Es war spannend bis zum Schluss, so empfand ich es zumindest. Es ging von dem Jugend-/Fantasygenre sogar ein wenig in die Dystopie. Natürlich nur dezent. Dafür bewahrt Jennifer L. Armentrout ihre Charakter ...
Es war spannend bis zum Schluss, so empfand ich es zumindest. Es ging von dem Jugend-/Fantasygenre sogar ein wenig in die Dystopie. Natürlich nur dezent. Dafür bewahrt Jennifer L. Armentrout ihre Charakter tiefe und ja ich kann mir gut vorstellen, das auch ihr der „Abschied“ von Katy und Deamon nicht einfach gefallen ist. Mir ist durchaus bewusst, das man sich auch die Oblivion Reihe zulegen könnte um nochmal die Geschichte aus Deamons Sicht zu erleben und ja, vielleicht werde ich mir diese auch noch zu legen. Momentan möchte ich mich aber noch ein wenig darin suhlen das ich die Geschichte abgeschlossen habe.
Emotionen wurden hier auch wieder groß geschrieben und das genau macht mir ihr Schreibstil auch so sympathisch. Man kann sich super hineinversetzen und tatsächlich tat mir jede negative Begegnung selbst ein bisschen weh. Ich bin froh das ich durch diese Buch Reihe auf Jennifer L. Armentrout aufmerksam geworden bin. Besser hätte es wohl nicht beginnen können und ich freue mich auch auf ihre „Dark Elements“ und „Dämonentochter“ Reihe.
Wie bereits oben gefehlt, fehlte mir aber dennoch etwas, was ich gerade noch nicht benennen kann. Vielleicht erscheinen mir die 410 Seiten auch einfach zu dünn für eine Buchreihe die mich so gepackt hat. Allerdings hätten es dann wohl auch 700 Seiten nicht besser machen können. Ich glaube es ist einfach der Abschied im ganzen der mich etwas traurig macht. Nichts desto trotz würde ich wohl immer wieder zu der Obsidian Reihe greifen und diese auch empfehlen, zumindest wenn man tolle Charaktere, spannende Geschichte und vor allem Fantasy mag.
Für eine ausführlichere Rezension besucht mich gern auf meinem Blog! :)
Eigene Meinung
Mein zweites Englisches Buch in meinem Leben, das ich beendet habe. Meiner Schwester hatte ich erzählt, das ich gern mehr auf Englisch lesen würde und da hat sie mir und sich unhinged geschenkt. ...
Eigene Meinung
Mein zweites Englisches Buch in meinem Leben, das ich beendet habe. Meiner Schwester hatte ich erzählt, das ich gern mehr auf Englisch lesen würde und da hat sie mir und sich unhinged geschenkt. Wie es mir gefallen hat? Ich erzähle es euch…
In unhinged begleite ich vorwiegend Protagonistin Avery und lese aus ihrer Ich- Perspektive. Nach und nach kommen weitere Charaktere zu, die ebenfalls in dem Foundation Center leben und aus dessen Sicht ich auch lesen darf. Dort haben wir Grey, Damon und Theo. Nach einem traumatischen Ereignis wird Avery in die geschlossene psychische Einrichtung gebracht, wo sie auf ihre ebenfalls gebrochenen, aber auch instabilen Mitpatienten trifft.
Steph Macca hält die Kapitel kurz und dennoch sind sie nicht weniger intensiv oder fehlt es ihnen an Details. Dadurch, dass ich aus gleich mehreren Perspektiven lese, bekomme ich auch mehr über die Hintergründe in Lilydale mit. Denn gerade Damon und seine rechte Hand Grey scheinen dort das sagen zu haben. Ihre Mitpatienten müssen sich Damons Worten beugen. Avery und auch ich als Leser verstehen erst im Verlauf des Buches warum und wieso und selbst dann, bleiben noch viele Fragen offen. Diesbezüglich habe ich schon gelesen, dass die Reihe wohl bis zu vier Bände umfassen wird. Die ersten beiden sind bereits auf Deutsch erschienen.
Steph Maccas Schreibstil ist weitestgehend flüssig, obwohl es mir schwerfällt, das bei einem englischen Buch richtig einzuschätzen – bin ich ganz ehrlich. Da ich hier und da sehr arg mit der englischen Sprache zu kämpfen habe, war ich allerdings überrascht wie gut und flüssig ich durch das Buch kam. Deswegen würde ich den Schreibstil als sehr flüssig und einfach einschätzen. Natürlich gibt es verschiedene Begrifflichkeiten bezüglich der Psyche zum Beispiel, aber diese sind nicht konstant vorhanden und tauchen nur vereinzelt hier und da auf.
Avery versucht sich in Lilydale einzuleben und muss ständig schauen, wer es ernst mit ihr meint und wer nicht. Dort kommt dann vor allem langsam Grey ins Spiel. Stück für Stück taut Avery bei ihm auf und kommt damit auch in den engeren Kreis von Damon. Sehr zu seinem Bedauern. Immer wieder bekommt Avery von ihm Spitzen zu hören und zu fühlen und Grey versucht auch gern zwischen den beiden zu vermitteln. Auch wenn seine Loyalität vor allem Damon gegenüber besteht. Erst gegen Ende erfährt man, weshalb Avery überhaupt in Lilydale ist.
Von den anderen Charakteren, bekommt man zuvor nur vereinzelte Hinweise. Ich denke das dies gerade in den nächsten Bänden mehr thematisiert wird.
Charakter Theo wird eine weitere Konstante von Avery und hat sich auch ein bisschen in mein Herz geschlichen. Leider gibt es nur ein Kapitel aus seiner Sicht, was vielleicht in den Folgebänden auch noch geändert wird, gerade weil das Buch mit einem sehr gemeinen Cliffhanger endet…
Die Charaktere sind interessant, jeder auf seine Art irgendwie eigen. Avery beispielsweise ist eher Sarkastisch, legt dieses Verhalten aber (leider) Stück für Stück mehr ab, um sich – das ist mein Gefühl – der Hierarchie zu beugen. Den Ärzten, Psychologen oder Lehrern hingegen behält sie ihre schroffe, abweisende Art bei. Und ja auch im Laufe der Geschichte, wird sie auch wieder mutiger, gerade Grey gegenüber. Leider gab es für mich auch eine Szene – keine Sorge ich Spoiler nicht – wo sie mir ein Stück weit unsympathisch wurde.
Sie hatte meiner Meinung nach einen Fehler begangen, hatte diesen auch bereut, aber nahm für mich anschließend zu sehr die Opferrolle ein, was ich dem anderen gegenüber sehr fehl am Platz fand. Das war für mich einfach nicht gut ausgearbeitet.
Nichts desto Trotz ist die Geschichte interessant und auch spannend gestaltet. Immer wieder werden Hinweise zu Hintergründen gegeben, die ich wahrscheinlich erst in den folgenden Bänden verstehen werde, aber genau das reizt daran. Der Spice Anteil bleibt tatsächlich in einem kleinen Rahmen, ich meine es waren drei oder vier Szenen, die auch nicht übertrieben stattfanden. Die ganze Zeit war ich eher darauf fokussiert, was hinter den Charakteren steckt, was sie verbergen, wie sich die Geschichte entwickelt. Der Cliffhanger am Schluss war demnach für mich absolut bodenlos und ich muss die Reihe fortsetzen!
Mein abschließendes Fazit
Mein Einstieg in unhinged war persönlich etwas vorbelastet durch die englische Sprache, die ich einfach nicht gut beherrsche. So dachte ich. Allerdings bin ich wirklich gut durch das Buch gekommen. Ich brauchte recht wenig Hilfe in Sachen Übersetzungen und hat mir gezeigt, dass mein Englisch vielleicht doch ein ticken besser ist als gedacht!
Die Geschichte rund um Avery in der Lilydale Foundation war absolut spannend und interessant. Dafür, dass es unter Dark Romance läuft, waren die Spice Szenen übersichtlich, und nicht unbedingt abgehoben.
Trotz kleiner Kritikpunkte konnte mich unhinged von sich überzeugen und vor allem dazu, die Reihe fortzusetzen. Egal ob es die Geheimnisse sind, die Entwicklungen der Charaktere oder eben die Hintergründe der Lilydale Foundation. Die Dynamik zwischen den Charakteren hat für mich funktioniert, auch wenn ich ein paar Entscheidungen so nicht getroffen hätte.
Eigene Meinung
Bei Reado habe ich das erste Mal von diesem Buch gehört. Und es hat mich sofort angesprochen, weswegen es ebenfalls sofort auf meiner Wunschliste wanderte. Nun habe ich es auch endlich gelesen ...
Eigene Meinung
Bei Reado habe ich das erste Mal von diesem Buch gehört. Und es hat mich sofort angesprochen, weswegen es ebenfalls sofort auf meiner Wunschliste wanderte. Nun habe ich es auch endlich gelesen und hier erzähle ich euch, wie ich “Vex – Reiz mich nicht” fand …
Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der Protagonisten Harper und Will erzählt. Die Kapitel sind sehr kurz, was das schnelle Voranschreiten enorm erleichtert – oder auch das „mal eben noch ein Kapitel einschieben“. Der Schreibstil ist flüssig, sarkastisch und natürlich spicy. Gerade Letzteres empfand ich allerdings gar nicht als übermäßig intensiv. Klar gibt es einige Szenen, in denen sich Blümchen und Bienen näherkommen – wobei das stellenweise eher an Hornisse und Venusfliegenfalle erinnert – aber ich habe definitiv schon Härteres gelesen. Das im Dark Romance Kontext ist auch immer schwierig, aber ich versuche mein 12-Jähriges Ich, ein bisschen zu zügeln.
Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Ich lerne Harper und Will kennen und merke schnell, dass sich beide nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Beide wirken dominant und selbstbewusst. Harper mochte ich vor allem wegen ihrer sarkastischen, frechen Art sehr gern. Will hingegen ist für mich stellenweise fast schon ein bisschen zu stereotypisch als Dark-Romance-Boyfriend angelegt. Vielleicht habe ich mich an taffen weiblichen Hauptfiguren aber auch einfach noch nicht sattgelesen.
Harper bringt einige Altlasten mit nach L.A. – und mit Will kommen neue dazu. Während er Probleme meist schnell und leise löst (nicht unbedingt im Sinne aller Beteiligten), versucht Harper, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Dinge strategischer anzugehen. Natürlich funktioniert das nur bedingt, und so geraten die beiden schneller aneinander, als Harper lieb ist. Gleichzeitig fühlt sich auch Will durch Harper in seiner Arbeit bedroht und geht auf seine ganz eigene Weise damit um.
Positiv hervorheben möchte ich, dass beide Charaktere Anfang dreißig sind – und sich auch so verhalten. Die Charakterzüge, die die Autorin ihnen verleiht, wirken größtenteils authentisch. Das klassische „Miscommunication“-Trope bleibt hier zum Glück weitgehend aus oder wird zumindest schnell aufgelöst. Es entwickelt sich also nicht zu dieser nervenaufreibenden Dauerschleife aus „Wie kann er/sie nur?“ und „Ich bin verletzt, sage es aber nicht, weil er/sie muss das selbst merken“.
Die Geschichte bringt definitiv Potenzial für Spannung mit, doch bei mir hat sie nur stellenweise wirklich gegriffen. Gegen Ende nimmt das Tempo zwar zu und die letzten Kapitel werden deutlich intensiver, aber insgesamt hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Oft hatte ich das Gefühl, dass viele Figuren etwas blass bleiben. Von Harper erfahre ich noch am meisten – doch selbst das hätte für mich gern noch ausführlicher sein dürfen.
Trotzdem bin ich neugierig, wie es weitergeht, und hoffe im nächsten Band noch mehr über die Hintergründe und einzelnen Charaktere zu erfahren.
Mein abschließendes Fazit
Harper und Will funktionieren als Paar sehr gut miteinander. Besonders positiv fand ich, dass beide älter sind und sich entsprechend reifer verhalten. Auch der Spice wirkt stimmig und fügt sich gut ein, ohne übertrieben zu wirken. Was mir jedoch gefehlt hat, war mehr Tiefe – sowohl in der Spannung als auch bei einigen Figuren. Viele Charaktere blieben für mich etwas oberflächlich, und obwohl Harper etwas mehr Kontur bekommt, war auch das noch nicht ganz ausreichend. Ein absoluter Pluspunkt für mich: Ich bin beim Lesen enorm schnell vorangekommen – die kurzen Kapitel und der flüssige Stil haben dafür gesorgt, dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Da das Buch zudem mit einem fiesen Cliffhanger endet, bin ich dennoch gespannt auf Band zwei und hoffe dort auf mehr Intensität, zusätzliche Hintergrundinformationen und vielleicht die ein oder andere überraschende Wendung.
Eigene Meinung
Auf der Suche nach einer Geschichte, die eine ähnliche Atmosphäre wie If We Were Villains besitzt, bin ich auf Donna Tartt und ihren Roman Die geheime Geschichte gestoßen. Ob dieses Buch ...
Eigene Meinung
Auf der Suche nach einer Geschichte, die eine ähnliche Atmosphäre wie If We Were Villains besitzt, bin ich auf Donna Tartt und ihren Roman Die geheime Geschichte gestoßen. Ob dieses Buch an eines meiner Jahreshighlights herankommt, erzähle ich euch hier.
Zunächst muss ich anmerken, dass es sich bei Die geheime Geschichte um einen kleinen Klopper handelt. Das Buch ist in „Buch eins“ und „Buch zwei“ unterteilt, ergänzt durch einen Prolog und einen Epilog. Die Kapitel sind extrem lang, was das klassische „nur noch ein Kapitel“ nahezu unmöglich macht. Teilweise umfasst ein einzelnes Kapitel über 160 Seiten – nichts also für kurze Lesehäppchen zwischendurch.
Donna Tartt führt mich sehr detailliert an den Protagonisten Richard Papen heran, ebenso wie an die übrigen Charaktere, die im Laufe der Geschichte eine mehr oder weniger zentrale Rolle einnehmen. Dreh- und Angelpunkt bleibt dabei die Gruppe junger Studenten, in die Richard nach einigen Anlaufschwierigkeiten aufgenommen wird. Die Autorin legt großen Wert darauf, dass ich als Leser Teil dieser Gruppe werde – sie gleichzeitig verstehe und doch nie ganz durchblicke. Gerade weil Richard selbst der „Neue“ ist, werde auch ich eingeladen, diese Welt Schritt für Schritt zu entdecken, ihre Regeln kennenzulernen und mich in ihren Dynamiken zu verlieren.
Der Schreibstil ist dabei alles andere als leicht. Teilweise wirkt er philosophisch, dann wieder hochtrabend, durchzogen von Fremdsprachen wie Französisch, Griechisch oder Latein. Zwar werden viele dieser Passagen im Verlauf erklärt oder eingeordnet, dennoch fordert der Text Aufmerksamkeit. Die griechische Geschichte und Kultur nehmen einen großen Raum ein und werden keineswegs auf eine trockene, schulische Art vermittelt, sondern organisch in die Handlung eingewoben. Dialoge sind eher knapp gehalten, gewinnen jedoch durch die dichten Szenenbeschreibungen enorm an Wirkung.
Über das gesamte Buch hinweg lag für mich eine drückende, beinahe lauernde Stimmung. Etwas Unausgesprochenes schwebt konstant über der Geschichte und verleiht ihr einen ganz eigenen Reiz. Sehr früh hatte ich das Gefühl, dass mehr hinter dieser Freundesgruppe steckt – dass, wie im echten Leben, jeder seine Geheimnisse mit sich trägt. Donna Tartt ist bereit, diese nach und nach preiszugeben, erst gegenüber Richard und schließlich auch mir als Leser.
Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, um sich zu entfalten. Die Spannung entsteht nicht durch permanente Ereignisse, sondern durch Atmosphäre, Beobachtungen und das langsame Verdichten der Situation. Ich habe mir bewusst Zeit für dieses Buch genommen und es sehr genossen, in den Universitätsalltag einzutauchen, die Figuren kennenzulernen und ihre Verstrickungen zu begreifen – auch wenn mir das nur bedingt gelungen ist. Denn mit dem Ende hätte ich in dieser Form nicht gerechnet.
Die Charaktere entwickeln sich stark unter dem Druck der Umstände und wirken gerade dadurch sehr authentisch. Jeder geht anders mit seinen inneren Dämonen um, auf seine eigene, oft zerstörerische Weise. Der Ausgang dieser geheimen Geschichte fühlte sich für mich schließlich wie ein Drama in zwei Akten an – konsequent, tragisch und lange nachhallend.
Mein abschließendes Fazit
Atmosphärisch ist Die geheime Geschichte absolut zum Niederknien. Ja, die Kapitel sind sehr lang, das Buch insgesamt ein ordentlicher Schinken, und auch die Sprache ist stellenweise anspruchsvoll und nicht immer flüssig zu lesen – zumindest für mich. Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Roman vollkommen begeistern.
Die Geschichte rund um diese exklusive, geheimnisvolle Freundesgruppe ist spannend, emotional und zutiefst dramatisch. Donna Tartts detailreicher Schreibstil hat mich als Leser vollständig in ihre Welt gezogen. Wer If We Were Villains von M. L. Rio mochte, dem kann ich Die geheime Geschichte wirklich von Herzen empfehlen.
Eigene Meinung
Als ich die E-Mail von Kyss bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Rabid stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich war gespannt, ...
Eigene Meinung
Als ich die E-Mail von Kyss bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Rabid stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich war gespannt, ob mich Raven Kennedy (bekannt aus der The Darkest Gold-Reihe) erneut begeistern kann. Von Ivy Asher hatte ich bisher noch nichts gelesen, weshalb ich sehr motiviert und offen an dieses Buch herangegangen bin.
Tatsächlich hatte ich zuvor noch nichts über Wölfe gelesen und bin entsprechend unvoreingenommen in die Geschichte gestartet. Der Aufbau hat mir dabei wirklich gut gefallen. Seneca – die Protagonistin von Rabid, deren Geschichte ich aus der Ich-Perspektive erlebe – war mir vom ersten Eindruck her absolut in Ordnung. Besonders gelungen fand ich, wie ihre innere Zerrissenheit dargestellt wurde. Allgemein kamen Senecas Emotionen für mich sehr greifbar und nachvollziehbar rüber.
Ich hatte jedoch häufig das Gefühl, dass hier ein großer Fokus auf die Szenerien und Senecas Gedankenwelt gelegt wurde. Dialoge gibt es zwar, sie bleiben aber eher schwach ausgeprägt und besitzen nicht unbedingt viel Tiefe. Teilweise passt das gut zur Geschichte, da es sich bei Rabid um eine Dark Werewolf Romance handelt. Als Leserin werde ich zudem deutlich häufiger mit der Wolfsform konfrontiert als mit der menschlichen – und diese Szenen empfand ich auch wesentlich stärker als jene, in denen Seneca als Mensch agiert.
Es gab einige Momente, die mir wirklich Gänsehaut bereitet haben. Vor allem der Flux, also die erste Begegnung Senecas mit ihrer Wölfin, war unheimlich intensiv beschrieben. Diese Szene hat auch rückblickend vieles für mich getragen. Ich fand sie so episch, dass sie für mich allein einen zusätzlichen Stern verdient hat.
Allerdings war auch die Brutalität – insbesondere die sexuelle – sehr präsent. Der Sex-Anteil ist insgesamt hoch, was meiner Meinung nach die emotionale Tiefe und die zwischenmenschliche Komponente etwas verdrängt hat.
Auch Schlüsselfiguren wie Senecas Mutter oder Vater bleiben eher angerissen. Da sie bereits verstorben sind, erfahre ich als Leserin nur wenig über Senecas Vergangenheit – abgesehen von dem, was sie selbst darüber erzählt. Diese Rückblicke sind meist negativ gefärbt, was vor allem mit dem Alpha ihres Rudels und dem Rudel selbst zusammenhängt. Seneca hat über die Zeit immer mehr Distanz aufgebaut, um dem Alpha möglichst aus dem Weg zu gehen.
Der Schreibstil ist insgesamt sehr angenehm, leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel haben eine gute Länge und laden dazu ein, „noch schnell ein Kapitel“ zu lesen. Auch wenn die Umgebungsszenen lebhaft beschrieben sind und stellenweise sogar ein gewisses Zuhause-Gefühl vermitteln, blieb für mich vieles leider recht oberflächlich. Die Charaktere wirkten häufig eintönig, und auch der Sprachgebrauch erschien mir an manchen Stellen etwas unpassend. Zudem fehlte mir stellenweise die Spannung, da Seneca gefühlt von einem Unglück ins nächste stolpert, was sich für mich teilweise wiederholend angefühlt hat.
Wer auf intensive Spice-Szenen steht, wird hier definitiv fündig. Dafür muss man allerdings Abstriche bei der Story machen. Rabid ist kein schlechtes Buch, konnte mich aber nicht auf allen Ebenen so abholen, wie ich es mir erhofft hatte.
Mein abschließendes Fazit
Viel Spice – leider mit einer etwas zu kurz geratenen Story. Es gibt einige Szenen in diesem Buch, die mir echte Gänsehaut beschert haben, dennoch blieb dieses dumpfe Gefühl von Oberflächlichkeit für mich durchgehend bestehen. Da Rabid ein Einzelband ist, was ich grundsätzlich sehr mag, hätte ich mir umso mehr charakterliche Ausuferungen gewünscht: mehr Hintergrund, mehr Details, mehr Tiefe.
Auch wenn einige Szenen sehr bildhaft beschrieben sind, fehlt es den Charakteren an einem gewissen Etwas. Viele von ihnen lesen sich sehr ähnlich, und auch Seneca gerät immer wieder in die gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Schwierigkeiten. Wenn man über diese Punkte hinwegsehen kann, ist Rabid ein solides Buch.
Und auch wenn meine Rezension sich vielleicht nach einer „Drei“ anhört – die Flux-Szene allein hat einen vollen Stern ausgemacht. Ich hatte Gänsehaut und konnte dieses Buch für einen kurzen Moment wirklich fühlen.