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Veröffentlicht am 19.05.2018

Leider nicht der stärkste Band der Reihe

Kluftinger
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Ich bin bekennender Fan des granteligen Kommissars aus dem Allgäu und finde die Reihe einfach hervorragend. In diesem Band lernt man den Kommissar noch besser kennen, besondere Umstände einer Morddrohung ...

Ich bin bekennender Fan des granteligen Kommissars aus dem Allgäu und finde die Reihe einfach hervorragend. In diesem Band lernt man den Kommissar noch besser kennen, besondere Umstände einer Morddrohung sorgen für eine Gedankenreise in die Vergangenheit Kluftis.

Denn Klufti versucht, dahinter zu kommen, wer es auf ihn abgesehen haben könnte und lässt dazu verschiedene Phasen seines Lebens Revue passieren. Wer könnte aus einem alten Fall noch so einen Haß auf sich geladen haben, um ihm nach seinen Leben zu trachten?


Dank der Rückblenden erfährt der Leser einige private Details wie seinen lange als Geheimnis gehüteten Namen, den er nur zu gern verschweigt. Nun wissen wir, wie die Vorstellung seiner Erika bei seinen Eltern vonstatten ging und wie er gemeinsam mit seiner Jugend-Clique ein schreckliches Erlebnis hatte, das für ihn das prägende Schlüsselerlebnis für seinen Berufswunsch wurde.

Aber auch die familiären Erlebnisse der Gegenwart mit seinem ihm doch sehr ähnlichen Vater und mit seinem Enkelkind gehören für mich zu den besten Stellen des Buches, denn sie sind machen es zu einem humoristischen Lesevergnügen.

Hier möchte ich den Autokauf, die Einschlafszene mit dem Enkelkind und das Hüten des Hundes erwähnen, die mich sehr zum lachen gebracht haben. So kennt und liebt man Klufti. Er ist und bleibt ein Familienmensch, dem seine Lieben am wichtigsten sind, auch wenn er das so nie offen zugeben würde.



Aber von der kriminellen Handlung her gesehen hebt sich dieser Krimi entscheidend von den bisherigen ab. Die Spannung ist nur unterschwellig vorhanden, man versucht, einen bestimmten Täter hinter dieser Drohung auszumachen und ist dazu nicht in der Lage. Zu difus tauchen die möglichen Verdächtigen z.B. aus dem Schutzpatron-Fall auf und man kann sich keinen Reim darauf machen.


Auch wenn dieser Krimi flüssig zu lesen ist, er den gewohnten Humor beeinhaltet und mit den persönlichen Beziehungen des Kommissars gut unterhält, der entscheidende Funke hat gefehlt. Genau wie der Kommissar irrt man durch ein verwirrendes Durcheinander und kann die Bedrohung nicht real erfassen. Es geht in einen Geheimgang in der Kirche, man sieht die verbrannte Leiche einer Lehrerin auftauchen und erhält mit dem Hinweis auf den Monstranz-Fall auch keine erhellende Lösung. Ganz im Gegenteil, es entstehen gleich mehrere Punkte, die für einen neuen Band die Grundlage bilden können. So endet das Buch auch mit einem neuen Cliffhanger, das Geschlecht und der Name des Enkelkindes ist ebenfalls noch ein Geheimnis, dass dieses Buch nicht aufgedeckt hat.


Der als Jubiläumsband hochgelobte Krimi ist meiner Meinung nach der Krimi mit der geringsten Spannung und konnte mich nicht überzeugen. Doch als Klufti-Fan werde ich diese Reihe weiter verfolgen und freue mich auf Folgebände, denn die sind uns bei dem Ausgang wohl sicher.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Ein interessantes Debüt mit schönen Sprachbildern, die Handlung ist etwas unausgegoren.

Leinsee
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"Leinsee" ist ein sprachlich bemerkenswertes Debüt, bei dem mir die Sprache sehr gefallen hat, nur die Handlung konnte auf dem Niveau nicht ganz mithalten. Sie liest sich manchmal etwas zwischen den Zeilen.


Was ...

"Leinsee" ist ein sprachlich bemerkenswertes Debüt, bei dem mir die Sprache sehr gefallen hat, nur die Handlung konnte auf dem Niveau nicht ganz mithalten. Sie liest sich manchmal etwas zwischen den Zeilen.


Was sofort angenehm auffällt sind die wunderschönen Kapitelüberschriften wie " Van-Gogh-gelb", "Rosageblümt", "Klirrsilbern" oder "Regentageblau". Diese und andere Wortschöpfungen sind der Autorin gut gelungen und zeugen vom künstlerischen Ambiente.


Anne Reinecke zeigt eine Künstlerfamilie, bei der der Sohn nicht ins Konzept passte und früh auf ein Internat kam. Die Folge war, dass Karl sich ungeliebt fühlte, was man gut nachvollziehen kann. Deshalb verwundert es auch nicht, dass er den Kontakt zu seinen Eltern nicht mehr pflegt und seine eigene Künstlerlaufbahn unter anderem Namen bestreitet.

Dennoch kehrt er nach Leinsee zurück, als sein Vater stirbt und seine Mutter im Krankenhaus mit dem Leben kämpft.

Karl lernt die achtjährige Tanja kennen und ist von ihr beeindruckt und angezogen. Worin genau diese Faszination begründet ist, lässt die Autorin unausgesprochen. 10 Jahre später haben beide eine Beziehung.


Dieser Roman ist sprachlich großartig, ein wenig melancholisch in der Grundstimmung, aber von den Figuren her nicht klar genug umrissen. Sehr vage Andeutungen in Bezug auf Karl und Tanja lassen dem Leser viel Spielraum im eigenen Ermessen. Mir hat Karls Schicksal leid getan, doch sein Verhalten hat ihn mir nicht sympathisch gemacht. Seine Freundschaft zu Mara wirkt unterkühlt und ist keine echte Liebesbeziehung. Und warum gerade ein kindlich unbekümmertes Wesen (Tanja) ihn dann aus seinem Stimmungstief holt, ist nur zu erahnen. Vielleicht trauert er einer eigenen glücklichen Kindheit nach, auf jedem Fall gibt ihm Tanja Lebensmut zurück. Es gibt eine eindeutige Annäherung an das Märchenland von Alice im Wunderland, vielleicht ist Tanja diese Alice in Leinsee.



Insgesamt fehlt mir ein durchgängiger Spannungsbogen, die Geschichte plätschert mit einigen Wendungen ziemlich vor sich hin. Was anfangs noch interessant begann, verliert sich im weiteren Verlauf des Buches. Es endet als simple Liebesgeschichte und dadurch wurden hier inhaltlich interessante Ansätze verschenkt.


Dieses Debüt ist sprachlich wunderbar, inhaltlich und von den Figuren her konnte dieses Niveau nicht gehalten werden.


Veröffentlicht am 19.04.2018

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben!

ISCHIA buon viaggio
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Bei diesem Buch könnte man auch die Überschrift vergeben: "Der Weg ist das Ziel". Nicht die Insel wird hier zum Mittelpunkt des Buches, sondern die Anreise mit lustigen Episoden von Passagieren und Besatzung.

Es ...

Bei diesem Buch könnte man auch die Überschrift vergeben: "Der Weg ist das Ziel". Nicht die Insel wird hier zum Mittelpunkt des Buches, sondern die Anreise mit lustigen Episoden von Passagieren und Besatzung.

Es fängt schon lange vor der Ankunft auf Ischia an, mit der Buchung und der langen Anfahrt mit dem Bus und den verschiedenen Busreisenden im Speziellen. Denn dieses Klientel ist schon so ein Völkchen für sich. Jeder hat hier Redebedarf und erzählt so seine Anekdoten den Mitreisenden und nicht immer geht es friedlich ab. Aber im Grunde möchten alle auf ihre Urlaubsinsel.

Spielerisch baut der Autor seine 3-Schubladen-Kategorie in das Buch ein, die von "kenne/weiß ich", "glaube ich" zu "mir egal" führt. Das ist anfangs sehr witzig, erscheint aber über die gesamte Lektüre etwas überstrapaziert.

Gut gefallen mir die stichwortartigen Reiseführer-Informationen zu Orten, die auf der Busreise am Wegesrand liegen. So erfährt man Näheres zum Kanaltal, San Daniele mit spätgotischer Kirche und seinem Schinkenfest, über die Adria, Venedig und Padua, die Universitätsstadt Bologna, Florenz, Neapel und den Vesuv. Es wird aber auch auf Pizza, Pasta und Co. eingegangen, gerade die Erwähnung der köstlichen neapolitanischen Sfogliatelle mit einem Espresso haben mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

Im letzten Viertel des Buches kommen wir auf der Reise endlich auf Ischia an. Dann gibt es einige Ausflugstipps, die Anregungen zu Besuchen und Ausflügen geben und eine Übersicht der Inselorte. Mir sind in Gedanken viele Bilder aus meinem Urlaub vor dem geistigen Auge aufgetaucht: Das Castello Aragonese in Ischia Ponte ist einen Besuch wert. Was man hier alles entdecken kann, reicht von schönen Ausblicken bis zu gruseligen Folterkammern und der erschreckenden Nonnengruft.

Gern erinnert habe ich mich an Forio mit seiner wunderschönen Wallfahrtskirche "Santa Maria del Soccorso" aus dem 16. Jahrhundert. Den botanischen Garten "La Mortella" mit seiner pflanzlichen Vielfalt und Farbpracht kenne ich auch und kann es nur als Besuchstipp empfehlen. Fumarolen am Marontistrand, Ischias Hausberg Epomeo und weitere Orte werden bruchstückhaft gestreift. Es gibt keine Wandertourvorschläge, diese sind auch schlecht zu beschreiben. Vor Ort wird oft ein Wanderführer benötigt, so verschlungen sind die Wege.

Interessanterweise wird auch der Massentourismus zur Sprache gebracht, aber auch das große Erdbeben von 1883 wird erwähnt.


Wolfgang Ortner verbindet in seinem Reisebuch Unterhaltung, Informationen und Reiselust zu einer tollen Lektüre, die Lust macht auf einen Urlaub auf Ischia. Meine eigenen Bilder erschienen mir im Kopfkino und es war mir eine Freude, die Anekdoten der Reisenden zu lesen.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Wenn das Leben hinfällt, muss man es wieder aufrichten.

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie lebt in den Tag hinein und genießt ihr Leben voller Partys und Spaß in vollen Zügen. Verantwortung und Stress sind nicht ihr Ding, so ist sie froh, dass ihre Schwester Christine den Job des Vaters ...

Marie lebt in den Tag hinein und genießt ihr Leben voller Partys und Spaß in vollen Zügen. Verantwortung und Stress sind nicht ihr Ding, so ist sie froh, dass ihre Schwester Christine den Job des Vaters in der familieneigenen Werft für Segelboote übernimmt. Doch alles wird anders als Christine eine niederschmetternde Diagnose erhält. Endlich begreift auch Marie, dass es Dinge im Leben gibt, um die man auch kämpfen muss. Kann sie so viel Verantwortung gerecht werden?


"Das hat das Leben so an sich. Es fällt, wohin es will. Es stellt sich auf den Kopf, schlägt Purzelbäume und wirbelt alles durcheinander. Da kannst du nichts machen." Zitat Seite 339


Marie ist eine echte Partymaus, die ihre persönlichen Interessen feiert und ihre Freiheit über alles andere stellt. Sie wirkt oberflächlich und lebt von Gelegenheitsjobs.

Ihre Schwester Christine ist eher das Gegenteil, sie plant alles durch, hat einen Ordnungsfimmel und trägt die Verantwortung für ihre Familie und bei ihrer Arbeit in der Werft des Vaters. Doch als sie von ihrer schweren Erkrankung erfährt, bricht ihre Welt zusammen.
Das Leben der Schwestern verändert sich.


Als Christine die Diagnose Brustkrebs erhält, bedeutet das auch für Marie eine Veränderung ihres lockeren Lebensstils. Partyleben adé! Denn Marie wird klar, wie sehr sie ihre Schwester liebt und sie bietet ihr ihre Hilfe an. Sie zieht bei Christine ein und versorgt ihre beiden Kinder und den Haushalt, was nicht immer reibungslos klappt, sondern auch häufig chaotisch endet. Außerdem übenimmt sie Christines Job in der familieneigenen Werft. Auch das bedeutet eine Veränderung in Maries Leben, regelmäßige Arbeit und Verantwortung für betriebliche Entscheidungen zu treffen, bedeutet ein ganz anderes Leben zu führen als bisher. Aber sie wird durch diese Verantwortung endlich erwachsen und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand Daniel muss man eben lernen.


Dieser Roman ist eine leichte Sommerlektüre, die zwar einige schwierige Zeiten und tragische Elemente beeinhaltet, aber das nicht zu tief behandelt. Im Grunde genommen zeigt sich mehr die Entwicklung von Marie, die von einer heiteren Partymaus zu einer hilfsbereiten und selbstbewussten Frau heranreift. Auch in ihrer Vergangenheit gab es schlimme Erlebnisse, wie man erfährt und daher ihr lockeres Leben besser verstehen kann.


Die Figuren erscheinen mir alle sehr sympathisch und weil sie sehr lebensnah geschildert werden, kann man sich gut in sie hineinversetzen.
Einige Dialoge im Plattdeutschen sorgen in der Geschichte für einen frischen nordischen Anstrich.
Und mit der Nebenrolle von Taxifahrer Knut kommt eine Person ins Spiel, die für lebenskluge Sätze sorgt wie mein Zitat oben zeigt.


Die Liebesgeschichte ist ziemlich vorhersehbar und verläuft genauso wie man vermutet. Aber wichtiger ist die Veränderung von Marie, die ihre Lebensziele neu ordnet und erkennt, was im Leben wirklich zählt. Im Grunde wird sie von einer Singlefrau ohne Verantwortung zu einem Familienoberhaupt und sogar noch die Chefin eines Betriebes. Eine etwas erstaunliche Entwicklung, die ich etwas angezweifelt habe. Denn so ganz ohne Hilfe geht es auch bei Marie nicht, der ihr so verhasste Geschäftsführer der Werft Daniel hilft ihr nicht nur beruflich mit Tat und Kraft. Auch privat wird er ihr Fels in der Brandung.

Marie reift an ihrer Verantwortung und schliesst auch mit einem belastenden Ereignis aus ihrer Jugend ab. Wenn man sich beweisen muss, kann man auch hart kämpfen und dann erkennt man erst, worauf es im Leben wirklich ankommt.


Petra Hülsmann sorgt mit etwas Humor, familiären Schwierigkeiten und einer Prise Romantik für gute Unterhaltung. Sie zeigt eine Familiengeschichte, die durch die Realität Veränderungen nötig macht, die mehrere Leben beeinflussen.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Mord mit Hackebeil

Kerkerkind
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Mit ihrem Buch "Kerkerkind" aus dem Knaur Verlag hat Katja Bohnet ihren zweiten Thriller herausgebracht.


In Berlin sorgt ein Hitzesommer für Brände. Der Fund einer verbrannten Frauenleiche am Wannseeforst ...

Mit ihrem Buch "Kerkerkind" aus dem Knaur Verlag hat Katja Bohnet ihren zweiten Thriller herausgebracht.


In Berlin sorgt ein Hitzesommer für Brände. Der Fund einer verbrannten Frauenleiche am Wannseeforst hat damit jedoch nichts zu tun. Die schwangere türkische Frau wurde zuvor erstochen und dann verbrannt. Rosa Lopez und Viktor Saizew vom LKA Berlin ermitteln unter Hochdruck und ihr Verdacht fällt auf den Mann der Getöteten. Doch dann tauchen weitere Leichen auf, deren Köpfe abgeschlagen und zur Schau gestellt werden. Welcher grausame Kranke wütet hier?

Rosa Lopez steht kurz vor ihrer dritten Entbindung und deshalb steht ihr Kollege Viktor Saizew ihr bei den Ermittlungen zur Seite. Allerdings ist er noch nicht richtig einsatzfähig, denn er leidet noch immer an den Folgen eines Gehirntumors.
Rosa hat jedoch nicht nur mit ihrer Schwangerschaft zu kämpfen, ihr macht das Auftauchen ihres seit acht Jahren totgeglaubten Sohnes zu schaffen.


Der Thriller beginnt spektakulär mit einem verstörenden Prolog. Ein Mann wird gefangen gehalten und vergeht vor Angst, Panik und Schmerz.

Die Ermittlungen um den Fall der getöteten Frau übernehmen Lopez und Saizew trotz ihrer persönlichen Belastungen. Sie haben es mit einem besonders perfiden Mörder zu tun, das machen die grausam zugerichteten Leichen ihnen schnell deutlich. Wer Menschen köpft, die Köpfe dann offen ausstellt, kann nur psychisch gestört sein. Trotz der privaten Schwierigkeiten stellen die Ermittler ihre ganze Einsatzfähigkeit in ihre Nachforschungen.


Katja Bohnet bringt mit ihrem klaren, knappen Schreibstil nicht nur die wichtigen Dinge in der Ermittlung auf den Tisch, sie beschreibt auch mit bildhafter Tiefe die Beziehungen, Mordvorgänge und Gespräche aller Beteiligten. Das ist interessant zu lesen, doch gleichzeitig liegt auch hier das Problem. Es gibt viele Inhalte, reichlich Personen und Nebenhandlungen, die mich zwar gut unterhalten haben, aber die Spannung blieb dabei ein wenig auf der Strecke. Welche Situationen und Personen sind für die Tätersuche wichtig, welche Beschreibungen bringen einen Hinweis auf den Täter? Als Leser steht man vor vielen Informationen und ist damit überfordert.


Es fehlten mir die Emotionen und mitmenschlichen Stimmungen, die den Figuren Leben einhauchen. Und die beiden Hauptfiguren erscheinen fast wie Marionetten, die ihren Tanz auf dem Feuer nicht nur im Berufsleben, sondern auch im privaten Umfeld ausüben mussten. Etliche Nebenhandlungen erschweren es, dem roten Faden des Buches aufmerksam folgen zu können.
Als Beispiel möchte ich hier die dänische Polizistin erwähnen, die eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch wird sie so im Buch eingebaut, dass man ihr mehr Bedeutung beimisst als nötig wäre.

Überall springen dem Leser Probleme entgegen, neben den erwähnten Nöten der Ermittler haben auch Viktors Lebensgefährtin, seine Oma und seine Tochter Probleme.



Ganz so negativ kam mir der Thriller beim Lesen allerdings nicht vor. Er hat mich mit gut dargestellten Szenen in die hochsommerliche Atmosphäre Berlins gezogen. Aber im Nachhall hat mir vor allem die echte Arbeit der Ermittler gefehlt.


Bei diesem Thriller sieht man in menschliche Abgründe und erlebt ein außergewöhnliches Ermittlerduo, von dem man angezogen wird. Dennoch konnte er mich nicht völlig begeistern.