlungen gerade aufgenommen, als ein weiterer Mord geschieht. Die einzigen Zeugen beider Taten sind die Polarlichter, die unbeeindruckt von den Fällen wunderschön am Himmel tanzen. Bald aber gibt es echte Spuren, die es auszuwerten gilt.

»Ein Mord in Norwegen war etwas Außergewöhnliches, aber hier in Tromsø mitten auf der Straße glich er einer Sensation. Da blieb keine Zeit für Höflichkeiten.« (Seite 8)

Der Kriminalroman, den die Autorin Sandra Beckedahl unter dem Pseudonym Tuva Brø geschrieben hat, führte mich nach Tromsø, eine arktische Stadt in Norwegen, die auf einer kleinen Insel liegt, etwa 350 Kilometer nördlich des Polarkreises. Diese Region ist unter anderem für die weltweit beste Sicht auf die Nordlichter (Aurora Borealis) berühmt und wird aufgrund der spektakulären Naturphänomene auch das „Tor zur Arktis« genannt. Man merkt der Geschichte die Liebe der Autorin zum Land und den Menschen an, die den vorliegenden Reihenauftakt zu etwas Besonderen macht.

Bei diesem Kriminalroman gibt es für mich kaum Gründe, zu meckern. Die Story war gut durchdacht und punktet auch mit interessanten, aber nicht zu auffälligen Ermittlern, deren Privatleben sicherlich noch einige Überraschungen birgt, zusätzlich zu den hier enthüllten Teilen diverser Geheimnisse. Neben den Hauptfiguren wurden aber auch die Nebendarsteller nicht vernachlässigt, die Sprünge zwischen den Perspektiven waren klug gewählt. Einziger Kritikpunkt hier: Es wurden in sehr kurzer Zeit viele Personen eingeführt und zusätzlich einige Nebenschauplätze eröffnet, dies führte bei mir kurzfristig zu Verwirrung und war unübersichtlich, weil ich die unzähligen Namen oft nur durch Zurückblättern zuordnen konnte. Positiv dabei ist, dass letztendlich jeder einzelne Strang der richtigen Auflösung zugeführt wurde. Insgesamt ein toller Start in eine Buchreihe, deren Fortsetzung ich kaum noch erwarten kann.

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