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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2026

Poetisch, kraftvoll, tief berührend

Sommerrauschen
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Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert. Die Leseprobe hatte viel versprochen – und das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders die Sprache hat mich fasziniert: poetisch, kraftvoll, ...


Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert. Die Leseprobe hatte viel versprochen – und das Buch hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders die Sprache hat mich fasziniert: poetisch, kraftvoll, bildreich und voller origineller Formulierungen. Sie lädt nicht zum schnellen Überfliegen ein, sondern dazu, innezuhalten und Sätze nachklingen zu lassen. Manche Passagen habe ich mehrmals gelesen, weil sie so eindringlich und schön waren. Auch die Atmosphäre ist außergewöhnlich gelungen. Die sommerliche Hitze des Médoc, das Meer und die Landschaft bilden einen reizvollen Kontrast zu der unterschwelligen Bedrohung und der Traurigkeit, die Judith begleiten. Viele Figuren bleiben rätselhaft, doch gerade diese Vielschichtigkeit hat für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ein Buch, das nicht nur durch seine spannende Geschichte, sondern vor allem durch seine außergewöhnliche sprachliche Qualität lange nachwirkt.

3189652

Bewertung

5/5

06.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn die Vergangenheit Wellen schlägt
Schon auf den ersten Blick fällt das wunderschöne Cover von Christiane Adlungs „Sommerrauschen“ ins Auge. Es ist stimmungsvoll gestaltet, passt hervorragend zum Titel und weckt sofort die Vorfreude auf eine gefühlvolle Sommerlektüre. Seit Judith denken kann, verbrachte sie die Ferien mit ihren Eltern im eigenen Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Direkt nebenan wohnte die Familie Ahrendt, deren Tochter Natascha ihre beste Freundin war. Doch irgendwann verloren sich die beiden aus den Augen. Der Grund dafür liegt tief in Judiths Vergangenheit und schmerzt sie selbst nach vierzig Jahren noch. Inzwischen reist Judith gemeinsam mit ihrem Mann Robert, ihren Zwillingstöchtern und ihrer Mutter ins französische Ferienhaus. Robert hofft darauf, das benachbarte Ferienhaus zu kaufen, doch für Judith ist dieser Gedanke kaum zu ertragen. Sie lehnt seinen Plan zunächst einmal ab, bringt es aber nicht über sich, ihm den wahren Grund für ihre Ablehnung zu erzählen. Christiane Adlung erzählt Judiths Geschichte in einer bildhaften, einfühlsamen und stellenweise fast poetischen Sprache. Die Atmosphäre der französischen Atlantikküste wird lebendig eingefangen, sodass man sich beim Lesen direkt dorthin versetzt fühlt. Judiths Geschichte berührt, und ihre Vergangenheit entfaltet sich nach und nach auf spannende Weise. Bis zum Schluss bleibt die Neugier erhalten, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Für mich war es eine rundum gelungene und sehr lesenswerte Lektüre.

3188164

Bewertung

Thalia Book Circle Community
5/5

06.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Zwischen den Zeilen liegt die Wahrheit
Sommerrauschen ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest – er verlangt Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, zwischen den Zeilen zu lesen. Genau das hat den Roman für mich besonders gemacht. Denn selbst kleine Nebensätze tragen eine große Bedeutung, die sich erst zum Ende hin nach und nach erschließt. Der Schreibstil ist ruhig, leise und unaufgeregt, die Sprache zart und feinfühlig. Vieles bleibt zunächst unausgesprochen, dennoch zieht einen der Roman mit seinen feinen Zwischentönen immer tiefer in die Geschichte hinein. Vergangenheit und Gegenwart verweben sich auf subtile Weise, sodass der Roman auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Der Roman lebt nicht von klassischer Spannung, sondern von seiner unterschwelligen Atmosphäre und der ständigen Ahnung, dass in Judiths Vergangenheit etwas Einschneidendes geschehen sein muss. Die vielen kleinen Hinweise fügen sich am Ende zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Erst mit den letzten Seiten hat sich mir die Geschichte vollständig erschlossen – und genau das hat ihr für mich eine besondere Tiefe verliehen. Ich empfehle dieses Buch allen, die nicht einfach eine Geschichte lesen und anschließend zur nächsten übergehen möchten, sondern Freude daran haben, sich mit einem Roman zu beschäftigen, zwischen den Zeilen zu lesen und seine Zwischentöne zu entdecken. 4,5 / 5 Sternen

#3188109

Juliane

aus München
5/5

05.07.2026

Buch (Gebundene Ausgabe)

Elegant, berührend, einzigartig
Ein wundervolles Buch, in dem die Sprache der Hauptdarsteller ist. Voller Eleganz, Gefühl und einem ganz besonderen Auge und Ton für die Schönheit des Medoc entführt Christiane Adlung uns auf eine Reise an die französische Atlantikküste. Doch dieses Buch ist kein sonniger Urlaubsroman über das Savoir Vivre. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in ein Netz aus Lügen und Schweigen und in die Familiengeschichte der Protagonistin. Judith, erfolgreiche Künstlerin, reist wie jedes Jahr mit ihrer Familie in das Ferienhaus ins Medoc. Die Töchter, Zwillinge, stehen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Robert, ihr Mann, plant das Haus nebenan zu kaufen. Oda, ihre Mutter, thront im Haus wie eine Königin - extravagant, exaltiert. Judith ist von einem tiefen Kummer gezeichnet, der sich erst nach und nach enthüllt. Der Vater, Mitte der Achtziger verstorben. Die kleine Schwester ebenfalls nicht mehr am Leben. Was zu diesen Tragödien führte, bleibt über zwei Drittel des Buches vage. Die Familie verbringt mehr oder weniger unbeschwerte Tage an der Küste. Die flirrende Hitze, das Meer, die Natur, der See, das alles ist so bildhaft und detailliert beschrieben, dass ich ganz in die Geschichte, die Szenerie hineingezogen werde. Fast fühle ich mich wie ein unsichtbarer Gast im Ferienhaus, sitze mit der Familie am Frühstückstisch, am Steg, erklimme die Dünen. Die Stimmung droht zu kippen, als Natascha, Judiths Ferienfreundin aus Kinder- und Jugendtagen, anreist und das Nachbarhaus ihrer Familie bezieht. Als Leser spürt man die unterschwellige Gefahr, ein Sehnen nach glücklicheren Tagen, nach der Unbeschwertheit vergangener Sommer. In Rückblenden erfährt man, was sich Mitte der Achtzigerjahre zugetragen hat. Liest von Freundschaft, Betrug, Liebe und einer Zeit, die von Trägheit und Aufbruch geprägt war. Ganz plötzlich setzt der Tod der kleinen Schwester dem allen ein Ende. Die Freundinnen verlieren sich aus den Augen, die Ferienidylle zerbricht. Schweigen und Sprachlosigkeit machen sich breit. Wie schmal der Grat zwischen Glück und Unglück ist, führt einem dieser Roman eindringlich vor Augen. Und doch schwingt bei aller Melancholie ein Funken Hoffnung mit. Dieser feine, elegante Roman um eine tiefe Freundschaft und Zuneigung, die Jahre überdauert, berührt mich sehr. Auch nach der Lektüre klingt das Gelesene nach. Der Blick, der Ton der Autorin bringt jede Seite zum Schwingen und hinterlässt mich mit einem tiefen, bittersüßen Gefühl von Sehnsucht. Kl

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Fesselnd, beklemmend, unbedingt lesenswert

Wer blind vertraut
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Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden ...

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden Fälle voller Geheimnisse. Lily mochte ich sehr und bewundere ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Gefühle und Widersprüche in Gesprächen zu erkennen. Trotz ihrer Schwangerschaft engagiert sie sich mutig und oft auf eigene Faust, was sie zu einer faszinierenden Protagonistin macht.

Die vielen Irrwege und falschen Fährten haben mich bis zum Schluss rätseln lassen – mit meiner Verdächtigung lag ich letztlich etwas daneben. Die Auflösung empfand ich als schlüssig und spannend.

Besonders beeindruckt hat mich, zu erfahren, dass der Roman auf realen Ereignissen basiert und die Wirklichkeit sogar noch erschütternder war. Das hat dem Buch eine zusätzliche nachhaltige Tiefe verliehen. In diesem Zusammenhang noch ein besonderes Lob an das Nachwort!

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Reisen mit offenen Augen – inspirierend, ehrlich und absolut lesenswert ★★★★★

Travel is broken
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Beim Lesen wurde ich von einer ganz persönlichen Erinnerung eingeholt - an ein wunderbares Urlaubshaus meiner jungen Erwachsenenzeit, das für viele Jahre das Sommerparadies meiner kleinen Familie war. ...

Beim Lesen wurde ich von einer ganz persönlichen Erinnerung eingeholt - an ein wunderbares Urlaubshaus meiner jungen Erwachsenenzeit, das für viele Jahre das Sommerparadies meiner kleinen Familie war. Gerade diese Nostalgie hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie eng Reisen mit Emotionen und Erinnerungen verbunden ist, dass man für tiefe Erlebnisse nicht weit fahren muss und dass auch in der scheinbaren nuancierten Wiederholung ein ganz eigener Reiz liegen kann .

Für mich bringt die Überschrift des Kapitels „Vom Anspruchsdenken zur gesunden Demut“ die zentrale Botschaft des Buches perfekt auf den Punkt. Besonders überzeugt hat mich der Gedanke, dass Reisen ein Privileg und zugleich ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist. Die Lösung besteht nicht darin, aufs Reisen zu verzichten, sondern die Augen zu öffnen, sensibel wahrzunehmen, Widersprüche auszuhalten und mit einem ehrlichen statt permanent schlechten Gewissen unterwegs zu sein.

Das Buch liefert keine einfachen Patentrezepte – und genau das macht seine Stärke aus. Stattdessen regt es mit vielen klugen Gedanken und anschaulichen Beispielen dazu an, das eigene Reiseverhalten zu hinterfragen. Themen wie alter und neuer Kolonialismus oder die Auswirkungen unseres Reisens auf die Natur und die Menschen vor Ort werden differenziert und nachvollziehbar behandelt.

Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken gebracht und in meinem Wunsch bestärkt, künftig bewusster, langsamer und weniger weit zu reisen. Es steht für mich ganz klar auf der Verschenkliste und erhält verdiente 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Staunen, entdecken, verstehen

Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr
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Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit ...

Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, nimmt er uns mit auf eine spannende Reise durch Physik, Biologie, Neurowissenschaften, Evolution und Philosophie. Komplexe Zusammenhänge erklärt er verständlich, humorvoll und anhand anschaulicher Beispiele, sodass auch ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse alles gut nachvollziehbar bleibt. Das Buch vermittelt nicht nur Wissen, sondern regt immer wieder dazu an, vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen und den Blick auf die Welt zu verändern. Besonders gelungen ist die Mischung aus wissenschaftlicher Präzision, Neugier und philosophischer Reflexion. Insgesamt ist das Buch jedoch eine klare Empfehlung für alle, die neugierig auf unsere Welt sind und sie besser verstehen möchten.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Toller Cold Case an superheißen Tagen

Bedrohliche Alpilles
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Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund ...

Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund um den Ermittler Blanc und seine Kollegin Fabienne kenne - einige aber schon - so war ich schnell im Geschehen drin.

Sehr hilfreich dabei war - danke und großes Kompliment für diese Idee! - das Personenverzeichnis am Schluss, in dem ich immer mal wieder nachschlagen konnte.

Für mich ist „Bedrohliche Alpilles“ das bisher beste Buch der Roger-Blanc-Reihe. Es hat mich durch die letzten superheißen Tage begleitet und einfach herrlich abgelenkt.

Zunächst scheint alles noch sehr unklar, der Fall im Dunkeln, die scheinbare Dorfidylle trügerisch. Man vermutet Machenschaften von Korruption bis Rache, falsche Beschuldigungen, Missbrauch - man denkt und prüft und ist verwirrt. Das Geflecht zwischen den beteiligten Personen - Opfern, deren Familie und Freunde, potentiellen Tätern, Zeugen, scheinbar Unbeteiligten - ist noch verfilzt, das Muster nicht erkennbar.

Gut geschildert und gar nicht langweilig ist alles, was der normalen Polizeiarbeit entspricht, gewürzt mit kleinen Anekdoten wie dem "Strandauto", Sonnenuntergängen, feinem Essen...

Cay Rademacher schafft es erneut, seine Leser mitten in die Provence zu versetzen: Man schlendert gedanklich durch malerische Dörfer, hört das Zirpen der Zikaden und spürt den Duft von Lavendel und die Wärme des Südens. Gleichzeitig ist man mit einem brutalen Cold Case konfrontiert, der so gar nicht zum malerischen Ambiente passt. Der Krimi lebt mit einer raffiniert aufgebauten, spannenden Handlung, die bis zur letzten Seite fesselt. Die Figuren sind lebendig, vielschichtig und teilweise längst zu vertrauten Begleitern geworden. Besonders Roger Blanc entwickelt sich glaubwürdig weiter, ohne seinen Charakter zu verlieren. Zahlreiche Verdächtige und überraschende Wendungen machen das Miträtseln zum Vergnügen.

Toll, Monsieur Rademacher!

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