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Veröffentlicht am 13.04.2018

Grausame Szenen und eine fesselnde Handlung

Das Böse in euch
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Bei diesem Thriller war ich von Anfang an gefangen in der Thrillerhandlung. Es geht um entführte Mädchen und ihren abartig denkenden Entführer.
Schockierende Einblicke in das Tätergeschehen zeigen den ...

Bei diesem Thriller war ich von Anfang an gefangen in der Thrillerhandlung. Es geht um entführte Mädchen und ihren abartig denkenden Entführer.
Schockierende Einblicke in das Tätergeschehen zeigen den Entführer, wie er mit gefühlloser Kälte die Mädchen in ein Kellerloch steckt, ihnen Hundefutter zu essen gibt und Nahrung auch noch als Belohnung für gegenseitiges Bekämpfen austeilt. Welche grausame Denkweise treibt diesen Menschen an?

Der Leser erfährt es im Laufe der Handlung und muss betroffen erkennen, dass hier in der Kindheit des Täters die Grundlagen seines abartigen Handelns gelegt wurden. Er sieht sich selbst als Ausführender von Studien, die der Wissenschaft dienen sollen.

Es gibt viele Perspektivwechsel, die für Spannung sorgen und dem Leser einen Wissens-Überblick über den Täter verschaffen und gleichzeitig die Ermittlerin auf ihrer Suche begleiten.

Michaela Baltzer ist Single, recht normal und fällt nicht durch die in Thrillern häufig üblichen Besonderheiten auf. In diesem Buch nimmt sie ihre Nichte Valerie bei sich auf und spielt die Rolle der Ersatzmutter, die ihr aber völlig fremd ist. So beschafft sie sich bei ihrem Nachbarn, ein Psychologe, Informationen über Pubertierende. Als sie es Valerie ermöglicht, bei der Kripo zu hospitieren, klingelten bei mir sofort sämtliche Alarmglocken. Die Einbindung des Mädchens in den aktuellen Mordfall zog natürlich das Interesse Valeries nach sich, hier selbst mit zu ermitteln.

Das private Zusammenleben der Beiden wird anschaulich und mit leicht chaotischen Zuständen als realistisch beschrieben und das macht sie sympathisch.

Was mich an diesem Buch am meisten beschäftigt hat, ist die Frage: Wie weit Erziehung das spätere Verhalten des Kindes nachhaltig prägt und ab wann jemand den Bezug zur Realität verliert und kaltblütig die Hemmschwelle vor dem Tod eines Menschen ablegt?

Mich hat dieser Thriller gefesselt, die Täterenthüllung überrascht, aber dennoch erscheint mit das Motiv zu sehr konstruiert.


Auf weitere Folgen dieser Reihe und mit der sympathischen Michaela Baltzer freue ich mich und kann diesen Thriller bestens empfehlen.

Veröffentlicht am 12.04.2018

Eine neugierig machende Einführung

Sommer der Erinnerung
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Es geht um die Kindheit des Anwalts Marco Pantanella, der von der Amalfi-Küste stammt und nun als erfolgreicher Anwalt mit seiner Familie in München lebt.
Bei einem Geschäftsessen trifft er einen Italiener ...


Es geht um die Kindheit des Anwalts Marco Pantanella, der von der Amalfi-Küste stammt und nun als erfolgreicher Anwalt mit seiner Familie in München lebt.
Bei einem Geschäftsessen trifft er einen Italiener und sie entdecken, dass sie beide aus der selben Gegend stammen.
Daraufhin kreisen Marcos Gedanken um seine Jugend in Süditalien, als er nach einem Erdbeben mit seinem Freund Pippo eine Ziege suchte und sich dabei verirrte. Die Landschaft, die vertrauten Personen seiner Familie und das Gefühl der kindlichen Freiheit kommen ihm wieder in den Sinn.

Diese kleine Vorgeschichte soll auf den Roman vorbereiten, mit der Schilderung eines Erdbebens wird die stetige Bedrohung der Bevölkerung an dieser wunderschönen Küste überdeutlich. Die Menschen sind relativ arm, ihre Zitronenhaine oder der Fischfang sichern ihnen ihr Überleben. Das treibt viele junge Leute dazu, sich Berufe zu suchen, die sie aus dieser Gegend führen. So auch Marco, der es geschafft hat, sich als angesehener Anwalt in München zu etablieren.
Doch Reichtum und Wohlstand allein macht noch lange nicht glücklich, das wird ihm klar, als er sich mit Wehmut an seine alte Heimat erinnert. Dort konnte er nach Herzenslust durch die Gegend streifen, mit seinem Freund Pippo Ziegen hüten und fühlte sich geborgen im Kreis seiner Familie.
Es überkommt ihn eine ungeahnte Sehnsucht nach seiner Kindheit und sein größtes Abenteuer komm ihm wieder in den Sinn.
Die eigenen Wurzeln sind in jedem Menschen tief verankert, man muss sich immer mal wieder bewusst machen, welchen wichtigen Stellenwert sie für das eigene Leben bedeuten.

Diese Vorgeschichte macht Lust auf den Roman und ich vergebe trotz der Kürze 4 Sterne, weil ich gespannt auf die Fortsetzung von Marcos Story bin.

Eine neugierig machende Einleitung zum Buch, die das Leben in der Erdbebenregion rings um den Vesuv deutlich macht. Eine Geschichte über die Sehnsucht nach der Kindheit und die Suche nach den eigenen Wurzeln.

Veröffentlicht am 07.04.2018

Ein Gartenkrimi der besonderen Art und nicht nur für Pflanzenfreunde.

Mordzeitlose
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Margrit Kunkel wird in einer Gärtnerei groß, ihre Mutter verstirbt recht mysteriös und Margrit verschreibt sich dem Studium der Botanik. Im Reich der Pflanzen macht sie sich einen Namen und übernimmt die ...

Margrit Kunkel wird in einer Gärtnerei groß, ihre Mutter verstirbt recht mysteriös und Margrit verschreibt sich dem Studium der Botanik. Im Reich der Pflanzen macht sie sich einen Namen und übernimmt die Leitung der Holländischen Gartenakademie in Berlin. Sie entwickelt das Modell des »Slow Gardenings« für eine harmonische Umwelt. Ein Ermittler stellt die Zusammenhänge zwischen dem verschwundenen Freund Margrits und dem Tod ihrer Mutter her.


Patricia Holland Moritz hat einen wundervoll beschreibenden Schreibstil, der Stimmungen und Schauplätze dem Leser auf eine besondere Art und Weise nahe bringt. Man versinkt in ihren Bildern und träumt so vor sich hin, dabei erscheint die kriminalistische Hintergrundgeschichte eher als nebensächliche Lapalie.

Schnell taucht man in Margrits Leben ein und erkennt ihre Probleme in der nicht ausgelebten Kindheit, sieht ihren beruflichen Ehrgeiz und wie sie ihr ganzes Wirken den Pflanzen widmet. Sie hat schon früh ein Ziel vor Augen, den Menschen mit bestimmten Pflanzen das Lebensumfeld zu verschönern und die Welt mit Pflanzen besser zu machen. Während andere Frauen heiraten, Kinder kriegen und soziale Kontakte pflegen, bleibt Margrit, nachdem ihr erster Freund sie verlassen hat, eher zurückhaltend, fast schon introvertiert und arbeitet für eine Gartenzeitung und in ihrem Gewächshaus. In der Welt der Pflanzen scheint sie aufzugehen, an äußerlichen Dingen und speziell an Männern ist sie wenig interessiert und sie hat nur eine einzige besondere Liebelei, die Brieffreundschaft zu einem einflussreichen Leiter einer Gartenakademie.

Die Geschichte hinter der offensichtlichen Geschichte der Gartenkarriere der Margrit K. ist die entscheidende. Man ahnt so einiges, kann es auch teilweise sogar mit Opfern benennen und doch glaubt man nicht an die sich immer mehr anbahnende Offenbahrung der Wahrheit.


Dieser Krimi lebt von den leisen Tönen, er ist ruhig und besonnen und auf keinen Fall ein reißerischer Krimi. Das will er auch gar nicht sein, denn die Autorin beschreibt eine schlichte, harmlos erscheinende Fassade, hinter der das Böse lauert. Mit dem Blick auf die Wirkungsweise von Giftpflanzen, die ja auch eine positive medizinische Wirkung haben, lauert die Gefahr in der negativen Wirkung.

Ich wurde unweigerlich gefangen von dem Thema und konnte tief in die Geschichte eintauchen, streckenweise war es etwas in die Länge gezogen, aber dadurch konnte man noch mehr von den Figuren erfahren.



Ein Gartenkrimi der besonderen Art und nicht nur für Pflanzenfreunde. Ich habe Mordzeitlose gerne gelesen und kann es denjenigen empfehlen, die ruhige Bücher mit schöner Erzählweise schätzen.

Veröffentlicht am 29.03.2018

Sehr anschaulich und lebendig geschriebener Australienroman

Im Schatten des Pfefferbaums
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Der Roman beginnt mit der sympathischen Babs in Palm Springs, USA. Sie hat einen kleinen Sohn und baut sich als Näherin eine Existenz aus dem Nichts auf. Einige Zeit später bekommt sie Besuch ihrer Nichte ...

Der Roman beginnt mit der sympathischen Babs in Palm Springs, USA. Sie hat einen kleinen Sohn und baut sich als Näherin eine Existenz aus dem Nichts auf. Einige Zeit später bekommt sie Besuch ihrer Nichte Cindy.

Di Morrisey führt den Leser mit Cindy auf Entdeckungsreise durch Australien, doch bis es soweit ist, sind schon einmal 120 Seiten vergangen. Das Buch eignet sich gut als Urlaubslektüre, da es an den Leser keine großen Ansprüche stellt.

Es werden zwar die Probleme von Buschbränden und die Spekulation mit Wollpreisen an den Weltmärkten aufgezeigt, aber vom echten Leben im australischen Outback erfährt man nicht viel.

Cindy ist eine unerfahrende junge Frau, voller Entdeckungsfreude und Tatendrang. Als ihr Freund Robbie ihre Freundschaft beendet, um in der Ferne zu studieren, lernt sie den Australier Murray kennen. Ein Wink des Schicksals, Cindy heiratet ihn und folgt ihm ohne große Bedenken bis in seine Heimat. Murray ist der Sohn eines großen Schafzüchters und lebt in der Einöde der australischen Wildnis. Für Cindy ist das zwar ein Kulturschock, aber sie gewöhnt sich immer mehr ein. In den Bars gibt es zu der Zeit sogar noch Geschlechtertrennung. Als Ehefrau und Mutter wird Cindy allmählich ein Teil dieses Landes und fühlt sich wohl.


Die Autorin erzählt sehr anschaulich, bildhaft gewaltig und legt die Stimmungen und Gefühle der Figuren ihres Romanes offen dar. Die Charaktere sprühen vor Emotionen, es gibt viel romantische Momente zwischen den Eheleuten, aber auch jede Menge Differenzen zwischen dem alten dominanten Schafzüchter und der eingeheirateten Cindy. Es gibt ein Rätsel um Murrays verschwundene Mutter, dem Cindy auf die Schliche kommen möchte.

Sehr spürbar ist die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat, die sie durch gelungenene und bildreiche Landschaftsbeschreibungen mit Eukalyptusbäumen, hüpfenden Kanguruhs, zahlreichen Schafen und der endlosen Weite dem Leser nahe bringt. Die Problematik dieser unwirklichen, knochentrockenen Gegend wird klar, als Stürme und Buschbrände ihre Opfer suchen. Auch Cindy erlebt eine furchtbare Feuersbrunst am eigenen Leib.

Immer mal wieder tauchen einige Aborigines auf, leider erfährt man nicht viel über ihre Lebensgewohnheiten. Hier hatte ich mir mehr Informationen erhofft.



Sehr anschaulich und lebendig geschriebener Roman, der dem Leser die Einöde Australiens vor Augen führt, aber auch viele Emotionen bereit hält.

Veröffentlicht am 25.03.2018

Ein Roman zum Wohlfühlen, Eintauchen und Miterleben!

Barfuß im Sommerregen
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Dieser Roman hat mich erst allmählich in seinen Bann gezogen. Anfangs konnte mich die Idee mit Romys Unterstützung eines älteren Mannes nicht begeistern. Wie sollte man mit einem kleinen Kind auch noch ...

Dieser Roman hat mich erst allmählich in seinen Bann gezogen. Anfangs konnte mich die Idee mit Romys Unterstützung eines älteren Mannes nicht begeistern. Wie sollte man mit einem kleinen Kind auch noch einen Haushalt und die Arbeit auf dem Land bewerkstelligen. Vor allem, wenn der Hofbesitzer Alfred niemandem auf seinem Hof haben möchte. Doch das Ganze fügt sich dann immer mehr zu einem harmonischen Ganzen, die Personen finden zueinander und Romy findet mit ihrem Sohn nicht nur ein neues Zuhause, sondern entwickelt sogar eine neue Geschäftsidee. Von dem Moment an nimmt die Geschichte an Fahrt auf und hat mich mitgerissen. Ich konnte dank der Erzählperspektive aus Romys Sicht in ihre Person schlüpfen und war ihr und ihren Gedanken ganz nah. Mit Tommi kommt Leben auf den Hof und seine fühlbare Freude an den tierischen Mitbewohnern schwappt auch auf den Leser über.

Mit einigen Überraschungen und kindgerechten und dadurch witzigen Bemerkungen ihres Sohnes bringt der Roman gute Unterhaltung und viel Lebensnähe mit.

Auch Alfred taut auf und zeigt warum er zu einem wortkargen, zurückgezogenen Menschen wurde. Es gab auch in seinem Leben ein Ereignis, das ihn sehr verändert hat. Durch Rückblicke erfährt man mehr von seiner Vergangenheit.

Romy hat in der Vergangenheit erlebt, wie sich ihr persönliches Glück ins Unglück veränderte. Das hat sie innerlich geprägt und so lehnt sie alle glücklichen Erlebnisse auch stets ab. Innerlich erscheint sie mir sehr stark, sie möchte vor allem ihrem Sohn eine gute Mutter sein.

Wie sich die drei Personen einander näher kommen und zueinander finden, ist schön mitzuerleben. Stets sorgt der kleine Tommi mit Kindermund für lustige Stimmung und seine Entdeckerfreude steckt an. Aber auch das gegenseitige Vertrauen ist schön zu beobachten, es entsteht das harmonische Bild einer kleinen Familie. Im Grunde findet Alfred einen Enkel und eine Tochter, die er nie hatte und umgekehrt finden Romy und Tommi Freundschaft und Lebenshilfe von ihren Ersatzvater und Opa.

Mit dem beschriebenen Dorfcharakter und der ländlichen Hofidylle fühlt man sich sofort wohl und möchte selbst die Wachteln füttern, ihre Eier einsammeln und den Esel streicheln. Es kommt ein wenig Urlaubsstimmung auf dem Bauernhof auf.

Mir hat der lockere und authentisch wirkende Schreibstil der Autorin gut gefallen und ich konnte mit den Figuren gemeinsam in die Geschichte eintauchen.

Einige im Roman erwähnte Gerichte gibt es im Anhang als Rezepte. Sehr schön zeigt die Autorin auf ihrer Homepage dazu einige Bilder. Homepage der Autorin

Wie ein Neuanfang auch eine positive Lebensentwicklung bringen kann, zeigt dieser Roman sehr ausdrücklich. Mit viel Gefühl, neuen Freunden und einer Art Vergangenheitsbewältigung kommt man den Figuren hier nahe.



Ein Roman über die Liebe, Freundschaft und einfach zum Wohlfühlen, Eintauchen und fast wie Urlaub machen!