Profilbild von libri-amici

libri-amici

Lesejury Star
offline

libri-amici ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit libri-amici über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2018

Es begann mit einem Buch

Die Fischerkinder
0

Es begann mit einem Buch

„Mit einem Buch fing es an. Einem Buch, für das schon Menschen ihr Leben gegeben hatten, wegen dem andere verfolgt worden waren und durch das ein eigentlich recht gewöhnliches ...

Es begann mit einem Buch

„Mit einem Buch fing es an. Einem Buch, für das schon Menschen ihr Leben gegeben hatten, wegen dem andere verfolgt worden waren und durch das ein eigentlich recht gewöhnliches Mädchen eines Sommerabends zur Diebin wurde.“


Eine siebzehnjährige, bislang unbescholtene und gesetzestreue Bürgerin eines Staates in der fernen Zukunft wurde durch ein Buch, dessen Anziehungskraft sie sich nicht zu widersetzen vermochte, zur Diebin. Miriam „Mira“ Robins, behütete Tochter eines Justizbeamten aus Leonardsburg, galt ebenso wie ihr Vater als pflichtbewusst und gesetzestreu, glänzte mit hervorragenden Schulnoten und hatte nach den Vorstellungen von Gerald Robins eine glänzende Karriere als Beamtin vor sich. Im autarken Staat, wo Exporte und Importe abgeschafft wurden, es keine Bündnisse mit anderen Staaten gab und das Leben der Menschen äußerst strengen Reglements unterzogen wurde, hatten die Meinung der Nachbarn und das Vorhandensein etwaiger Spitzel großes Gewicht und bedeuten stete Bedrohung. Mira bemühte sich, den Vorstellungen ihrer Eltern zu entsprechen, ihr einziges Aufbegehren galt ihrer Leidenschaft für das gedruckte Wort. In einer Zeit, in der es keine Verlagshäuser mehr gab, die Bücher druckten, war die Buchhandlung „Porters Höhle“ Miras beliebtestes Ziel und entgegen der Proteste ihres Vaters tauchte sie stets in die abenteuerlichen Welten von Edmund Porters Bücher ein. Nachdem das wohlerzogene Mädchen das alte, abgegriffene Buch entwendet und in der Abgeschiedenheit ihres Zimmers aufgeschlagen hatte, tauchte sie in eine irritierende, aber zugleich faszinierende Welt ein. Ihr begegnete ein seltsamer Protagonist mit sanftem, aber zugleich bestimmendem Charakter. Jesus von Nazareth war die bislang außergewöhnlichste Figur, die ihr jemals in Büchern begegnet war und zog sie vollends in seinen Bann. Das Mädchen mit dem dunklen Haar, den weichen Zügen und den großen grünen Augen wollte mehr über ihn erfahren und traf schließlich auf eine konspirative Kleinstgruppe, die sich an einem geheimen Ort versammelte und ihr von diesem faszinierenden Mann namens Jesus erzählte…

Melissa C. Feurer hat ihre Leser mit dieser einnehmenden Geschichte in einen Staat in der Zukunft katapultiert und ein erschreckendes Szenario gezeichnet. Die kaum vorstellbaren Lebensumstände, der Entzug des freien Willens und die vollständige Kontrolle der Menschen waren erschreckend und vermittelten Trostlosigkeit und Resignation. Der Blick über die Stadtmauer zeigte das Leben der armen Bevölkerungsschicht und offenbarte der Protagonistin dieses Buches so manche Missstände, mit denen das Staatsoberhaupt König Auttenberg die Menschen zu täuschen suchte. Alle Menschen dieses neuen Staates sollten gleich sein – und doch gab es Klassenunterschiede. Alle Menschen sollten die gleichen Rationen an Nahrungsmittel und Kleidung erhalten, und doch gab es Unterschiede. Menschen, die Aufbegehrten, waren plötzlich verschwunden und wurden nie wieder gesehen, ihr Aufenthaltsort unbekannt. Die Stadtmauern wurden bewacht, ebenso die Grenzen. Wurden die Menschen vor dem Eindringen von Fremden bewacht, oder innerhalb der Mauern ruhig gehalten, vom Rest der Welt abgeschirmt? Fragen über Fragen, die sich mir im Verlauf dieses aufwühlenden Buches stellten. Und als zentrales Thema immer wieder der Christliche Glaube, der scheinbar in seinen Wurzeln ausgerottet schien, dessen Anhänger, die so genannten „Fischerkinder“, dennoch immer wieder kleine Feuer entzündeten, um ihn am Leben zu erhalten. Ein Buch, das berührt, nachdenklich macht, aufwühlt. Ein Buch, das vor allem eines bewirkt: Dankbarkeit der Tatsache gegenüber, eine Freiheit des Redens, des Handelns und des Glaubens zu haben. Das Szenario, das die Autorin in diesem Buch präsentiert, lässt zu wünschen, dass es niemals Realität werden möge.

Der flüssige Schreibstil und das Interesse weckende Thema zogen mich sofort in den Bann. Die sehr gut ausgearbeiteten Protagonisten wurden durch sympathische Nebenfiguren ergänzt. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Familienmitglieder von Mira und ihrer besten Freundin Vera Petersen, sowie auf die Gruppe der Fischerkinder gelegt. Einige angedeutete Ereignisse aus der Vergangenheit werden erst nach und nach preisgegeben, der durchwegs konstant gehaltene Spannungsbogen steigerte sich gegen Ende des Buches erheblich. Das offene Ende lässt bereits nach dem Umblättern der letzten Seite Vorfreude auf den Nachfolgeband aufkommen.

Mit ihrem Jugendbuch „Die Fischerkinder“ hat mir Melissa C. Feurer einige äußerst anregende Lesestunden bereitet – ich kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!

Veröffentlicht am 16.04.2018

„Aus der Weisheit eines reichen Lebens“

Du machst mich stark
0

*„Aus der Weisheit eines reichen Lebens“'

Gordon MacDonald, langjähriger Pastor und Buchautor, wies im Anhang seines aktuellen Buches „Du machst mich stark“ auf die bedeutende Rolle seines ehemaligen ...

*„Aus der Weisheit eines reichen Lebens“'

Gordon MacDonald, langjähriger Pastor und Buchautor, wies im Anhang seines aktuellen Buches „Du machst mich stark“ auf die bedeutende Rolle seines ehemaligen Trainers Marvin W. Goldberg hin, der ihm nicht nur eine Menge über das Laufen, sondern vielmehr über das Leben an sich beigebracht hatte. Seine Lektionen prägten die Lebenseinstellung des Autors und weckten in ihm den Wunsch, ein Mensch mit Ausdauer zu sein. Gordon MacDonald erkannte, dass diese Ausdauer sich bei weitem nicht nur auf den Sport beschränkt, sondern vor allen Dingen auch sein Denken und Handeln umfasst, auf die Fähigkeit, das Leben zu schätzen. Sein damaliger Trainer betonte stets die Wichtigkeit von Selbstdisziplin und Stärke und dem Vorhandensein einer Richtung, die durch Gottes Berufung vorgegeben wird. Gordon MacDonald berichtet seinen Lesern von den Spuren, die dieser großartige Mann in seinem Leben hinterlassen hatte. Er beginnt dieses Buch mit dem Bericht über die individuellen Trainingsprogramme des Trainers für die einzelnen Mannschaftsmitglieder, die durch die weiße Anschlagtafel in der Stony Brook School in New York kommuniziert wurden. Trainer Goldberg und seinen Methoden, den Jungs etwas über den Sport und das Leben beizubringen, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. In den dreißig Buchkapiteln erfährt man immer wieder über persönliche Erlebnisse des Autors mit Trainer Goldberg, im Fokus stehen jene Christen, die aus der Masse heraus ragen und die Gordon MacDonald als „Menschen mit Ausdauer“ bezeichnet. Marvin W. Goldberg war vermutlich nicht bewusst, wie sehr er seinen ehemaligen Schüler beeinflusst hat, indem er ihm nicht nur die Ausdauer für eine Sportart, sondern vielmehr auch die Art und Weise vermittelte, wie man als Nachfolger Jesu lebt. Er war sein Trainer, zugleich aber auch sein großer Mentor, der MacDonalds Grundeinstellung zum Leben als Christ prägte.

In den einzelnen Kapiteln schreibt der Autor über die Bedeutung dessen, was einen Menschen mit Ausdauer ausmacht. In einer großen Themenvielfalt äußert er sich über Fragen des Lebens, und nennt dabei auch ganz konkret einige, die dabei helfen, zu reflektieren, sich zu besinnen und zu erkennen, wie ein Leben mit Ausdauer aussehen kann. Er weist beispielsweise auf die Macht der Erinnerungen hin und erklärt, wie wichtig es ist, seine Vergangenheit in Ordnung zu bringen, um ein gesundes geistliches Leben führen zu können. Im Zuge dieser Vergangenheitsbewältigung beweist der Autor großen Mut, als er seine persönliche Schuld offenbart und von seiner dunkelsten Sünde berichtet. Doch auch Dankbarkeit, Konflikte mit dem eigenen Ego oder das große Augenmerk, das auf soziale Kontakte gelegt werden sollte, sind Themen, die er seinen Lesern auf ganz besonders beeindruckende Art und Weise nahe bringt.

Der Autor meint: „Seit einiger Zeit vertrete ich den Standpunkt, dass die heutige Vorstellung von einer christlichen Bekehrung viel zu klein ist. Sie betont das Einschlagen des ersten Nagels – eine Entscheidung, das Leben Jesus anzuvertrauen -, übersieht aber oft den letzten Nagel – das, was wir Jesu Berufung nach sein und tun sollen.“ Meiner Meinung nach ist es ihm vortrefflich gelungen, seinen Lesern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie man diese Berufung zu erkennen und ihr zu folgen vermag.

Die fesselnden Buchkapitel enthalten viele Bibelzitate, auf die der Autor umfassend eingeht und die er in seine Ausführungen einbezieht. Ich empfand „Du machst mich stark“ als äußerst anregende, teilweise sogar aufwühlende Lektüre, als ein mit Lebensweisheiten sowie Weisheiten aus der Bibel strotzendes Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Mission Hollywood, Band 3

Leben nach Drehbuch
0

Mission Hollywood, Band 3

„Das Leben ist zu kurz, um es mit halbherzigen Beziehungen und sinnlosen Unternehmungen zu vergeuden“.

Leider kam Andi Ellison zu spät zu dieser Erkenntnis. Die junge Studentin ...

Mission Hollywood, Band 3

„Das Leben ist zu kurz, um es mit halbherzigen Beziehungen und sinnlosen Unternehmungen zu vergeuden“.

Leider kam Andi Ellison zu spät zu dieser Erkenntnis. Die junge Studentin ging mit einem starken Glauben an die Universität von Indiana und geriet aufgrund ihres Zweifels und ihrer Neugierde auf Abwege. Im Buch „Leben nach Drehbuch“, dem dritten Teil der Reihe „Mission Hollywood“, erzählt Karen Kingsbury von der tragischen Wende, die das Leben der hübschen Missionarstochter genommen hat. Nachdem sie sich mit dem ungezähmten wilden Studenten Taz eingelassen hatte, brach dieser ihr das Herz und wandte sich kurz darauf schon dem nächsten Mädchen zu. Doch Andi hatte bereits ihre Unschuld an ihn verloren, und ihre nur kurze Zeit dauernde Affäre war nicht ohne Folgen geblieben. Als die junge Frau ihre Schwangerschaft bemerkt, gerät sie in tiefe Verzweiflung – und sieht als einzigen Ausweg nur noch eine Abtreibung.

Als Leser darf man in diesem Band die Geschichte der erfolgreichen Filmemacher Keith Ellison und Chase Ryan wieder ein Stück mitverfolgen und erleben, wie Jeremiah Productions mit ihrem Film „Der letzte Brief“ große Erfolge feiert. Das lange avisierte Ziel, Filme mit christlicher Botschaft zu produzieren und damit Menschenleben zu verändern, scheint erreicht, und die beiden ehemaligen Missionare an der Spitze des Erfolges gelandet zu sein. Doch Chase steht gefährlich nahe am Abgrund und erhält buchstäblich im allerletzten Moment eine Chance, seine Wertigkeiten zu überdenken und sein Leben zu ändern.

Den Familien Elisson und Ryan wird in diesem Buch zwar viel Platz eingeräumt, mindestens ebenso große Aufmerksamkeit wird jedoch den liebenswerten Flanigans und Cody Coleman zuteil. Karen Kingsbury liefert hervorragend charakterisierte Figuren und bringt neben den bereits aus den Vorgänger-Büchern bekannten Protagonisten auch interessante Nebenfiguren in die Handlung ein. Sie berichtet zudem von Baileys Freund Tim Reed und deren Beziehung zu Cody Coleman, und skizziert Motivationen, die inneren Kämpfe, Zweifel und Ängste der handelnden Personen. Wie nicht anders erwartet wird auch im dritten Teil dieser Buchreihe großer Wert auf den christlichen Glauben gelegt. Das Gebet und der Glaube an Gott spielen eine sehr zentrale Rolle, Hoffnung, Vergebung und Bekehrung sind überaus wichtige Themen in diesem Buch.

„Manchmal wird das Leben so kompliziert, dass man alleine keinen Ausweg mehr findet. Wenn das eintritt, muss Gott für den Ausweg sorgen. Mach dir keine Sorgen um morgen. Geh den nächsten Schritt.“

„Leben nach Drehbuch“ war für mich persönlich das bislang am meisten beeindruckende Buch dieser Reihe, ein Buch mit vielen Emotionen und sehr viel Tiefgang. Karen Kingburys unvergleichlicher, äußerst einnehmender Schreibstil hat mich auch diesmal wieder vollständig für sich eingenommen. Ein wundervolles Buch, das bereits die Vorfreude auf den vierten Band schürt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Es begann mit einem Gedicht…

Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe.
0

Es begann mit einem Gedicht…

„Was, wenn ich dir sage, dass Jesus Religion abschaffen wollte?
Was, wenn ich dir sage, welche Partei du wählst, spielt bei ihm keine Rolle.
Was, wenn ich dir sage, dass C ...

Es begann mit einem Gedicht…

„Was, wenn ich dir sage, dass Jesus Religion abschaffen wollte?
Was, wenn ich dir sage, welche Partei du wählst, spielt bei ihm keine Rolle.
Was, wenn ich dir sage, dass C heißt nicht, alles sind christlich.
Du hältst andre für blind, merkst aber nicht: Hast selbst keinen Durchblick.

Wenn Religion so gut ist, warum entstehen deswegen Kriege?
Warum hilft sie nicht den Armen und stiftet Friede?
Ihre Kirchen sind groß, aber drinnen ist nichts los.
Sie verurteilt Geschiedene, sagt, dass Gott sie nicht liebe,
wo doch Gott im Alten Testament die religiösen Führer Huren nennt.“


Es begann im Grunde mit einem Gedicht, das Jefferson Bethke schrieb und im Internet veröffentlichte. Nachdem es innerhalb weniger Stunden von Millionen Menschen gelesen wurde, erkannte der junge Mann verblüfft, welche Auswirkungen das schriftliche Festhalten seiner Gedanken hatte. Nach unzähligen Zuschriften von Personen, die von der Religion enttäuscht waren und sich nach dem „echten Jesus“ sehnten, entschloss er sich, das vorliegende Buch zu schreiben und gab ihm den provokanten Titel „Warum ich Religion hasse. Und Jesus liebe.“

In zehn Buchkapiteln spricht der junge Autor seine Leser sehr persönlich und eher salopp an, verfehlt dabei aber niemals sein Ziel: nämlich aufzurütteln, nachzudenken, und sich bewusst zu machen, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen, und nicht bloß einen Haufen von Regeln zu befolgen. Er beginnt damit, ein wenig aus seinem eigenen Leben zu erzählen – vor allen Dingen seinen eigenen Erfahrungen mit der Religion sowie jenen seiner Mutter. Bethke gab in jungen Jahren aufgrund von Begegnungen mit konservativen Christen Gott auf – und sein Image, Beziehungen und Mädchen wurden kurzfristig zu seinem neuen Gott. Er gibt unumwunden zu, dass er selber erst ganz unten ankommen musste, um zu begreifen, dass er dem „falschen Jesus“ gefolgt war, nämlich einem selbsterfundenen, der mit jenem in der Bibel nicht viel zu tun hatte. Er beschreibt offen und freimütig seinen Ich-bezogenen Lebensstil am College, aber auch seinen Sinneswandel, als er den Unterschied zwischen dem Glauben an Jesus und dem „Falschen Christsein“, auf das er im Verlauf seines Buches detailliert eingeht, darlegt. Er schreibt wörtlich: „Wenn du mit Religion „Überzeugungen in Bezug auf das Universum, seine Entstehung, sein Wesen und seinen Sinn“ meinst, sage ich dazu Ja und Amen. Dann ist das Christentum eine Religion. Aber diese Definition trifft auch auf den Atheismus zu. Wenn wir Wenn wir aber unter „Religion“ das verstehen, „was jemand tun oder wie er sich verhalten muss, um vor Gott bestehen zu können“, dann ist das wahre Christsein keine Religion. Wahres Christsein dreht sich um die Gerechtigkeit von Jesus – um seine Taten und wie gut er ist. Religion heißt, wir versuchen, Gott DURCH unsere moralischen Bemühungen näherzukommen. Jesus hingegen ist Gott, der uns TROTZ unserer moralischen Bemühungen nachgeht.“

Bethke wendet sich im gesamten Buch gegen eine weichgespülte, fadenscheinige und kulturelle Religiosität und prangert das „Weihnachtsmann-Christentum“ an. Der Autor zieht für seine Ausführungen auch Bibelstellen heran. Er weist beispielsweise darauf hin, wie Jesus alle sozialen, geschlechtsspezifischen und wirtschaftlichen Denkmuster durchbrochen hat, wie er auf Randgruppen zuging und es für ihn einfach keine Schranken gab. Er schreibt über die Gemeinde bzw. wie eine Gemeinde aussehen sollte, über das Thema Homosexualität, von dem er auch in seinem privaten Umfeld betroffen ist, er erzählt von Schuld und Gnade, der Freundschaft, der Hoffnung und der Liebe. Und er gibt dabei ganz gewaltige Denkanstöße, die mich als Leser sehr nachdenklich machten und nicht nur viele Fragen aufwarfen, sondern auch einige beantworteten. Die nachstehenden Passagen für mich besonders beeindruckend:

„Gott liebt uns, weil er Liebe IST. Er liebt uns nicht, weil wir so liebenswürdig wären. Das ist ein riesiger Unterschied.“

„Wenn du begreifst, wie groß das Geschenk ist, das Jesus dir gemacht hat, kannst du gar nicht anders, als ihm nachzufolgen. Weil er sein Leben für dich gegeben hat, kannst du gar nicht anders, als ihm deines zurückzugeben.“

„Du kannst Gott ehren, wo auch immer er dich hingestellt hat. Du musst kein schlechtes Gewissen haben, weil du Koch bist oder weil du malst. Nur zu oft begreifen Christen nicht, dass ihr Missionsfeld dort ist, wo sie gerade sind.“


Ich könnte hier an dieser Stelle noch unzählige Zitate aus diesem Buch anführen. Ein Buch, das in einfacher Sprache verfasst wurde und mich so tief zu beeindrucken vermochte. Aus dem Leben gegriffene Beispiele, grundlegende Wahrheiten aus der Bibel, in schlichten Worten ohne „Schönrederei“ dargelegt. Worte, die stark berühren und nachdenklich machen. Jefferson Bethke hat die Gabe, seinen Gedanken unverblümt Ausdruck zu verleihen und dabei andere zu begeistern. Zumindest ist ihm dies bei mir gelungen. Ich kann dieses Buch wirklich jedem Christen weiter empfehlen, dem daran liegt, Jesus nahe zu sein, verändert zu werden und andere Menschen neugierig zu machen. Das Buch kann auch dazu beitragen, das eigene Leben zu verändern, ihm eine neue Richtung zu geben. Denn Jefferson Bethke fragt ganz konkret, wie unser eigenes Leben aussieht, wo Gott uns hingestellt hat, und ob wir seinen Plan erfüllen, oder aber versuchen, vor ihm wegzulaufen.

Im Schlusswort fordert der Autor seine Leser dazu auf, sein Leben Jesus anzuvertrauen, ihm nachzufolgen: „Wirst du dich ihm anvertrauen? Ich weiß nicht, wo du gerade stehst oder von wo du kommst, aber ich weiß, dass Jesus einen besseren Plan für dein Leben hat als du. ER hat dein Leben besser im Griff, wenn du ihn lässt, als du selbst. Niemand hat mir mehr Verletzungen, Scham, Schuldgefühle und Schmerz zugefügt als sich selbst. Er weiß das und befreit mich davon. Das kann er auch für dich tun. Komm einfach so, wie du bist.“


Veröffentlicht am 16.04.2018

Abrams Töchter - Das Gelübde (Band 1)

Das Gelübde
0

Beverly Lewis vermittelt dem Leser in diesem ersten Band der Reihe um „Abrams Töchter“ einen tiefen Einblick in das Familienleben der Ebersols, die der amischen Kirche angehören und ihre Kinder zwar streng ...

Beverly Lewis vermittelt dem Leser in diesem ersten Band der Reihe um „Abrams Töchter“ einen tiefen Einblick in das Familienleben der Ebersols, die der amischen Kirche angehören und ihre Kinder zwar streng im Glauben, aber mit sehr viel Liebe erziehen. Sadie, die älteste Tochter, ist gerade „flügge“ geworden und die Zeit des „Rumschpringe“ hat begonnen. Bei gemeinsamen Fahrten zum Singen treffen sich die Jugendlichen der Amisch-Gemeinde und nicht selten werden hierbei bereits zarte Bande geknüpft und Paare bilden sich. Sadie jedoch lehnt sich gegen die strikten Regeln auf und trifft sich heimlich mit dem Engländer Derek Schwartz, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Sie ist hin- und hergerissen zwischen der aufregenden, abenteuerlichen Welt der Engländer, und jener ihrer traditionsbewussten Familie und Freunde, der Amisch. Die zierliche Schönheit Sadie rebelliert, wird launenhaft, und verstrickt sich tief in ein schlimmes Geheimnis, dem sie wohl nicht mehr zu entrinnen vermag. Sie vertraut es nicht einmal ihrer Schwester Leah an, die bislang stets ihre engste Vertraute war. Leah, ein praktisch veranlagtes Mädchen, das stets als eine Art „Sohn Ersatz“ mit ihrem Vater im Stall und auf den Feldern gearbeitet hatte, vermisst die schwesterlichen Bande sehr, zumal auch sie sich bereits der Zeit des „Rumschrpinge“ nähert und Zuspruch und Rat benötigt. Leah hatte sich bereits im Alter von zehn Jahren in ihren Vetter Jonas Mast verliebt, und auch nach einigen Jahren scheint die Zuneigung der beiden zueinander ungebrochen. Jonas Masts Bemühungen um seine Tochter Leah sind Abram Ebersol zwar ein Dorn im Auge, er hat jedoch nicht das Herz, ihr eine Partnerwahl aus Liebe zu verbieten. Beverly Lewis konzentriert sich im ersten Band dieses bezaubernden Familienepos auf die beiden ältesten Töchter Abrams, und geht dabei besonders auf deren Erwachsenwerden und Gefühlswelt ein. Die Autorin vergisst dabei aber nicht, ihren Lesern auch die anderen Familienmitglieder nahe zu bringen – die Zwillingstöchter Hannah und Mary Ruth, die Eltern Abram und Ida, sowie die fröhliche, herzliche Lizzie, Idas Schwester. Diese berührende Familiengeschichte hat mich dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich dem zweiten Band beinahe schon entgegen fiebere. Wie wird es mit den Mädchen weiter gehen? Welche Wege werden sie einschlagen? Welche Abenteuer werden sie erleben, wie wird es um ihre Gefühls- und Gedankenwelt bestellt sein? Ich kann es kaum erwarten, anhand der exzellent gezeichneten Mitglieder der Amisch-Familien mehr aus ihrem Alltagsleben, ihren Sitten und Bräuchen zu lesen, und den Fortgang der Geschichte in Erfahrung zu bringen.

(Rezension zum Printexemplar)