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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend geht es weiter mit den Krankenschwestern

Die Nightingale Schwestern
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Es geht nahtlos weiter. Die mir ans Herz gewachsenen Krankenschwesternschülerinnen Dora, Millie und Helen sind nun im zweiten Jahr in ihrer Ausbildung. Sie müssen sich täglich durch den Krankenhausalltag ...

Es geht nahtlos weiter. Die mir ans Herz gewachsenen Krankenschwesternschülerinnen Dora, Millie und Helen sind nun im zweiten Jahr in ihrer Ausbildung. Sie müssen sich täglich durch den Krankenhausalltag und die anstrengende Arbeit quälen, haben aber nun auch bereits die ersten Erfolgserlebnisse. Und auch privat geht es weiter. Helen ist mittlerweile, trotz des Widerstands ihrer Mutter, glücklich verlobt. Sie tritt ihrer Mutter jetzt auch selbstbewusster gegenüber und ist durchaus in der Lage sich auch durchzusetzen. Auch Millie hat sich verlobt, jedoch nicht mit dem Bruder von Helen, sondern mit einem Freund aus ihren Jugendtagen. Nur Dora hat es schwerer als alle anderen. Sie versucht ihre Mutter, die nun allein mit den Kindern ist, in jeder Hinsicht zu unterstützen.

Und auch in der neuen Nachtschwester Violet lernen wir eine wunderbar sympathische Protagonistin kennen. Die Konfrontation mit ihrem persönlichen Erlebnissen und ihrem Schicksal macht einem während des Lesens wieder deutlich klar, um wie viel anders die Zeiten für arbeitende Frauen 1935 in London waren.

Auch in diesem Band gelingt es Donna Douglas die einzelnen Handlungsabschnitte so geschickt zu verknüpfen, dass kein Handlungsstrang auf der Strecke bleibt. Alle angeschnitten Details werden bis zum Ende aufbereitet, es bleiben keine Fragen offen. Und das Buch liest sich wieder wirklich gut. Trotz der breit angelegten Geschichte bleibt die Anzahl der handelnden Personen überschaubar, so dass ich nie den Überblick verlor.

Mir hat dieser Band sogar noch besser als der erste gefallen. Eine klare Leseempfehlung an alle und verdiente 5 Lesesterne für dieses Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend, nervenaufreibend und aufregend

Die stille Bestie (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 6)
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Mit dem Unfall, der an einem regnerischen Morgen in Wyoming passierte, hatte niemand gerechnet, aber es schien bis auf den Fahrer niemand verletzt zu sein. Als jedoch der Sheriff einen Blick durch Zufall ...

Mit dem Unfall, der an einem regnerischen Morgen in Wyoming passierte, hatte niemand gerechnet, aber es schien bis auf den Fahrer niemand verletzt zu sein. Als jedoch der Sheriff einen Blick durch Zufall in den geöffneten Kofferraum eines unbeteiligten Wagens wirft, stockt ihm der Atem. Hier liegen verschiedene Leichtenteile und keines der Opfer kann identifiziert werden, da der Täter alle Merkmale, die zu einer Identifizerung hätten führen können, entfernt hatte. Der Täter ist schnell gefasst und fällt durch sein besonderes, selbst bestimmtes und kontrolliertes Agieren in der Haft auf. Jedoch ist er zu keiner Aussage bereit. Lediglich mit Robert Hunter würde er reden. Der Profiler Robert Hunter ist schon fast auf dem Weg in den Urlaub, als er einen unverhofften Anruf vom FBI erhält, mit der Bitte um Unterstützung. Auf einem Foto des Verdächtigen erkennt er seinen ehemaligen Studienfreund Lucien Folter. In einem ersten Gespräch mit ihm tischt dieser Robert eine haarsträubende Geschichte auf, wie er in diese Lage gelangt ist. Schnell wird klar, dass sie von Lucien getäuscht wurden. Im Gegenteil, je mehr Robert mit Lucien spricht, um so klarer wird, dass er einem extremen Massenmörder und Psychopathen gegenüber sitzt, der alle seine Taten genauestens geplant hat. Nun sind alle auf der Spurensuche nach den weiteren Opfern.

Soviel zum Buch, ohne zu viel zu verraten. Das weitere Geschehen und Fortkommen in dem Buch wird zum Wettlauf mit der Zeit und der Leser "läuft" mit. Ich habe schon lange kein Buch mehr so intensiv gelesen, immer mit dem Ziel noch mehr zu schaffen und unbedingt vorwärts zu kommen. Mit psychologischer Raffinesse wird die Spannung von Kapitel zu Kapitel gesteigert. Je weiter fortgeschritten die Handlung, umso klarer wird, wie sehr Lucien das FBI manipuliert und für seine Zwecke benutzt.
Auch das Finale hat es in sich und überrascht noch einmal.
Von mir eine absolute Empfehlung - ich vergebe verdiente 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Aktueller denn je

Auf manche Nacht folgt kein Tag
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Es ist die Geschichte von Mia und Walter. Beide verbindet so gar nichts miteinander. Sie kennen sich nicht einmal und doch werden sie durch unvorhergesehene Ereignisse, auf eine fast grausame Art und Weise ...

Es ist die Geschichte von Mia und Walter. Beide verbindet so gar nichts miteinander. Sie kennen sich nicht einmal und doch werden sie durch unvorhergesehene Ereignisse, auf eine fast grausame Art und Weise miteinander verbunden. Beide sind durch Zufall am falschen Ort zur falschen Zeit.
Mia, ein kleines Mädchen welches mit viel Phantasie gerade Robin Hood ist und dem Sheriff von Nottingham entgehen will, beobachtet auf einem Grundstück ein Ehepaar. Ihr wird schnell klar, dass da was nicht stimmt, denn der Mann zieht sich beim Aussteigen aus dem Auto gerade eine Strumpfmaske vom Gesicht. Als dann durch Zufall auch noch die Tasche herunterfällt und viele Geldbündel auf die Pflastersteine rutschen, ist Mia schnell klar, dass sie das lieber nicht gesehen hätte. Da sie aber noch klein ist, kann sie ihre Emotionen nicht kontrollieren und wird so entdeckt.

Walter ist ein alter Mann. Er lebt in seinen Erinnerungen an seine Frau. Und genau diese Erinnerungen führen dazu, dass er genau an diesem Tag mit dem Fahrrad dem Paketboten hinterher fährt, um ein für ihn lang ersehntes und wichtiges Paket doch noch zu erhalten. Auf der „Verfolgungsfahrt“ verunglückt er mit dem Fahrrad und kommt ins Krankenhaus. Seine Sorge um seinen Mantel am Unfallort, den er von seiner verstorbenen Frau vor vielen Jahren erhielt, nimmt keiner zur Kenntnis. Dieser vermeintliche Verlust des Mantels führt letztlich dazu, dass er, gerade erst operiert und auf Krücken, sich auf die Suche am Unfallort nach seinem Mantel begibt. Den findet er nicht. Aber er entdeckt eine winzige Haarschleife eines Mädchens. Deren Vermisstenmeldung hatte er kurz zuvor im Krankenhaus gelesen. Walter, der eigentlich nur für seine Erinnerungen lebt, fühlte sich bereits im Krankenhaus vom Bild des vermissten Kindes extrem angesprochen. Sie erinnert ihn an seine verstorbene Frau. Umso mehr bedrückt ihn das ungeklärte Schicksal dieses Kindes. Und dann findet er ihre Haarschleife. Das ist für ein Zeichen, er muss etwas unternehmen. Sein sofortiger Anruf bei der Polizei wird nur bedingt ernstgenommen. Aber Walter lässt nicht locker.

Wie es letztlich ausgeht, was alles noch geschieht, dass muss jeder schon noch selbst lesen. Und ich verspreche beim Lesen viel Spannung und auch Dramatik.

Leonie Haubrich ist es gelungen, einen absolut spannenden Psychothriller zu schreiben. Abwechselnd lesen wir von beiden Protagonistin, von ihren Gedanken, Ängsten und auch ihrer Hilflosigkeit in der jeweiligen Situation. Beide Protagonisten, Mia und Walter, entwickeln sich im Thriller und es war für mich bewundernswert, wie viel Kraft und Energie beide aufgewendet haben, um ihrem Schicksal zu entkommen. Walter, dem es gelingt, seiner Lethargie und der Trauer um den Tod seiner Frau vor vielen Jahren doch noch zu entkommen, weil er das Ziel hat Mia zu retten – und Mia, die nichts unversucht lässt, um irgendwie zu überleben und zu fliehen. In diesem Prozess bekommen wir als Leser Einblicke in die Gefühle und Gedanken von beiden, die so wunderbar und vor allem in jeder Einzelheit beschrieben sind. Das ist es auch, was mich beim Lesen so mitfiebern ließ. Und es machte auch beim Lesen ein Stück weit Hoffnung für andere verschwundene Kinder, deren Schicksal – so wie gerade aktuell – ungewiss ist.

Danke für dieses wunderbar, spannende Buch!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Emotionen mit inbegriffen

Der Zweite
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Schon der Prolog hat es in sich. Britta Ziegler erwacht langsam und weiß nicht was geschehen ist. Erst nach und nach erfährt sie, dass die Zwillinge, mit denen sie schwanger war, geboren wurden und dass ...

Schon der Prolog hat es in sich. Britta Ziegler erwacht langsam und weiß nicht was geschehen ist. Erst nach und nach erfährt sie, dass die Zwillinge, mit denen sie schwanger war, geboren wurden und dass ein Zwilling es nicht geschafft hat. Jennifer hat überlebt und Tim ist gestorben.
Einundzwanzig Jahre später lebt Britta mit ihrer Tochter Jennifer allein. Peter, ihr Ehemann kam mit der psychischen und emotionalen Belastung nicht zurecht und trennte sich von ihr. Jennifer blieb bei ihrer Mutter. Nun ist Jennifer selbst schwanger und fühlt sich mehr und mehr von ihrer Mutter missverstanden. Überhaupt kann sie es nicht verstehen, dass ihre Mutter immer noch so intensiv um Tim trauert. Britta schreibt sogar Briefe an Tim. Jennifer wird das zu viel und zieht kurz entschlossen aus. In dieser schwierigen Situation wird Britta auch noch mit einem Brief von Peter konfrontiert. Dieser teilt ihr mit, dass er erneut Vater eines Sohnes geworden ist.
Dann passiert etwas Merkwürdiges. Britta lernt bei einem Besuch bei Jennifer Thorben kennen. Schon als sie das erste Mal Thorben sieht, ist sie sich sicher, dass ist Tim. Schon die Ähnlichkeit zwischen beiden, die Haarfarbe und auch die Nase.... Als sich dann auch noch herausstellt, das Thorben nur einen Tag nach Jennifer in einer Hausgeburt zu Welt kam, ist alles für Britta klar. Man hat ihr damals Tim geraubt und an ein anderes Ehepaar übergeben oder verkauft.
Britta versucht auf eigene Faust, die Ereignisse von damals aufzuklären. Sie scheut sich nicht, Jennifer in die Ermittlungsarbeit mit einzubeziehen, die bei Thorbens Eltern spionieren soll. Sie vermutet sogar ein Komplott in der gesamten Ärzteschaft - wenn auch nicht ohne Grund.
Um auch den Rest dieses absolut spannenden Geschichte zu erfahren, muss sich nun jeder selbst anstrengen und lesen, was noch passiert.
Leonie Haubrich spielt auch dieses Mal wieder gekonnt mit unseren Emotionen und führt uns so ganz schön aufs Glatteis. Überhaupt dieses Spiel mit den Gefühlen und Emotionen findet man in anderen Büchern selten. Hier bei Leonie Haubrich werden wir geschickt als Leser gesteuert und fast manipuliert. Während des Lesens ist man absolut auf der Seite von Britta. Man kann das Gefühlschaos von Britta so gut nachvollziehen und alles ist so glaubhaft. Und das nicht ohne Grund.
Für mich ein wunderbares und gelungenes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Buch das mich überrascht und begeistert hat

Liebten wir
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Mo ist auf der Suche nach einer Familie. Mit Leon, den sie vor drei Monaten kennengelernt hat, denkt sie, kann sie Teil einer glücklichen Familie werden. Alles spricht dafür. Sie hat sich die Fotos in ...

Mo ist auf der Suche nach einer Familie. Mit Leon, den sie vor drei Monaten kennengelernt hat, denkt sie, kann sie Teil einer glücklichen Familie werden. Alles spricht dafür. Sie hat sich die Fotos in seiner Wohnung angesehen und ist sich sicher.

Mo ist Fotografin und schaut gern hinter die Bilder. Beim genaueren Betrachten der Bilder fallen ihr Einzelheiten ins Auge, die andere Menschen nie bemerken würden. Sie kann ihre Schlüsse daraus ziehen. Und „…Kameras lügen nicht…“.

Und Mo hat scheinbar ein Geheimnis. Sie ist nicht nur auf der Suche nach einer glücklichen Familie, die sie quasi adoptiert, auch scheint mit ihrer eigenen Familie so gar nichts zu stimmen. Sie hat zwei Handys in ihrer Tasche, wovon in dem roten Handy nur 2 Nummern gespeichert sind und es klingelt auch nicht, sondern vibriert nur. Eine der beiden Nummern ist die ihrer Schwester, sie sie seit 5 Jahren nicht gesprochen hat.
Was ist da los? Wie geht es weiter? Warum sucht Mo so unbedingt eine glückliche Familie, die sie auch noch aufnimmt?

Auch die Art und Weise, wie Mo ihre eigenen Fotos betrachtet und quasi hinter die Kulissen schaut, gefällt mir.
Das waren meine ersten Leseeindrücke. Ich ahnte nicht, was alles noch passierte und da war so Einiges. Nicht nur, dass Mo plötzlich auf der Flucht vor Leons Familie ist, nein sie hat quasi scheinbar auch noch seine Oma Aino entführt und beide sind auf dem Weg nach Finnland. Was es mit der Entführung auf sich hat und warum der Weg nach Finnland führt und überhaupt, wie alles endet - das empfehle ich jedem unbedingt zu lesen.

Dieses Buch war für mich eine riesige Überraschung. Ich habe nicht geahnt, worauf ich mich einlasse und war fasziniert. Fasziniert von der Geschichte, den Protagonisten und überhaupt die Art und Weise, wie alles geschrieben und passiert ist.

Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um den Umgang in der Familie miteinander und auch um die Auf- und Verarbeitung von Geschehnissen in der Vergangenheit. Auch werden hier Situationen - z. B. der Umgang von Geschwistern untereinander - so treffend beschrieben, dass ich die Emotionen von Mo gut nachvollziehen konnte.

Für mich war auch die Autorin eine Überraschung. Ich habe bisher noch kein Buch von ihr gelesen. Sie hat bisher mehr Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Der Wechsel in ein anderes Genre ist ihr überaus grandios gelungen. Ich hoffe, es gibt noch mehr davon.

Für mich ist "Liebten wir" ein Buch, was mich tief beeindruckt hat. Ich werde es irgendwie noch lange in mir tragen und immer wieder drüber nachdenken. Eine unbedingte Leseempfehlung an alle!