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Veröffentlicht am 09.04.2018

Wie Entscheidungen einen Lebensweg verändern können

Luisa und die Stunde der Kraniche
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"Jedes Mal, wenn du eine Entscheidung triffst, beeinflusst du diesen (Lebens)Weg. Mit manchen Entscheidungen änderst du den Verlauf deines Weges mehr, mit anderen weniger".

Auszug aus dem Brief des Großvaters ...

"Jedes Mal, wenn du eine Entscheidung triffst, beeinflusst du diesen (Lebens)Weg. Mit manchen Entscheidungen änderst du den Verlauf deines Weges mehr, mit anderen weniger".

Auszug aus dem Brief des Großvaters an seine Enkelin Luisa zum 18. Geburtstag, Prolog, Seite 7,



Ja, mit Entscheidungen hat Luisa, die Protagonistin dieses Romans, so ihre Probleme, denn sie hasst sie und alle sich daraus ergebenden Veränderungen. Alles soll so bleiben, wie es ist, denn es ist gut so.

Aber ist es das wirklich? Nach dem Antrag ihres Freundes Richard, einem narzisstischen, egozentrischen, eitlen Gockel, der sich als Mittelpunkt der Weg sieht, um den sich alles zu drehen hat, nimmt sich Luisa kurzerhand eine Auszeit von 2 Wochen im Familienferienhaus in Zingst. Ihr zukünftiges Leben als schmückendes Beiwerk des ach so erfolgreichen Gatten, angepasst, fügsam und finanziell von ihm abhängig erscheint ihr plötzlich doch nicht mehr so verlockend.

Im Haus ihrer Großeltern holt sie dann die Vergangenheit an viele glückliche Tage mit der Familie schmerzhaft ein, die sie in den vergangenen Jahren auch sträflich vernachlässigt hatte.

Es kommt wieder zu einer Annäherung zwischen Luisa und ihrer Schwester und ihren Zwillingen, die etwas Leben in die Bude bringen.

Daneben kreuzen auch 2 andere Personen ihren Weg. Zum einen Jan, der Kranichexperte, den sie zuerst mehr als nur schrecklich findet, der aber ganz andere Saiten in ihr zum Klingen bringt; zum anderen trifft sie immer an den unmöglichsten Orten auf die alte Mary, die ihr irgendwie bekannt vorkommt...



Ohne zu viel von der Handlung zu verraten: Luisa durchlebt turbulente Zeiten mit Höhen und Tiefen und nutzt die blaue Stunde am Abend zum Reflektieren über ihr bisheriges Leben und ihre Wünsche, die sie ganz allmählich wieder in ihrem Inneren ausgräbt, und besinnt sich auf die Werte, die ihr insbesondere ihr Großvater mit auf ihren Weg gegeben hat und die ihr wichtig sind.



Die Handlung ist eingebettet in wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, die eine besondere Stimmung erzeugen - besonders die der "blauen Stunde" - und ganz nebenbei kann man beim Lesen so einiges über Kraniche erfahren. Die Geschichte macht definitiv Lust, sofort die Koffer zu packen und an die Ostsee zu fahren, um den Kranichzug live miterleben zu können und sich dabei den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Der Schreibstil ist flüssig und die Kapitel fliegen nur so dahin. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen; einzig die Figur der Mary als "zukünftiges Ich" war mir etwas zu viel. Dies war mein erstes Buch von Tania Krätschmar, aber sicher nicht das Letzte.



Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 4 Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Lesezeit zum Entschleunigen

Das Geräusch der Dinge, die beginnen
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Seit Ada im Alter von 3 Jahren von ihrer Mutter verlassen wurde, ist sie bei ihrer Großmutter Teresa aufgewachsen, die im Laufe der Jahre zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist. Das Geräusch der Dinge, ...

Seit Ada im Alter von 3 Jahren von ihrer Mutter verlassen wurde, ist sie bei ihrer Großmutter Teresa aufgewachsen, die im Laufe der Jahre zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist. Das Geräusch der Dinge, die beginnen - darauf zu achten hat Ada von Teresa gelernt und auch mit offenen Augen durch das Leben zu gehen, um jede Kleinigkeit aufzunehmen.

Nachdem Teresa schwer erkrankt ins Krankenhaus gebracht werden muss und bald sterben wird, verbringt Ada ihre Tage bei ihr. Dort lernt sie Giulia, eine Krankenschwester, sowie Matteo, einen Vertreter für medizinische Produkte kennen.

Die gesamte Geschichte kommt mit diesen 4 Personen aus und den Netzwerken, die sich zwischen ihnen aufbauen.

Es ist ein Buch der leisen Töne, sehr detailreich, bei dem vermeintlich kleine Dinge gewürdigt und wahrgenommen werden. Die Handlung ist eher minimalistisch und kommt ohne große Ereignisse aus und besteht oftmals nur aus Abwarten - damit habe ich mich zu Beginn etwas schwer getan, wie auch mit dem Charakter von Ada - aber wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, wird man belohnt mit dem Schreibstil, der Ausdrucksweise und der Möglichkeit, dabei zu entschleunigen und einen Gang herunter zu schalten, zumindest war das bei mir der Fall. Außerdem enthält die Geschichte einige wirklich zutreffende Lebensweisheiten.

Obwohl mir das Ende dann leider doch zu märchenhaft war gibt es eine Leseempfehlung für alle, die die leisen Töne lieben und sich selbst etwas Gutes tun wollen und 4 Sterne.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Eine ganz spezielle Wohngemeinschaft

Das Haus ohne Männer
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Eine ganz spezielle Wohngemeinschaft, ja, das sind die 5 Frauen im Haus ohne Männer oder der Casa Celestine, wie sie es liebevoll nennen.

Vom Cover etwas in die Irre geführt habe ich an und für sich einen ...

Eine ganz spezielle Wohngemeinschaft, ja, das sind die 5 Frauen im Haus ohne Männer oder der Casa Celestine, wie sie es liebevoll nennen.

Vom Cover etwas in die Irre geführt habe ich an und für sich einen amüsanten chick-lit-Roman erwartet. Daher war ich zunächst etwas verwirrt von den ersten Kapiteln und musste mich zum Weiterlesen tatsächlich selbst anschubsen, aber es hat sich am Ende doch gelohnt.

5 ganz unterschiedliche Frauen bewohnen das Haus der "Königin", die keine Männer darin duldet, und ihre 4 Mitbewohnerinnen haben sich bislang daran gehalten. Als Juliette für kurze Zeit eine der Wohnungen übernimmt, kommt frischer Wind in die Hausgemeinschaft und alte Strukturen fangen an zu bröckeln.

Als roter Faden zieht sich Juliettes Alltag durch die gesamte Geschichte. Sie hat eine sehr erfrischende Art und dadurch wird das Geschehen lebendig. Unterbrechungen gibt es bei den Rückblicken auf das Leben jeder einzelnen Mitbewohnerin . Jede einzelne der Frauen hat ein Päckchen zu tragen, das sie letztendlich zum Entschluss, ein Leben ohne Mann zu führen, gebracht hat. Aber nach Juliettes Einzug und vllt. aufgrund ihrer unkonventionellen Art stellt sich bei Giuseppina, Simone, Carla und selbst der Königin die Frage, ob sie mit diesem Lebensmodell überhaupt noch glücklich sind. Denn irgendwie ist doch jede/r von uns auf der Suche nach Glück, Geborgenheit, Liebe und einer Schulter zum Anlehnen.

Mir hat das Buch gut gefallen, denn es verbindet humorvolle Szenen, nachdenklichen Passagen, ungeschminkte Wahrheiten und ein tragisches Lebensresumee´. Dafür eine Leseempfehlung und 4 Sterne.


Weniger

Veröffentlicht am 18.02.2025

Netter Roman für zwischendurch mit viel maritimen Flair

Die Inselfamilie
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„Die Inselfamilie“ ist der 2. Band von Jette Hansens und spielt auf der Nordseeinsel Amrum. Obwohl ich Band 1 nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in die Geschichte problemlos gelungen.
Immer, wenn ...

„Die Inselfamilie“ ist der 2. Band von Jette Hansens und spielt auf der Nordseeinsel Amrum. Obwohl ich Band 1 nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in die Geschichte problemlos gelungen.
Immer, wenn du anfängst Pläne zu schmieden, grätscht das Leben dazwischen. Und das trifft auf die Handlung hundertprozentig zu. Die junge Liebe zwischen Anne und dem Insulaner Ben wird schnell auf die Probe gestellt, als seine Ex-Freundin ihm ihre gemeinsame 5-jährige Tochter Marie vorstellt, um die er sich die nächste Zeit kümmern soll. Anstrengend ist auch immer noch das angespannte Verhältnis zwischen Anne und ihrer leiblichen Mutter Emma, und eine gute Freundin der beiden hat auch gesundheitliche Probleme. Und dann spielt Anne noch mit der Idee, einen Pflegedienst zu gründen.
Das Cover fügt sich gut in die „Inselreihe“-Bände ein und macht allein schon Lust auf eine Auszeit am Meer. Und auch während der Handlung kommt die Inselatmosphäre nicht zu kurz. In Gedanken kann man gut mit den Protagonisten über Amrum spazieren und das malerische Ambiente genießen.
Der Schreibstil gefällt mir, die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich zügig lesen. Die Protagonisten wirken auf den ersten Blick durchweg sympathisch, aber im Laufe der Handlung konnte ich doch manche Vorgehensweise nicht nachvollziehen. Es gibt einige Höhen und Tiefen zu meistern, doch für die 251 Seiten des eher dünneren Romans waren es mir dann doch zu viele Baustellen auf einmal, die dann auch recht oberflächlich behandelt worden sind.
Das Ende war recht schnell vorhersehbar und einige Fragen sind am Ende offen geblieben. Aber vllt. gibt es im 3. Band die Lösung dazu.
„Die Inselfamilie“ ist kein reiner Wohlfühlroman, bietet aber viel maritimes Flair. Ein netter Roman für zwischendurch, den ich mit 3,5 Sternen (aufgerundet 4) bewerte.

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Veröffentlicht am 26.09.2022

Die Geschichte einer heimlichen Heldin

Ein Kind namens Hoffnung
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Die Pfarrerstochter Elly hat ihren Traumjob als Köchin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Sternberg gefunden und liebt ihre kleine Familie mehr als die eigene. Als die Eheleute Sternberg von den Nazis ...

Die Pfarrerstochter Elly hat ihren Traumjob als Köchin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Sternberg gefunden und liebt ihre kleine Familie mehr als die eigene. Als die Eheleute Sternberg von den Nazis abgeholt werden gibt sie geistesgegenwärtig deren Sohn Leon als ihren eigenen aus. Getrieben von dem Wunsch, Leon wieder mit seinen Eltern zusammen zu bringen, durchlebt Elly eine dunkle Zeit der Flucht, einen Verrat durch ihre Familie, bis sie für einige Jahre auf dem Land Unterschlupf findet.
Die Autorin Marie Sand beschreibt in ihrem Roman eine mutige und starke Frau, die ihr eigenes Leben und später auch das ihrer Tochter Leons Wohl hintenanstellt. Obwohl die damaligen Lebensumstände in dieser dunklen Geschichte Deutschland sehr berührend und realistisch geschildert werden habe ich mich der Protagonistin nur schwer annähern können. Viele ihrer Handlungen waren für mich nur schwer nachvollziehbar, insbesondere das Verhalten ihrer Tochter gegenüber.
Die Handlung soll auf einer wahren Geschichte beruhen und über den Widerstand gegen Nazi-Deutschland kann man gar nicht genug lesen.

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