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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2019

detailliert und gut durchdacht

Nicht ein Wort
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„Ansonsten hatte uns eine Art Schwermut erfasst, die sich zusätzlich auf den Schatten legte, der sich über uns ausgebreitet hatte. Der Tod kroch näher heran.“ [331]

Bundesrichter sind einflussreich, entscheiden ...

„Ansonsten hatte uns eine Art Schwermut erfasst, die sich zusätzlich auf den Schatten legte, der sich über uns ausgebreitet hatte. Der Tod kroch näher heran.“ [331]

Bundesrichter sind einflussreich, entscheiden beziehungsweise beeinflussen mit Ihrem Richterspruch das Leben der anderen Personen. Wie sieht es aber aus, wenn sich das Machtverhältnis ändert und man selbst in eine Situation kommt in der man mehr oder weniger hilflos ist?

Genau hier setzt Brad Parks mit dem Roman „Nicht ein Wort“ an. Er schreibt sehr detailliert und deswegen auch glaubhaft. Aber manchmal wären ein paar Seiten weniger besser. Getreu dem Motto: Weniger ist mehr. Der anfangs gut aufgebaute Spannungsbogen lässt diverse Male richtig nach. Und das, obwohl der Schreibstil flüssig und das Buch richtig gut zu lesen ist.

„Kann eine Kamera das Böse einfangen, das im Herzen einer Person lauert?“ [311]

Gelungen fand ich die Beschreibungen zu den psychologischen Auswirkungen der Entführung auf die Eltern. Das wird alles sehr gut dargelegt. Auch das Ende hat mich wirklich überrascht – im positiven Sinne. Damit konnte man nicht rechnen.

Fazit: Am Anfang und Ende des Buches kommen die Ereignisse Schlag auf Schlag. Ungeahnte Wendungen, Spannung. Eben alles was einen guten Thriller ausmacht. Im Mittelteil würde ich eher von einem Drama mit Spannungselementen sprechen. Die allgegenwärtige Gefahr ist stets spürbar.

Veröffentlicht am 12.03.2018

Die Insel der Ahnungslosen

Sturmfeuer
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Das Buch
Der Autor Tim Erzberg entführt den Krimi-Leser nach Helgoland. Dort passieren viele Unglücke in kurzer Zeit. Die Protagonistin Anna Krüger arbeitet als Polizistin auf der Insel und findet, dass ...

Das Buch
Der Autor Tim Erzberg entführt den Krimi-Leser nach Helgoland. Dort passieren viele Unglücke in kurzer Zeit. Die Protagonistin Anna Krüger arbeitet als Polizistin auf der Insel und findet, dass das alles kein Zufall sein kann und ermittelt in den Fällen- manchmal auch etwas unorthodox.
Erzberg zeigt das Juwel in der Nordsee in einem anderen Licht. Dies wird auch schon auf dem Cover ersichtlich. Eine düstere Stimmung. Ganz und gar nicht, was man sich als Tourist vorstellen würde.
Am Ende eines jeden Kapitels gibt es eine kurze Rückblende in die letzten Kriegstage des zweiten Weltkrieges und den Geschehnissen auf Helgoland. Geschickt verknüpft Erzberg die zwei Handlungsstränge und liefert somit auch den „Auslöser“ für die Straftaten.
Die Hauptfiguren, hier das Ermittlungsteam, – in dem in sich abgeschlossenen Krimi- werden von dem Reporter, der auf der Insel über die Ereignisse berichtet, unter der Überschrift „Insel der Ahnungslosen“ beschrieben. Anna zeigt auch ihre autoritäre Seite, wagt aber Alleingänge, geht nicht immer geordnet vor und kämpft (persönlich) gefühlt viel zu lange mit Stalin – ihrer Migräne. Aber im ganzen Polizeiteam, besonders zwischen dem Chef Paul und ihrer Kollegin menschelt es zu sehr.
Am besten fand ich Annas Freundin Nele, eine Prostituierte, die das Herz wohl am rechten Fleck hat und auch eine gehörige Portion Menschenverstand besitzt.
Fazit
Das Buch lässt sich gut Lesen. Die Rückblicke bringen die Briese Salz hinzu und Polizistin Anna ist eine Beamtin mit Ecken und Kanten. Jedoch fiel im Mittelteil des Buchs der Spannungsbogen ab, zog aber gegen Ende stark an.

Veröffentlicht am 26.02.2018

Nichts ist so wie es scheint

Der Himmel unter uns
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Buch
Der Autor Christian Grahn nimmt den Leser in seinem Debütroman – es folgen noch mehrere Teile !! - „Der Himmel unter uns - Riveris 1“ mit in die Zukunft der Stadt Riveris. Genauer gesagt befinden ...

Buch
Der Autor Christian Grahn nimmt den Leser in seinem Debütroman – es folgen noch mehrere Teile !! - „Der Himmel unter uns - Riveris 1“ mit in die Zukunft der Stadt Riveris. Genauer gesagt befinden wir uns im Jahr 2266. Die Stadt ist zweigeteilt in eine Oberstadt und eine Unterstadt. Ringsherum um Riveris wartet aufgrund der äußeren Umwelteinflüsse, extreme Wetterbedingungen, der sicher geglaubte Tod.
Unten sind die Lebensbedingungen viel besser für die Elite; oben dagegen ist es hart. Man produziert hier für die Unterstadt und deren Wohlbefinden.
Frei sind die Menschen nicht, denn es wird darauf verwiesen, dass die Zustände ähnlich wie bei George Orwell’s 1984 existieren. Eine totale Überwachung.
In diesem Großen und Ganzen finden wir Jim. Seines Zeichens ehemaliger Ermittler und Protagonist, welcher uns in seiner Ich-Perspektive (Präsens) durch das Buch führt. Als seltsame Dinge geschehen, beginnt er seinen alten Spürsinn wieder zu entdecken und es geht actiongeladen und rasant durch beide Welten.
Die Figuren selbst, werden nicht deutlich herausgearbeitet, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch bringt.

Cover
Es zeigt die beiden Städte und deren Teilung. Verwüstung an der Oberfläche und unter der Erde den „blauen“ Himmel.

Fazit
Temporeich geschrieben, eine Jagd folgt der anderen. Action pur. Wem kann man vertrauen und was erwartet einen in Reveris? Trotz der Spannung und dem Gefühl dieses Buch nicht aus der Hand legen zu wollen, hätte die Atmosphäre dichter sein können. Auch bei dem Hinweis auf „1984“, hätte ich mir etwas mehr an Informationen erhofft. Wird nur überwacht, oder wurde auch die Geschichte umgeschrieben?
Eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Schnell was zaubern

Cooking for Family
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Wer das Buch "Cooking for Family" in den Händen hält, sollte keine Haute Cuisine erwarten. Und wer schon seit Jahren gut kocht, für den wird dieses Buch wenig Neues bereithalten. Mir ging es hierbei vor ...

Wer das Buch "Cooking for Family" in den Händen hält, sollte keine Haute Cuisine erwarten. Und wer schon seit Jahren gut kocht, für den wird dieses Buch wenig Neues bereithalten. Mir ging es hierbei vor allem darum, dass man neue Ideen bekommt. Auch wenn bekannte und einfache Gerichte lediglich optisch etwas aufgepeppt werden, das Auge isst ja bekanntlich mit, oder die Kinder selbst mitkochen bzw. mitgestalten können. Vor diesem Hintergrund muss natürlich jeder selbst beurteilen, ob die 26 Euro hierfür perfekt investiert sind.
Das Buch ist ansprechend gestaltet, klar strukturiert und man kommt schnell zum Ziel.
Einige Ideen werde ich mitnehmen. Die knusprigen Nudelspieße kommen richtig gut an und sind mal was anderes. Der Alltags-Hack mit dem Kirschtomatenhalbieren ist nichts. Blätterteigstangen machen wir schon seit Jahren und Laugengebäck sogar selbst.
Ich finde das Buch in Ordnung, aber in Anbetracht des Preises und der Zielgruppe bin ich nicht ganz zufrieden. Wer wenig Kocherfahrung hat, wird hier einiges finden.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Eine Königin

Kleopatra
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Mit "Kleopatra" lässt die Autorin Saara El-Arifi eine ägyptische Königin wiederauferstehen.
"Dieser Roman ist keine historische akkurate Darstellung, sondern Erinnerung." [7] Mit erschrecken musste ich ...

Mit "Kleopatra" lässt die Autorin Saara El-Arifi eine ägyptische Königin wiederauferstehen.
"Dieser Roman ist keine historische akkurate Darstellung, sondern Erinnerung." [7] Mit erschrecken musste ich feststellen, dass ich viel zu wenig über Kleopatra wusste. Deshalb war ich extrem neugierig auf den Roman.
Das Vorwort vermittelt schon einen guten Eindruck was die Lesenden erwartet. "Treue ist eine hehre Tugend der Toten. " [41]
Der Schreibstil ist gut und man konnte direkt in die Geschichte abtauchen und ist hautnah bei Kleopatra, ihren Gedanken und ihren Entscheidungen. Saara El-Arifi vermittelt einen guten Eindruck wie sich das Leben um die ägyptische Königin abgespielt haben könnte.
Von der Story hätte ich mir ein bisschen mehr Spannung und Tempo erhofft. Das hat meinen Leseeindruck ein bisschen getrübt.
"Kleopatra" ist ein interessanter Roman, den man aber nicht zwingend lesen muss.

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