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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2026

Fesselnd, beklemmend, unbedingt lesenswert

Wer blind vertraut
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Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden ...

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und möchte die Reihe nun unbedingt komplett lesen.

Besonders gefallen haben mir die beiden parallel verlaufenden Fälle voller Geheimnisse. Lily mochte ich sehr und bewundere ihre außergewöhnliche Fähigkeit, Gefühle und Widersprüche in Gesprächen zu erkennen. Trotz ihrer Schwangerschaft engagiert sie sich mutig und oft auf eigene Faust, was sie zu einer faszinierenden Protagonistin macht.

Die vielen Irrwege und falschen Fährten haben mich bis zum Schluss rätseln lassen – mit meiner Verdächtigung lag ich letztlich etwas daneben. Die Auflösung empfand ich als schlüssig und spannend.

Besonders beeindruckt hat mich, zu erfahren, dass der Roman auf realen Ereignissen basiert und die Wirklichkeit sogar noch erschütternder war. Das hat dem Buch eine zusätzliche nachhaltige Tiefe verliehen. In diesem Zusammenhang noch ein besonderes Lob an das Nachwort!

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Veröffentlicht am 23.07.2026

Reisen mit offenen Augen – inspirierend, ehrlich und absolut lesenswert ★★★★★

Travel is broken
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Beim Lesen wurde ich von einer ganz persönlichen Erinnerung eingeholt - an ein wunderbares Urlaubshaus meiner jungen Erwachsenenzeit, das für viele Jahre das Sommerparadies meiner kleinen Familie war. ...

Beim Lesen wurde ich von einer ganz persönlichen Erinnerung eingeholt - an ein wunderbares Urlaubshaus meiner jungen Erwachsenenzeit, das für viele Jahre das Sommerparadies meiner kleinen Familie war. Gerade diese Nostalgie hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie eng Reisen mit Emotionen und Erinnerungen verbunden ist, dass man für tiefe Erlebnisse nicht weit fahren muss und dass auch in der scheinbaren nuancierten Wiederholung ein ganz eigener Reiz liegen kann .

Für mich bringt die Überschrift des Kapitels „Vom Anspruchsdenken zur gesunden Demut“ die zentrale Botschaft des Buches perfekt auf den Punkt. Besonders überzeugt hat mich der Gedanke, dass Reisen ein Privileg und zugleich ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist. Die Lösung besteht nicht darin, aufs Reisen zu verzichten, sondern die Augen zu öffnen, sensibel wahrzunehmen, Widersprüche auszuhalten und mit einem ehrlichen statt permanent schlechten Gewissen unterwegs zu sein.

Das Buch liefert keine einfachen Patentrezepte – und genau das macht seine Stärke aus. Stattdessen regt es mit vielen klugen Gedanken und anschaulichen Beispielen dazu an, das eigene Reiseverhalten zu hinterfragen. Themen wie alter und neuer Kolonialismus oder die Auswirkungen unseres Reisens auf die Natur und die Menschen vor Ort werden differenziert und nachvollziehbar behandelt.

Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken gebracht und in meinem Wunsch bestärkt, künftig bewusster, langsamer und weniger weit zu reisen. Es steht für mich ganz klar auf der Verschenkliste und erhält verdiente 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Staunen, entdecken, verstehen

Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr
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Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit ...

Florian Aigner gelingt mit Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr ein außergewöhnlich unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Sachbuch. Ausgehend von unseren Sinnen und der Frage, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, nimmt er uns mit auf eine spannende Reise durch Physik, Biologie, Neurowissenschaften, Evolution und Philosophie. Komplexe Zusammenhänge erklärt er verständlich, humorvoll und anhand anschaulicher Beispiele, sodass auch ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse alles gut nachvollziehbar bleibt. Das Buch vermittelt nicht nur Wissen, sondern regt immer wieder dazu an, vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen und den Blick auf die Welt zu verändern. Besonders gelungen ist die Mischung aus wissenschaftlicher Präzision, Neugier und philosophischer Reflexion. Insgesamt ist das Buch jedoch eine klare Empfehlung für alle, die neugierig auf unsere Welt sind und sie besser verstehen möchten.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Toller Cold Case an superheißen Tagen

Bedrohliche Alpilles
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Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund ...

Immer bin ich begeistert von den Büchern von Cay Rademacher, und auch in diesem hat er mich sofort wieder in den Bann gezogen und in die Provence versetzt. Auch wenn ich nicht alle Vorgängerbände rund um den Ermittler Blanc und seine Kollegin Fabienne kenne - einige aber schon - so war ich schnell im Geschehen drin.

Sehr hilfreich dabei war - danke und großes Kompliment für diese Idee! - das Personenverzeichnis am Schluss, in dem ich immer mal wieder nachschlagen konnte.

Für mich ist „Bedrohliche Alpilles“ das bisher beste Buch der Roger-Blanc-Reihe. Es hat mich durch die letzten superheißen Tage begleitet und einfach herrlich abgelenkt.

Zunächst scheint alles noch sehr unklar, der Fall im Dunkeln, die scheinbare Dorfidylle trügerisch. Man vermutet Machenschaften von Korruption bis Rache, falsche Beschuldigungen, Missbrauch - man denkt und prüft und ist verwirrt. Das Geflecht zwischen den beteiligten Personen - Opfern, deren Familie und Freunde, potentiellen Tätern, Zeugen, scheinbar Unbeteiligten - ist noch verfilzt, das Muster nicht erkennbar.

Gut geschildert und gar nicht langweilig ist alles, was der normalen Polizeiarbeit entspricht, gewürzt mit kleinen Anekdoten wie dem "Strandauto", Sonnenuntergängen, feinem Essen...

Cay Rademacher schafft es erneut, seine Leser mitten in die Provence zu versetzen: Man schlendert gedanklich durch malerische Dörfer, hört das Zirpen der Zikaden und spürt den Duft von Lavendel und die Wärme des Südens. Gleichzeitig ist man mit einem brutalen Cold Case konfrontiert, der so gar nicht zum malerischen Ambiente passt. Der Krimi lebt mit einer raffiniert aufgebauten, spannenden Handlung, die bis zur letzten Seite fesselt. Die Figuren sind lebendig, vielschichtig und teilweise längst zu vertrauten Begleitern geworden. Besonders Roger Blanc entwickelt sich glaubwürdig weiter, ohne seinen Charakter zu verlieren. Zahlreiche Verdächtige und überraschende Wendungen machen das Miträtseln zum Vergnügen.

Toll, Monsieur Rademacher!

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Familie, Sommer und Geheimnisse

Miss Bensons Reise
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„Sommerhaus“ hat mir insgesamt gefallen, auch wenn es nicht ganz zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Besonders angetan war ich von der atmosphärische Kulisse am Lago d’Orta, der sommerlichen Stimmung und ...

„Sommerhaus“ hat mir insgesamt gefallen, auch wenn es nicht ganz zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Besonders angetan war ich von der atmosphärische Kulisse am Lago d’Orta, der sommerlichen Stimmung und dem gewohnt bildhaften Schreibstil der Autorin. Die Geschichte um die vier Geschwister, ihren verstorbenen Vater und die geheimnisvolle Bella-Mae ist spannend angelegt und lebt vor allem von den vielschichtigen Familienbeziehungen und den nach und nach ans Licht kommenden Geheimnissen.

Allerdings hätte dem Roman eine etwas kürzere Erzählweise gutgetan. Vor allem der erste Teil zieht sich stellenweise, und einige familiäre Konflikte wiederholen sich häufiger, als nötig gewesen wäre. Dennoch wurde die Handlung mit der Zeit immer fesselnder, und ich wollte unbedingt erfahren, was hinter den Ereignissen steckt.

Wer charakterstarke Familiengeschichten mit emotionalen Verwicklungen, einer besonderen Atmosphäre und einem schönen Schreibstil mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Für mich ein lesenswerter Roman mit kleinen Längen, der insgesamt gute Unterhaltung bietet.

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