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Veröffentlicht am 19.04.2018

Ein schöner Roman für Liebhaber frankophiler Literatur.

Der Hut des Präsidenten
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Dieser Roman führt ins Frankreich der 80er Jahre, er ist charmant erzählt, unterhält feinsinnig und bringt eine zauberhafte, fast schon märchenhafte Handlung ins Rollen.
Mehrere Handlungsstränge zeigen ...

Dieser Roman führt ins Frankreich der 80er Jahre, er ist charmant erzählt, unterhält feinsinnig und bringt eine zauberhafte, fast schon märchenhafte Handlung ins Rollen.
Mehrere Handlungsstränge zeigen jeweils einen Protagonisten, der den Hut eine Weile besitzt und durch diesen eine wunderbare Veränderung in seinem Leben erfährt. Der Hut ist sozusagen der rote Faden des Buches.
Präsident Mitterand lässt seinen schwarzen Filzhut in einer Brasserie liegen, neue Teilzeit-Besitzer profitieren auf wunderbare Weise vom Hut.
So gewinnt Daniel, der erste Träger des Hutes, endlich Mut und Durchsetzungsvermögen, um sich für wichtige Aufgaben in seinem Betrieb zu profilieren.

Fanny Marquant unterhält ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, bemerkt endlich, dass sie in ihm ihre wahre Liebe nicht findet und trennt sich von ihm.

Der berühmte Parfümeur Pierre Aslan überwindet seine Schaffenskrise und depressive Lebenseinstellung und ist endlich wieder in der Lage, ein einzigartiges Parfüm zu kreieren.

Dann schliesst sich der Kreis wieder. Mehr möchte ich dazu nicht verraten.
Welche Macht hat dieser Hut? Wohl keine wirklich realistische! Aber dennoch werden dank ihm Wünsche oder Träume wahr. Er bringt den Trägern ein besseres Imagegefühl, ist ein Glücksbringer oder gibt einfach nur Selbstbewusstsein, da es sich ja um einen Hut des Präsidenten handelt.
Der Hut gibt den Trägern Sicherheit und Selbstbewusstsein, das ihnen im wahren Leben abhanden gekommen ist. Dabei stecken die Fähigkeiten eigentlich in den Menschen selbst und sie müssen sie nur mutig entfalten. Die symbolische Kraft, Veränderungen zu bewirken, hängt allerdings mit dem Hut zusammen. Das Objekt wird also zum Glücksbringer, dem die Menschen Macht zuschreiben.

Der Schreibstil ist das besondere an diesem Roman. Mit feinfühliger Sprache und etwas unterschwelligem Humor zeichnet Laurain seine Geschichte, die mir schon wie ein modernes Märchen erscheint. Er gibt sich detailgenauen Beschreibungen von Schauplätzen, Musik und Zeitgeist hin, man erkennt die 80er Jahre gut wieder.

Die Charaktere sind gut und klar beschrieben, man bekommt sie deutlich vor Augen, sieht beim Parfümeur seine Lebensgeschichte, bekommt Informationen über die Kunstszene und sieht die französische Küche ausgebreitet mit wunderbaren Meeresfrüchten und gekühlten Weißweinen vor sich.

"Der Hut des Präsidenten“ hat mich feinsinnig mit typisch französischer Atmosphäre gut unterhalten, die Geschichte schliesst sich am Ende zu einem Kreis und die Charaktere haben mir gefallen. Ein schöner Roman für Liebhaber frankophiler Literatur.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Fesselnd bis zum Schluß

Blutige Stille
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Auch in ihrem zweiten Teil der Thrillerreihe um Kate Burkholder, gelingt es Linda Castillo, den Leser mit brutalen Taten zu erschrecken und mit der polizeilichen Ermittlung zu fesseln.

Die Hauptprotagonisten ...

Auch in ihrem zweiten Teil der Thrillerreihe um Kate Burkholder, gelingt es Linda Castillo, den Leser mit brutalen Taten zu erschrecken und mit der polizeilichen Ermittlung zu fesseln.

Die Hauptprotagonisten Kate und Tomasetti haben immer noch an traumatischen Erlebnissen aus ihrer jeweiligen Vergangenheit zu leiden. Beide kämpfen gegen ihre Albträume an und das verbindet sie. Diese Gemeinsamkeit macht ihr gegenseitiges Verständnis und ihre Gefühle füreinander noch tiefer. Jedoch artet dieses Verhältnis nicht in eine romatische Gefühlsduselei aus, sondern hält sich dezent im Hintergrund.

Wie in Castillos Büchern üblich, beschäftigt sich auch dieser Thriller mit dem Leben von Amischen in Painters Mill. Man erfährt wie diese Menschen in Gottesfurcht, schlichter Bescheidenheit und ohne die Verlockungen der Zivilisation leben und fest zu ihren Glaubenssätzen stehen. Für Außenstehende ist das eine außergewöhnliche Gemeinschaft, der man sich im Buch gut annähern kann. So sind auch dieses Mal die Amischen Opfer eines brutaler Gemetzels, eine siebenköpfige Familie wird regelrecht abgeschlachtet. Wer hatte etwas gegen diese friedfertigen Menschen?

Die Handlung dieses Thrillers erstreckt sich hauptsächlich auf das Leben der 15jährigen Plank-Tochter Mary, die sich von der amischen Gemeinschaft abwenden wollte. Da Kate diese Situation am eigenen Leibe erfahren hat, geht ihr der Fall besonders nahe.

Es werden einige Verdächtige aufgespürt, bei denen der Täter nicht zu erkennen ist.

Auch in diesem Kate Burkholder-Thriller gibt es wieder eine sehr blutige Darstellung der Verbrechen. Dabei sind die Ermittlungen eher ruhig und beschaulich gehalten. Wie in Thrillern häufig der Fall, begibt sich Kate am Ende in Gefahr und stellt dem Täter eine Falle.

Dieses Buch hat mich inhaltlich gepackt, die Brutalität erschüttert, aber in der Gesamtheit wirkt es einfach routiniert runtergeschrieben. Deswegen wird mir dieser Thriller sicher nicht lange nachhaltig in Erinnerung bleiben. Besonders hat mich in diesem Buch das Alkoholproblem von Kate und Tomasetti gestört. Wollen wir hoffen, dass sie das in den Griff bekommen.


Die Castillo Reihe um Kate Burkholder ist für mich immer wieder ein fesselndes Leseerlebnis, das besonders durch das Setting mit den Amischen interessante Einblicke ermöglicht.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Originelle Grundidee, toller Schreibstil, aber zu viele umständliche Erklärungen!

Todschreiber
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Maren Graf zeigt, wie sich ein unbekannter Briefeschreiber in die Köpfe der Opfer einschleicht und sie mit beeinflussenden Worten schliesslich zum Selbstmord bringt. Das kann mit Hypnose zusammenhängen, ...

Maren Graf zeigt, wie sich ein unbekannter Briefeschreiber in die Köpfe der Opfer einschleicht und sie mit beeinflussenden Worten schliesslich zum Selbstmord bringt. Das kann mit Hypnose zusammenhängen, aber auch mit einer begleitenden psychologischen Behandlung, die bestimmte Ziele verfolgt. Die Willenssteuerung des Opfers wird dadurch unterdrückt, der fremde Wille durchgesetzt.
Diese Art der Beeinflussung nennt die Gerichtsbarkeit "Tötung in mittelbarer Täterschaft".
Doch kann es das wirklich geben? Meiner Meinung nach ist das eher fraglich.

Mich hat der gelungene Schreibstil auf jeden Fall mitgerissen, die detailgenaue Sprache und die gut gezeichneten Figuren hatte ich stets gut vor Augen. Die Tathergänge sind authentisch geschildert, es gibt einige heftige Opfer-Beschreibungen, die über einen normalen Krimi schon im Genre des Thrillers einzuordnen sind. Genauso erscheint es mit der eingehenden psychologischen Betrachtungsweise, auch hier würde ich das Buch eher als Thriller bezeichnen.

Die spannende Frage, wer denn nun hinter diesen Briefen steckt und welche Absicht er verfolgt, bleibt bis zum Ende offen.
Die Recherche der Kommissarin erweist sich als schwierig, es müssen Hypnose-Spezialisten, Internetforen und Schriftexperten befragt werden. Dabei werden immer wieder verschiedene Thesen untersucht, ohne Frage interessante Themen, die aber leider in der Ausführlichkeit der Spannung schaden.

Der Charakter Lena Baumann ist gelungen, es gibt im Leben der jungen Frau auch private Umstände, die sie belasten. Wie sie selbst fast in die Fänge des Briefeschreibers gerät, baut Maren Graf äußerst geschickt in die Handlung ein.
Auch das hat Thrillerqualität und weckt bei mir Interesse an nachfolgenden Büchern der Autorin.

Von der regionalen Einbindung hätte ich gern noch mehr gelesen, es werden zwar Schauplätze genannt, diese hätten aber noch mehr mit Leben gefüllt werden können.

Ein Krimi, der mich von der Grundidee her absolut überrascht und mit seinem tollen Schreibstil erfreut hat. Die ausführlichen Erklärungen waren mir aber leider zu langatmig.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Fesselnder Krimi mit einer tollen Ermittlerin und einer Menge Davoser Lokalkolorit!

Bärentritt
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Allegra Cadisch hat gerade ihren Master in Law geschafft und will sich bei ihrem Bruder Valerio in Davos von den Strapazen der Prüfungen erholen.
Sie macht die Bekanntschaft von Khalid, dessen Vater Konsul ...

Allegra Cadisch hat gerade ihren Master in Law geschafft und will sich bei ihrem Bruder Valerio in Davos von den Strapazen der Prüfungen erholen.
Sie macht die Bekanntschaft von Khalid, dessen Vater Konsul aus den Arabischen Emiraten ist. Als sie einige Freunde von früher trifft, gehen sie gemeinsam auf eine Party. Dort wird neben guter Musik auch reichlich Alkohol und Gras konsumiert. Allegra wacht erst am nächsten Morgen wieder auf und erinnert sich nicht an die Feier.
Allegra gerät in den Verdacht, Khalid getötet zu haben. Ihr früherer Schuldfreund Dario ist Polizist in Davos und steht zu ihr. Sie ermittelt auf eigene Faust und das wird erschwert durch die vielen Sicherheitskräfte, die sich wegen der WEF in Davos aufhalten.

Die Autorin hat einen klaren, unterhaltsamen Erzählstil,bei dem der Schweizer Sprachstil auffällt. Sie zeigt die bunte Partywelt, sodass auch junge Leser diesen Krimi mit Interesse lesen werden und wird auch politisch, indem sie berechtigterweise den Sinn des WEF in Frage stellt. Sie macht in ihrem Krimi deutlich, wie hoch der erforderliche Sicherheitsaufwand ist, stellt die Polizei in Dauerbereitschaft und zeigt auch die exklusive Unterbringung nebst edelster Speisen und Getränke für die Konferenzteilnehmer, die kostenmäßig in keinem Verhältnis zum Sinn der Veranstaltung steht.

Die Protagonistin Allegra ist eine mutige, moderne junge Frau, stellt die richtigen Fragen und setzt neben ihrer sympathischen Art auch ihre juristischen Kenntnisse genau richtig ein. Ihr privates Leben kommt auch nicht zu kurz, ihr alter Freund Thomasz ist endlich abgehakt und mit Dario findet sie eine neue Liebe. Dabei ist an Allegra eine Kommissarin verloren gegangen. Sie erkennt jedes auch noch so kleine Detail, fragt nach und kombiniert mit großem Geschick. Auch ihr trachtet man nach dem Leben, das Motiv erscheint mir als einziger Kritikpunkt am Buch etwas wackelig.

Die Handlung ist durchgehend logisch aufgebaut, der Spannungsverlauf stets ansteigend und die Davoser Alpenwelt wird in den schönsten Farben und Wortbildern geschildert.

Ein Krimi, der die Ermittlungen einer jungen Frau authentisch einfängt und einfach gut unterhält. Wer Davos kennt, wird dieses Buch mögen.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Gemütlicher Krimi aus dem Bayerischen Wald, der an Pfarrer Braun erinnert.

Lammfromm
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Baltasar Senner ist als katholischer Priester in einer kleinen niederbayrischen Gemeinde zuhause. Er ist nicht nur geistlicher Beistand, sondern auch Hobbyermittler mit dem Blick für die Menschen und die ...

Baltasar Senner ist als katholischer Priester in einer kleinen niederbayrischen Gemeinde zuhause. Er ist nicht nur geistlicher Beistand, sondern auch Hobbyermittler mit dem Blick für die Menschen und die Wahrheit. Er ist ein genussfreudiger Mensch und seine spezielle Vorliebe gilt ganz besonderen Weihrauchmischungen.
Den Glauben legt er sehr weltoffen aus, er legt neben der himmlischen auch großen Wert auf die weltliche Gerechtigkeit. Deswegen geht er auch in "Lammfromm" zwischen die Pfronten von Bürgervertretern und Umweltaktivisten und gibt Demonstranten Kirchenasyl. Was dem Bischof natürlich absolut missfällt. Diese Streitereien zwischen Senner und dem Bistum zeigen kritische Blicke auf die katholische Kirche. Ob das Wolf Schreiner auch in seinen anderen Krimis so handhabt, kann ich nicht sagen. Ich könnte es mir allerdings gut vorstellen.


Der Autor zeichnet in diesem Krimi verschiedenste Charaktere, die von kauzig, zänkisch und verbissen bis sympathisch allerhand Merkmale zeigen, die für eine gute Unterhaltung sorgen und wie aus dem Leben gegriffen scheinen.
Mir hat Teresa, die polnische Haushälterin des Pfarrers gut gefallen, wobei ihre Kochkünste wohl Balasar nicht gefallen. Zu häufig begibt er sich zum Essen in die umliegenden Gasthöfe.
Doch bei der Gelegenheit hat er nicht nur für seine Schäfchen ein offenes Ohr, sondern erfährt auch zum besagten Mordfall allerlei Informationen.

Die Krimihandlung ist logisch aufgebaut und hat mir gut gefallen. Nach einem anfänglich humorvollen Erzählstil hatte ich zwar noch mehr amüsante Lektüre erwartet, aber es wurde ein gemütlicher Krimi, der flüssig und spannend zu lesen ist.
Lediglich um das Auffinden des Mörders rankt sich meiner Meinung nach ein wenig unglaubwürdiges Verhalten, aber das ist sicherlich Geschmacksache.

Der Lokalkolorit gefällt mir ausgesprochen gut, man erfährt Wissenswertes aus dem Bayerischen Wald und die Schauplätze zeigen blühende Wiesen, gehen dem Wald und seinen Bewohnern auf den Grund und führen bis auf die Hausberge der Gegend. Das macht neugierig und wer den bayerischen Wald noch nicht kennt, sollte mal einen Urlaub dort verbringen.

Diese Krimireihe zeigt einen ungewöhnlichen Priester mit einer Neigung für kriminale Ermittlungen, zeigt aber auch Niederbayern von seiner schönsten Seite. Mit dem Bau der Umgehungsstraße kommt auch ein immer wieder aktuelles Thema ins Buch, bei dem man über die Natur nachdenken sollte. Ich werde diese Krimireihe im Auge behalten.