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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2018

etwas unausgegoren

Der Schmetterling
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Bei einem Schweden-Krimi kann ich immer schlecht nein sagen. Wallander hat mich für dieses Land und seine Krimis sehr aufgeschlossen gemacht.

Das Buch beginnt auch sehr dramatisch anHeiligabend in Hudiksvall, ...

Bei einem Schweden-Krimi kann ich immer schlecht nein sagen. Wallander hat mich für dieses Land und seine Krimis sehr aufgeschlossen gemacht.

Das Buch beginnt auch sehr dramatisch anHeiligabend in Hudiksvall, Nordschweden. Eine Frau glaubt den eigenen Ehemann im Weihnachtsmannkostüm die Türe zu öffnen und lässt einen Mörder ins Haus, der sie im beisein der Kinder tötet.

Henna öffnet dem Weihnachtsmann die Tür, der ihre beiden Kinder überraschen soll. Doch es ist nicht ihr Ehemann in Verkleidung, sondern ihr Mörder. Er drängt sie ins Haus und streckt sie mit mehreren Schüssen nieder. Sie stirbt vor den Augen ihrer Kinder.

Kommissar Johan Rokka, der nach zwanzig Jahren nach Stockholm zurück gekehrt ist, ist mit dem Mann der Ermordeten bekannt und deshalb persönlich sehr engagiert in seinem ersten Mordfall zurück in der Heimatstadt.

Nach dem fulminanten Beginn kann die Autorin die Spannung nicht ganz halten. Sie versucht die Ermittlungen detailliert zu beschreiben aber die vielen Namen und falschen Fährten verwirren etwas. Auch fehlt es an dem roten Faden und die Darsteller bleiben alle etwas blass und charakterlos. Das ist schade, denn der Schreibstil ist nicht schlecht und hätte Potential für mehr. Es ist ein netter Krimi für zwischendurch. An einen Wallander oder ähnliche Autoren kommt er leider nicht heran.

Veröffentlicht am 24.07.2018

mittelmäßig

Dream Maker - Sehnsucht (The Dream Maker 1)
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Dreammaker spaltet sicherlich die Gemüter. Wer das Buch auf die ein oder andere Weise geschenkt bekommt und ohne Vorwissen los liest, wird aber bald merken, in welchem Genre er gelandet ist. Und dieses ...

Dreammaker spaltet sicherlich die Gemüter. Wer das Buch auf die ein oder andere Weise geschenkt bekommt und ohne Vorwissen los liest, wird aber bald merken, in welchem Genre er gelandet ist. Und dieses Genre ist zwar nicht meines aber das Buch hat mich interessiert, deshalb habe ich es geschenkt bekommen.

Ich habe mich also mental vorbereitet auf einen Chick-lit-Roman. Deshalb habe ich mich an einigem nicht gestört, weil es ja so zum Genre gehört. Diese gutgebauten, smarten Kerle die Aschenputtel aus ihren schmutzigen Schalen pellen. Ja, damit hatte ich gerechnet.
Das die Mädel ziemlich unbedarft sind - um nicht zu sagen manchmal wirklich blond - fand ich etwas schade, denn die Herren hätten gut etwas "Gegenwehr" vertragen können.

Das es aus Sicht der Herren erzählt wurde, fand ich ganz unterhaltsam aber etwas einseitig. Die Dialoge waren leider oft jenseits von gut und böse. Und am Schlimmsten fand ich tatsächlich, dass es zu keiner Zeit wirklich knisterte. Also die erotische Komponente ging an mir total vorbei.

Wie gesagt. Wer das Genre mag, der wird das Buch schnell durchgelesen haben. Aber es ist in keiner Weise herausragend. Auch nicht herausragend schlecht. Einfach Mittelmaß.

Veröffentlicht am 02.07.2018

etwas langatmig

Ohne ein einziges Wort
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Ich lese ja nicht so oft Liebesromane, einfach weil sie mir oft nicht gefallen. Entweder zu kitschig oder nicht herzerwärmend genug.

Wichtig ist mir erst mal der Erzählstil. Der hat mir hier eigentlich ...

Ich lese ja nicht so oft Liebesromane, einfach weil sie mir oft nicht gefallen. Entweder zu kitschig oder nicht herzerwärmend genug.

Wichtig ist mir erst mal der Erzählstil. Der hat mir hier eigentlich sehr gut gefallen. Soll heißen, die Sprache ist schön, die Liebesszenen haben das richtige Maß an Herz, Schmerz und realistisch. Die Protas sind mir außerdem sympathisch und die Dialoge - auch sehr wichtig - kommen gut rüber.

Schön ist es, wenn das Hin und Her - das es bitte gerne in Liebesromanen geben darf - einen plausiblen Hintergrund hat und nicht an den Haaren herbeigezogen. Gut fand ich hier vor allem, dass es eben man nicht um andere Partner ging, die Steine in den Weg legen. Also zumindest keine Liebesbeziehungen.

Nicht gefallen hat mir allerdings, dass die Hauptdarstellerin für ihr Alter und ihre Erfahrungen einfach sehr gehemmt war und so gar keinen Mut hatte, die Probleme mit dem Geliebten zügig anzugehen. Sie hat die Hälfte der Geschichte einfach nur abgewartet, gehofft, gejammert, gelitten und ihr Handy traktiert. Das nervte ebenso wie die Tatsache, dass man ewig nicht wusste, wohin die Reise ging. Ein Geheimnis ist schön und gut aber dieser Kniff wurde leider überreizt und verleitete mich dazu, dass angefangen habe, phasenweise quer zu lesen oder zu überfliegen.

Das letzte Drittel hat mir wieder sehr gut gefallen. Auch das Finale und das menschliche "Ende".

Pluspunkte gibt es auch für das wunderschöne Cover.

Alles in allem werden das 3 Sterne. Da wäre mit etwas Straffung durchaus mehr drin gewesen. Ich behalte die Autorin im Auge.

Veröffentlicht am 23.05.2018

vom Anhalten der Zeit

Wie man die Zeit anhält
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Tom Hazard gehört zu den UNSTERBLICHEN. Eine Gruppe Menschen, die Jahrhunderte leben und sich zusammengeschlossen haben, um vor der Gesellschaft zu verbergen, dass sie so viel länger leben als der Rest ...

Tom Hazard gehört zu den UNSTERBLICHEN. Eine Gruppe Menschen, die Jahrhunderte leben und sich zusammengeschlossen haben, um vor der Gesellschaft zu verbergen, dass sie so viel länger leben als der Rest der Menschheit.

Tom ist des Lebens fast überdrüssig geworden. Seine große Liebe Rose hat er schon vor Jahrhunderten verloren. Der neue Job als Geschichtslehrer macht ihm keinen besonderen Spaß. Das Leben hat den Reiz verloren, da er immer wieder mehr verliert und aufgeben muss, als dass er zurückbekommt. Auch die Ziele der anderen Unsterblichen werden ihm zunehmend fremd. Er fühlt sich alleine.
Große Teile der Geschichte sind Toms Erlebnisse im Laufe der vielen Jahre. Er trifft einige prominente Zeitgenossen, erlebt politische und gesellschaftliche Umbrüche. Er liebt und erleidet Verluste.

Tatsächlich hatte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Der Autor verliert sich etwas in seinen ruhigen Erzählungen und kleinen Anekdoten. Mir ist dabei durchaus bewusst gewesen, dass Matt Haig den Blick auf die wichtigen Dinge des Lebens lenken will. Trotzdem musste ich mich streckenweise durch das Buch kämpfen, da es mich nicht wirklich fesselte.

Meine Erwartungen waren wohl etwas hochgegriffen und wurden deshalb nicht erfüllt. Vielleicht war es einfach nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit.

Veröffentlicht am 07.05.2018

Durchwachsen aber sehr schöne Sprache

Der Neue
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Im Rahmen des Shakespeare-Projekts hat Tracy Chevalier das Drama „Othello“ als Vorlage für Ihren Roman „Der Neue“ genommen. Die Eckpunkte der Geschichte sind also vorgegeben und dem ein oder anderen Leser ...

Im Rahmen des Shakespeare-Projekts hat Tracy Chevalier das Drama „Othello“ als Vorlage für Ihren Roman „Der Neue“ genommen. Die Eckpunkte der Geschichte sind also vorgegeben und dem ein oder anderen Leser schon bekannt. Die Autorin hat die Handlung an eine amerikanische Grundschule verlegt und die Akteure sind alle im letzten Jahr vor der Highschool und ungefähr 11-12 Jahre alt.

Der Neue ist ein Junge aus Ghana, der als erster Dunkelhäutiger an die Schule kommt und damit sofort großes Aufsehen erregt. Das Mädchen Dee verliebt sich Hals über Kopf in ihn und bis zur Mittagspause sind die beiden bereits ein Paar. Die Aufmerksamkeit, die man Osei entgegenbringt ist Ian ein Dorn im Auge und er beginnt klug zu intrigieren, um seine Mitschüler gegen den Neuen aufzubringen und um ihn und Dee schnell wieder auseinander zu bringen.

Tracy Chevalier besticht mal wieder mit ihrer geschliffenen Sprache und vor allem in der ersten Hälfte mit psychologischer Raffinesse, mit der sie die Handlungen ihrer jugendlichen Protagonisten erzählt. Im letzten Drittel hatte ich aber etwas den Eindruck, dass ihr die Lust abhandengekommen ist und sie die Geschichte schnell zu einem Ende bringen will. Dieses war für mich leider nicht immer logisch und sowohl zu abgehakt als auch mit zu vielen offenen Fragen. So ganz konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen.