Profilbild von bstbsalat

bstbsalat

Lesejury Star
online

bstbsalat ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bstbsalat über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2019

Vielversprechende Idee sehr schwach umgesetzt

Forever You
1

Cover und Klappentext versprechen mehr, als das Buch halten kann.
Erwartet habe ich eine frische Geschichte um eine - wie der Untertitel erahnen lässt - plötzliche Liebe. Bekommen habe ich eine trockene ...

Cover und Klappentext versprechen mehr, als das Buch halten kann.
Erwartet habe ich eine frische Geschichte um eine - wie der Untertitel erahnen lässt - plötzliche Liebe. Bekommen habe ich eine trockene repetitive Story mit so zweidimensionalen Charakteren, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe. Wobei ich nur ungern von erleben sprechen - denn Leben sucht man hier eigentlich vergebens.

Das einzige, was mir an Forever You wirklich gut gefällt, ist das Cover. Geometrische Formen sieht man momentan häufiger auf Buchcovern, gerade in diesem Genre. Und ich finde, dieses ist schön umgesetzt. Es passt nur leider so gar nicht zu der erzählten Geschichte. Während das Cover in meinen Augen eine Geschichte um eine junge Liebe verspricht, jede Menge Herzschmerz und frische Gefühle (gerade in Kombination mit diesem Titel), bietet der Inhalt nur ständige Wiederholungen von denselben Verhaltensmustern, dröge und langweilige Charaktere, die immer wieder auf wenige Wesenszüge reduziert werden und absolut nichts, was frisch und jugendlich wirkt.

Ganz ehrlich, ich habe dieses Buch gelesen mit dem Ziel, es zu mögen. Ich habe nicht nach Fehlern oder Dingen gesucht, die mir nicht gefallen könnten. Trotzdem habe ich schon nach 20, 30 Seiten geschaut, wie lange das denn noch geht; wie lange ich mir das noch antun muss. Ich habe letzten Endes etwa zwei Abende zum Lesen gebraucht, was für die Länge des Buches und meine Verhältnisse echt viel ist. Und ich war froh, als ich es hinter mir hatte. Ich hatte beim Lesen einfach kaum Freude.

Einige wenige Szenen gab es, bei denen meine Hoffnung auf ein gutes Buch wieder kurz aufgeflammt ist. Das waren Momente, in denen die Figuren ausnahmsweise von ihren Mustern abgewichen sind und zur Abwechslung mal etwas nachvollziehbares getan haben. Leider waren diese so selten, dass ich mich nicht einmal daran erinnern kann, was genau passiert ist. Stattdessen sind mir nur die Szenen in Erinnerung geblieben, in denen die Charaktere aneinander vorbei- oder überhaupt nicht miteinander geredet haben, in denen der eine sich für den anderen aufopfert - ohne dem anderen davon zu erzählen, versteht sich! - und der andere etwas tut, dass den einen darüber nachdenken lässt, was zum Teufel er sich da eigentlich antut. Außerdem scheinen die Autorin und ich unterschiedliche Auffassungen darüber zu haben, was "auf einmal" bedeutet. Denn der Untertitel "Auf einmal ist es Liebe" trifft in meinen Augen sowas von überhaupt nicht zu.

Den Schreibstil finde ich okay. Er ist jetzt nicht besonders mitreißend oder in irgendeiner Weise außergewöhnlich, aber ich glaube, er holt das beste aus diese schwachen Story heraus. Stellenweise musste ich tatsächlich schmunzeln!

Na ja. Ich denke, ich hätte auf dieses Buch gut und gern verzichten können. Die Punkte vergebe ich eigentlich nur für die paar guten Momente und das Cover. Inhaltlich finde ich Forever You wirklich nicht lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.04.2018

Interessantes Artwork, aber schwache Geschichte

Aposimz - Land der Puppen 1
0

Vor 500 Jahren verloren die Menschen des künstlichen Planeten Aposimz den Krieg gegen den Kern des Planeten und somit auch das Recht, im Inneren zu leben. Seitdem kämpfen sie auf der eisigen Oberfläche ...

Vor 500 Jahren verloren die Menschen des künstlichen Planeten Aposimz den Krieg gegen den Kern des Planeten und somit auch das Recht, im Inneren zu leben. Seitdem kämpfen sie auf der eisigen Oberfläche ums Überleben – und gegen die sogenannten Puppen: Cyborgs, zu denen sie selbst nach und nach auf mysteriöse Weise werden …

Klingt spannend, ist es aber leider nicht wirklich. Die Zeichnungen wirken unglaublich detailliert, das Artwork ist auf eine Art gestaltet, die ich so noch nicht gesehen habe. Da sich viele Szenen in Schnee und Eis – oder unter Tage – abspielen, wird viel mit Leerraum gearbeitet und dieser mit schlichten Rasterfolien gefüllt. Allein der Stil ist schon sehr bedrückend, was super zur Handlung passt. So toll der Manga grafisch auch ist, inhaltlich finde ich ihn weder spannend noch so richtig interessant.

Ich mag Geschichten über futuristische Szenerien, die sich der Frage widmen, was passiert, wenn die Erde nicht mehr existiert (Das wird hier zwar nicht wirklich angesprochen, aber aus welchem Grund sollte die Menschheit sonst auf einem künstlichen Planet leben? Vom Todesstern einmal abgesehen …) und darüber berichten, wie die Menschen sich anpassen. Hier finde ich einfach nicht den Draht zum Buch.

Die kleine Sammelkarte mit Informationen zum Hauptcharakter ist ein netter kleiner Bonus.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Schöner Zeichenstil, aber großer inhaltlicher Fehler

Nana & Kaoru 01
0

Für ein bisschen Abwechslung habe ich nach einem ausgeschriebenen Ecchi-Manga gegriffen, Nana & Karou. Laut Klappentext geht es dabei hauptsächlich um S/M-Fantasien eines Teenagers, der in seiner Nachbarin ...

Für ein bisschen Abwechslung habe ich nach einem ausgeschriebenen Ecchi-Manga gegriffen, Nana & Karou. Laut Klappentext geht es dabei hauptsächlich um S/M-Fantasien eines Teenagers, der in seiner Nachbarin und Mitschülerin (von der er eh schon träumt) eine mehr oder weniger willige Partnerin findet. Teenager-Fantasien werden hier auch tatsächlich thematisiert. Allerdings gehören diese in den Bereich Dom/Sub (Spiel mit Macht), nicht in den Bereich S/M (Spiel mit Schmerzen). Diese Differenzierung ist sehr wichtig und ich finde es problematisch, dass der Verlag das nicht richtig benennt – Stichwort Triggerwarnung. Auch wird dieser Manga mit einer Altersempfehlung ab 16 Jahren versehen. Ich würde die Grenze da vielleicht sogar bei 18 Jahren ziehen, gerade weil nicht korrekt kommuniziert wird, was genau in der Geschichte passiert und junge LeserInnen, die sich noch nie intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt haben, die Unterschiede kaum erkennen werden.

Das Artwork von Nana & Karou ist in einem schönen Stil mit runden Formen, besonders bei den Augen und Körperteilen, und geraden feinen Linien gehalten. Für meinen Geschmack wird zu viel mit einfachen schwarzen Flächen gearbeitet (ich hätte an manchen Stellen lieber Rasterfolien gesehen), doch es gibt sicher Leute, denen es so besser gefällt.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Super Idee, schwache Umsetzung mit zu viel sinnloser Prügelei

Taboo Tattoo 01
0

Taboo Tattoo dagegen hielt, was es versprach: Eine spannende Geschichte, die unter meinen bisherigen Manga-Erfahrungen ihresgleichen sucht, mit einem interessanten Ansatz an Militärkonflikte Japans mit ...

Taboo Tattoo dagegen hielt, was es versprach: Eine spannende Geschichte, die unter meinen bisherigen Manga-Erfahrungen ihresgleichen sucht, mit einem interessanten Ansatz an Militärkonflikte Japans mit dem Westen. Das alles verpackt in ein bisschen Magie und viele mysteriöse Figuren. Ich bin echt neugierig auf das Ende, aber nicht unbedingt auf die Fortsetzungen. Ergibt das einen Sinn? Nach dem Motto, der Weg ist NICHT das Ziel.

Das Artwork ist hart, kantig und teilweise schon aggressiv. Das passt einerseits zur Story, andererseits ist es nicht unbedingt das, was mir gefällt. Die Atmosphäre passt allerdings, weshalb ich darüber gar nicht meckern möchte. Die Story beinhaltet – logisch bei der Thematik – Kämpfe und Prügeleien, die meiner Meinung nach zu sehr in die Länge gezogen wurden. Ich finde, dadurch gingen zu viele Seiten drauf, die man für Hintergrundinformationen oder – ganz gewagt – mehr Plot hätte verwenden können.

Ein netter Bonus ist die Sammelkarte, die der ersten Auflage beiliegt.

Veröffentlicht am 21.09.2025

Extrem zäh

We hunt the Flame
0

Epische Fantasy, ein magisches Abenteuer, Slow Burn Romance und das Ganze in einer Welt, die von der arabischen Kultur inspiriert ist? Sign me up! Leider habe ich wirklich sehr viel Geduld gebraucht, um ...

Epische Fantasy, ein magisches Abenteuer, Slow Burn Romance und das Ganze in einer Welt, die von der arabischen Kultur inspiriert ist? Sign me up! Leider habe ich wirklich sehr viel Geduld gebraucht, um bei We hunt the Flame am Ball zu bleiben, und richtig überzeugen konnte mich die Story auch nicht.

Wie bei vielen charakterbasierten Geschichten beginnt die Handlung langsam, mit dem alltäglichen Leben der Figuren, die wir kennenlernen sollen. Aber es häuften sich zunehmend Charaktere (besonders Nasirs "bester Feind" Altair hat es mir angetan) mit leider nur oberflächlichen Hintergrundgeschichten, während einfach noch nichts passiert ist. Ich war zwischendurch ziemlich verwirrt, dass ich schon fast die Hälfte des Buches erreicht hatte, ohne, dass sich wirklich etwas Nennenswertes abgespielt hätte. Und auch die zweite Hälfte war echt zäh, obwohl es dann hoch her ging und eine Actionszene auf die nächste folgte.

Das Worldbuilding ist einerseits gut, mit poetischer Sprache geschrieben, sodass ich beim Lesen und auch jetzt noch beim Schreiben der Rezension Bilder von einigen Stellen vor Augen habe, als hätte ich eine Filmszene gesehen. Es hat mir auch ganz gut gefallen, dass manche Aspekte der Welt erst nach und nach ans Licht kommen. Ich hatte allerdings große Schwierigkeiten dabei, dem Inhalt zu folgen, weil meine Gedanken aufgrund des langsamen Tempos und des manchmal umständlichen Schreibstils so oft abschweiften. Ich bin mehrfach einige Seiten zurückgesprungen, um eine Szene oder in einem Fall sogar ein ganzes Kapitel noch einmal zu lesen, weil ich nicht mehr wusste, wie die Figuren in eine Situation geraten waren oder wer gerade anwesend ist. Ich hatte also Bilder im Kopf, besonders im letzten Teil auf der eigentümlichen Insel Sharr, aber wer warum wo war und wer wie was aus welchen Gründen tat, das ist irgendwie undurchsichtig geblieben.

Gut gefallen hat mir, dass bestimmte arabische Begriffe und Namen nicht übersetzt wurden und man diese, wenn man wollte, im Glossar nachschlagen musste (das war beim eBook natürlich etwas umständlich, aber anhand des Inhaltsverzeichnisses möglich). Wenn man das aber nicht prüfen wollte, konnte man trotzdem alles aus dem Zusammenhang interpretieren. Auch die feministischen Ansätze, mit denen Zafira und ihr Familien- und Freundeskreis das frauenverachtende System ihres Kalifats nicht nur hinterfragen, sondern auch heimlich dagegen angehen, hat mir gefallen. Da hätte es meiner Meinung nach noch mehr geben können als nur Zafiras geheime Identität als Jägerin und die damit zusammenhängenden Szenen, in denen ihr zum Beispiel Unterstützung und Respekt ausgesprochen werden.

Außerdem wurde We hunt the Flame zwar als Slow Burn Romance beworben, aber die Liebesgeschichte spielt eigentlich überhaupt keine Rolle. Ja, Zafira und Nasir entwickeln schon sehr früh Interesse aneinander, geben diesem jedoch kaum bis gar nicht nach. Was für mich den Reiz bei Slow Burn ausmacht, ist eine ständig präsente unterschwellige Spannung, die mit der Zeit zunimmt, und die Frage, wann wohl jemand den ersten Schritt unternimmt, und wer das sein wird. Hier habe ich mich stattdessen gefragt, ob da überhaupt ernsthaftes Interesse besteht, das über Freundschaft oder Neugier hinausgeht. Das ist ja auch erst einmal nichts Schlechtes, nicht jeder Roman und nicht jede Fantasy braucht unbedingt eine Liebesgeschichte. Ich habe aufgrund des Marketings einfach etwas anderes erwartet.

Apropos Erwartungen. Von einem Buch, das laut Verlag vom Times Magazine auf die Liste der "100 besten Fantasy-Bücher aller Zeiten" gesetzt wurde, habe ich mehr erwartet. Ja, die Sprache ist poetisch, die Welt recht interessant und die Charaktere sind ein Paradebeispiel für Persönlichkeitsentwicklung. Aber es hätten mehr Details sein müssen, mehr spannende Handlungselemente und irgendwie auch mehr Story, um mich mitreißen zu können. Dass man erst 50-65 Prozent des Buches durchhalten muss, bevor es annähernd spannend wird, macht es mir sehr schwer, We hunt the Flame zu mögen.

Ich habe We hunt the Flame innerhalb von etwa eineinhalb Wochen gelesen, habe mich oft abends motivieren müssen, noch einmal ein paar Kapitel zu lesen. Zwischendurch habe ich ein anderes komplettes Buch innerhalb weniger Stunden inhaliert, weil dort die Handlung einfach schneller voranging und es dadurch sehr viel einfacher war, konzentriert und interessiert zu bleiben. In diesem direkten Vergleich steht We hunt the Flame wirklich nicht besonders gut da, allerdings sind diese beiden Bücher inhaltlich völlig verschieden (das andere war Urban Fantasy). Deshalb stelle ich diesen Vergleich ausschließlich in Bezug auf den Schreibstil an.

Gegen Ende gibt es Andeutungen, dass sich die Fortsetzung, mit dem diese Dilogie abgeschlossen wird, mehr mit Altair und vielleicht mit Zafiras bester Freundin beschäftigen wird - ob als Paar oder separat wird nicht benannt, das ist hier nur meine Interpretation. Aus dem Klappentext zu Band 2 geht allerdings nichts dergleichen hervor.

Fazit

So oder so, ich werde die Fortsetzung sehr wahrscheinlich nicht lesen. Ich habe mich auf die arabisch inspirierte Welt gefreut und mir hat gefallen, dass es mal nicht um Werwölfe und Vampire geht, sondern es stattdessen beispielsweise Ifrits gibt und diese nicht romantisiert, sondern als Monster behandelt werden. Aber dass das Buch so langsam und zäh ist, dass so wenig passiert und es so lange dauert, bis die Handlung auch nur im Geringsten in Gang kommt, lässt mich leider eher negativ auf We hunt the Flame zurückblicken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere