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Veröffentlicht am 16.04.2018

Stärker als der Tod

Stärker als der Tod
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Der Klappentext fasst in kurzen Worten das Wesentlichste dieses beeindruckenden Buches zusammen, wenn hier kommentiert wird, „dass es sich um ein Buch handelt, das man in einem einzigen Zug durchliest. ...

Der Klappentext fasst in kurzen Worten das Wesentlichste dieses beeindruckenden Buches zusammen, wenn hier kommentiert wird, „dass es sich um ein Buch handelt, das man in einem einzigen Zug durchliest. Dass es dynamisch, überraschend und kraftvoll, dem Leben abgerungen und extrem berührend ist.“ Die Geschichte des jungen Radek Nowak hat mich dermaßen betroffen gemacht, dass ich nicht umhin konnte, es dem Verfasser dieser Aussage gleichzutun. Auch mir war es nicht möglich, das Buch – einmal aufgeschlagen – wieder aus der Hand zu legen. Radeks Schilderungen seiner von einer alkoholkranken Mutter umschatteten Kindheit und dem ständig abwesenden Vater ließen mich an manchen Stellen beinahe fassungslos zurück. Eine Kindheit, die von körperlichen und seelischen Schmerzen geprägt war, wo es anstelle von Wärme und Liebe ausschließlich Erniedrigung, Schimpfworte und Ablehnung gab und in der ein kleiner Junge sich aus Verzweiflung in die Fantasiewelten seiner Bücher flüchtet. Die psychische und physische Gewalt, die seine Kindheit geprägt hatte, bestimmte auch die Gegenwart des 16jährigen Radek, als er unvermittelt auf Julia Borowiecka trifft. Das gutaussehende Mädchen, die „Neue“ an der Schule, deren Vater Berufssoldat war und die „anders als die anderen“ zu sein schien, freundet sich mit Radek an. Aus tiefer Freundschaft wird in kurzer Zeit innige Verbundenheit, und schließlich Liebe. Julias Fähigkeit, zuzuhören, sich in andere Menschen hinein zu versetzen, veranlasst Radek dazu, sich zum ersten Mal in seinem Leben jemandem zu öffnen. Julias Begeisterung für Gott und den Glauben sowie ihre Art, diesen Glauben sehr authentisch zu leben, legen auch in Radek den Grundstein für eine Rückkehr zu seinem Glauben. Als Radek Julia durch eine schreckliche Tragödie verliert, bricht seine ganze Welt zusammen. Und er beginnt, die Geschichte seines kurzen, aber von tiefem Leid gezeichneten Lebens, in Worte zu fassen. Die Korrespondenz mit einem Pfarrer wurde der Grundstein für das vorliegende Buch, dessen tiefe Emotionen keinen Leser unbeeindruckt lassen können.

Ein dermaßen emotionales Buch zu beschreiben, ist schwer, zumal es sich hierbei um einen Tatsachenroman handelt. Ein Roman, so flüssig und berührend verfasst, dass er seine Leser unweigerlich für sich einnimmt. Nach dieser Lektüre erstaunt es mich nicht, dass von diesem Buch bereits eine Woche nach dem Erscheinen eine Neuauflage gedruckt werden musste. Es handelt von Themen, die jeden Menschen berühren. Es geht um Liebe, Treue, Versagen, Vergeben, Glaube, Hoffnung, Tod und Ewigkeit. Und die Art und Weise, wie die Autorin dies in insgesamt 29 Kapiteln umsetzt, ist atemberaubend. „Stärker als der Tod“ gehört zu jenen Büchern, die man aufgrund der beeindruckenden Passagen mit Randmarkierungen versieht, und die man immer wieder zur Hand nimmt. Eines jener Bücher, die nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern auch tief in das eigene Leben einzugreifen vermögen. Die beeinflussen, zum Nachdenken anregen, Positives bewirken. Eine der Kernaussagen dieser Lektüre waren für mich jene Worte, die der Obdachlose Edek, ein ungewöhnlich kluger und erfahrener Mann mit einem sensiblen, gutmütigen Herzen, an seinen jungen Freund Radek richtet: „Gib niemals auf! Niemals, verstehst du? Niemals! Sei mutig und kämpfe! Gott hilft dir.“ Und das hat er tatsächlich auch für Radek getan. Wer Radeks Geschichte erfahren möchte, sollte sich diesen Roman über sein persönliches Lebensdrama zu Gemüte führen. Ein wunderschönes Buch, das an mehr als einer Stelle zu Tränen rührt. Ich kann diese kleine „Perle“ jedem als Herz legen, „Stärker als der Tod“ uneingeschränkt weiter empfehlen, und vergebe nur zu gerne fünf Bewertungssterne für eine Lektüre, die lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

So tunen Sie Ihren Mann

So tunen Sie Ihren Mann
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Dr. Kevin Leman, den ich bereits durch ein anderes Buch kennen lernen durfte, hat mich erneut von einem seiner Werke überzeugt. Das vorliegende Sachbuch mit dem witzigen Titel „So tunen Sie Ihren Mann“ ...

Dr. Kevin Leman, den ich bereits durch ein anderes Buch kennen lernen durfte, hat mich erneut von einem seiner Werke überzeugt. Das vorliegende Sachbuch mit dem witzigen Titel „So tunen Sie Ihren Mann“ möchte seine Leserinnen keinesfalls weismachen, dass man seinen Partner völlig verändern, umkrempeln soll. Dies würde nämlich gar nicht funktionieren. Was Dr. Leman sehr präzise mit wirklich gelungenen theoretischen Ansätzen und vielen Praxisbeispielen zu vermitteln versucht, ist die Tatsache, dass man durch aktives Arbeiten an seiner Beziehung seine Ehe verändern und in seinem Partner seinen Seelengefährten fürs Leben finden kann. Der Autor liefert exzellente Ansätze, um die Verschiedenheit der Geschlechter verstehen zu lernen. Er stellt oftmals sogar anhand witziger Pointen die Andersartigkeit des Denkens einer Frau und jenes eines Mannes gegenüber. Dr. Leman beschreibt Situationen und Stolpersteine, die alltäglich in den Familien vorkommen und Konflikte erzeugen. In ganz klaren Worten zählt er auf, was ein Mann wirklich von seiner Frau erwartet. Anhand von Beispielen spielt er Szenarien durch und beschreibt genau den Konfliktherd und die möglichen Reaktionen in jener Situation. Der Autor spricht sich eindeutig für offene, ehrliche Kommunikation und Initiative aus, für gegenseitigen Respekt und Achtung, für das Interesse am Partner. Er liefert hilfreiche Tipps, wie man seinen Mann glücklich machen kann. Erfahrungen des Mannes in seiner Kindheit sowie Prägungen durch das, was ihm durch seine eigenen Eltern vorgelebt wurde, bieten keine Entschuldigung für ein bestimmtes Verhalten, sondern lediglich eine Erklärung. Zugleich setzt Dr. Leman auch genau an diesem Punkt an und gibt Ratschläge zur Verbesserung der Situation. Er macht aber auch deutlich, welches Verhalten eine Beziehung negativ beeinflusst und welche Dinge man tunlichst vermeiden sollte, um den Partner nicht zu verletzen. Der Autor scheut sich nicht, auch auf die intimen Bereiche des ehelichen Zusammenlebens einzugehen, und er tut dies mit offenem, sympathischem Schreibstil. So schreibt er beispielsweise: „Um in einer Ehe zu bleiben, muss ein Mann wissen, dass er verstanden wird, dass man ihm zuhört, dass er respektiert und gebraucht wird. Er muss das Gefühl haben, geschätzt zu werden. Wie zufrieden ein Mann in seiner Ehe ist, hängt zu einem großen Teil davon ab, inwieweit er sexuelle Befriedigung findet.“
Ein schönes déjà-vu hatte ich auch im Kapitel „Die Sprache der Liebe“, als Dr. Kevin Leman kurz auf das Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ von Gary Chapman eingeht, das ich kürzlich gelesen hatte. Ein Buch, das die Andersartigkeit eines jeden Menschen in der Art und Weise, wie er liebt und Liebe empfängt, hervorhebt.

Ein kontroverses Thema, das Dr. Leman ganz bewusst – vor allem auch bei Vorträgen – anschneidet, ist auch in diesem Buch sehr oft präsent. Dr. Leman plädiert nämlich für die „Unterordnung“, meint aber damit nicht die Unterordnung einer Frau oder eines Mannes. Er spricht sich für gegenseitige Unterordnung und gegenseitigem Respekt aus, was bereits in der Bibel angesprochen wird.

Im Anhang überrascht der Autor noch mit einem kleinen Quiz, und liefert im Anschluss Erläuterungen zu den Antworten auf die Fragestellungen.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Zusammenfassungen am Ende eines Kapitels, wo kurz und prägnant die wichtigsten Dinge wiederholt werden.

Den Abschluss bildet der „Top-Ten-Countdown für das Tune-up Ihres Mannes“ – eine Auflistung von zehn relevanten Verhaltensweisen, die meiner Meinung nach bei konsequenter Umsetzung wirklich effektiv sein können.

Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen, viel Neues erfahren, einige Verhaltensweisen zum ersten Mal durchschaut, und jede Menge guter Tipps erhalten. „So tunen Sie Ihren Mann“ war nicht das erste Buch dieses Autors, und wird mit Sicherheit auch nicht mein letztes sein. Fünf Bewertungssterne für dieses Strategiebuch in Fragen der Partnerschaft!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Der Imam

Der Imam
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Mit „Der Imam“ setzt Randy Singer für mich die Reihe favorisierter Anwaltsromane in gewohnt flüssigem Schreibstil, gespickt mit vielen Spannungsmomenten und einigen überraschenden Enthüllungen, fort. ...

Mit „Der Imam“ setzt Randy Singer für mich die Reihe favorisierter Anwaltsromane in gewohnt flüssigem Schreibstil, gespickt mit vielen Spannungsmomenten und einigen überraschenden Enthüllungen, fort. Im vorliegenden Thriller erzählt der Autor die Geschichte des jungen Anwalts Alexander Madison, dessen Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen, als er zwölf Jahre alt war. Sein Großvater John Patrick Madison, ein Anwalt für Zivilrecht, nahm ihn zu sich nach Virginia Beach und zog den Jungen gemeinsam mit seiner Frau Ramona auf. Der Einfluss des rechtschaffenden, geachteten Anwalts auf seinen Enkelsohn war groß, die Vorbildwirkung Wege weisend. Denn auch Alexander ergriff den Beruf des Anwalts und gründete mit der brillanten Anwältin Shannon Reese die Kanzlei Madison & Associates. Während der Ausübung seiner zweiten „Berufung“, dem Amt des Pastors der South Norfolk Community Church, wird Alex mit einem Fall konfrontiert, der zunächst einfach, und gewinnbringend scheint. Alex soll Ghaniyah Mobassar, die Ehefrau des führenden Imam Khalid Mobassar im Islamischen Lernzentrum in Norfolk, Virginia, vertreten, die nach einem Auffahrunfall durch einen Sattelschlepper mit ihrem Wagen verunglückte und dadurch an einem Schädel-Hirntrauma litt. Als plötzlich Ja’dah Fatima Mahdi, die zum Christentum konvertierte Ehefrau von Khalids Freund Fatih Mahdi, brutal ermordet wird, deutet alles auf einen Ehrenmord hin. Der Verdacht fällt auf den Imam, und die Dinge drohen zu eskalieren. Die Geschichte eines aufsehenerregenden Prozesses spaltet die Öffentlichkeit in zwei Fronten, und richtet auch in Alex‘ Kirchengemeinde Zwist und Unfrieden an. Alex muss sich nun entscheiden – einerseits, an der Seite seiner Kanzleipartnerin Shannon den Fall durchzukämpfen und die Wahrheit herauszufinden, andererseits, seinem Gewissen zu folgen und seiner Verpflichtung der Kirchengemeinde gegenüber nachzukommen.

Randy Singer hat erneut einen hoch spannenden Fall inszeniert, der den Leser in Atem hält. Der Fall des Imam wird behutsam nach und nach aufgerollt, einige überraschende Hinweise deuten in verschiedene Richtungen, der Spannungsfaktor steigt. Der Autor beschreibt die geschickten Winkelzüge der beiden jungen Anwälte Alex und Shannon, er beleuchtet den Islam, vermittelt detailliert die Konflikte zwischen den Religionen, und lässt den Kampf für die Wahrheit zum großen Teil im Gerichtssaal stattfinden. Den beiden Anwälten steht in diesem Buch eine junge, afroamerikanische Frau Ende dreißig gegenüber, die in der Gestalt der klugen, äußerst engagierten Staatsanwältin Taj Deegan einen starken Gegenpol bildet. Eine meiner favorisierten Hauptfiguren dieses Buches ist Ramona Madison, die sympathische und lebenserfahrene Großmutter von Alex Madison. Sie ist ihrem Enkel eine wichtige Stütze und lässt ihn durch ihre kluge Argumentation die Dinge klarer sehen, indem sie die richtigen Fragen stellt und ihm hilft, seinen Prioritäten wie auch seinem Gewissen zu folgen. Dem spannenden Prozess folgen brisante Enthüllungen und im letzten Part des Thrillers kommt es zu beinahe unfassbaren Enthüllungen. Zwischendurch, immer wieder in Form von kurzen Kapiteln eingeschoben, geht der Autor auf Ereignisse in der Vergangenheit des Imam ein, die etwa fünfzehn Jahre zurück liegen und deren Fäden gegen Ende des Buches mit jenen der Erzählung aus der Gegenwart verknüpft werden.

Ich kann als Fan des Autors Randy Singer dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich für einen gut recherchierten, hoch spannenden Gerichtsthriller, angeordnete Ehrenmorde des Islam und die Hisbollah betreffend, interessiert. Fünf Sterne für „Der Imam“ und eine klare Leseempfehlung.

(Rezension zur Printausgabe)

Veröffentlicht am 16.04.2018

Manchmal machen wir unsere Pläne, aber Gott weiß es einfach besser.

Wie der Duft von Wasser
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„Mein Leben ist wie eine Webarbeit von mir und meinem Gott. Die Farben bestimme nicht ich; der Weber ist er. Oft webt er Traurigkeit hinein und Not. In meinem dummen Stolz vergesse ich: Er sieht die Oberseite ...

„Mein Leben ist wie eine Webarbeit von mir und meinem Gott. Die Farben bestimme nicht ich; der Weber ist er. Oft webt er Traurigkeit hinein und Not. In meinem dummen Stolz vergesse ich: Er sieht die Oberseite und ich sehe nur, was unten ist. Die dunklen Fäden sind für die geschickten Hände des Webers genauso wichtig wie die Fäden aus Gold und Silber, denn nur so wird das Bild richtig. Erst wenn der Webstuhl stillsteht und das Schiffchen sich nicht mehr rührt, zeigt Gott mir das ganze Bild und ich sehe: Er hat alles zum Guten geführt.“

Sam und Annie Truelove, zwei Menschen, die sich über alle Maßen geliebt, und doch auseinander gelebt haben. Ein Paar, das durch einen schweren Schicksalsschlag aufgegeben hat. Eine Liebe, scheinbar erloschen, ein gemeinsamer Lebensweg, der nicht weiter beschritten wird. Die schlimmen Ereignisse, die zur mittlerweile fünf Jahre währenden Trennung von Annie und Sam geführt haben, erschütterten das Ehepaar in ihren Grundfesten. Dr. Samuel Truelove, der brillante Herzchirurg der Kinderklinik in Knoxville, steht zwischen zwei verschiedenen Welten und führt ein Leben wie im Exil, liegt bereits seit fünf Jahren im Streit mit Gott. Schuld, Trauer, Schmerz, Verzweiflung und schleichende Hoffnungslosigkeit lähmen sein Innerstes und er vergräbt sich in seiner Arbeit. Annie Ruth Dalton Truelove, bis zu jenem Unglückstag vor fünf Jahren geliebte Ehefrau, beste Freundin und Seelengefährtin und Mutter seiner kleinen Tochter Margaret, lebt nun in Seattle, wo sie bei einer Zeitung als Journalistin tätig ist. Die Kommunikation zwischen dem Paar ist zum Erliegen gekommen, eine neuerliche Annäherung scheint in unerreichbare Ferne gerückt.

Linda Nichols erzählt in diesem einfühlsamen Buch die Lebens- und Leidensgeschichte von Annie und Sam. Sie berichtet von ihrem unendlichen Verlust, ihrem Scheitern, ihren Kämpfen und ihrer beider Hoffnungslosigkeit und Resignation. Sie erzählt aber auch die Geschichte ihrer großartigen Familien, die den beiden ein liebevolles Geflecht aus zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem aber aus aufrichtiger und bedingungsloser Liebe, geben, sie auffangen und mit ihrer Zuneigung und Warmherzigkeit zu umhüllen suchen. Die Autorin vermittelt in ihrem leisen Buch tiefe Gefühle, neben Schmerz und Verzweiflung, Bitterkeit und Trauer auch Zusammenhalt, Wärme und Liebe, die durch wundervoll gezeichnete und einprägsam ausgearbeitete Charaktere überwältigend wirken. Dabei schenkt sie nicht nur ihren Protagonisten, sondern auch den vielen Nebenfiguren große Aufmerksamkeit, ihr detaillierter, in die Tiefe gehender Schreibstil vermag es, den Leser auf einzigartige Weise zu berühren, in seinen Bann zu ziehen. Besonders beeindruckt haben mich die unaufdringlich, aber sehr häufig eingebauten Bibelzitate und die Gespräche mit Gott, die kursiv gedruckt die inneren Kämpfe und starken Emotionen der handelnden Personen dieses Buches einprägsam zum Ausdruck bringen. Die Geschichte eines Verlustes, einer Trauer, die so tief zu sein scheint, dass sie nicht mehr zu ertragen ist, hat mich tief berührt, die Art und Weise, wie Linda Nichols diese bittersüße Geschichte zu Papier bringt, kann ich nur als brillant bezeichnen. Ich darf „Wie der Duft von Wasser“ ruhigen Gewissens als eines meiner absoluten Lese-Highlights des heurigen Jahres bezeichnen, und möchte auf jeden Fall mehr von dieser wundervollen Autorin lesen. Dieses erstklassige Buch, dessen Lektüre ein wahres Erlebnis war, erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung und unbedingte fünf Bewertungssterne!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Tausend Geschenke

Tausend Geschenke
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„Wir können das, was vor unseren Augen ist, nicht verändern. Aber wir können es mit anderen Augen sehen. Ich zähle seine tausend Geschenke, danke ihm hundert Mal am Tag. Ich genieße seine Gegenwart zwischen ...

„Wir können das, was vor unseren Augen ist, nicht verändern. Aber wir können es mit anderen Augen sehen. Ich zähle seine tausend Geschenke, danke ihm hundert Mal am Tag. Ich genieße seine Gegenwart zwischen den Wäschebergen, in der Küche, im Krankenhaus, auf dem Friedhof, der Autobahn, den Nebenstraßen, Arbeitswegen und auf allen Umlaufbahnen der Sterne. Seine Gegenwart erfüllt mich. Das ist ein erfülltes Leben.“

Ann Voskamp, die als kleines Mädchen ihre Schwester durch einen tragischen Unfall verlor, kämpft Jahre später immer noch mit den psychischen Folgen des Todes der kleinen Aimee, der ein Loch in die Leinwand ihres Lebens gerissen hat. Die Trauer verdunkelt ihre Tage, verändert ihre Wahrnehmung. Ihr Grundvertrauen und ihr Glaube an Gott werden auf eine harte Probe gestellt, wenn sie daran denkt, „DANKE“ zu sagen – und zwar für alles, was ihr in diesem Leben widerfahren ist. Danke auch in Augenblicken der Wut und der Verzweiflung sagen zu können, bei persönlichen Katastrophen, die einem scheinbar den Boden unter den Füßen wegziehen, im Wissen um das schreckliche Leiden der Armen, der Hungernden, der Waffen des Krieges. Die Autorin schreibt von einer Dankbarkeit, die man üben muss, bis sie zur „wahren Natur des eigenen Ichs geworden ist“ und bezieht sich dabei immer und immer wieder auf das „eucharisteo“, den Grund, dem Vater zu danken. Die sympathische Ehefrau eines Farmers und Mutter von sechs Kindern versucht jedoch unermüdlich, auch das „harte eucharisteo“ zu lernen, wie sie es nennt. Sie möchte die Gnade auch im Hässlichen sehen, das Hässliche als Gnadengabe zählen, um es mit ihrem Dank in Schönheit zu verwandeln. Sie fragt sich, was sie in diesem kurzen Leben anfangen, welchen Weg sie einschlagen soll, wie sie ein Leben in Fülle führen kann, und was wirklich wichtig ist. Als sie beginnt, jene Dinge in einem Notizbuch aufzulisten, für die sie dankbar ist, merkt sie erst, dass sie in Wahrheit nur für sehr wenige Dinge wirklich dankbar ist. Und so versucht sie, Achtsam zu sein auf die kleinen Dinge, bremst das Tempo ihres Alltags und verharrt dabei in Raum und Zeit, legt ihr ganzes Gewicht in den Augenblick. Und sie erkennt, dass Glaube kein einmaliges Erlebnis, sondern eine Sichtweise, ein Suchen nach Gott in allem, ist. Dieses Buch bietet eine große Fülle von solchen Augenblicken, die wir wohl täglich erleben, aber wenig beachten. Sie schärft meines Erachtens den Blick für die tausend Dinge, die uns jeden Tag begegnen, für die wir unendlich dankbar sein sollten. Doch tun wir es? Wie auch Ann Voskamp hatte ich nach Beendigen dieser Lektüre das Gefühl für viel zu wenige Gaben dankbar zu sein, ja sie als Gaben nicht einmal erkannt zu haben. Durch Anns eindringliche Worte und festgehaltenen Gedanken wurde auch meine Sicht auf die Dinge in Frage gestellt, und ich bemerkte bereits während des Lesens, wie ich begann, alles in einem anderen Licht zu betrachten. Obgleich ich zunächst große Schwierigkeiten hatte, mich mit einem für mich äußerst unangenehmen Schreibstil (Kombination Präsens und Ich-Form) anzufreunden, bin ich nun unendlich dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es regt zum Nachdenken an, lässt den Leser die eigene Sicht auf die Dinge hinterfragen, und bereichert durch Anns Fülle von Erfahrungen, die sie für uns festgehalten hat. Ein wunderschönes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. „DANKE“ möchte auch ich für dieses Buch sagen, das mir sehr intensive Momente geschenkt hat.

„Das habe ich für dich gemacht. Das Lächeln des Geliebten am Morgen, das Lachen der Kinder auf der Rutsche, der gelassene Blick des alten Menschen zur Abendzeit: Das habe ich alles für dich gemacht. Auch die Erde unter deinen Füßen, den Regen, der auf das zum Himmel erhobene Gesicht fällt, die Sterne, die sich rund um den Planeten drehen: Das habe ich alles für dich, für dich, für dich gemacht! Das sind meine Geschenke für dich, meine Gnade für dich!“