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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Na ja...

Die unsichtbare Bibliothek
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Dieses Buch habe ich von meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt bekommen und seitdem liegt es unberührt im Regal. Jetzt habe ich es endlich geschafft, meine Nase zwischen die Seiten zu stecken. Die ...

Dieses Buch habe ich von meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt bekommen und seitdem liegt es unberührt im Regal. Jetzt habe ich es endlich geschafft, meine Nase zwischen die Seiten zu stecken. Die Idee gefällt mir recht gut und erinnert mich an Die Seiten der Welt von Kai Meyer:

Alles dreht sich um ein bestimmtes Buch, das scheinbar die Welt aus den Angeln heben kann. Deshalb streiten sich verschiedene Parteien darum, es in die Hände zu bekommen, und gehen dabei auch mal über Leichen. Was mir hier aber nicht gefällt, ist die Langatmigkeit der Geschichte, die besonders durch den Schreibstil entsteht. Es werden ganze Textpassagen wiederholt, indem sie nur etwas anders formuliert werden, aber dabei wird derart um den heißen Brei herumgeredet, dass es schwer ist, die Bedeutung dieses Abschnittes – der ja wichtig zu sein scheint, sonst hätte man ihn nicht wiederholt – überhaupt zu erfassen. Passend zu der Zeit, in die sich die Bibliothekare begeben, nämlich in das viktorianische London, wird die Sprache angepasst – aber, wenn ich es denn richtig verstanden habe, die eigentliche Zeit ist schon wesentlich weiter vorangeschritten (Irene setzt sich in der Bibliothek an einen Computer), weshalb mir nicht einleuchtet, warum sie nicht einmal in ihren inneren Monologen „modern“ spricht oder denkt. Auch herrscht nicht nur in dem London, in das sie sich begeben, ein Chaos, das inhaltlich beabsichtigt ist und Sinn ergibt, sondern in dem gesamten Buch werden Dinge wiederholt (und ich wiederhole das Wiederholen jetzt mit Absicht, damit ihr merkt, wie das nervt…), auf drei verschiedene Arten erklärt und dann an anderen Stellen Lücken gelassen, sodass ich beim Lesen teilweise so verwirrt war, dass es kaum noch Spaß gemacht hat.

Die Charaktere sind auch nicht so ganz nach meinem Geschmack, am ehesten noch Kai. Irene ist wankelmütig, aufbrausend und einfach trist, Vale scheint die ganze Zeit zwischen Vertrauen und Verrat hin und her zu schwanken, die Elfen sind sowieso alle irgendwie komisch. Dann gibt es noch diese Wesen, die mit irgendeiner Technik versehen wurden, damit sie auch ja ordentlich so wirken, wie dieser Stil, dessen Name mir jetzt natürlich nicht einfällt. Dieses Schreibmaschinen-retro-Zeug. Also, pseudo-retro, nicht echt. Wisst ihr, was ich meine? Na ja. Kai wirkt auf mich als einziges ein bisschen wie ein richtiger Mensch – und dabei ist er gerade einer der wenigen Nicht-Menschen ].

Ich habe für dieses Buch wirklich einen ganzen Tag und eine halbe Nacht gebraucht, und so lange habe ich seit einiger Zeit nicht mehr an einem Buch knabbern müssen.
Nach dem Lesen stellte ich dann fest, dass Die unsichtbare Bibliothek nur der erste Band einer Reihe, wohl einer Trilogie ist. Vermutlich werde ich es aber hierbei belassen.

Fazit
Nette Idee, aber viel zu langatmig und mit sehr schwachen Charakteren. Hätte man viel besser umsetzen können.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nicht besser als Band 1, "Eternity"

Endless
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Zuerst war ich ganz angetan von Eternity und der Geschichte, wenn es auch einiges gab, das mir nicht gefiel. Daher habe ich meine Nase auch noch in diesen zweiten Band gesteckt. Das hätte ich besser nicht ...

Zuerst war ich ganz angetan von Eternity und der Geschichte, wenn es auch einiges gab, das mir nicht gefiel. Daher habe ich meine Nase auch noch in diesen zweiten Band gesteckt. Das hätte ich besser nicht getan, denn diese Fortsetzung ist in meinen Augen der erzwungene Versuch, diese Geschichte weiterzuführen – besser wäre es gewesen, Eternity als Einzelband stehen zu lassen.

Meena ist die Art von Protagonistin, die mir wirklich nicht so sehr zusagt. Sie hat eine außergewöhnliche Begabung, die sie weder kontrollieren kann noch mag, aber von heute auf morgen bewusst einzusetzen vermag. Sie ist überzeugt, nicht mit Lucien zusammen sein zu dürfen und gleichzeitig davon, dass er eigentlich nicht der Böse ist. Trotzdem verschreibt sie ihr Leben einer Organisation, die seinesgleichen rücksichtslos auslöscht. Als er ihr wieder über den Weg läuft, verfällt sie aber sofort wieder seinen Reizen. Ein bisschen sprunghaft, nicht wahr? Jonathan ist der kleine schwache Bruder, der mal eben so eine Wunderwaffe gegen Vampire erfindet und dann doch nützlich wird, der Kollege in der Geheimen Garde, der ein Auge auf die Frau geworfen hat, die den Tod voraussieht, muss gegen so einige Hindernisse ankämpfen – und das nicht nur, um Meena herumzukriegen (was immer unwahrscheinlicher wird). Und das Ende setzt dem Ganzen dann das i-Tüpfelchen auf, indem es absolut überhaupt nicht zum Rest der Geschichte passt. Wenn man nun davon absieht, dass die Charaktere mir in dieser Fortsetzung noch weniger gefallen als in dem ersten Band und davon, dass das Ende extrem erzwungen wirkt und weder zum Buch passt noch meinen Wünschen entspricht, bleibt noch die Handlung übrig.

Diese ist interessanter als in Band 1, es erscheinen neue Figuren und die Geschichte bekommt etwas Tiefgang, allerdings sind die einzelnen Faktoren der Handlung so schwach gezeichnet, dass das ganze Buch wie eine schlichte Zusammenfassung einer größeren Erzählung wirkt. Ich glaube, man hätte aus der Grundidee dieses Buches und auch aus der Figurenkonstellation so viel mehr herausholen können. Es ist sehr schade, dass das nicht getan wurde. Dennoch ist die Handlung hier angenehmer und auch interessanter zu lesen als in Eternity, weshalb dieser Band gerade noch so seinen zweiten Punkt sammeln konnte…

Fazit
Band 1 gefiel mir dann doch noch besser, als diese Fortsetzung. Man hätte es bei einem Einzelband belassen können; dazu hätte man schlicht einen etwas ausführlicheren Abschluss bei Eternity finden müssen. Ich bin ziemlich enttäuscht; von dieser Autorin bin ich besseres gewohnt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Na ja...

Eternity
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Diese Geschichte klingt interessant, dachte ich. Warum? Weil es stereotypisch um Vampire geht – allerdings in der beinah ursprünglichen Version, nicht auf die glitzernde, moderne Art. Dachte ich jedenfalls.

Ja, ...

Diese Geschichte klingt interessant, dachte ich. Warum? Weil es stereotypisch um Vampire geht – allerdings in der beinah ursprünglichen Version, nicht auf die glitzernde, moderne Art. Dachte ich jedenfalls.

Ja, die Vampire glitzern nicht, sondern sind gefährlich und machen auch keinen Hehl daraus (obwohl – ein bisschen). Ja, es gibt eine Mensch-Vampir-Liebesgeschichte. Ja, die moderne Welt kollidiert mit der „alten Welt“, in der Vampire nicht verehrt, sondern gefürchtet und gejagt wurden. Aber.
Erst einmal gibt es so viele Parallelen zu Bram Stokers Dracula, die ich erkennen kann, ohne das ältere Buch gelesen zu haben (zum Beispiel die Namen: Meena = Mina; Jonathan Harper = Jonathan Harker). Dann sind da die Verstrickungen zum Vatikan, die der an sich doch recht unglaubwürdigen Geschichte (wenn man mal ganz davon absieht, dass wir hier über Vampire sprechen) einen gewissen Realitätsbezug geben. Und die Handlung ist in sich geschlossen und auch nicht einfach nur langweiliges Aneinanderreihen von Zufällen, um die Beziehung zu untermauern.Das sind dann aber, neben der interessanten Beziehungskiste zwischen Meena und dem faszinierenden „großen, dunklen Fremden“, leider die einzigen Guten Punkte der Geschichte.

Die Nebencharaktere sind schwach gezeichnet, sie verschwinden und tauchen erst in den Momenten auf, in denen sie eine Rolle spielen. Das ist unlogisch. Wo sind sie, wenn sie gerade keinen Dialog haben? Und da wir schon bei so technischen Sachen wie Dialogen sind: Ich verstehe, dass die Fernsehserie Eternity, die diesem Buch auch seinen Namen gibt, eine Rolle in der Vampirsache spielt. Ich verstehe auch, dass man eben Hobbies haben kann, die nicht immer jedem (in diesem Fall mir) gefallen müssen. Aber diese ganze Autor-, Beförderungs-, Zickenkriegsache und allgemein das Drumherum finde ich einfach überflüssig. Meena ist eine taffe Frau mit so einigen Erfahrungen, was das Üble im Leben angeht. Dass sie sich in dieser Schickeria-Welt (im Normalfall, also bevor die Handlung dieses Buches ansetzt) wohlfühlt, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das passt einfach nicht zu ihrem Charakter.

Fazit
Insgesamt ist es schön, mal etwas anderes als die üblichen Klischees zu lesen. Allerdings ist dieser Auftakt einer Dilogie dann doch nicht so mein Fall. Ich werde Teil zwei aber dennoch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 02.05.2018

Kurzrezension

Bis deine Knochen verrotten 01
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Bis deine Knochen verrotten ist laut Verlag ab 15 Jahren und dem Genre Mystery zugeordnet. Ich finde, es geht ziemlich in Richtung Horror und fände es besser, wenn der Manga auch so kategorisiert würde. ...

Bis deine Knochen verrotten ist laut Verlag ab 15 Jahren und dem Genre Mystery zugeordnet. Ich finde, es geht ziemlich in Richtung Horror und fände es besser, wenn der Manga auch so kategorisiert würde. Für mich war es stellenweise schon fast zu viel und ich bin sicher, dass es Leute gibt, die da noch empfindlicher sind als ich.

Die Geschichte handelt von einer Gruppe von fünf Freunden, die vor fünf Jahren gemeinsam jemanden getötet und verscharrt haben. Einmal im Jahr kommen sie am Grab zusammen. Und in diesem Jahr ist das Skelett verschwunden, es gehen Erpresseranrufe ein und irgendwie ist alles nicht mehr so, wie es einmal war. Auch hier weiß ich nicht genau, wohin mich die Handlung führen soll, möchte mich aber ehrlich gesagt auch nicht weiter damit befassen. Ich glaube, für Horrorfans ist dieser Manga genau der richtige, für mich jedoch definitiv nicht.

Qualitativ ist er wie bisher alle Manga, die ich aus dem altraverse Verlag gelesen habe, sehr hochwertig und mit spürbar viel Liebe produziert worden. Meiner Meinung nach ist das Cover etwas irreführend: Ja, das abgebildete Mädchen kommt vor; ja, auch einen Totenschädel sieht man; und ja, einen Blick auf Brustansätze kann man auch in der Geschichte erhaschen. Aber das sanfte Lächeln, die zarten Farben, die friedvolle Stimmung, die hier impliziert werden, sucht man im Manga selbst vergeblich. Ich würde das Cover wesentlich düsterer gestalten.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Alles andere als mein Lieblingsmanga

Spiritual Police
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Spiritual Police lautet der Titel dieses Shonen Ai-Mangas. Ich hätte mir denken können, dass das „spiritual“ nicht von ungefähr kommt – habe ich aber nicht. Deshalb war ich überrascht, als Fantasyelemente ...

Spiritual Police lautet der Titel dieses Shonen Ai-Mangas. Ich hätte mir denken können, dass das „spiritual“ nicht von ungefähr kommt – habe ich aber nicht. Deshalb war ich überrascht, als Fantasyelemente wie mystische Vorhersagen ganz plötzlich auftauchten. Ich war eingestellt auf eine Liebesgeschichte mit ein bisschen Polizeiarbeit nebenher. Bekommen habe ich jede Menge Intrigen und Kriminalität, ganz viel Polizeiarbeit, Verrat und Hokuspokus und nebenbei ein bisschen Liebe. Letztere lag definitiv nicht im Fokus, wenn sie auch wichtig für den Handlungsverlauf war. Auch die Leseprobe und der Klappentext waren dahingehend etwas irreführend. Dadurch hatte ich Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Anstatt Spiritual Police also mit „Boy’s Love“ zu kategorisieren, hätte ich eher „Mystery“ oder „Fantasy“ als Genre gewählt.

Das Artwork finde ich sehr interessant: Es wird viel mit Rasterfolien gearbeitet und kaum eine Fläche leer gelassen. Dadurch wirken die Bilder aber nicht düster, sondern, ganz im Gegenteil, immer noch hell und klar. Das ist raffiniert umgesetzt und hat mir die Story, die nicht so sehr nach meinem Geschmack war, etwas versüßt.

Besonders das letzte Drittes gefiel mir inhaltlich gar nicht mehr. Die Geschichte ging in eine sehr unerwartete Richtung, die sowohl Verrat und unnötige Gewalt in Form einer Vergewaltigung, als auch viele Mysteryaspekte beinhaltete. Nichts davon war im Voraus abzusehen und es war so ziemlich das Gegenteil dessen, was ich erwartete. Spiritual Police ist also alles andere als mein Lieblingsmanga …