Mary und Dottie sind beste Freundinnen. Seit Mary damals in die See Saw Lane gezogen ist. Zusammen haben sie alles durchgestanden, zusammen haben sie das Leben entdeckt, zusammen haben sie ...
Zum Inhalt:
Mary und Dottie sind beste Freundinnen. Seit Mary damals in die See Saw Lane gezogen ist. Zusammen haben sie alles durchgestanden, zusammen haben sie das Leben entdeckt, zusammen haben sie sich verliebt. Mit siebzehn Jahren (im Jahr 1963) erscheint den beiden das Leben schön und unendlich. Dass sich das bald ändern wird, ahnt keine von beiden. Auf einmal gibt es Betrug, Kummer und Schmerz...
Zum Buch:
Das Buch beginnt sachte. Der Schreibstil ist einfach und unkompliziert, aber voller Liebe und kleinen Details. Alles ist so beschrieben, dass man sich als Leser gleich in die Zeit der 60er zurückversetzt wird. Mit viel Witz und Leichtigkeit wird die Geschichte von Mary und Dottie aus der Sicht Dotties erzählt. Die Rückblenden sind dominierend, aber nicht störend. Sie erfüllen die Geschichte regelrecht zum Leben. Jedenfalls am Anfang. Die Autorin hat mit dem Schreibstil hier wirklich nochmal die Wende im Leben der beiden Mädchen dargestellt. Bald wird es nämlich düsterer, überlegter und Dottie sieht nicht mehr alles nur von der guten Seite.
Von Anfang an merkt man, dass Dottie und Mary zwei sehr unterschiedliche Charakter sind, die sich aber ideal ergänzen und dadurch voneinander profitieren. Es ist ja nicht weiter ungewöhnlich, dass sich Gegensätze anziehen. Immer öfters wird ihre Freundschaft deshalb jedoch auf die Probe gestellt.
Durch Tagebucheinträge von Mary wird die Geschichte immer wieder stilistisch aufgelockert und man bekommt die Möglichkeit Mary besser zu verstehen. Dies hilft um als Leser während der Geschichte nicht eine störende Abneigung ihr gegenüber zu entwickeln. Wenn man einen Hauptcharakter so gar nicht mag und versteht, dann ist es für mich persönlich immer schwer zu lesen.
Wirklich toll ist der Charakter von Dottie. In diesem Buch geht es wirklich um Freundschaft. Freundschaft in guten, wie auch in schlechten Zeiten. Man bekommt ihre Entwicklung durch die vielen Situationen, die sie überstehen muss, sehr gut mit. Mir hat außerdem besonders an ihr gefallen, dass sie nicht naiv durchs Leben geht. Stattdessen muss sie eben noch lernen. Diesen Prozess bekommt man als Leser sehr gut mit und gleichzeitig habe ich sie die ganze Zeit bewundert. Ich glaube das ist auch etwas, was dieses Buch ausstrahlt.
Gedrückt wird die Geschichte immer wieder durch die damaligen gesellschaftlichen Normen, die besonders von den Erwachsenen vertreten werden. So muss man heiraten, wenn man ein Kind erwartet. Viele weitere Kleinigkeiten zeigen die Vor- und Nachteile der 60er Jahre.
Für die Spannung hat für mich auf jeden Fall der Epilog gesorgt. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass die geschilderte Situation eintrifft und stellt nach jedem Kapitel neue Spekulationen auf.
Fazit: Dieses Buch beschreibt Freundschaft so weitreichend und liebevoll, wie es meiner Meinung nach geht. Es ist emotionsgeladen, bietet schöne Details, tolle Charaktere und eine Geschichte, die einen mitreißt. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es nur empfehlen (sei denn, man steht nicht auf Drama:)).
Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen, als ich gerade mitten in der Urlaubsplanung für die kommenden Semesterferien war. Sagen wir mal so: Italien steht jetzt ganz oben auf der Liste!
Zum Inhalt:
Jiara ...
Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen, als ich gerade mitten in der Urlaubsplanung für die kommenden Semesterferien war. Sagen wir mal so: Italien steht jetzt ganz oben auf der Liste!
Zum Inhalt:
Jiara verbringt die Sommer seit Ewigkeiten in dem kleinen Ort Finale in Italien, wo sie ihrem besten Freund in seinem kleinen Restaurant aushilft. Dort fühlt sie sich wohl und fühlt sich lebendig. Am Ende des Sommers heißt es dann Abschied nehmen und für Jiara geht es zurück nach Hamburg. Zu ihrem Freund, ihrer verqueren Familie, ihrer besten Freundin und der Uni, die mittlerweile zu ihrem Leben gehört. Doch dieses Jahr soll der Sommer anders werden. Dieses Jahr taucht Milo auf und reißt Jiara sofort in seinen Bann. Blöd nur, dass Gefühle nicht so seine Stärke sind. Für beide heißt es kämpfen für das, was sie wirklich wollen.
"Mein Herz fühlt sich an, als wäre es mit aufschäumendem Brausepulver gefüllt, mein Kopf ist voll von Milo, und es fällt mir schwer, auch nur einen Gedanken zu fassen, sonst würde ich ihn von mir schieben, anstatt..." (aus Brausepulverherz von Leonie Lastella)
Zum Buch:
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ich hatte nie das Gefühl, das gelabert wird, obwohl die Autorin viele Wörter nutzt. Dies macht ihre Geschichte umso glaubwürdiger. Zudem schafft sie es in ihren Zeilen das Flair des kleinen Ortes Finale und ganz Italien zu vermitteln. Man fühlt sich nahezu wie im Urlaub beim Lesen.
Die Charaktere fand ich super. Beide Hauptprotagonisten befanden sich am Anfang des Buches an einem Punkt in ihrem Leben, an dem in Frage stand, ob das, was sie bisher gemacht haben, das Richtige für sie ist. Leonie Lastella hat dies in Gedankengängen und Handlungen gut und glaubwürdig für mich rüber gebracht und alle Charaktere haben eine wunderbare Persönlichkeit erhalten. Ich liebe Dario, ich liebe Milo und auch Jiara, die so viel durchmacht und bei mir nicht die ganze Zeit die Frage: Was macht die denn da? aufgeworfen hat. Stattdessen konnte ich all ihre Handlungen irgendwo verstehen, auch wenn die Liebesgeschichte anders vielleicht schneller vorangeschritten wäre. Aber darum geht es ja auch nicht.
Weiter fand ich die Problematik sehr interessant und auch wie sie letztlich gelöst wurde. Natürlich ist man irgendwo als Leser schon für Team Jiara-Milo, aber die Autorin hat es geschafft auch Jonas zu einer liebenswürdigen Person zu machen.
Der Kontrast zwischen dem was sicher und vernünftig ist und dem was unsicher und unvernünftig ist, dafür aber mehr Leben bietet, wird hier sehr gut dargestellt. Am Ende war ich mir so gar nicht mehr so sicher, welchen Weg Jiara und Milo nun beschreiten werden bzw. wie sie wieder zueinander finden, was es noch zusätzlich spannend gemacht hat.
Fazit:
Alles in allem kann ich glaube ich nichts schlechtes über das Buch sagen. Ich habe es gerne gelesen und mich von der Geschichte getragen gefühlt.
So kann ich es jedem empfehlen, der gerne schöne, tiefere Liebesgeschichten liest und auch jedem, der sich ein Stück Italien zu sich nach Hause holen möchte.
Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil ...
Schreibstil:
Die Autorin hatte mich direkt ab den ersten Seiten, denn mit Rain präsentiert sie eine Protagonistin, die super schön erfrischend ist und einfach immer in Handlungen denkt. So war der Schreibstil wach und überlegt, gleichzeitig aber auch gut voranschreitend und dadurch mitziehend. Was ich manchmal etwas schade fand, war, dass es auch leicht ins Technische schwappte. Vielleicht ist technisch auch das falsche Wort, aber die Gefühle kamen einfach nicht ganz so vielschichtig und tiefgreifend rüber. Dafür nutzte die Autorin eher immer Beschreibungen und Formulierungen, die die Beziehung oder die Emotionen als feststehend darstellten.
Die Geschichte – Von der Gesetzlosen zur Kämpferin für die Unterdrückten
Ja, das klingt jetzt irgendwie ein bisschen nach Jeanne d’Arc und tatsächlich hat mich Rain ein wenig an sie erinnert, denn Rain ist ein unheimlich altruistischer Mensch. Gleichzeitig ist sie aber auch noch eine Jugendliche. Lark und sie, aus deren Perspektiven die Geschichte erzählt wird, sind gerade mal siebzehn und haben dafür schon ziemlich viel Verantwortung zu tragen. Es geht darum, an die Zukunft zu denken, die Familie zu versorgen und täglich das eigene Leben zu verteidigen.
Das alles spielt in einer erzählten Welt, die ich sehr gut aufgebaut fand, auch wenn ich etwas brauchte, um hinter so manche Geheimnisse bzw. Mechanismen zu kommen. Einiges wurde einfach etwas spät aufgelöst, anderes ein wenig als zu selbstverständlich dargestellt. Größere Dinge allerdings wurden bewusst so konzipiert, denn auch Rain und Lark stellen sich Fragen und beginnen, Nachforschungen anzustellen.
Alles in allem müsst ihr sie euch ein wenig wie eine Mischung aus „Die Bestimmung“ und „Panem“ vorstellen, mit unterdrückten und arbeitenden Bürgern, mit der Creme de la Creme, die gar nicht so richtig wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen und mit den Rebellen dazwischen. Und natürlich mit den Ghosts. Eine spannende Konstellation die auch politisch für viel Tiefe in der Story sorgt und gute Überlegungen zulässt. Ich mochte es sehr, in diese Welt abzutauchen und durch Rains Augen immer mehr zu entdecken, während Lark dafür tiefer und tiefer in die Hintergründe all dessen eindringt.
Rain und Lark – zwischen Verrat und Vertrauen, Asche und Gold
Rain mochte ich unheimlich gerne. Sie ist eine Protagonistin, die perfekt für ein solches Jugendbuch ist: wach, intelligent, aufopferungsvoll und mutig. Dazu erkennt man aber auch schnell ihre Schwäche: ihre Familie. Und ist das nicht vollkommen natürlich, wenn man noch so jung ist? Vor allem aber ist es menschlich und ich mochte es sehr, wie Rain in all dem Trubel nie vergaß, wer immer für sie da war und trotz Verrat aber auch bereit ist, neuen Bekannten Vertrauen zu schenken, ohne naiv zu sein. Ich habe gerne aus ihrer Perspektive gelesen, vor allem dann, wenn sie mit beinahe kindlichem Eifer an eine Sache herangetreten ist, Pläne geschmiedet hat und die Probleme ihrer Welt mit wenigen Sätzen zu fassen bekam.
Was ich an ihr manchmal etwas schwierig fand, war, dass sie sehr unerschütterlich in ihrem Vertrauen zu ihrer Mum ist. Das ist natürlich toll für ihre Motivation, aber ich hätte es irgendwie etwas verständlicher gefunden, wenn sie auch mal ins Zweifeln geraten wäre. Ebenso im Hinblick auf ihren Vater. Bei Rain war irgendwie immer gleich klar, wen sie mag und wen nicht und dann auch wem sie vertraut und wem nicht. Da konnte sie auch nichts mehr von abbringen. Und das im Hinblick darauf, dass sie eigentlich gelernt hat, überhaupt niemandem zu vertrauen und dementsprechend ja sehr skeptisch hätte sein müssen. Denn eine Frage wäre mir an einer bestimmten Stelle sofort gekommen: Was hat er davon? Die Motive der Menschen zu hinterfragen, ist ja so ungefähr die oberste Regel. So habe ich es zumindest gelernt:)
Der Wechsel zu Larks Perspektive geschieht nahtlos. Im nächsten Absatz geht es einfach aus seiner Sicht weiter. Einerseits konnte ich mich so gut in die Geschichte fallen lassen, weil es quasi keine Unterbrechungen gab und viel mehr Wechsel zwischen den Perspektiven möglich waren (so viele kenntlich gemachte Wechsel hätten doch für ein sehr ungeordnetes Schriftsatzbild gesorgt), andererseits hat es mich auch oft verwirrt. Ich musste oft nochmal den ersten Satz des neuen Absatzes lesen, weil ich gerade so in Rain drin war und dann gar nicht so ganz begriffen habe, wie sie nun an den anderen Ort gekommen ist. Danach hat es natürlich Klick gemacht, aber diesen Moment hatte ich 1 zu 1 so die ganze Zeit und das war dann irgendwann doch etwas nervig. (Bin ich da empfindlich oder hätte euch das auch gestört?)
Larks Antrieb ist ebenfalls seine Familie, er muss es allerdings anders angehen. Sozusagen auf dem normalen Weg. Auf diesem bekommt er aber auch die Zustände, gegen die Rain ankämpft, viel besser und vor allem hautnah mit. Seine Freundin Hail ist da das beste Beispiel, deren Rollen in dieser Geschichte auch auf keinen Fall zu unterschätzen ist, auch wenn auch sie etwas unnahbar geblieben ist.
Bei ihm geht es um den reinen Kampf für seine Zukunft und die seiner Familie, denn seine kleine Schwester Rose, die unheimlich charismatisch und ein absoluter Main Charakter der Story ist, wird von der Gesellschaft quasi als nicht lebenswert abgestempelt.
Anfangs fiel es mir etwas schwer zu verstehen, wie weit seine Motivation dafür geht. Die Autorin hat es mir etwas schwer gemacht zu verstehen, dass Lark wirklich an gar nichts anderes denkt. Und ja, das klingt einschränkend und war es auch irgendwie, denn ich hätte mir schon manchmal gewünscht, dass Lark auch mal für andere kämpft. Für die allgemeinen Umstände.
Zum Glück hat er ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und kommt auf seinem Weg immer wieder ins Schlingern. Das wiederum fand ich genial. Denn er schlüpft in unterschiedliche Rollen, bewegt sich in unterschiedlichen Kreisen und zerstört so ganz gezielt das schwarz-weiße Bild, das man erst von der Welt hat. Und das völlig unbeabsichtigt, denn Lark muss sich selbst erstmal darin zurechtfinden.
Alles in allem fand ich ihn als Figur spannend und habe auch gerne mit ihm zusammen Dinge erlebt. Was mich aber etwas irritierend fand, war die Liebesgeschichte zwischen ihm und Rain, die da irgendwie immer wieder angedeutet wurde. Dafür fehlten mir ehrlich gesagt nicht nur die Emotionen, sondern auch die Momente. Es gibt nur ganz wenige Szenen, in denen die beiden überhaupt aufeinandertreffen. Und in diesen konnte ich wenig spüren. Und dann gibt es da noch Hail von der Lark eigentlich freundschaftlich spricht, dann aber auch wieder als Liebe betitelt. Wer kommt da noch mit? Ich glaube, es wäre echt vollkommen okay gewesen, wenn Rain und er in diesem Band einfach als zufällige Freunde aufgetreten wären.
Zwischen Längen & Action – das Ende hat es nochmal rausgeholt
Der Handlungsverlauf der Geschichte lässt sich Zeit würde ich sagen. Es gibt überaus spannende Passagen und ich kann auch nicht sagen, dass es Längen gab, in denen ich nun gar nicht daran interessiert war, weiter und weiter zu lesen. Aber die Handlung hat sich schon oft ziemlich viel Zeit gelassen. Hier noch eine Szene, dort noch eine Szene. Hier noch etwas Rose, hier noch etwas Hail. Ja, das war alles wichtig und gut für die Gesamthandlung, aber manchmal hatte ich auch das Gefühl, es wird sich Zeit genommen in einer Welt, bei der Zeit nicht unbedingt das ist, was alle Figuren haben.
Dafür überschlugen sich die Geschehnisse dann am Ende und bemühten sich sehr darum, alles möglichst offen und verdreht darzustellen. Das fand ich dann aber schon wieder cool, weil es irgendwie viel passender für die Story war. Schließlich passiert im Hintergrund jeder Handlung immer etwas. Die ganze Welt, die Perspektiven der beiden Hauptfiguren, das alles ist super komplex und auch deshalb so mitreißend.
Den zweiten Band will ich also unbedingt lesen. Ich erwarte mir aber auch, dass die Emotionen da noch etwas mehr überkochen und die Geschichte etwas gezielter wird in ihrer Erzählung. (Denn ganz ehrlich: Das mit den Kindern und den Gesegneten, ist das nicht egal?)
Fazit:
Eine spannende Dystopie, die eine wirklich interessante und gut auserzählte Welt präsentiert. Die weibliche Hauptfigur ist total sympathisch und wach, die männliche Hauptfigur bringt eine zweite Perspektive rein, die für Tiefe sorgt. Emotional war mir die Geschichte noch etwas flach und einige Dinge wurden auch gerne mal nicht ganz so hinterfragt, aber ich fand es sehr spannend zu lesen und freue mich auf den nächsten Band!
4 von 5 Sterne von mir.
Vielen Dank an den Verlag und die Bloggerjury.de für das Rezensionsexemplar!
Drei Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:
1. Weil dich die Welt sofort reinzieht und sie auch ohne Romance auskommt
2. Weil du zwei Perspektiven bekommst, die sich perfekt ergänzen
3. Weil Gut & Böse hier nicht schwarz weiß sind und einige überraschende Wendungen auf dich zukommen.
Schreibstil:
Den Schreibstil von Carina Benning habe ich wirklich geliebt! Sie schreibt sehr passend zur Geschichte mit vielen raffinierten Details, jedes Wort scheint genau überlegt. So klingen ihre Dialoge ...
Schreibstil:
Den Schreibstil von Carina Benning habe ich wirklich geliebt! Sie schreibt sehr passend zur Geschichte mit vielen raffinierten Details, jedes Wort scheint genau überlegt. So klingen ihre Dialoge wie geschickte Spielpartien, ihre Gedankengänge wie ein Strudel innerer Zerrissenheit, die gar nicht groß beschrieben werden muss, und ihr Setting genauso faszinierend, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Ich konnte mich super einfach in die Geschichte fallen lassen und war komplett gefesselt. Nur zum Ende hin übertreibt sie es vielleicht manchmal ein wenig mit den Metaphern und Gedankengängen innerhalb der Liebesgeschichte.
Die Geschichte – Betrügerin betritt das prestigeträchtigste Casino Monacos, um zu verlieren
Mit einem kleinen Zwei- oder Einzeiler vorweg, der Andeutungen auf die Vergangenheit oder Gegenwart macht und direkt aus den Gedanken der beiden Hauptfiguren stammt, beginnt jedes Kapitel entweder erzählt aus der Perspektive von Dawn oder Gabriel. Der Einstieg im Buch fiel mir durch diese erste Andeutung aus dem Zweizeiler und der unmittelbaren Erzählung von Dawns Eintritt ins Durable unheimlich leicht. Ich war sofort verzaubert von dem wirklich gut beschriebenen Setting. Dabei wird gar nicht so sehr der Fokus auf das Aussehen von allem gemacht, sondern vielmehr schafft es die Autorin am Anfang direkt, den besonderen Vibe, den das Casino versprüht, rüberzubringen: teuer, klassisch, elitär, aber auch gut durchdacht, präzise und bewusst fernab der Realität. Es geht ums Spielen, ums Loslassen, aber auch ums Angeben und gesehen werden.
Dawn – Gestaltswandlerin, die sich selbst unter all den Masken verloren hat
Keine Angst, hier wird es jetzt nicht tierisch, das Buch hat keine Fantasyelemente. Mit Gestaltswandlerin ist vielmehr gemeint, dass Dawn eine Künstlerin darin ist, sich zu maskieren. Sich immer wieder in neue Rollen zu versetzen und ihr Äußeres denen entsprechend anzupassen. So kommt Dawn in das Casino und tatsächlich bekommt man auch gleich mit, dass sie ihre ganze Aufmachung erdacht hat, aber Dawn selbst lernt man nicht direkt kennen. Man weiß nur, dass sie Angst hat.
Und das ist dann auch der Kern der ganzen Geschichte: Dawn hat Angst vor jemandem und hat irgendwie den Moment verpasst, je sie selbst ohne Maske zu sein. Das ist jetzt kein Spoiler, sondern wird direkt auf den ersten Seiten klar. Wenn sie jetzt auf euch schwach klingen mag, dann ist das aber gar nicht das, was Dawn ausstrahlt. Denn ihr Hirn denkt unheimlich systematisch. Sie entdeckt Details, die keiner sieht, hat ein unheimlich gutes Gespür für das Spiel und für die Menschen um sie herum. So ist es einfach unglaublich faszinierend und spannend, sie zu verfolgen.
Dazu kommt, dass ihr Charakter nur nach und nach aufgebrochen und sichtbar wird. Dazwischen zeigt sie immer wieder, wie maskieren nicht nur mit dem Färben der Haare zu tun hat, sondern auch damit, zu lachen, wenn man eigentlich heulen möchte. Und das glaubhaft. Also wirklich eine Gestaltswandlerin und für mich eine der faszinierendsten Protagonistinnen, von denen ich jemals gelesen habe.
Die Angst ist aber dennoch nicht zu verleugnen. Sie bringt eine weitere Komponente in die Geschichte, die allem einen fast kriminalistischen, actionreichen Touch verpasst. Denn ein Mysterium bedroht das Durable und Dawn steckt mitten drin. Ich mochte es sehr, wie sie ihre Fähigkeiten nutzte, um dem Casino zu helfen und gleichzeitig immer auf der Hut vor anderen Möglichkeiten war. Man merkte, wie sehr sie und alle um sie herum mit dem Feuer spielten, was die Spannung stets hoch hielt.
Gabriel als Liebhaber – der Inbegriff des Durables: arrogant, verschlossen, allein
Gabriel ist so eine typische Figur, bei der man gleich merkt, dass es da eine sehr harte Schale zu knacken gibt. Trotzdem fand ich ihn überaus sympathisch, denn er zeigte sich mit seinen Brüdern, die definitiv ihre eigenen Bücher verdient haben, denn sie haben soo viel Charakter!, stets sehr freundlich und sensibel. Dawn zeigt er diese Seite natürlich nicht gleich. Für ihn zählt in erster Linie das Durable und dabei vergisst er nicht nur oft sich selbst, sondern übersieht in seiner Arroganz und seinen Traditionen auch Dinge, die ihm eigentlich auffallen könnten. Während Dawn ihr Inneres nach außen kehrt und sichtbar macht im Laufe der Geschichte, muss Gabriel seinen Panzer abwerfen, um richtig sehen zu können. Alles darunter ist eigentlich schon längst edelmütig und liebevoll.
Die Charakterentwicklung bei beiden hat mich so wirklich überzeugt und auch ihre Anziehung zueinander fand ich sehr gut fassbar. Was vielleicht etwas schwierig war und damit mein eigentlicher Kritikpunkt an dem Buch ist, ist, dass die Liebesgeschichte zu sanft zu viel Platz einnahm. Da wohl Gabriel Edelmut gegenüber seinen Brüdern zeigt und stets das Wohl des Durables im Sinn hat, da ist er gegenüber Dawn verständnisvoll und gleichzeitig fordernd, denn die beiden verstehen es, über Probleme zu reden. So ist Vertrauen in ihrer Beziehung tatsächlich kein Problem. Und das fand ich außerordentlich gut gemacht. Nichts mag ich weniger als wenn die Figuren nicht miteinander reden und sich dann infolgedessen kindisch verhalten.
Die Liebesgeschichte hat aber dort ein wenig von ihrer Essenz verloren, wo sie sich zu sehr in Dawn fehlender Nähe zu sich selbst verlor. Immer wieder wurde das Thema aufgewühlt. Und ja, sowas ist ein Prozess, dem ich auch gerne mehrere Seiten gönne, aber zwischendurch verlor es sich dann doch etwas in Wiederholungen und Metaphern, die wie Drumherumgerede wirkten.
Zudem nahm dieser Fokus leider ein wenig den Fokus von den Geschehen im Casino, die mich zuvor noch so fasziniert hatten.
Das Durable in Gefahr – der actiongeladene, überlegte Teil dieser Geschichte
Denn dort, wo es anfangs noch um viele Details geht, Vermutungen angestellt und Hinweise aufgedeckt werden, konzentriert sich der Mittelteil irgendwann nur noch sehr auf Dawn. Gabriel selbst sagt, seine Prioritäten haben sich verschoben und das ist auch alles nachvollziehbar dargestellt, aber gerade in Verbindung mit den ausschweifenden Gesprächen, hat das einfach dazu geführt, dass die Raffinesse etwas verloren ging und sich der Mittelteil etwas zog.
Auch das Ende hat dies dann leider nicht mehr wirklich aufgenommen. Zwar nahm die Geschichte nochmal Fahrt auf, aber sie konnte nicht wieder zu dem ursprünglichen Glanz zurückfinden. Zumal die Auflösung dann relativ einfach war und so viel komplexer hätte sein können.
Trotzdem habe ich das Buch bis zur letzten Seite sehr gerne gelesen, denn die Beziehung zwischen Gabriel und Dawn ist wirklich schön, die zu seinen Brüdern auch und ich fand es auch ganz schön, dass es diese Metaphern überhaupt gab und Dawn und Gabriel in diesem Band wirklich Beziehungsarbeit geleistet haben. So kann ich mir eine Zukunft für die beiden vorstellen und das ist mir persönlich am Ende einer Liebesgeschichte immer sehr wichtig.
Fazit:
Ein sehr cooles Setting, ein Schreibstil, der klug ist und die Liebe im Detail zeigt, schlagfertige, intelligente Hauptfiguren und liebeswerte Nebenprotagonisten – ich war sofort gefangen und habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Es gibt sowohl Actionelemente als auch etwas zum Mitdenken, was die Spannung die meiste Zeit über sehr hoch gehalten hat. Im Mittelteil zieht sich die Geschichte etwas, da die Liebesgeschichte sehr ruhig und ausschweifend in ihren Dialogen wird. Dabei verlor sich dann etwas die sonstige Spannung. Am Ende eine solide Geschichte mit vielen Pluspunkten, die ich sehr gerne gelesen habe.
Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas ...
Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas aufgefallen, dass alte Vorstellungen von Männlichkeit noch ein Ding sind, aber ansonsten war es einfach nur wunderschön und sehr schnell lesbar. Besonders mag ich ja immer, wie humorvoll sie alles rüberbringt und welche Chemie zwischen den Figuren besteht.
Die Geschichte – Reisebloggerin mit Pflegekind trifft auf Im-Irgendwann-verlorenen-Anwalt
Erzählt wird aus den Perspektiven beider Hauptprotagonist:in. Das ist die YouTuberin Vanessa Price und der Anwalt Adrian Copeland, die zufällig beide auch noch Nachbarn sind. Die Situation zu Anfang ist Klischee, aber gleichzeitig auch pure Chemie und Humor. Denn treffen zwei Figuren aufeinander, die beide sehr stark in ihrem Charakter sind und keinen Blatt vor den Mund nehmen. Ich war sofort gefangen und hatte überhaupt nicht das Gefühl, voraussehen zu können, wie die Geschichte ablaufen würde. Zumal der tragische Moment schon gleich zu Anfang erwähnt und in die Handlung eingebunden wird und somit keine böse Überraschung, die im Hintergrund schwelt, ist.
Vanessa – Abkehr von der Traurigkeit, Hinwendung zum Leben im Jetzt
Ich glaube, mit dieser Überschrift beschreibt man sie echt schon ganz gut. Ihr könnt euch wahrscheinlich direkt vorstellen, wie sie ihr Leben lebt. Es geht darum, die Momente zu genießen, die guten Kerzen nicht aufzubewahren für den einen Moment, der perfekt ist und der dann nie kommt. Gleichzeitig versucht sie sich nicht darauf zu konzentrieren, was alternativ sein könnte. Denn das ist der tragische Moment, den sie mit in die Geschichte bringt. Diese Lebenseinstellung hat viele wundervolle und lustige Momente in die Geschichte gebracht. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal so begeistert von dem Einfallsreichtum gemeinsamer Aktivitäten der Protagonist:en war oder wann ich das letzte Mal so neidisch auf ein gelebtes Leben war. Meist wird es ja gar nicht richtig geschätzt (wie es anfangs auch bei Adrian der Fall ist).
Ich mochte an ihr als Figur außerdem, dass sie trotz dieser krassen Lebenseinstellung nie aufgesetzt wirkte. Ich nahm ihr ab, dass das eine sehr bewusste Lebensentscheidung war. Ich merkte, wie wichtig ihre Familie ihr ist und wie hilfsbereit sie eigentlich ist. Dazu ist sie emotional einfach sehr schlau. Sie durchschaut die Menschen, vor allem dann, wenn sie es sich selbst nicht eingestehen wollen und sie ist gleichzeitig unheimlich offen dafür, Hilfe in Anspruch zu nehmen. So waren ihre Worte es, die immer wieder Denkanstöße während des Handlungsverlaufs lieferten. Sowohl für die Figuren als auch für mich als Leserin.
Was etwas brauchte, war zu verstehen, wie sie ihrer Familie so bedingungslos helfen konnte. Aber auch da konnte sie mich bald überzeugen, indem sie das Gute in den Menschen nach außen kehrte und uns Leser:innen half, dies an den anderen Figuren zu sehen. So wird der Messievater nicht zu einem ekelhaften Menschen, sondern zu einem, dem man helfen will. Und der Bruder ohne Job mit vielen Ideen im Kopf nicht zu einem Looser, sondern nur zu einem, der seinen Weg noch finden muss. Oder ganz akut die drogensüchtige Schwester nicht zu einer schlechten Mutter, sondern einfach nur zu einer Frau mit einem Problem, das sie ohne Hilfe nicht mehr in den Griff bekommt. Vorurteile ade heißt es hier und das fand ich wirklich schön.
Adrian – Workaholic & Alphamännchen, der immer die Kontrolle braucht, aber ein sehr weiches Herz hat
Und schon treffen wir auf die zweite Figur, die mein Herz im Sturm erobert hat. Adrian ist ein Anwalt wie er im Buche steht. Er arbeitet fast ausschließlich, macht wenig mit Freunden, genießt höchstens mal gutes, geliefertes Essen und hängt nicht besonders an seiner Freundin. Eigentlich ein Klischeetyp, der klingt, als müsste er erst seinen Charakter finden. Allerdings braucht es dafür nur Vanessa, wie Adrian später selbst sagt. Mit ihr hat er wieder atmen gelernt und sich nicht weiter von der Sonne blenden lassen.
So zeigt Adrian, dass er ebenso hilfsbereit und vor allem ein absoluter Familienmensch ist. Ob das nun seine Oma ist, mit der er zu Mittag isst, oder eben Vanessa mit dem Baby (und später dem Hund). Adrian findet eine Aufgabe und all seine vlt. negativ auslegbaren Eigenschaften finden etwas, worauf sie sich fernab der Arbeit konzentrieren können.
Ich mochte an ihm, dass er hinter der Anwaltsfassade echt viele Baustellen hatte, die erst durch Vanessa so richtig aufgedeckt wurden. Dadurch konnten die beiden und vor allem er alleine dann daran arbeiten. Das hat die Geschichte gut voran gebracht und vor allem für kleinere Reibereien gesorgt, die die Spannung weiter aufrecht gehalten haben, ohne dass wirklich dramatische Höhepunkte den Handlungsverlauf künstlich aufgebauscht hätten.
Adrian & Vanessa – haben Romeo & Julia dieses Mal nur ein Jahr?
Schon allein die Kapitelüberschriften in diesem Buch haben mich jedes Mal zum Schmunzeln gebracht, denn sie sind Clickbait-Überschriften nachempfunden. Ganz derer, mit denen Vanessa sich als bekannte YouTuberin öfters abgeben muss. Schön fand ich, dass dieses Thema durch das Baby aber nur am Rande präsent war. Ich mag es zwar authentisch, finde es aber auch etwas anstrengend, wenn das „Starleben“ so einen großen Raum einnimmt. Weil es unweigerlich alles kompliziert und anstrengend macht. Vanessa dagegen macht es einem bewusst, aber sie pausiert hier. Kann einfach ihr Geld nutzen und steht Adrian damit in nichts nach, sodass kein Moneygap zwischen ihnen ensteht.
Während das eine Jahr bei Vanessa klar im Fokus steht, weiß Adrian nicht so wirklich etwas davon und so ist ihre platonische Freundschaft nicht von Zeitdruck oder ähnlichem bedrängt. Stattdessen werden sie ganz natürlich Freunde und genauso natürlich mehr. Ich mochte es, dass es zwar klare Grenzen gab, es aber nicht so dramatisch immer wieder zu Diskussionen oder Misskommunikation führte.
Was ich dagegen etwas kurz gekommen fand, war Vanessa als Mutter. Während Adrian mit dem Baby geradezu aufblüht und sein Leben sich ganz konkret zum Besseren entwickelt, bleibt Vanessa immer etwas zurückhaltend, was die Muttergefühle angeht. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass das bei ihr noch eine größere Rolle gespielt hätte, gerade, weil sie so familienverbunden ist und sich um alle kümmert.
Fazit:
Eine wirklich schöne, leichte Geschichte, die über Klischees hinwegschreitet, sich aber auch in der Tiefe etwas zurückhält. Das Buch ließ sich super lesen und hat mich gut unterhalten, war aber definitiv nicht das stärkste Buch der Autorin. Ich kann es dennoch empfehlen:)