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Veröffentlicht am 15.09.2016

Wenig Seite – viel Inhalt*

Weißer Zug nach Süden
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Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Piper (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492056106

Wenig Seiten – viel Inhalt

Inhalt:
Die junge Deutsch-Italienerin Chiara hat Hals über Kopf ihre ...

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Piper (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492056106

Wenig Seiten – viel Inhalt

Inhalt:
Die junge Deutsch-Italienerin Chiara hat Hals über Kopf ihre Familie in Castelnuovo verlassen und ist bei ihrer Freundin Leonie in Deutschland untergekommen. Leonie wiederum zieht es nach New York. So kommt es, dass Chiara in Leonies Haus lebt und deren Putzjobs übernimmt, ein Stück weit in deren Leben schlüpft. Sie entwickelt ihre eigenen Routinen, die ihr Sicherheit geben. Durch die Wohnungen, die sie putzt, lernt sie deren Bewohner kennen, auch wenn sie ihnen persönlich nie begegnet. Dabei haben es ihr besonders Herr Vorden und seine schöne Wohnung angetan. Ganz langsam entwickelt sich eine subtile Kommunikation zwischen den beiden. Hier ein Zettel, da eine Tafel Schokolade, schließlich Kurzgeschichten, in denen Chiara sich und ihr Leben wie auf magische Weise wiederfindet.

Meine Meinung:
Mit viel Empathie lässt Thommie Bayer den Leser an einer Episode in Chiaras Leben teilhaben. Auf wenigen Seiten zeichnet er ein dichtes Bild seiner Protagonistin, die ihren weiteren Lebensweg finden muss. Es sind die leisen Töne, die punktgenauen Beschreibungen, die mir an Bayers Schreibweise so gut gefallen. Jedes Wort ist sorgfältig ausgewählt und harmonisch mit den anderen kombiniert, hier ist nichts überflüssig. So gelingt es, auf wenigen Seiten so viel auszudrücken.

Möchte man anfangs unbedingt wissen, was in Chiaras Vergangenheit passiert ist, weshalb sie aus Italien geflüchtet ist, wird mit der Zeit diese faszinierende, kaum zu fassende Beziehung zu Vorden immer interessanter. Hier kann die Fantasie des Lesers auf Hochtouren arbeiten.

Mich hat das Buch von vorne bis hinten gefesselt, es hat mich auch zwischen zwei Leseabschnitten beschäftigt. Dabei war mir Chiara nicht einmal besonders sympathisch, einige ihrer Verhaltensweisen kann ich nicht gutheißen. Doch zu ihr passen sie, sie machen das Besondere dieser Figur aus.

Thommie Bayer hat mit diesem kleinen, aber feinen Buch wieder einmal gezeigt, was für ein großartiger Autor er ist.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Auf den ersten Blick eine abstruse Geschichte mit Huhn - zwischen den Zeilen so viel mehr

Die Allee der verbotenen Fragen
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426653869
Preis: 19,99 €
auch als E-Book erhältlich

Auf den ersten Blick eine abstruse Geschichte mit Huhn ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426653869
Preis: 19,99 €
auch als E-Book erhältlich

Auf den ersten Blick eine abstruse Geschichte mit Huhn – zwischen den Zeilen so viel mehr

Inhalt:
Johann Fin Paul Smith hat gerade die Schule abgeschlossen. Nun will er eine Europareise machen. Sein erstes Ziel ist das Dörfchen Wieck in der Nähe von Greifswald, wo er die ersten Lebensjahre mit seiner Familie verbracht hat, bevor sie nach England zogen. Er staunt nicht schlecht, als er auf dem örtlichen Friedhof ein Grab mit seinem Namen und seinem Geburtsdatum findet. Dann drückt ihm auch noch der Pfarrer einen Koffer mit Erinnerungsstücken in die Hand. Johann macht sich auf eine gefährliche Schnitzeljagd quer durch Deutschland.

Die Mittdreißigerin Akelei Elena Schulze führt ein langweiliges Leben. Ihr Dasein dreht sich im Großen und Ganzen um Tischdecken, die Auswahl von Übertöpfen und das wöchentliche Zubereiten eines Huhns in Rotweinsauce. Ihr ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt, als sich im Schaufenster, das sie gerade betrachtet, ihre Jugendliebe spiegelt. Doch das kann nicht sein! Der Mann sieht noch genau so aus wie vor achtzehn Jahren, kein bisschen älter. Ein Trugbild? Akelei beschließt, ihm zu folgen und mehr über ihn herauszubekommen.

Meine Meinung:
Wer die Bücher von Antonia Michaelis kennt, weiß, dass sie gerne mit den Realitäten spielt. Sie liebt es, den Leser an der Nase herumzuführen, ihn lange Zeit im Unklaren zu lassen, was Wirklichkeit und was Einbildung ist, was Gegenwart und was Erinnerung, was ist und was sein könnte. Auch in „Die Allee der verbotenen Fragen“ treibt sie dieses Spiel wieder meisterhaft. Lange Zeit tappt man im Dunkeln darüber, was hier los ist, wie das alles sein kann, ob das überhaupt sein kann. Ich liebe das ja, aber ich kann auch verstehen, wenn es vielleicht manchem Leser zu viel ist, zu surreal. Es schien mir, als gäbe es tausend Knoten in dieser verworrenen Geschichte. Unglaublich, aber am Ende sind sie alle gelöst.

Wie immer erfreut Antonia Michaelis auch in ihrem neuesten Werk mit einem wunderbar poetischen Schreibstil, der angefüllt ist mit treffenden Metaphern.

Er sah aus, als hätte jemand ihn hergebracht und dann vergessen. Sein Rücken war tief gebeugt, vor ihm stand eine leere Kaffeetasse, und daneben hatte er seine mageren, sehnigen Finger abgelegt wie fremde Gegenstände. (S. 191)

Die Erzählung wechselt ständig zwischen zwei Perspektiven. Einmal begleiten wir Johann, dann wieder Akelei. So kann man sich in beide Protagonisten sehr gut einfühlen. Dabei werden von beiden Seiten immer mehr kleine Puzzlestückchen offengelegt, die sich schließlich zu einem ganzen, runden Bild zusammenfügen.

Johann wirkt, obwohl nur halb so alt wie Akelei, wesentlich gefestigter. Zwar ist er noch auf der Suche nach seiner Zukunft, aber er hat eine Basis, auf der aufbauen kann: seine Eltern und seine zwei jüngeren Geschwister.

Akelei dagegen wirkt seltsam verloren. Sie lebt vor sich hin, versieht ihren Haushalt sorgfältig, aber ohne Leidenschaft. Mit Akelei erinnern wir uns an die Zeit in der DDR vor der Wende. In dieser Zeit wuchs sie wohlbehütet in der Kastanienallee auf. Punktgenau werden die Geheimnisse hinter der Fassade auseinandergenommen, die ihr damaliges Leben bestimmten.

Beginnt der Roman einfach nur mysteriös und seltsam, wird es schon bald richtig spannend. Nicht nur, weil man unbedingt herausfinden möchte, was hinter den ganzen Ungereimtheiten steckt, sondern auch weil es für die Protagonisten gefährlich wird. Dies erinnert schon fast an einen Kriminalroman. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz, mit großen Gefühlen, mit Höhen und Tiefen. Auch an Humor hat die Autorin nicht gespart. Manche Szenen sind so witzig, wozu vor allem das Huhn beiträgt, das mit Akelei reist. Seine „Kommentare“ sind einfach herrlich: „Boook?“

Fazit:
Wer Antonia Michaelis mag, wird auch dieses Buch lieben. Selbstfindung, Liebe, Krimi, Humor – alles ist darin enthalten und verspricht unterhaltsame, aber auch spannende und zum Nachdenken anregende Lesestunden. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen besonderen Roman mit Huhn.

★★★★★

Mein Dank gilt dem Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars für eine Leserunde auf Literaturschock.de.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Packendes Finale

KILL
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ACHTUNG, dies ist Band 3 einer Trilogie.
Meine Rezension kann SPOILER zu den ersten beiden Bänden enthalten.
Diese sollte man unbedingt vorher lesen – die Handlung ist fortlaufend.

Inhalt:
Miki Jones ...

ACHTUNG, dies ist Band 3 einer Trilogie.
Meine Rezension kann SPOILER zu den ersten beiden Bänden enthalten.
Diese sollte man unbedingt vorher lesen – die Handlung ist fortlaufend.

Inhalt:
Miki Jones wird von „dem Komitee“ immer wieder in ein Computerspiel gezogen. Hier muss sie gegen die gefährlichen Drow kämpfen, die den Untergang der Menschheit zum Ziel haben. Gleichzeitig sorgt sie sich im realen Leben um ihren Vater und ihre beste Freundin Carly, die bei einem Autounfall schwer verletzt wurden. Dabei steht ihr in beiden Welten ihr Freund Jackson zur Seite, und Lizzie, Jacksons tote Schwester, will Miki etwas Ungeheuerliches weismachen. Kann Miki ihr vertrauen?

Meine Meinung:
Der 1. Band dieser Reihe konnte mich erst gegen Ende packen, den 2. fand ich durchgehend gut, aber der 3. ist der allerbeste. Hier geht es von der ersten Seite an rasant zur Sache. Ohne großartige Wiederholungen des bisher Geschehenen wird man direkt in die aktuelle Handlung geworfen. Diese ist durchzogen von unerwarteten Wendungen, unglaublicher Spannung und jeder Menge Action. Dabei haben mir sowohl die nervenaufreibenden Kampfszenen als auch die nachdenklichen Situationen sehr gut gefallen. Die Liebe zwischen Miki und Jackson, die sich immer weiter entwickelt, ist glaubwürdig und drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund.

Besonders gut fand ich die Entwicklung, die Miki im Lauf der drei Bände durchgemacht hat. War sie anfangs noch sehr unsicher und zögerlich, hat sie sich schließlich immer mehr zu einer Anführerin entwickelt, die die Dinge hinterfragt und auch das Wagnis eingehen kann, jemandem zu vertrauen. Ihre Sorge um die Menschen, die ihr am Herzen liegen, lässt sie sehr sympathisch erscheinen.

Der Schreibstil ist einfach, aber doch mitreißend. Viele Dialoge und Mikis Gedanken und Gefühle lassen die Handlung lebendig werden. Speziell die Szenen im Spiel wirken so plastisch, dass man meint, mittendrin dabei zu sein.

Fazit:
Insgesamt war die ganze Reihe lesenswert, aber der letzte Band hat die ersten beiden getoppt. Gefühl, Action und Nachdenkliches halten sich gut die Waage und ergeben eine gelungene Mischung.

Die Reihe „Das Spiel“:
1. Jump
2. Run!
3. Kill

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein echter Pageturner!

Infernale (Band 1)
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Inhalt:
Davina Hamilton, genannt Davy, 17 Jahre alt, ist ein Wunderkind. Sie beherrscht mehrere Instrumente und gehört auch in der Schule zu den Allerbesten. Sie ist bei Freunden und Lehrern sehr beliebt ...

Inhalt:
Davina Hamilton, genannt Davy, 17 Jahre alt, ist ein Wunderkind. Sie beherrscht mehrere Instrumente und gehört auch in der Schule zu den Allerbesten. Sie ist bei Freunden und Lehrern sehr beliebt und hat bereits eine Zulassung für die berühmte New Yorker Juillard School in der Tasche. Sie träumt von einer Zukunft mit ihrem Freund Zac. Doch dann wird ihr Leben vollkommen umgekrempelt. Bei ihr wird HTS, auch das „Mördergen“ genannt, diagnostiziert. So schnell, wie sich ihre Freunde und die Gesellschaft von ihr abwenden, kann Davy gar nicht schauen …

Meine Meinung:
Die Frage, ob wir durch unsere Gene oder durch unsere Umwelt bestimmt werden, wurde schon oft diskutiert. Und so ist Sophie Jordans neues Werk auch sehr aktuell und interessant. In der beschriebenen Gesellschaft verbreitet sich HTS immer schneller – gleichzeitig steigt die Kriminalitätsrate. Einerseits verständlich, dass HTS-Träger von der Gesellschaft isoliert werden, bevor sie eine Bedrohung darstellen können. Doch trifft es dadurch natürlich auch sehr viele, die wohl nie in ihrem Leben auffällig geworden wären. Man sieht es den Menschen einfach nicht an, wie sie sich tatsächlich entwickeln werden.

Davy muss nach einer behüteten Kindheit und Jugend die Vorurteile der anderen am eigenen Leib erfahren. Sie wird fortan zusammen mit anderen HTS-Trägern unterrichtet und darf sich den „normalen“ Schülern nicht nähern. Dabei lässt uns die Autorin sehr gut in Davys Inneres blicken. Anfangs fürchtet sich Davy vor ihren neuen Mitschülern mit HTS genauso, wie ihre alten Freunde sich jetzt vor ihr fürchten, sie erlebt die Vorurteile also von beiden Seiten. Gleichzeitig bekommt sie immer mehr Zweifel, ob sie aufgrund des Mördergens nicht doch zu Gewalt fähig ist, obwohl sie bisher immer lieb und nett war. Und natürlich wünscht sie sich trotz allem ihr altes Leben zurück oder zumindest neue Freunde, auf die sie sich verlassen kann.

"Dieser Moment verdeutlicht mir, mehr als alles andere, wie sehr sich mein Leben gewandelt hat. Wenn du Hilfe brauchst, weil du in Schwierigkeiten steckst, und niemanden mehr anrufen kannst, dann bist du ganz unten angekommen. "(S. 136)

Davys innere Zerrissenheit darzustellen, gelingt Jordan ausgesprochen gut. Dazu trägt sicher bei, dass der Roman aus Davys Sicht in der 1. Person im Präsens geschrieben ist. Dadurch wird man als Leser praktisch mitten hinein gezogen und kann sich super mit Davy identifizieren. Dies fällt einem auch deshalb leicht, weil Davy wirklich sympathisch wirkt und ihr ganzes Handeln gut nachvollziehbar ist.

Neben der Protagonistin gibt es noch einige wichtige andere Charaktere, die zwar nicht besonders viel Raum bekommen, aber trotzdem so plastisch dargestellt werden, dass man ein umfassendes Bild von ihnen bekommt.

Der Schreibstil passt einfach toll zur Handlung. Oft sind es kurze, knappe Sätze, die Davys Gehetztheit, ihre Angst vor der Zukunft ausdrücken. Sie schaffen eine bedrohlich wirkende Atmosphäre. Als Leser ließ ich mich von dieser Hetze anstecken und flog nur so durch die Seiten. Ich habe dieses Buch an einem einzigen Tag verschlungen, was für mich schon ungewöhnlich ist. Aber ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen.

Am Ende, nachdem sich die Spannung fast bis ins Unerträgliche gesteigert hatte, konnte ich das Buch befriedigt zuklappen. Die Geschichte ist an einem Zwischenstopp angekommen und wird mit dem 2. Band „Infernale. Rhapsodie in Schwarz“ im Juli 2016 fortgesetzt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Atmosphärisch dichter und spannender Thriller

18 - Zahlen des Todes
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Inhalt:
Leana Meister hat ihre neue Stelle als Chefin des Kompetenzcenters des LKA in Düsseldorf noch nicht richtig angetreten, als sie schon zum ersten Tatort beordert wird. In einem Rosengarten wurde ...

Inhalt:
Leana Meister hat ihre neue Stelle als Chefin des Kompetenzcenters des LKA in Düsseldorf noch nicht richtig angetreten, als sie schon zum ersten Tatort beordert wird. In einem Rosengarten wurde die Leiche eines Mannes gefunden, seltsam drapiert. Und schon am nächsten Tag taucht in Köln eine ganz ähnliche Leiche auf. Schnell steht fest: Hier agiert eine Täterin kühl und geplant und mit außerordentlicher Grausamkeit. Den Ermittlern kommen Leanas überragende Intelligenz und Instinkt zugute.

Aufmachung:
Schon das in Blutrot und Schwarz gehaltene Cover verspricht eine düstere Handlung. Allerdings ist sie nicht so blutig, wie man erwarten könnte, düster und spannend aber schon. Verstärkt wird dieser Voreindruck noch durch den Buchschnitt, der schwarz eingefärbt ist. Alles in allem finde ich diese Aufmachung sehr passend.

Die Autorin:
Mia Winter ist das Pseudonym der Autorin Stefanie Koch, die in Düsseldorf lebt. Unter ihrem richtigen Namen hat sie schon diverse Romane geschrieben, unter anderem eine Krimi-Reihe um Kommissar Lavalle.

Meine Meinung:
Mia Winters Thriller ist genauso, wie ein Thriller sein soll: spannend von der ersten bis zur letzten Seite, mit einer Atmosphäre, die den Leser fesselt und nur so durch die Seiten fliegen lässt auf der Jagd nach einer überlegen scheinenden Täterin. Sucht man anfangs noch nach der Täterin, geht es bald auch schon darum, mögliche weitere Opfer zu schützen. Doch dazu muss erst einmal herausgefunden werden, welches Motiv die Mörderin antreibt. Mit intelligenten Überlegungen und einer fast perfekten technischen Ausstattung, die man nur beim Kompetenzcenter findet, kommen die Ermittler der Täterin immer näher. Dabei geht die Handlung rasant voran, es geht Schlag auf Schlag.

Die Charaktere konnten mich fast alle für sich begeistern. Nicht dass sie alle sympathisch wären – das nicht, aber interessant und sehr gut ausgearbeitet sind sie auf jeden Fall. Vor allem das Gegen- und Miteinander von Leana Meister und ihrer Stellvertreterin Dr. Natalia Rac war zuweilen auch amüsant, sind es doch zwei sehr unterschiedliche Frauen, die sich aneinander reiben und dabei doch miteinander harmonieren, weil sie sich einfach perfekt ergänzen.

Auch die familiären Hintergründe der Polizisten werden gut dargestellt, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. So erhält man von den wichtigsten Personen ein rundes Bild. Wenn man sieht, wie Leana und die anderen sich in den Fall knien, dabei notfalls auch die Nächte durcharbeiten, versteht man sehr leicht, warum zum Beispiel Leanas Ehe kaputt gegangen ist.

Zuweilen war es mir fast ein bisschen zu viel, wie kompetent alle beteiligten Ermittler sind, wie gut ihre personelle und technische Ausstattung ist. Aber es handelt sich nun mal um eine Eliteeinheit – umso mehr Spaß macht es, ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Fazit:
Ein rundum gelungener Thriller, spannend, logisch, intelligent. Ich freue mich auf weitere Werke von Mia Winter, gerne mit denselben Protagonisten.