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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wer bin ich wirklich? Traue ich mich, ich selbst zu sein?

Einfach nur Paul
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„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich ...

„Einfach nur Paul“ war ein Wunschbuch, nachdem ich mehrere Bücher von Tania Witte bzw. Ella Blix (Tania Witte & Antje Wagner) gelesen und genossen habe. Beide haben einen schönen Schreibstil, der mich in die Geschichte hineinzieht und mich mit den Protagonisten mitfühlen lässt.

Leider habe ich nicht herausbekommen, wie alt Paul ist (vielleicht habe ich es aber auch überlesen oder verpeilt, durchaus möglich), als er erfährt, dass er adoptiert ist.

Schon vorher hatte er mit Diskrepanzen zwischen seinem Selbstbild und dem Bild, das er seinen Freunden von sich übermittelt, zu kämpfen. Dieses Ereignis nun stellt sein ganzes Denken und Fühlen erst recht auf den Kopf.

Mir gefällt an dem Buch, dass ich mich in Paul hineinversetzen kann und seine Emotionen mir realistisch erscheinen. Ebenso sein „Über“-denken. Paul ist ein Jugendlicher, der nicht weiß, was er fühlen, denken, glauben, leben soll. Das kommt gut rüber. Er macht aber auch eine Entwicklung durch. Zudem gefällt mir seine liebevolle Beziehung zu seiner Schwester.

Auch das Ende ist schön und überzeugend – nicht Friede-Freude-Eierkuchen und heile Welt, sondern ein beginnender Prozess des Verstehens, der Akzeptanz und Selbst-Akzeptanz.

Ein Buch, welches ich sehr gern gelesen habe und sehr gern weiterempfehle. Von mir völlig überzeugte 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Ein mysteriös-spannender und charakterstarker Jugendroman

Wild. Sie hören dich denken
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Vier jugendliche Straftäter - Noomi, Olympe, Ryan und Flix, aus verschiedenen Teilen Berlins, treffen in dem Waldcamp "Feel Nature" in der sächsischen Schweiz aufeinander. Sie alle haben ihre Gründe, warum ...

Vier jugendliche Straftäter - Noomi, Olympe, Ryan und Flix, aus verschiedenen Teilen Berlins, treffen in dem Waldcamp "Feel Nature" in der sächsischen Schweiz aufeinander. Sie alle haben ihre Gründe, warum sie straffällig geworden sind. Von Noomi wissen wir von Anfang an (auch schon durch den Klappentext), dass sie es darauf angelegt hat, in das Camp geschickt zu werden, denn sie will herausfinden, was vor einem Jahr mit ihr in diesem Wald geschah - an dem Tag, der aus ihrem Gedächtnis völlig ausgelöscht ist.
Von den übrigen dreien, aber natürlich auch von Noomi selbst, erfahren wir im Verlauf der Geschichte, wer sie sind, was sie fühlen und denken und was sie zu der Tat verleitet hat wegen derer sie in dieses Camp geschickt wurden. Die Story wird jeweils aus der Perspektive einer der vier Jugendlichen und eines oder einer gewissen "X" geschildert. Von Anfang an bis kurz vor Schluss habe ich gerätselt, was es mit Person X auf sich hat. Wer ist X und was will er oder sie von den vieren? Aber auch die Hintergründe und die Gedanken und Ängste von Noomi, Olympe, Ryan und Flix fand ich sehr interessant zu lesen. Ich konnte die vier vor meinem inneren Auge sehen.
Die vier werden recht schnell zu einer Gemeinschaft und zusammen versuchen sie, den Geschehnissen im Wald auf den Grund zu gehen. Dabei kommt auch die Beschreibung der Landschaft, des Waldes also, nicht zu kurz. Im Gegenteil, er wird so lebendig geschildert, dass man ihn sich sehr gut vorstellen kann.
Was ist jedoch das große Geheimnis des Waldes? Bei der Suche danach treten die jeweiligen Stärken der Jugendlichen zutage. Besonders Noomi und Olympe nutzen ihre besonderen Fähigkeiten, um Fragen beantwortet zu bekommen. Und nicht nur für Noomi wird die Aufklärung von immer entscheidenderer Bedeutung.
Nebenbei regt das Buch zum Nachdenken über den Status von Mensch und Tier an - ist der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung? Haben Tiere eine eigene Sprache und sind wir nur unfähig, sie zu verstehen? Auch diese Fragen werden auf interessante Art und Weise in das Geschehen eingebunden.
Das Ende fand ich dann etwas abrupt. Ja, die Geheimnisse werden tatsächlich gelüftet und die Geschehnisse erklärt. Aber was dann? Wie können sie damit umgehen? Und wie geht die Umwelt damit um? Es gibt ja Ereignisse, die sich nicht verheimlichen lassen und die vier leben ja nicht im luftleeren Raum. Wie erklären sie das Ergebnis ihrer Erfahrungen zum Beispiel den Campleitern? Das bleibt alles offen.
Dass das alles der eigenen Fantasie überlassen wird, finde ich etwas schade. Es gab im Verlauf der Story so viele Erklärungen und dann auf einmal gar keine mehr...
Nichtsdestotrotz kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und hatte Spaß beim Lesen. Gerne lese ich, als erwachsene Frau, die Jugendbücher liebt, weitere Bücher des Autorenduos Antje Wagner und Tania Witte - alias Ella Blix.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Auch als gläubiger Christ ist das (Hör)Buch ein Gewinn

Das Jesus-Video
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Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder.
Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in ...

Ich liebe dieses Hörbuch einfach und ich höre es immer wieder.
Stephen Foxx, ein Student aus den USA nimmt als freiwilliger Helfer an einer archäologischen Ausgrabung in Israel teil. Dort findet er in einem Grab aus etwa dem Jahr 30 n.Ch. die Bedienungsanleitung für eine Sony Videokamera. Natürlich fragt er sich, was das Ganze zu bedeuten hat. Nach einigen Überlegungen kommt er zu dem Schluss, dass es sich bei dem Skelett in dem Grab um einen Zeitreisenden aus der Zukunft handeln muss, denn wie sich herausstellt, wird die Kamera, zu der die Bedienungsanleitung gehört, in frühestens drei Jahren auf den Markt kommen.
Doch was hat es zu bedeuten, dass die Bedienungsanleitung in dem Grab lag? Er kommt zu dem Schluss, dass irgendwo in Israel die Kamera versteckt sein muss. Und dass der Zeitreisende vor 2000 Jahren nur ein Motiv zum Ziel gehabt haben kann: Jesus Christus.
Zum selben Schluss kommt auch John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung, der nach dem Fund an der Ausgrabungsstelle auftaucht und Experten zu Rate zieht, die mit ihren jeweiligen Fähigkeiten dazu beitragen sollen, das Versteck dieser Videokamera zu finden.
Zwischen Stephen Foxx samt seinen Freunden Judith und Yehoshua Menez auf der einen Seite und dem Multimillionär John Kaun auf der anderen Seite entbrennt ein atemberaubender Wettlauf, in dessen Verlauf sich der Vatikan einschaltet, ein abgeschiedenes, fast vergessenes Kloster mit einer handvoll Mönchen und schließlich auch das israelische Militär eine Rolle spielen.
Die Charaktere werden in diesem Buch sehr glaubhaft dargestellt und ich kann sie mir lebhaft vorstellen. Es wird zudem eine gute Spannung aufgebaut. Gelesen wird das Buch von Matthias Koeberlin sehr ansprechend und mitreißend. Er ist großartig!

Schließlich das Resümee, welches Stephen Foxx aus den ganzen Ereignissen zieht - ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Aber ich finde das Resümee auch als gläubiger Christ als Gewinn. Auch wenn ich es nicht eins zu eins bejahen würde und mir das Geschenk der Vergebung fehlt, ist es doch für mich nachvollziehbar und ansprechend.

Ich kann dieses Hörbuch wirklich von ganzem Herzen empfehlen - auch gegenüber der gekürzten Version, die ich zwar auch schon mehrfach gehört habe, der aber einfach einiges fehlt. Denn die Kürzungen sind zum Teil doch recht erheblich. Lasst Euch auf die unglaubliche Geschichte ein und verfolgt selbst den spannenden Wettbewerb, das ist meine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 16.03.2018

Zu kurz und doch so vollständig, wie es nur sein kann

Die Stille meiner Worte
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Meinen Leseeindruck in Worte zu fassen, ist gar nicht so einfach. Das Buch ist so bewegend, so melancholisch, gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll, so voller Stille und doch mit so einfühlsamen Worten ...

Meinen Leseeindruck in Worte zu fassen, ist gar nicht so einfach. Das Buch ist so bewegend, so melancholisch, gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll, so voller Stille und doch mit so einfühlsamen Worten geschrieben, dass es nur schwer zu beschreiben ist.

Hannah ist 17 und sie ist stumm, seit ihre Zwillingsschwester tödlich verunglückt ist. Was genau geschehen ist, erfahren wir erst im Verlauf der Geschichte, was auch dafür sorgt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man möchte immer wissen, wie es weitergeht, bzw. wie es angefangen hat.

Hannahs einziger Freund und Vertrauter ist Mo, der Kater ihrer Schwester Izzy, der ihr auf Schritt und Tritt folgt und ihr immer nahe ist. Sie ist unglücklich, voller Hoffnungslosigkeit und Schuldgefühle – sie ist kaputt, wie sie es selbst beschreibt. Von ihren Eltern fühlt sie sich unverstanden und abgelehnt. Sogar abgeschoben, als ihre Eltern beschließen, sie in ein Internat für Kinder mit Problemen zu schicken.

Bevor das Internatsleben beginnt, fahren die Schüler und zwei Betreuerinnen jedoch erst mal zu einem dreiwöchigen Camp. Sollte das der Ort sein, an dem kaputte Dinge wieder heil werden können? Doch wie soll ein Ort etwas heilen, das man nicht sehen kann, fragt sich Hannah. Und doch entwickelt sich an diesem Ort ein gegenseitiges Verständnis der Jugendlichen füreinander und die Betreuerinnen sind ganz besonders verständnisvoll. Und doch liegt Pia, eine der Betreuerinnen, daneben, als sie Hannah vorstellt als diejenige, die im Moment ihre Worte verloren hat. Denn Hannah hat Worte, tausende davon, doch sie finden den Weg nach draußen nicht.

Mit im Camp ist auch Levi, der früher schon als Mitarbeiter mit im Camp war, dieses Jahr aber als Gast mitkommt. Der gerade nicht weiß, wo er steht. Auch aus seiner Ego-Perspektive wird das Buch miterzählt. Levi und Hannah kommen sich näher, es entsteht eine tiefe Beziehung zwischen den Beiden, ohne dass sich eine Romanze in den Vordergrund drängt. Nein, was zwischen Levi und Hannah passiert geht viel tiefer. Er wird zu einem Anker für sie und vermittelt ihr Hoffnung.

Ich möchte das Buch gern noch viel besser beschreiben, doch hier finde ich auch die Worte nicht. Es ist einfach unendlich intensiv, voller Gefühl und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Jedoch keine Action-Spannung, sondern man will einfach immer weiterlesen, will wissen, wie sich Hannah weiter entwickelt, ob sie ihre Sprache wiederfindet, ob sie wieder heil werden kann.

Ein sehr gelungener Jugendroman mit viel Tiefgang und Melancholie ohne kitschig zu sein. Vielen Dank, Ava Reed! Noch lange werde ich an dieses Buch denken und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zwischen Trauer, Verdacht, Zweifeln und offenen Fragen in einer Kleinstadt

Dead Girls Don't Dance
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Dieses Buch habe ich in der Erwartung eines spannenden Jugendthrillers gelesen. Zuvor habe ich schon mehrere Bücher in diesem Subgenre gelesen oder gehört und so einen gewissen, etwas festgelegten, Anspruch ...

Dieses Buch habe ich in der Erwartung eines spannenden Jugendthrillers gelesen. Zuvor habe ich schon mehrere Bücher in diesem Subgenre gelesen oder gehört und so einen gewissen, etwas festgelegten, Anspruch mitgebracht.
Aber von vorn:
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Addie, deren Schwester durch einen Sturz in die Schlucht ums Leben kam. Die Protagonistin ist überzeugt, dass es sich weder um einen Unfall, noch um Selbstmord handelte. Für sie steht fest: es war Mord. Auch den Schuldigen glaubt sie zu kennen: Thatcher Montgomery. Der Freund ihrer Schwester Fiona, mit dem diese zuvor einen heftigen Streit hatte.
Jedoch wird dann, fast genau ein Jahr später, Thatcher auf die gleiche Weise, an derselben Schlucht, getötet. Ein Suizid (z.B. aus Schuldgefühlen) ist so gut wie ausgeschlossen. Was die Fragen aufwirft: war es dieselbe Tatperson? Läuft der Mörder oder die Mörderin noch frei herum und ist sie selbst, Addie, auch in Gefahr? Soll sie die Nächste sein?

Eine zweite zentrale Figur ist Seth, Cousin und bester Freund von Thatcher, zu dem Addie selbst eine sehr ambivalente Beziehung hat, mit dem sie aber zu beiden Tatzeiten zusammen war.
Die Beiden nehmen zusammen eigene Ermittlungen auf.


So viel zur Handlung des Buches.


Die Erzählung beginnt ruhig, was ich grundsätzlich mag. Es werden quasi Land und Leute vorgestellt, die Stimmung aufgebaut. Die Charaktere werden durchaus mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Schwächen dargestellt. Addie selbst ist eine Jugendliche, die an sich selbst hohe Erwartungen hat und sich eigene Fehler schwer bis gar nicht verzeihen kann.
Im weiteren Verlauf werden viele Andeutungen fallen gelassen, alle irgendwie mal mehr, mal weniger verdächtigt, bei keiner Person ist sich Addie völlig sicher, ob sie ihr trauen kann. Dieser Teil der Geschichte hat mir gut gefallen.
Dennoch ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Zwar empfinde ich das Buch als durchaus lesenswertes Jugendbuch, aber meine Erwartungen hat es nicht erfüllt. Besonders fehlte mir die Spannung eines Thrillers, vielleicht auch die spürbare Anspannung der Protagonisten. Größtenteils ist das wohl der oben geschilderten Erwartung geschuldet. Ohne den Finger darauf legen zu können, woran es gefehlt hat, blieben mir die Charaktere irgendwie fern. Es ist mir nicht gelungen, sie zu „spüren“.

Mein Fazit: In meinen Augen handelt es sich um ein durchaus lesenswertes Debüt, einen unterhaltsamen Jugendroman, aber nicht um einen Thriller und es blieb hinter meinen Ansprüchen zurück.

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