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Veröffentlicht am 25.05.2018

Ein schöner Cornwallroman mit Sommerfeeling

Sommerhaus zum Glück
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Anne Sanders bringt uns in ihrem sehr unterhaltsamen Roman die Lebens- und Liebesgeschichten von drei Frauen vor der malerischen Kulisse des Küstenstädtchen St. Yves in Cornwall näher.


Elodie Hoffmann ...

Anne Sanders bringt uns in ihrem sehr unterhaltsamen Roman die Lebens- und Liebesgeschichten von drei Frauen vor der malerischen Kulisse des Küstenstädtchen St. Yves in Cornwall näher.


Elodie Hoffmann stammt aus Frankfurt, entflieht der Großstadt aus verschiedenen Gründen und kauft ein B&B in Cornwall, ohne es vorher angesehen zu haben. Wie kann man nur so unbedarft sein? Schnell bemerkt sie ihren Fehler, denn am romantischen, aber doch altersschwachen Häuschen ist einiges zu tun, doch Elodie hat Glück. Sie bekommt Hilfe in Person des vermeintlichen Coffeeshop-Betreibers, Tom de la Chaux, der zwar einen klangvollen Namen trägt, den sie aber zunächst gar nicht leiden kann. Sie findet schnell Anschluss und lernt Helen und Brandy kennen und schon bald werden die drei echte Freundinnen und stehen sich bei ihren Sorgen und Nöten bei.


Helen ist bereits 25 Jahre mit ihrer großen Liebe Liam verheiratet, sie führen gemeinsam ein Café, haben zwei pubertierende Kinder und kaum noch freie Zeit miteinander. Die Beziehung bekommt Brüche und nun muss diese Liebe neu entfacht werden.

Brandy ist eine ältere Frau in den Siebzigern, jeder kennt und mag sie und ihren Marotten. Sie erzählt Touristen ihre Geistergeschichten und ist sich damit in St. Ives stadtbekannt. Gerne verwöhnt sie ihre Freundinnen mit kostbaren Geschenken. Woher nimmt sie nur das Geld dafür?

Elodie findet sich schnell ein, akzeptiert die nötige Renovierung an ihrem neuen Haus und plant die Umsetzung ihres Traums von eigenen B&B. Sie bekommt Unterstützung von vielen Seiten und trinkt beim unfreundlichen Tom weiterhin ihren Kaffee, der so unvergleichlich gut schmeckt. Nur der Typ ist schwierig, sie sind wie Katz und Hund und begegnen sich stets auf Abwehrhaltung.


Anne Sanders beschreibt die Landschaft und das Städtchen St. Yves in Cornwall so lebendig und wunderschön, dass man beim Lesen gleich in Urlaubsstimmung versetzt wird. Und ihre Charaktere haben mit ihren Ecken und Kanten und ihren Lebensbedingungen viele Aspekte, die für Interesse und Anteilnahme beim Leser sorgen. Es macht Spaß zu beobachten, wie die drei Frauen zu Freundinnen werden. Mit ihrem lockeren und lebensnahen Schreibstil führt die Autorin ihre Leser hautnah durch die Geschichte und lässt sie die dargestellten Gefühle hautnah miterleben.


Mit diesem Roman wurde ich prima unterhalten und ich konnte mich gut in die wunderschöne Landschaft träumen.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Ein toller Roman über Londons Kaufleute im Mittelalter

Der König der purpurnen Stadt
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Diesen historischen Roman lässt die Autorin wieder im Mittelalter in England spielen, doch dieses Mal ist kein Adliger der Protagonist, sondern ein Kaufmann und Wollhändler aus London. Jonah Durham ist ...

Diesen historischen Roman lässt die Autorin wieder im Mittelalter in England spielen, doch dieses Mal ist kein Adliger der Protagonist, sondern ein Kaufmann und Wollhändler aus London. Jonah Durham ist eine Figur, mit der man sich auf eine abenteuerliche Reise machen kann, denn sein Erfolg im Beruf, sein Aufstieg in die elitäre Tuchhändlergilde ist seinen Neidern ein Dorn im Auge. Er muss einiges einstecken, bis er diesen Aufstieg geschafft hat und auch danach hat er einige Feinde. Seine Liebe zur Königin Philippa macht die Sachen um einiges schwerer als es schon der Fall ist.


Auch dieser Roman ist der Autorin wunderbar gelungen, das London des 14. Jahrhunderts und das damalige Kaufmannsleben zeichnet sich als Kopfkino ab und die Hauptfigur Jonah hat mit seinem Lebenswandel einige Intrigen und Abenteuer zu bestehen, die mit Liebe, Leid und Freud beim Leser für gute Unterhaltung sorgen.


Es entsteht ein guter Einblick in die Gebräuche der Zünfte und Gilden und das Leben des Mittelstands wird hier authentisch nachempfunden. Aus dieser Sicht hat man eine neue Perspektive auf die Adelsherren, den König und die Ritter und lernt die politische und gesellschaftliche Struktur Londons kennen.

Anhand einiger weiblicher Charaktere verdeutlicht die Autorin gezielt die Rolle der Frau im Mittelalter mit ihrer unterwürfigen Stellung, sie zeigt die vorherrschende Gewalt und Unterdrückung, jedoch ohne diese Rolle zu stark zu dramatisieren. Die Darstellung von Königin Philippa gefällt mir ausgesprochen gut, denn sie weiß sich trotz der Abhängigkeit von ihrem Mann durchaus geschickt und mit intelligenten Schachzügen zu wehren und ihre Interessen durchzusetzen.

Es ist die Kunst der Autorin, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und man kann sich gut in die Figuren hineinversetzten und ihr Handeln nachvollziehen, wenn auch nicht billigen. Mir erschien die Hauptfigur Jonah mit seinen negativen Zügen zwar nicht unbedingt als Sympathieträger, doch er wird damit auch glaubhaft. Gegen die anderen Romane fehlt es der Geschichte insgesamt ein wenig an Spannung.

Doch auch dieser Roman ist wieder gut recherchiert und hat reichlich Unterhaltungspotential.
Obwohl hier einige Figuren aus anderen Bänden eingebunden werden, ist dieser Roman eine eigenständige Geschichte.

Am Ende lösen sich die Intrigen und Bosheiten von Jonahs Neidern und Gegner in Wohlgefallen auf, was einem Roman dieser Art einen guten Abschluss verpasst.


In diesem Roman taucht Rebecca Gablé ins Tuchhändler-Milieu ein und bringt mit stimmiger Hintergrund-Zeichnung eine interssante Geschichte zu Papier, die mit ihren bisherigen Romanen vielleicht nicht ganz mithalten kann, aber dennoch für gute Leseunterhaltung sorgt.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Ein sommerlicher Urlaubsroman

Azurblau für zwei
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Emma Sternberg ist ein Garant für romantische Romane, das hat sie in ihrem Bestseller "Fünf am Meer" bereits bewiesen.

Auch diese Geschichte beginnt mit einer Frau, die am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ...

Emma Sternberg ist ein Garant für romantische Romane, das hat sie in ihrem Bestseller "Fünf am Meer" bereits bewiesen.

Auch diese Geschichte beginnt mit einer Frau, die am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ist und dringend eine neue Lebensaufgabe sucht. Isa ist mir sofort sympathisch und ich habe die Reise ihres Lebens gern mitverfolgt. Sie lernt auf Capri ihre Auftraggeberin, die 75 jährige glamouröse Mitzi kennen und soll ihr beim Schreiben ihrer Memoiren helfen. Es ist nicht so sehr der Schreibvorgang, der beide Frauen verbindet. es geht mehr um Mitzis Erinnerungen, denen sie sich nach und nach gemeinsam annähern, denn die Erinnungen sind für Mitzi auch mit Enttäuschungen und melancholischen Gefühlen verbunden. Vielleicht möchte sie einfach nur eine Person an ihrer Seite haben, um die Gedanken an ihre Vergangenheit nicht allein durchleben zu müssen.


Isa kommt auf Capri an und findet alles wunderschön. Das azurblaue Wasser, Rosmarin und Oleander, der grellgelb blühende Ginster und über allem der wunderbare Duft von Jasmin und die typischen Zitronenbäume. So findet man sich beim Lesen direkt auf Capri wieder und mit den erwähnten kulinarischen Köstlichkeiten wird das italienische Flair spürbar gemacht.

Auf dieser wunderschönen Insel kann sich Isa ja nur wohl fühlen und ihr Leben bekommt Lebensfreude und neuen Schwung zurück. Sie lernt neue Freunde kennen, verliebt sich und entwickelt sich während ihres Aufenthaltes von einer unsicheren zu einer selbstbewussten Frau, deren Geschichte man gern mitverfolgt. Auch die anfangs unnahbar erscheinende Autorin Mitzi Hauptmann wird lockerer und öffnet sich Isa immer mehr. Beide werden zu Freundinnen, bei denen Isa hilft, die Vergangenheit zu verarbeiten und Mitzi bei Isa die Augen für den vor ihr liegenden Lebensweg öffnet.

Mit dem Kennenlernen der Figuren Mitzi, Massimo und Luca erlebt man den Roman hautnah mit, ihre Charaktere werden schnell vertraut. Die Geschichte ist romantisch, mit einem Hauch Kitsch, der aber gut dazu passt. Denn diese zauberhafte Landschaft und die Menschen mit ihrem besonderen Sinn für die Familie sorgen für Wohlfühlstimmung.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und mit reichlich bildhaften Elementen kommt die Stimmung auch beim Leser an. Die Schönheit der Insel und die Besonderheiten von Mitzis Haus und anderen Schauplätzen und Ereignissen werden wunderbar eingefangen. Durch eingebaute italienische Floskeln bringt dieser Roman fühlbar Urlaubsstimmung mit sich.


Eine romantische Geschichte zum Abtauchen, die mit viel Urlaubsflair für schöne Lesestunden und reichlich Fernweh sorgt.

Veröffentlicht am 09.05.2018

Ein amüsantes Lesevergnügen im sonst so bierernsten Krimibereich.

Unterholz
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Kult-Ermittler Hubertus Jennerwein vor seinem abgründigsten Fall.

Auf der entlegenen Wolzmüller-Alm oberhalb eines alpenländischen Kurorts wird eine Frauenleiche gefunden. Dort werden Managerseminare ...

Kult-Ermittler Hubertus Jennerwein vor seinem abgründigsten Fall.

Auf der entlegenen Wolzmüller-Alm oberhalb eines alpenländischen Kurorts wird eine Frauenleiche gefunden. Dort werden Managerseminare abgehalten. Jennerwein hat die Aufgabe, die Identität der Frau, die kein Gesicht mehr hat, zu ermitteln. Das Bestatterehepaar a.D. Grasegger gibt dann dem Kommissar den entscheidenden Tipp, es soll die "Äbtissin" sein, eine berüchtigte Auftragskillerin. Doch wer hat sie ermordet? Als ein weiterer Almenmord geschieht, muss Jennerwein mit seiner Truppe durchs Unterholz…


Jörg Maurer bringt in diesem Krimi eine Menge Figuren aufs Parkett, alle besondere und zum Teil recht skurrile Charaktere versteht sich.

Mit einer Menge Wortwitz, abgründigem Humor und krimineller Raffinesse erlebt man gemeinsam mit Jennerwein die Alpenregion im Werdenfelser Land bei einer Mordermittlung. Für Maurer steht der Lokalpatriotismus als besonderes Erkennungsmerkmal ganz vorne.

Und er übertreibt, in Handlungssprüngen, bei der Anzahl der Figuren und Namen und mit der überspitzten Darstellung seiner Figuren. Die lustigen, aber auch ironischen Dialoge sorgen für humorvolle Unterhaltung, lenken aber auch von der kriminalistischen Spannungskurve ab und das bringt die Krimihandlung fast ins Nebensächliche.

Ich mochte besonders das Bestatterpaar, den Inder und den Wolzmüller-Michel.
Der Wolzmüller-Michl ist der Sohn des Almbauers, er lebt sehr zurückgezogen, kann nicht mehr gut sehen und wird für einen schrägen Kauz gehalten. Doch von geistiger Verwirrtheit kann keine Rede sein, er kann sogar hervorragend malen. In seinen detailgenauen Skizzen hält er Gesichter und Beobachtungen fest, die wie Steckbriefe für jeden Kriminellen sein könnten.

Und wo hat man schon einmal einen Krimi gelesen, bei dem der Mordfall aus Sicht einer Mordwaffe erzählt wird? In diesem Fall ist das ein Klappspaten für den Garten.


Jörg Maurer hat tolle Einfälle und bringt diese auch wunderbar zu Papier. Er kann erzählen, macht das sehr umfassend und mit einem besonderen ironischen Blick, der für viele Lacher sorgt. Er streift auch interessante Dinge wie die "Optografie", man kann also beim Lesen auch noch etwas dazulernen.


Dieser Krimi lebt durch den Dialekt, den regionalen Charakter und die skurrilen Figuren und ist ein amüsantes Lesevergnügen im sonst so bierernsten Krimibereich.

Veröffentlicht am 07.05.2018

Eine heitere Urlaubs- oder Strandlektüre mit Entspannungseffekt.

Nackt unter Krabben (Ein Heisterhoog-Roman 1)
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Falk ist ein ruhiger Typ, er lässt immer alles auf sich zukommen und ist nicht gerade das, was man zielgerichtet nennt. Immerhin studiert er schon im 13. Semester Soziologie und auch damit kommt er irgendwie ...

Falk ist ein ruhiger Typ, er lässt immer alles auf sich zukommen und ist nicht gerade das, was man zielgerichtet nennt. Immerhin studiert er schon im 13. Semester Soziologie und auch damit kommt er irgendwie nicht voran. Seine Freundin Bille ist diejenige, die entscheidungsfreudig ist und plant eine Partyreise nach Goa. Eigentlich gar nicht Falks Ding und so nimmt ihn die Nachricht vom Tod seines Lieblingsonkels zwar traurig auf, kann aber Billes Plan erstmal abbiegen.

Auf Heisterhoog angekommen, merkt er, wie arbeitsaufwändig so ein Strandkorbverleih doch sein kann. Zumal die Touristen alle ihre Sonderwürste brauchen, der eine sucht den FKK-Bereich, andere brauchen die Toilette in der Nähe und da soll sich mal erst mal einer auskennen, der die Körbe und ihre Standorte noch gar nicht kennt. Aber Falk hat mit Nille, einem alten Freund seines Onkels und mit seinem Nachbarn Thies das ganz große Los gezogen, denn die kennen sich aus und helfen ihm.

Insgeheim rechnet Falk sich schon aus, was er finanziell aus der Vermietung schlagen kann. Dagegen ist das tolle Angebot des aufdringlichen Herrn von Boistern, einem neureichen Immobilien-Hai, eigentlich ein guter Deal. Doch ehe es zu einem Verkauf kommen kann, lernt Falk die Interessengemeinschaft für den Küsten- und Naturschutz kennen, die gegen die Bebauungspläne sind.
Seine neue Flamme Gina ist Architektin und arbeitet für von Boistern, eigentlich ist die Entscheidung damit doch ganz klar, oder nicht?

Mit Falk reist man gerne auf die Insel und erlebt auf humorvolle Weise die unterschiedlichen Typen von Touristen bei ihrer Strandkorbsuche. Ich habe die Familie mit ihren vier Kindern ins Herz geschlossen, dort ist immer etwas los und man kann nur hoffen, das sich die Mutter auch mal ruhige fünf Minuten im Korb gönnen kann.


Die Interessen der Bewohner für den Naturschutz sind nachvollziehbar, jedoch scheint es schwierig zu sein, sich gegen den einflussreichen Immobilienfutzi zu behaupten.

Marie Matisek zeigt wie gewohnt einen sehr flüssigen Schreibstil, sehr lebendig bringt sie die Besonderheiten ihrer Figuren zum Ausdruck und trifft damit genau ins Schwarze. Genau solche Familien mit Kindern, Rentner und auch Golfspieler kennt man und damit auch ihre Macken und Vorlieben.

Der Erzählton ist von einer schwungvollen Leichtigkeit und einige humorvolle Szenen machen das Lesen zum Vergnügen. Mit dem Protagnonisten freundet man sich schnell an.

Er ist am Anfang noch recht unbeholfen und versucht sich in seiner neuen Rolle zurecht zu finden. Dazu braucht er schon noch einige Unterstützung und er ist auch nicht der arbeitseifrigste. Dennoch wirkt er sympathisch und man gönnt ihm seine neue Lebensaufgabe und ist gespannt, wie er sich entscheidet, ob für oder gegen einen Verkauf des Grundstücks. Auch seine persönliche Entwicklung ist schön mitzuerleben.



Auch das Nordseefeeling mit Strand, Meer und Urlaubsgefühl kann die Autorin gut vermitteln. Man wäre am liebsten mit auf der Insel und würde gerne einen Strandkorb bei Falk mieten.

Dieser unterhaltsame Roman eignet sich gut für den nächsten Strandurlaub oder aber als Ersatz für fehlende Urlaubstage für daheim. Eine heitere Urlaubs- oder Strandlektüre mit Entspannungseffekt.