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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2018

Nichts Neues

Töte, was du liebst
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Der neue Kommissar Alexander hat es gleich mit einer Reihe von Morden zu tun. Der unbekannte Täter tötete nachts kleine wehrlose Katzen und ging dann auf Menschen über. Ein ahnungsloser Jogger wurde mit ...

Der neue Kommissar Alexander hat es gleich mit einer Reihe von Morden zu tun. Der unbekannte Täter tötete nachts kleine wehrlose Katzen und ging dann auf Menschen über. Ein ahnungsloser Jogger wurde mit einem gezielten Stich ins Herz getötet. Mangels Spuren und Hinweisen tappt die Hamburger Mordkommission im Dunkeln. Zusätzlich lastet die prekäre Situation von Alexanders Schwester stark auf ihm und erschwert ihm die Ermittlungen. Unverhofft trifft er auf die Gerichtsmedizinern Luise Kellermann, die ihre eigenen Abgründe gut zu verstecken weiß und in ihm überraschende Gefühle weckt...

Das Buch startet gleich mit der Sicht des Täters und ist so geschrieben, als wolle er den Leser teilhaben an seinen Beweggründen und seinen Taten. Eine Art Rechtfertigung. Anschließend wird die Mordtat ziemlich detailliert beschrieben und die Sicht des Mörders auf verdrehte und kranke Weise gut geschildert. Soweit hat mir der Anfang gut gefallen. Dann flachte die Spannung allerdings ab und die Ermittlungen verlaufen im Sand und eigentlich kommt da nichts hervor. Es plätschert so vor sich hin und bis zum letzten Drittel des Buches kommt nur selten wirklich Spannung auf. Der zweite Punkt ist, dass man sich schon sehr früh zusammenreimen kann wer der Täter ist und ab einem gewissen Punkt hat man auch Klarheit, auch wenn die Geschichte noch weitererzählt wird. Die Charaktere fand ich okay, allerdings nicht überragend sympathisch. Vor allem die plötzlichen Gefühle zwischen Alex und Luise kamen total unauthentisch und unglaubwürdig rüber und die Entwicklung ihrer Beziehung hat mir überhaupt nicht gefallen. So konnten mich weder Alex noch die anderen Kommissare überzeugen. Die psychologischen Hintergründe waren - auch dank der Zeitsprünge in die Vergangenheit - schockierend und haben eine Basis für die Geschehnisse aus der Gegenwart geliefert. Insofern hat mir die Auflösung gut gefallen, nur das Vorhersehbare und Offensichtliche hat der Geschichte einen Großteil der Spannung genommen. Der Autor konnte mich nicht hinters Licht führen oder durch unerwartete Wendungen überraschen.

Insgesamt konnte das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllen, da es zu spannungsarm und offensichtlich ist.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Konnte leider nicht überzeugen

Veronika beschließt zu sterben
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Die junge Veronika beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen und begeht einen Selbstmordversuch, der allerdings misslingt. Fortan lebt sie in einer psychiatrischen Anstalt in Slowenien, denn durch ihren ...

Die junge Veronika beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen und begeht einen Selbstmordversuch, der allerdings misslingt. Fortan lebt sie in einer psychiatrischen Anstalt in Slowenien, denn durch ihren Versuch ihr Leben zu beenden, wurde ihr Herz irreparabel geschädigt, sodass sie nicht mehr lange zu leben hat. Durch zahlreiche Gespräche mit den anderen Patienten erkennt sie im Angesicht ihres bevorstehenden Todes das was ihr im Leben bisher gefehlt hat und ihr neuen Lebensmut zu geben vermag.

Die Geschichte beginnt gleich mit den letzten Gedanken Veronikas bezüglich ihres Lebens und ihres Vorhabens. Nach dem Versuch wird das Leben in der Anstalt beschrieben. Darüber hinaus werden weitere Einzelschicksale anderer Patienten beschrieben und warum sie in der Klinik gelandet sind. In den individuellen Geschichten stecken wichtige und tiefgründige Aussagen und Lehrsätze, die wahr scheinen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Das ist leider auch schon das Einzige was mir gefallen hat. Die Handlungen an sich sind ziemlich langweilig und zäh, sodass mich das Buch entgegen all meiner Erwartungen nicht begeistern und überzeugen konnte. Derweil sind mir einige logische Unstimmigkeiten aufgefallen, die sich dann am Ende bestätigt haben, sodass mich der Abschluss auch nicht überraschen konnte.

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen und auch die Charaktere wirkten auf mich blass und unsympathisch, wenngleich einige wichtige Feststellungen dem Ganzen einen tieferen Sinn verleihen mochten.

Veröffentlicht am 05.05.2018

Kann ein junges Mädchen wirklich böse sein?

Das Böse in deinen Augen
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Nach einem beruflichen Rückschlag beschließt die Kinderpsychologin Imogen gemeinsam mit ihrem Mann in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Wie damals schon in ihrer Kindheit liegt ein dunkler Schatten über ...

Nach einem beruflichen Rückschlag beschließt die Kinderpsychologin Imogen gemeinsam mit ihrem Mann in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Wie damals schon in ihrer Kindheit liegt ein dunkler Schatten über der Stadt, der ein beklemmendes Gefühl verursacht. Schon vor dem Antreten ihres neuen Jobs wird sie mit dem außergewöhnlichen wie erschütternden Fall der Ellie Atkinson konfrontiert. Ellie ist ein 11-jähriges Mädchen, welches von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschoben wird, nachdem ihre Eltern und ihr Bruder bei einem Hausbrand ums Leben gekommen sind. Schnell entstehen unglaubliche Gerüchte um das junge Mädchen, Gerüchte über eine übernatürliche, nicht greifbare Kraft und Gefahr, die von dem Mädchen ausgeht. Imogen will dem keinen Glauben schenken, bis einige Ungereimtheiten und erschütternde Ereignisse auftreten...

Das Cover wirkt sehr hübsch, verschnörkelt, unschuldig und wirkt nicht im Geringsten bedrohlich oder provokant. Deswegen passt es auch gut zum Klappentext, denn wer würde einem 11-jährigen Mädchen denn böse Taten zutrauen wie beispielsweise jemandem auf dem Gewissen zu haben? Genau dieser Aspekt hat mich von Anfang an sehr an dieser Geschichte gereizt. Dahinter steckt so viel Potenzial, da es entfernt an Geschichten, beispielsweise Carrie, erinnert, die zeigen was für Abgründe hinter scheinbar unschuldig und kindlich (wirkenden) Menschen stecken können, die man partout nicht als bösartig betrachten würde.

Die Kapitel sind aus den Sichten von Imogen, Ellie und in abwechselndem Takt von einigen außenstehenden Personen geschrieben. Imogen wirkt anfangs ziemlich aufbrausend, überfordert und nach Perfektion strebend. Nach ihrem beruflichen wie persönlichem Versagen möchte sie alles tun, damit sowas wie damals nie wieder geschieht. Dabei verliert sie sich allerdings in ihrem Eifer und auch ihre Kindheit spielt eine entscheidende Rolle. Durch ihre übertriebene und fast obsessive Art ist sie meiner Meinung nach total ungeeignet um als Kinderpsychologin zu arbeiten, schleppt sie doch selbst genug Ballast mit sich, der ihre objektive Einschätzungs- und Beurteilungsfähigkeiten stark beeinflusst, und das nicht gerade zum Positiven. Deswegen wurde sie mir immer unsympathischer und am Ende, tja, was soll ich sagen, hat sie sich auch durch ihre eigene Schuld und Unfähigkeit in diese Lage manövriert, auch wenn sie mir dennoch leid tut.

Ellie ist undurchschaubar. Durch ihre plötzlichen Anwandlungen und dem Ausstoßen von bedrohlich klingenden Nachrichten konnte ich sie nicht eindeutig als gefährlich einstufen. Meistens reden andere schlecht über sie und verbreiten abergläubische Gerüchte die schon fast exorzistische Züge annehmen. Sie selber scheint oft sehr sensibel und unsicher zu sein. Durch ihre Pflegeschwester Mary gewinnt sie mehr an Selbstvertrauen, lässt sich aber auch viel einreden und dadurch ist sie schwer einzuschätzen. Ich könnte nicht mal sagen, ob ich sie für bösartig halte, weil die Meinungen der Stadtbewohner alle so negativ eingestellt sind und so gut wie jeder schlecht von ihr denkt, sodass man durch die negative Einstellung aller anderen mitgezogen wird.

Die Geschichte beginnt interessant, auch wenn mich die anfängliche Unterstellung Ellie solle ein Mädchen absichtlich auf die Straße gestoßen haben, ziemlich gestört hat. Als wäre Ellie eine Schwerverbrecherin oder so etwas. Dabei ist sie doch erst 11 und noch ein Kind. Die Autorin schafft es meisterlich Situationen spitz zulaufen zu lassen und dadurch viel Spannung aufzubauen, die sich dann auf unerwartete Weise entlädt. Dadurch bringt sie den Leser dazu immer weiter lesen zu wollen. Ab dem letzten Drittel nimmt die Qualität meiner Meinung nach stark ab. Es ist immer nur das Gleiche. Irgendetwas Schlimmes geschieht und alle halten gleich Ellie für die Schuldige. Die Schuld kann ihr allerdings nie nachgewiesen werden, ja und so geht es auch weiter. Immer mehr Gerüchte, immer mehr Aberglaube und Hexenverfolgungsgedanken kommen auf, aber es werden am Ende nur geringfügige, kurze Erklärungsversuche geliefert, die mir bei Weitem nicht gereicht haben und noch so viele Fragen offen gelassen haben. Inwiefern Ellie da eine Rolle spielt wird nur am Rande erläutert, aber die Geschehnisse sind redundant und plätschern mehr vor sich hin, als dass noch etwas Besonderes und Unvorhergesehenes geschieht.

Ein atmosphärisch gut durchdachter Triller, der allerdings viele Wiederholungen und die Unglaubwürdigkeit von Ereignissen und Personen enthält sowie viele Fragen offen lässt und keine stringente logische Aufklärung ermöglicht, da sich viele Annahmen nur auf Aberglaube und Intuition zurückführen lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Geschichte
Veröffentlicht am 28.04.2018

Schwieriges Thema locker und unterhaltsam aufbereitet

Mein Sommer auf dem Mond
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Basti, Fritzi, Tim und Sarah haben eines gemeinsam. Sie alle befinden sich in den Sommerferien auf der Insel Rügen in einem Therapiezentrum für Jugendliche mit psychischen Problemen. Da sie zu viert auf ...

Basti, Fritzi, Tim und Sarah haben eines gemeinsam. Sie alle befinden sich in den Sommerferien auf der Insel Rügen in einem Therapiezentrum für Jugendliche mit psychischen Problemen. Da sie zu viert auf einer Etage leben, bilden sie die Gruppe der Astronauten und erleben durch verschiedene Aktivitäten Höhen und Tiefen. Dabei kommen sie sich näher und erfahren was sich hinter dem coolen, lässigen Tim, hinter der total verschüchterten Sarah, hinter der schlagfertigen Fritzi und dem alles ins Lustige ziehenden Bastian verbirgt.

Nach und nach lernt man die Protagonisten kennen. Vor allem aus Bastians und Fritzis Sicht sind die Kapitel geschildert und auch wenn nicht augenscheinlich ist, weswegen sie in der Einrichtung sind, so kann man Vermutungen anstellen und mit dem Fortschreiten des Buches erfährt man mehr über ihre Leben und über einschneidende Ereignisse, die alles verändert haben. Der Schreibstil ist recht flüssig zu lesen, dennoch hat mich etwas aus unerklärlichen Gründen an dem Stil gestört. Jedes Kapitel enthält in der Unterüberschrift eine fiktive Figur ( z.B. Harry Potter, Darth Vaider), die in irgendeiner Weise in dem jeweiligen Kapitel auftaucht und die ein oder andere Rolle spielt. Das ist teils ganz auflockernd, aber mich hat's nach einer Weile gestört und mit einigen Figuren konnte ich auch nichts anfangen, da sie mir schlicht unbekannt waren. Eine ganz nette Idee, aber überzeugen konnte sie mich nicht. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten lernen sich die vier Protagonisten kennen und die Beziehung der vier verstärkt sich und es wird eine Progression deutlich. Das ist ja schön und gut, aber nach nur zwei Wochen, in denen sie sich kennen, sind sie schon die besten Freunde und kennen einander besser als ihre "anderen Freunde". Zum einen ist dies nachvollziehbar, weil sie dort nicht verstellen (müssen), auch wenn sie sich anfangs verstellen und verleugnen, dann aber ehrlich und aufrichtig sind. Dennoch finde ich das alles viel zu schnell und dadurch wirkte es unglaubwürdig und gestellt. Zudem habe ich mich gefragt warum es so wenige bis keine Therapieangebote gibt bzw. warum diese nicht beschrieben wurden. Es geht die meiste Zeit um die vier, die zusammen die ein oder andere therapeutische Maßnahme erleben, aber sonst bleiben sie eher sich selbst überlassen, als existiere sonst niemand außer ihnen. Es entwickelt sich eine gute Freundschaft zwischen ihnen, aber die Entwicklung hinsichtlich ihrer Erkrankungen war für mich viel zu wenig beschrieben und dargestellt. Es wirkte beinahe so, als würden sie sich durch ihre Freundschaft gegenseitig therapieren und bei mir kam leider wenig bis kaum das Gefühl auf, dass sie wirklich unter den Erkrankungen leiden, mit Ausnahme von Basti, der schon Schlimmes durchstehen musste. Bei den anderen fehlten mir tiefgreifendere Gefühle, die sich für mich so leider nicht (vollständig) nachvollziehen ließen. So richtig mitfühlen konnte ich leider nicht.

Die Thematik ist interessant und einige Sätze sind wirklich Gold wert, weil deren Inhalte offensichtlich sind, aber doch oft ignoriert oder nicht beachtet werden. Aufgrund der teils fehlenden Entwicklung, hinsichtlich der psychischen Erkrankungen, und der Schnelllebigkeit der Handlungen, konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen und begeistern.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Vorhersehbare Geschichte mit tollen Charakteren

Mr. O - Ich darf dich nicht verführen!
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Nick Hammer ist der Comicstar schlechthin und verzaubert tausende von Menschen mit seinen erotischen Zeichnungen, die es sogar bis ins Fernsehen geschafft habe. Doch trotz seiner zahlreichen Verehrerinnen ...

Nick Hammer ist der Comicstar schlechthin und verzaubert tausende von Menschen mit seinen erotischen Zeichnungen, die es sogar bis ins Fernsehen geschafft habe. Doch trotz seiner zahlreichen Verehrerinnen liebt er die eine, die er nicht lieben und haben kann. Als gerade sie ihn darum bittet ihr Nachhilfe in Datingangelegenheiten zu geben, kann er nicht ablehnen und es kommt wie es kommen muss.

Der Anfang hat mich wegen der Begrifflichkeiten von Nick und seiner Comicfigur etwas verwirrt. Nach dem leicht holprigen Start bin ich gut reingekommen. Der Schreibstil ist okay, manchmal etwas Mühselig zu lesen, alles in allem aber ganz annehmbar. Nick ist vom Streber und Nerd zum Star am Frauenhimmel geworden und sich seiner Anziehungskraft durchaus bewusst, aber er prahlt nicht übermäßig damit, sondern ist bodenständig, was ihn sehr sympathisch macht. Seine manchmal etwas unbeholfenen Gedanken, von denen man viel erfährt, da es aus seiner Sicht geschrieben ist, sind süß und verzauberten mich. Gerade was seine Unsicherheit bei einer gewissen Dame angeht, war es realistisch und sympathisch dargestellt. Seine Herzensdame kommt sofort als herzensgute, super liebe und sympathische Protagonistin rüber, die es oft schaffte mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, was auch ganz ihrer Berufung entspricht ;) die Geschichte ist nicht sehr überraschend und recht vorhersehbar, dennoch machen die Eigenheiten der Beziehung zwischen den beiden die Geschichte einzigartig und animieren zum Weiterlesen. Da es allerdings an Spannung und unerwarteten Wendungen mangelte, musste ich die Wertung etwas runterschrauben.

Eine tolle Liebes-,/Erotikgeschichte mit authentischen und sehr sympathischen Protagonisten, die mich in ihrer Einzigartigkeit überzeugen konnten!